Mein Name ist Hilde Wloka. Ich bin seit 40 Jahren im Unternehmen. Bis 2006 arbeitete ich im Werkswagenverkauf . Dabei war meine Aufgabe Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wie beispielsweise Herbert Grönemeyer oder Eros Ramazzotti zum Stern zu verhelfen. Heute heißt der Bereich „Vertrieb Planung und Steuerung Direktgeschäfte“.
Hier erzähle ich aber mal etwas über meine Funktion im Daimler Sinfonieorchester. Dort spiele ich 1.Geige und organisiere seit 1997 das Orchester.
Dieses Orchester wurde bereits 1978 von Siegfried Benz (ja er heißt wirklich so!) gegründet. Ich war eine derjenigen, die seinem Aufruf „Spielen Sie ein Instrument – wenn ja, dann melden Sie sich doch bitte“ folgten. Herr Benz war damals im Bereich Bildungswesen tätig. Später war er dann Leiter des Haus Lämmerbuckel, einer unserer Bildungseinrichtungen auf der schönen Schwäbischen Alb. Gründungsmotto war: „Mitarbeiter spielen für Mitarbeiter“. Dies gilt bis heute.
Zur ersten Probe traf man sich in der Lehrlingskantine im Werk Untertürkheim. Es kamen ca. 20 Mitarbeiter mit den unterschiedlichsten Instrumenten, die jedoch teilweise nicht in ein Kammerorchester passten. Ein solches wollte der Laiendirigent Benz nämlich gründen.
Schon recht bald erlebte das Orchester Erfolge bei öffentlichen Auftritten. Bei der allerersten Aufführung, einer Umrahmung eines Festaktes „100 Jahre Gewerbeaufsicht des Landes Baden-Württemberg“ kam das Orchester dann auch gleich in der Landesschau im Dritten.
Ein weiteres Highlight war das Konzert zum 75jährigen Bestehen des Werkes Untertürkheim. Der damalige Vorstandsvorsitzende Prof. Joachim Zahn war vom Auftritt dermaßen angetan, dass er dem Orchester spontan einen Wunsch erfüllen wollte – er schenkte uns ein Cembalo.
1980 spielten wir dann zu Eröffnung des Hauses Lämmerbuckel vor ca. 200 geladenen Gästen, unter anderem auch der damalige Ministerpräsident Lothar Späth. Das war für uns alle ein richtig aufregender Tag!
Zu diesem Zeitpunkt entstanden auch unsere Adventskonzerte, die alljährlich in der Vorweihnachtszeit in verschiedenen Stuttgarter Kirchen stattfinden und von den Mitarbeitern gerne besucht werden. Das letzte Konzert in diesem Jahr fand in der neu renovierten Gaisburger Kirche statt und war sensationell gut besucht. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.
1997 übergab Siegfried Benz den Dirigentenstab an den heutigen künstlerischen Leiter, Matthias Baur, der das Orchester zu Höchstleistungen anspornt und den Übergang vom Kammerorchester zum Sinfonieorchester vollzog.
2001 spielten dann sämtliche Musikgruppen des Konzerns für eine Benefizveranstaltung der Childhood Foundation, die unter der Schirmherrschaft I.M. Königin Sylvia von Schweden steht. Über ganz Deutschland verteilt waren 11 Musikgruppen (Chöre, Big Band, Streichquartett) im Einsatz. Unser Auftrittsort war das Werk Sindelfingen. Zu Beginn der jeweiligen Konzerte wurde ein Grußwort von Königin Sylvia von Schweden eingespielt. Ein für uns alle sehr bewegender Moment.
Als letztes möchte ich noch das Konzert mit den Scorpions erwähnen. Es fand am 3. Juli 2002 statt. Ich erinnere mich deshalb so genau, weil mich die Organisation für dieses Konzert ein halbes Jahr in Anspruch genommen hat. Durch meine berufliche Verbindung zu den Bandmitgliedern und begeisterten Mercedes-Fahrern, konnte ich die Band für ein Crossover-Benefizkonzert in der Stuttgarter Schleyerhalle, gewinnen.
