Ich arbeite innerhalb der Triebstrangentwicklung der Truck Group und beschäftige mich im Schwerpunkt mit der Entwicklung und Implementierung von geeigneten Projektmanagement Methoden bei F&E Projekten.
Der neue Daimler-Blog wirft natürlich die Frage auf:
Kann eine Plattform, die Wissen und Meinungen großen Teilen der Organisation zur Verfügung stellt, einen Beitrag leisten unsere Prozesse und damit auch unsere Produkte noch besser zu machen?
Mehr als je zuvor entwickeln wir heute global. Dass wir beinahe täglich mit Kollegen aus USA, Japan oder sonstigen Teilen der Erde in Kontakt treten ist gleichsam spannend wie auch Normalität. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass Wissen zunehmend dezentral verfügbar ist.
Zugleich gewinnt die Parallelisierung von globalen Entwicklungsprozessen zunehmend an Bedeutung. Damit einher nimmt der Aufwand zur Steuerung der Kommunikation sukzessive zu. Der Balanceakt besteht nun darin, mit geeignetem Kommunikationsmethoden sicherzustellen, dass alle betroffen Entwicklungspartner während der Produktentstehung immer über den gleichen Informationsstand verfügen.
Gleichzeitig werden aus der Projektarbeit heraus stetig neue und erprobte Vorgehensweisen angewandt, die für die jeweilige Problemstellung sei es technischer oder ökonomischer Natur erfolgreich waren oder noch heute sind.
Wie schafft man es nun vorhandenes Know-How in Unternehmen flächendeckend verfügbar zu machen oder gar direktes Feedback unserer Kunden zu bekommen? Sind Blogs hierzu geeignet? Muss es die zentrale aber pflegeaufwändige Datenbank sein? Sind kollaborative Systeme wie z.B. Lotus Notes ausreichend? Fragen, die sicherlich so, oder in ähnlicher Form in vielen Unternehmen derzeit diskutiert werden.
Vielleicht sollte man sich die Frage pro und contra Blog einmal anders stellen. Haben Sie schon einmal gezielt in einem Internetforum die Lösung für ein spezifisches Problem mit Ihrem Heim PC gesucht? Falls ja, werden Sie verstehen wie Ihr Problem in einer Blogosphäre gelöst werden konnte.
Und zwar durch Anwendung eines bereits bestehenden und dokumentierten Lösungswegs, ohne das Rad neu zu erfinden! Sie erkennen in welchem Kontext und welcher Chronologie die Lösung entstand und Sie kennen nun sogar auch den oder die Verfasser, welche vielleicht zukünftig direkt zu Ihrem Themengebiet unterstützen. Und warum sollte dieser nur in Deutschland oder in angrenzenden Fachbereichen sitzen?
Ob Blogs zukünftig eine Erweiterung bestehender Kommunikationsmedien und ein Weg zur Weiterentwicklung lernender Organisationen sein können, wird sich sicherlich in der betrieblichen Praxis noch beweisen müssen. Das Potential ist vorhanden.
Dieser Artikel wurde von R. Ostwald geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. Matthias Schwenk
Kommentar vom 07. November 2007 um 13:24
Nach meiner Erfahrung lassen sich Blogs sehr gut als Kommunikationsinstrument für Projekte nutzen. Allerdings kann ich das bislang nur für Projekte mit überschaubarem Teilnehmerkreis und begrenzter Dauer sagen.
Das Blog dient dann als Basis für alle schriftlich fixierten Informationen (Neuigkeiten, Sitzungsprotokolle, Verweise auf externe Informationen…) und ersetzt einen Großteil der E-Mail-Kommunikation (sofern sich alle an die “Spielregeln” halten).
Wesentliche Vorteile: Alle haben immer den gleichen Informationsstand, Infos werden schneller gefunden und später ist alles zentral und übersichtlich dokumentiert und leicht wieder nachvollziehbar.
Aber das ohne Gewähr für den Großkonzern mit entsprechend komplexen Projekten… ;-)
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2. Jan Hartwig
Kommentar vom 07. November 2007 um 13:57
Blogs lassen sich als Informationsverteiler sehr gut einsetzen. Ich konnte dies schon in diversen Unternehmen beobachten. Ergänzt man Blogs intelligent mit Wikis so kann sich eine hervorragend vernetzte Informationskultur etablieren. Für den Unternehmenseinsatz existieren diverse Enterprise Wikis von denen sich einige wenige als absolut Praxistauglich erwiesen haben. Als Beispiele für eine gelungene Verquickung von Blogs mit Wikis und entsprechenden Sicherheitsfeatures seien Confluence von Atlassian oder die JOTBox von JOT genannt. Beides sind hervorragende Produkte. Letzteres wurde AFAIK kürzlich von Google gekauft.
Die Kombination beider Technologien öffnet weitaus mehr Möglichkeiten als ein Blogeinsatz allein dies tun könnte. Dies nur als Anregung.
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3. Corporate Blogging Weblog » Blogs im Projektmanagement
Pingback vom 07. November 2007 um 14:22
[...] Hier ist der Link zum Beitrag im Daimler Blog [...]
