Mein Name ist Kristina Nikic und ich arbeite im Corporate Design-Bereich. Dort war ich u.a. zuständig für die Beklebung des Hochhauses in Untertürkheim.
Anlässlich der Umfirmierung von DaimlerChrysler auf Daimler war als interne Kommunikationsmaßnahme ein „Willkommens-Banner“ am Hochhaus in Untertürkheim geplant. Der Termin für die Fertigstellung – sofern die Zustimmung der Aktionäre auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 4.10.2007 erfolgt wäre – stand fest.
Ziel war, das neue Daimler Logo zusammen mit einem Willkommensgruß in Untertürkheim am Hochhaus prägnant und prominent zu platzieren. Die größte Herausforderung war die enge Zeitschiene und vertretbare Produktionskosten.
Die Ursprungsidee war, ein Gewebebanner in einer Größe von ca. 50×20m abzuhängen. Das Ergebnis der Statiker und Architekten war ernüchternd: der Stoffbanner mit 1.000 qm hätte ein Lastgewicht von ca. 500 kg auf jeder Seite des Hochhauses bedeutet. Um diese Last mit ausreichender Sicherheit (Wind und Regen) am Hochhaus anbringen zu können, wäre es notwendig gewesen, die vorgesetzte Glasfassade des Hochhauses zu öffnen, um alle 50 cm Ankerpunkte für ein Stahlseil zu setzen, an dem der Gewebebanner oben und unten gespannt worden wäre. Durch die bauliche Maßnahmen und daraus entstehenden Mehrkosten sowie ein unkalkulierbares Risiko der entstehenden Schäden an der Fassade, wurde diese Variante nicht weiterverfolgt.
Wir suchten und fanden eine hochwertige und realisierbare Alternative: die Fassadenbeklebung. Von außen wurden die Fenster- und Brüstungsflächen beklebt, wobei die Aluminiumschienen ausgespart wurden. Die gewünschte Fernwirkung wurde erreicht, die Kosten waren vertretbar, die Realisierung in der engen Zeitschiene realisierbar und die Kollegen in den betroffenen Stockwerken waren keiner Lärmbelästigung ausgesetzt.
Nachdem bei zwei Versuchsfenstern die Farbigkeit hinsichtlich Fernwirkung und Durchsicht von innen nach außen geprüft und abgenommen wurde, konnten die Reinzeichnungsdaten an die Produktionsfirma weitergeleitet werden. Parallel dazu wurde ein Baugesuch bei der Stadt Stuttgart eingereicht und genehmigt.
Die Beklebung der Fenster der Stockwerke 6 bis 10 war nur unter Verwendung der Fassadenwagen, die eigentlich für die Fensterreinigung vorgesehen sind, möglich. Die Mitarbeiter des ausführenden Unternehmens erhielten dazu eine gründliche Einweisung. Vier Mitarbeiter waren eingeplant, allerdings fand die Beklebung im Wechsel statt, weil nur zwei Mitarbeiter gemeinsam im Fassadenwagen die Flächen bekleben konnten. Wäre aus technischen Gründen die Befahranlage ausgefallen wären zwei mobile Arbeitsbühnen bereit gestanden. Einziges Restrisiko waren auch hier die Witterungsbedingungen, denn die Beklebung könnte nicht bei Regen oder zu starkem Wind angebracht werden.
Am 2.Oktober ging es los. Das Wetter und die Technik spielten mit. Von den 330 Fenstern pro Seite wurden zuerst die Flächen mit weißer Folie beklebt, die keine Informationen zu Daimler erhielten. Am 4. Oktober nachmittags waren auf beiden Seiten des Hochhauses alle weißen Flächen beklebt. Der Startschuss zur Beklebung der Fenster mit dem neuen Daimler-Unternehmenszeichen und dem Willkommengruß kam nach der Zustimmung der Aktionäre von der außerordentlichen Hauptversammlung gegen 22.00 Uhr.