Alle Bandmitglieder engagieren sich für die Nordoff-Robbins-Stiftung, einer Musiktherapie für behinderte Menschen. Extra für dieses Konzert wurde ihre damals laufende USA-Tournee unterbrochen, um mit uns zusammen Spendengelder für diese Stiftung zu erspielen.
Insgesamt mehr als 60 Kollegen proben und spielen aktuell in ihrer Freizeit. Die Einnahmen der Konzerte sowie das Geld aus dem Verkauf der CDs kommen ausschließlich karitativen Zwecken zugute. Was ich ganz besonders toll finde ist, dass in letzter Zeit überwiegend junge Kollegen und Kolleginnen direkt nach dem Eintritt ins Unternehmen, über unsere Homepage im Daimler-Intranet den Weg in unser Orchester finden.
Dieser Artikel wurde von Hilde Wloka geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. Peter S.
Kommentar vom 17. Dezember 2007 um 09:25
Mit Klassik habe ich es persönlich nicht so. Uriah Heep, Ufo (vom Schenker-Bruder gegründet) und natürlich die MSG, das war noch Musik! Ich finde es jedoch absolut bemerkenswert, dass Rock-Giganten wie die Scorpions mit einem Betriebsorchester spielen und das noch für einen guten Zweck. Hut ab.
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2. Manfred Frank
Kommentar vom 03. Januar 2008 um 17:19
Ein hervorragender Artikel!
Ich hatte nun ja auch schon mehrere Male das Vergnügen, ein Konzert mit Ihrem Orchester zu geniessen und bin begeistert! Mir gefällt es, wenn neben dem sicher hart umkämpften Geschäft in der Automobilbranche noch Zeit und Motivation zu finden ist, miteinander zu musizieren. Neben all dem “Hauen und Stechen” um Posten und Kompetenzen, Streben nach noch mehr und besseren Zahlen und Zahlungen, ist dies eine Seite, die erklärt, warum viele Menschen “den Daimler” so im Herzen tragen…
Wir arbeiten ja nun schon ca. 20 Jahren mit Ihnen zusammen und betreuen mit Ihrer Hilfe die von Ihnen erwähnten Musiker auf Ihren Europa-Tourneen. Dabei habe ich immer wieder erlebt, daß “beim Daimler” auch “gemenschelt” werden darf.
Ihr Konzert mit den Scorpions war auch für mich ein Highlight! Sie sollten das unbedingt noch einmal machen, es gibt noch viele andere gute Musiker!!:-)
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3. Rudolf Schenker
Kommentar vom 10. Januar 2008 um 12:55
Ich muss sagen, dass es uns extrem viel Spass gemacht hat, mit dem Daimler Sinfonieorchester zu rocken – und dies für einen guten Zweck (Nordoff-Robbins Musiktherapie). Alle Beteiligten haben ihr Bestes gegeben, zumal der musikalische Schwierigkeitsgrad durch die Arrangements sehr anspruchsvoll war. Aber auch hier hat man gesehen: Musik kennt keine Grenzen.
Ich würde mich freuen, wenn dieses Beispiel viele Nachahmer finden würde, denn Musik verbindet (bildet Brücken) und gleicht aus.
In diesem Sinne
Keep on Rocking
Rudolf Schenker – Scorpions
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4. Peter S.
Kommentar vom 11. Januar 2008 um 10:01
@Hilde und Rudolf: Was sieht mein Auge: Rudolf Schenker auf dem Daimlerblog. Ein Rock-Gigant, normalerweise unerreichbar, mischt sich unter die Blogger und kommentiert. Das erfüllt mein Rockerherz mit Freude :-)
Warum macht ihr das mit dem Konzert nicht ein zweites Mal? Wenn ich mir die Kapazität der Schleyer-Halle vorstelle und das mit den aktuellen Eintrittspreisen multipliziere, dann könnte man doch ein ganz schönes Sümmchen für die Musiktherapie ergeigen und errocken.
Haut rein!
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