4. Oliver//
Kommentar vom 08. November 2007 um 09:43
einer der wichtigsten Punkte ist: EINFACHHEIT.
Im eigenen Unternehmen setzen wir intern einen Blog zur Kommunikation ein. Allerdings wurde dieser erst dann angenommen, als ein Weg gefunden wurde wie der Autor von jeglichen Formatierungs- und Layoutaufgaben befreit wurde.
Informationsweitergabe darf nicht viel Zeit kosten und darf nicht als zusätzliche Belastung empfunden werden.
Gruss vom Bodensee
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5. Michael
Kommentar vom 12. November 2007 um 07:51
Also so wissenschaftlich habe ich die Blogs noch nie betrachtet. :) Ob das sinnvoll ist, weiss ich nicht. Nur das jetzt Daimler mit Iher Umwelt auch kommuniziert, dass finde ich wunderbar…weiter so….vielleicht mit gastbeiträgen aus china?
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6. Webtools in der internen Kommunikation « Only Me
Pingback vom 15. November 2007 um 01:11
[...] bei Daimler beschäftigt und hat zum Thema Projektmanagement mit Hilfe von Blogs einen kleinen Artikel im Hausblog veröffentlicht. Dies ist für mich der Anlass, nun einige webbasierte Tools und deren [...]
7. Gedanken zu Webtools in der internen Kommunikation im Unternehmen | Corporate Blogging Weblog
Pingback vom 17. November 2007 um 12:23
[...] Euler hat die Gedanken im Daimler-Blog über die ich kürzlich berichtet habe noch ein wenig weiter konkretisiert. Wer sich dafür [...]
8. Flominator
Kommentar vom 20. November 2007 um 13:04
Ich bin mir nicht sicher, ob Blogs für das Projektmanagement geeigneter sind, da sie schon wieder wesentlich mehr strukturierende Elemente aufweisen, als beispielsweise Wikis. Nur dort kann man sämtliche Informationen in beliebiger Art und Weise veröffentlichen und dokumentieren.
Wenn es um Einfachheit geht, sind Wikis ebenfalls nicht zu schlagen. Daher würde ich einen Blog im Projektmanagement höchstens als Tagebuch einsetzen. Da dies aber für die Mitarbeitenden schon wieder zwei Systeme bedeutet, wär es eventuell sinnvoller, den Blog auch gleich im Wiki abzubilden.
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9. Blogs im Projektmanagement - Quo vadis? | Jahooda
Pingback vom 05. Dezember 2007 um 11:56
[...] unterschiedliche Autoren auch hin und wieder zu interessanten Themen, wie zum Beispiel über die Einsatzmöglichkeiten von Blogs im Projektmanagement. Leider muss ich gestehen finde ich den Inhalt des Beitrags nicht sonderlich spannend, was wäre [...]
10. Patrick Fritz
Kommentar vom 05. Dezember 2007 um 12:02
Vielen Dank für den Beitrag und die sehr guten Kommentare bzw. Erfahrungen der anderen Leser. Ich habe zu diesem Thema einen Beitrag auf Jahooda, der Plattform für Projekt- und Prozessmanagement, veröffentlicht: http://www.jahooda.org/?p=251
Antwort
11. Stefan Hagen
Kommentar vom 05. Dezember 2007 um 22:36
Unser Unternehmen hat Blogs schon in vielen Kundenprojekten eingesetzt. Ich werde versuchen, die Erfahrungswerte stichwortartig wiederzugeben.
Voraussetzungen, damit Blogs im Projektgeschäft funktionieren können (einige wichtige Punkte wurden schon genannt).
- Projektleiter / Projektmanager müssen den Blog aktiv und regelmäßig mit aktuellen Informationen füttern –> Projekt-Tagebuch
- Einfachheit (Simplify your Projects!)
- Blogs primär als Informationsverteiler einsetzen (denn wirkliche Interaktivität kann man sich nur in Web2.0-erprobten Organisationen erwarten)
- offene, vertrauensvolle Informationskultur ist notwendig
- Blogs können immer nur ein ergänzendes Instrument sein (ersetzen niemals die persönliche Kommunikation in Gesprächen, Meetings, Telefonaten etc.)
Mögliche Vorteile von Blogs im Projektgeschäft sind:
- weg von der Push-Informationskultur (e-Mail etc.), hin zu Pull (Blog, RSS etc.)
- lückenlose Dokumentation des Projektverlaufs (Projekt-Tagebuch) –> Archivierung für weitere Projekte, Lessons Learned etc.
- gleicher Informationsstand für alle Projektteammitglieder
Abschließende Bemerkung: Kommunikation ist nachweislich einer der absolut entscheidenden (wenn nicht DER entscheidende) Erfolgsfaktor in Projekten. Insofern stellt jede Investition in die Optimierung der Projektkommunikation grundsätzlich eine Chance dar. Aber Achtung: In Organisationen, in denen die Kommunikation auch ohne elektronische “Helferlein” nicht funktionieren, werden auch Blog kein Allheilmittel sein. Umgekehrt formuliert: Blogs können in modernen, dynamischen und Web2.0-erprobten Unternehmen ein sehr gutes und probates Instrument sein.
