Mein Name ist Martin Gentischer. Ich bin Besucherbetreuer im Mercedes-Benz Museum. Zuständig für Führungen aller Art, von “normalen” Automobilführungen über Architekturführungen bis hin zu Führungen in Faszination Technik – für Besucher aller Couleur, vom Kegelverein bis zum Super-VIP, gerne auch auf unterschiedlichen Sprachen.
Hier mein Live-Erlebnis mit dem Rekord-Tornado im Mercedes-Benz Museum:
Was ist denn bitte ein künstlicher Tornado? Klar, den Sturm im Wasserglas kennt jeder. Aber zur Entrauchung? Als Brandschutzkonzept? Ja, tatsächlich, es geht um einen waschechten Tornado! Und zwar im Mercedes-Benz Museum mit einer Höhe von 34,4 Metern und damit Weltrekord – ein Vertreter des Guinness Buchs der Rekorde war dabei!
Das wissen wir nun seit Montag, dem 22. Oktober. An dem Tag war es sehr laut im Museum. 130 Dezibel, nur eine startende Concorde ist lauter. Gut, dass es in Museen laut ist, ist nichts Besonderes. Dafür sorgen zahlreiche Besucher pro Tag – 1,3 Millionen Besucher seit Eröffnung im Mai 2006 – und ab und zu auch Motorengeräusche, die aus dem Mythosraum Rennen und Rekorde ertönen. Aber an jenem Montag war es weder das eine noch das andere, montags sind Museen ja eigentlich geschlossen. Nichtsdestotrotz war an diesem Tag eine Vielzahl geladener Gäste und Pressevertreter im Atrium versammelt, um dieses einzigartige Entrauchungssystem zu erleben. So auch ich. Oft hatte ich schon Besuchern in Architekturführungen die Funktionsweise dieses Entrauchungssystems und warum wir so etwas haben, erklärt.
Aufgrund der offen gestalteten Architektur des Mercedes-Benz Museums konnten herkömmliche Methoden zur Entrauchung nicht angewendet werden und so wurde ein weltweit einzigartiges Entrauchungssystem entwickelt. Im Brandfall blasen 144 Düsen, die sich entlang der Kernwände im Atrium befinden, Luft in das Atrium des Mercedes-Benz Museums. Dadurch entsteht ein künstlicher Wirbelsturm. Der gesammelte Rauch wird dann über einen Entrauchungsventilator, der sich im oberen Bereich des Museums befindet, ins Freie abgeführt.
Jetzt durfte ich es live erleben. Mit vielen teilte ich die kindliche Vorfreude, die in der Luft lag, als die Disconebelmaschine in die Mitte unserer stattlichen Eingangshalle positioniert wurde, um den Wirbelsturm sichtbar zu machen, der sich langsam bildete, nachdem die 28 Tonnen Luft in Bewegung versetzt waren.
Nur ganz leicht, nichts bewegte sich, außer den Styroporkügelchen auf dem Boden des Atriums, die bereits einen kleinen Kreisel bildeten. Und plötzlich wurde auch der Rauch erfasst. Er schien eine feine, leicht durchsichtige Haut um die Windhose zu ziehen und der Tornado wurde sichtbar.
Das Atrium wurde von lautstarkem Applaus erfüllt – für einen geglückten Weltrekordversuch: Im Guinness Buch der Rekorde 2009 wird es zu lesen sein: „Größter künstlich erzeugter Tornado der Welt im Mercedes-Benz Museum“!
Dieser Artikel wurde von Martin Gentischer geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
Einsatzmöglichkeiten von Fahrsimulatoren
Ich schreibe hier in meiner Funktion als Leiter des Bereichs Fahrsimulatoren, der im Forschungs- und Entwicklungsbereich von Daimler angesiedelt ist. ...
1. www.markus-jordan.de » Blog Archiv » Weltrekord im Mercedes-Museum
Pingback vom 08. November 2007 um 00:11
[...] das Daimler Mitarbeiterblog berichtete diese Tage erneut [...]
2. kurbelwelle
Kommentar vom 15. November 2007 um 07:31
eine wahnsinns Idee die Entrauchung durch einen künstlichen Tornado zu veranlassen, aber was ist mit freistehenden Teilen? Wäre dadurch nicht eine Beschädigung der Ausstellungsfahrzeuge möglich?
Würde mich interessieren, wie sich das bei einem echten Brandfall verhält?
Besteht nicht auch die Möglichkeit, dass durch diesen künstlich erzeugten Luftstrom ein bestehendes Feuer durch Sauerstoffzufuhr (Verwirbelungen) weiter angefacht wird.
Antwort
3. Martin Gentischer
Kommentar vom 15. November 2007 um 17:12
Der Tornado dient ausschließlich dazu, die Besucher vor den giftigen Rauchgasen zu schützen. Nur diese werden eingesaugt, selbst ein Blatt Papier in der Nähe der Windhose würde liegen bleiben. Exponate werden also nicht beschädigt und auch das Feuer wird nicht (zumindest nicht relevant) weiter angefacht.
Antwort
4. Abed Al Naser Dwaikat
Kommentar vom 20. November 2007 um 10:57
Hello,
how are you, did you remember the group from arab countries , Young Arab Leaders , but you speak arabic good.
Antwort
5. Weltrekord im Mercedes-Museum | blog.mercedes-benz-passion.com
Pingback vom 11. März 2009 um 23:05
[...] das Daimler Mitarbeiterblog berichtete diese Tage erneut davon. Jetzt [...]