Rückblick: Ein Jahr Berufsakademie

Ich bin Berufsakademie-Student BWL mit Fachrichtung Industrie im Jahrgang 2006 bei der Daimler AG. Mein Start in Stuttgart ist inzwischen bereits über ein Jahr her, das dritte Theoriesemester habe ich nun fast hinter mich gebracht und wenn ich zurückblicke, dann ist ganz schön viel passiert in den letzten vierzehn Monaten:

Da ich ursprünglich aus Münster in Westfalen komme, das ca. 500 km nördlich von „Daimler-Town“ liegt, war der Start in einen neuen Lebensabschnitt nach Abitur und Zivildienst auch mit einem Umzug in ein vollkommen neues Umfeld verbunden. Das bedeutete für mich persönlich, das Elternhaus zu verlassen und in die ersten eigenen vier Wände zu ziehen, und die alten Freunde, die größtenteils in der Universitätsstadt Münster geblieben sind, nicht mehr täglich, sondern sehr viel seltener zu sehen.

Doch mit dem was ging, kam auch viel neues, so zog ich endgültig am 1. Oktober 2006 in Stuttgart in meine neue Wohnung ein und traf bereits abends einige neue Kommilitonen, die ich in den kommenden zwei Wochen mit allen weiteren Neustartern aus ganz Deutschland im Startworkshop bei damals noch DaimlerChrysler näher kennen lernen durfte. Neben dem positiven Effekt, dass ich hier gleich Freundschaften schloss, lernte ich auch meinen zukünftigen Arbeitgeber kennen, vorgestellt vor allem von Ex-BA’lern und Studenten aus höheren Jahrgängen. Dies war sehr hilfreich für uns alle, da die meisten Stuttgart nur von den Auswahl-Tagen kannten.

So starteten wir schon als „eingeschworene Gemeinschaft“ in das erste Semester, und dieses Gemeinschaftsgefühl bestätigte sich auch bei immer wieder veranstalteten Seminaren z.B. drei Tagen in einem Hochseilgarten auf der schwäbischen Alb und den sogenannten FITs (firmeninterne Trainings) zu den Themen Vertrieb/Marketing oder Einkauf.

Aus den Theoriesemestern bleiben sicherlich vor allem die anstrengenden Klausurphasen in Erinnerung, die am Ende eines jeden Semesters warten, so kommen zum Beispiel vor Weihnachten noch 11 Klausuren in 2 Wochen, doch umso mehr freut man sich danach immer diese überstanden zu haben. Und zu einem akkreditierten Studium gehören natürlich auch die Leistungsüberprüfungen…Neben dem theoretischen Wissen wurden die praktischen Kenntnisse im Unternehmen vermittelt. Hierfür war ich im ersten Einsatz im zentralen Niederlassungseinkauf und anschließend in der Abteilung „Nationale Vertriebsnetzstrategien“, mein nächster Einsatz wird bei Mercedes-Benz Canada in Toronto sein. Dabei lernt man neben verschiedensten Bereichen auch unterschiedlichste Leute, Arbeitsweisen und Umgangsformen kennen. Leute mit denen man sich gut versteht und andere mit denen das Klarkommen schwieriger fällt – wie es eben überall im Leben ist.
Aber wie soll ich jetzt auf das vergangene Jahr zurückblicken? Würde ich mich wieder so entscheiden – für Berufsakademie, für Daimler? Dies muss natürlich jeder für sich selbst beantworten, ich für meinen Teil würde auf jeden Fall sagen (man konnte es wahrscheinlich schon rauslesen): ja.

Ich habe gelernt viel eigenständiger zu handeln, habe eine neue (sehr schöne) Stadt und viele neue Freunde gefunden mit denen ich mich zum Beispiel abends oft im California treffe oder regelmäßig den Sonntag mit Starbucks-Kaffee auf dem Schlossplatz verbringt. Neben den, meiner Meinung nach großen Vorteilen, des kurzen Studiums mit Bachelor-Abschluss und Praxiserfahrung sowie guter Bezahlung wiegt dies die Nachteile (zeitintensiv, zum Teil schon stressig, keine Semesterferien!!!) auf. Und selbst wenn man mal schlechte Phasen hat, in denen man sich zum Beispiel nach der Wäsche waschenden Mutter oder längerem Urlaub sehnt oder auch an der BA nicht alles so läuft wie man es sich vielleicht wünscht, kann ich doch abschließend festhalten, dass es ein sehr ereignisreiches Jahr war, das viel schneller verging als erwartet, und auf das hoffentlich noch zwei ähnlich spannende und schöne bis zum Abschluss folgen.

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