Und noch ein allerletzter Gedanke: Probieren geht über studieren!
Weitere Erfahrungswerte zum Thema Projektkommunikation gibt’s unter http://www.PM-Blog.com – dem meistgelesenen Blog zum Thema Projektmanagement im deutschsprachigen Raum!
Antwort
12. bwl zwei null » Was bringt Social Software finanziell im Projektmanagement?
Pingback vom 12. Dezember 2007 um 09:01
[...] könnte ein Projektblog Abhilfe schaffen: Für jeden Auftrag wird ein eigenes Blog als schriftliches Kommunikationsmedium [...]
13. Bregulla
Kommentar vom 04. Januar 2008 um 11:08
Hallo miteinander,
ich beschäftige mich seit ca. 2 Jahren mit der Web 2.0 Thematik und bin der festen Überzeugung, dass in der betrieblichen Anwendung von Web 2.0 Methoden ein sehr sehr großes Potenzial besteht.
Ich habe für private Zwecke bereits Web 2.0 Methoden zur ergänzenden Abbildung einer Fahrzeugbaureihe verwendet und mehrere Jahre bestehende Organisationen – in diesem Fall mehrere Foren – beobachtet wie sie mit dem Thema und den Interdependenzen in Sachen Miß- oder Vertrauenskultur umgehen – und dies immer wieder auf unsere Projektarbeit beim OM629 (420 CDI, V8-Diesel) oder im Komponentenbereich gemappt – als auch auf den Restkonzern und bestehende Systeme, Prozesse und Anwendungen.
Immer mit der Frage im Hinterkopf: Was wäre wenn – und wie müßte eine Web 2.0 Lösung dazu aussehen. Das war sehr aufschlussreich.
Aufgrund der Fahrzeugkomplexität bei D(C) wären existierende Web 2.0 Lösung jedoch nicht einsetzbar. Zumindest nicht so, dass es wirklich richtig Potenzial abwirft, aber dafür war man ja lang genug dabei um das anpassen zu können ;-)
Meiner Meinung und Überzeugung nach bietet der Web 2.0 Ansatz weit mehr Potenzial als es ERP oder eBiz hergeben bzw. immer versprochen, aber nie gehalten haben.
Ich fragte mich natürlich in den letzten 2 Jahren zunehmend, warum muss ich mich täglich bei D(C) mit diesen vorsintflutlichen Methoden des Informations- und Wissensmanagements herumschlagen?
Die D(C) Systemwelt kenne ich wie meine Westentasche.
Aus diesem Grund habe ich zum 31.12.2007 auch den Daimlerkonzern verlassen. Als Prophet im eigenen Land mußte ich jahrelang feststellen, dass man keine Lobby hat. Das System „Daimler“ gibt es nicht her. Collaboration erwirkt man nicht durch Mailspeichersparen.
Und darin liegt auch das Hauptproblem für D(C) und vieler anderer hierarchischer Großkonzerne meiner Meinung nach. Social-Software heißt nicht umsonst Social.
Wie Hr. Hagen schon sagt braucht es eine offene Informations- und Vertrauenskultur. Ich hab selbst bereits die Erfahrung machen müssen, dass es einen riesigen Unterschied macht, ob sich eine Software eine Organisation sucht oder eine Organisation eine Software.
Das Mass der Vertrauenskultur entscheidet wesentlich über das Wohl und Wehe dieses Transformationsprozesses, dem man sich nicht verschliessen kann.
Denn der effizienteste Mitbewerber der sich dem Thema konsequent öffnet, sozial- und technisch den richtigen Ansatz wählt – wird mittelfristig die besten Autos bauen und verkaufen.
Und der Kunde wird es wissen, weil er zunehmend in Foren und Produktbewertungsportalen collaboriert. Denn auch die Kundenseite wird sich Web 2.0-mäßig aufstellen und die Produkte bewerten.
Die Thematik ist also kein nice-to-have Ansatz. Keine Sache, die man über’s Knie brechen oder einer Entwicklung ähnlich wie im Bereich ERP und eBusiness-Strategie unterwerfen sollte – also eigentlich keiner.
Meine Meinung ;-)
Mit freundlichen Grüßen
Bregulla, twoonix.com
Antwort
14. Projektblogs als pragmatische Kommunikationsplattformen nützen « PROJEKTMANAGEMENT BLOG
Pingback vom 05. März 2008 um 09:40
[...] Beitrag: Einsatzmöglichkeiten von Blogs im Projektmanagement (Daimler [...]
15. Malte Landwehr
Kommentar vom 09. April 2008 um 09:29
Für die “Kommunikation nach außen” sind Blogs auf jeden Fall ein geeignetes Medium. Aber zur wirklichen Informationsvermittlung können sie einfach nicht mit Wikis mithalten. Gerade wenn es um einen festen Kreis von Personen geht, die informiert werden sollen
Antwort
16. Verhaltensbiologie & PR » Blog Archive » Web 2.0 in der Internen Unternehmenskommunikation
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