Die Teams konnten in dieser Nacht die Beklebung fortsetzen – dazu brannte in den betroffenen Zimmern das Licht. Der Job war mehr als anspruchsvoll! Tagsüber in schwindelerregender Höhe und anstrengender körperlicher Arbeit die Folien in der richtigen Reihenfolge passgenau zu platzieren war schon eine Herausforderung – die ganze Nacht die Beklebung in dieser Qualität zu leisten war schon ein Kunstwerk! Um 5.00 Uhr morgens waren beide Hochhausseiten komplett beklebt und für alle Mitarbeiter bereits von weitem sichtbar. Die Ausführung war sehr gut und die Fernwirkung großartig – wir waren alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis und die Bilder des Hochhauses waren in diesen Tagen in der Presse (TV und Print) zu sehen. Großes Lob an unsere Produktionsfirma – der Name wird auf Anfrage gerne verraten ;-)
Dieser Artikel wurde von Kristina Nikic geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. www.markus-jordan.de » Blog Archiv » Daimler Hochhaus neu beklebt
Pingback vom 17. Dezember 2007 um 13:50
[...] Hochhaus in Stuttgart-Untertürkheim wurde diese Tage aufwendig neu beklebt, wie ein Bericht im Daimler Blog mit weiteren Bildern bestätigt. Gute Arbeit, – zumal es auch noch gut aussieht und den neuen [...]
2. Uwe
Kommentar vom 19. Dezember 2007 um 18:20
Was sind denn die Kosten in ungefähren Zahlen?
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3. Treudler
Kommentar vom 21. Dezember 2007 um 12:34
$ 10 für Markennamen Daimler?
Die Firma Jaguar hat in den USA die Marke “Daimler” angemeldet (Nr.: 77035168). Dort findet sich unter in den aufrufbaren alten Akten (Taste-Tarr) ein Vertrag vom 30. April 2003, der am 14.09.2007 von Jaguar zu den Akten gegeben wurde.
Abschnitt 7 des Vertrages Jaguar und DaimlerChrysler vom 30.04.2003 führt aus:
“Now, Therefore, in consideration of the payment by Jaguar to DaimlerChrysler of ten dollars ($ 10.00)…”
Der Vertrag findet sich unter Evidence 1 zu den Unterlagen vom 14. September 2007..
Auszug USPTO
EVIDENCE
Evidence in the nature of Consent agreement and registration details from United Kingdom Trademark Office database. has been attached.
Original PDF file:
evi_1215935162-120452848_._DOC002.PDF
Converted PDF file(s) (3 pages)
Evidence-1
Evidence-2
Evidence-3
Original PDF file:
evi_1215935162-120452848_._DOC003.PDF
Converted PDF file(s) (2 pages)
Evidence-1
Evidence-2
Also hat man vor der Beklebung schon einmal 10 Dollar für den Markenamen “Daimler” eingenommen.
Antwort
4. emilio
Kommentar vom 22. Dezember 2007 um 09:38
Ich sehe die Beklebung jeden morgen von der B14 aus und muss sagen, es sieht wirklich gut aus. Ich frage mich nur, wie die Mitarbeiter hinter der Beklebung nach draussen schauen. Vor allem hinter der blauen Schrift muss es doch dunkel sein. Wie lange bleibt es noch hängen und gibt es eigentlich auch Fotos von der Nacht- und Nebelaktion?
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5. Treudler
Kommentar vom 24. Dezember 2007 um 12:17
Bullshit-Castle in Bluetec-Castle verwandelt?
Immerhin wird die blaue Beklebung zu einer blauen Innenraumbeleuchtung führen. Vermutlich wollte man so das frühere Bullshit-Castle in das Bluetec-Castle verwandeln.
Nicht zu verwechseln mit der Stuttgarter Firma Bluetec, die in der Böblinger Str. Schleifmittel herstellt.
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6. Hans Guenter Jochum
Kommentar vom 25. Dezember 2007 um 23:23
@treudler: Sehr geehrter Herr Treudler,
da verwechseln Sie etwas aus der Ferne. Als Bullshit-Castle wurde die von Reuter zur Konzernzentrale beförderte Ansammlung von Legolandhäusern in Stuttgart-Möhringen bezeichnet. Inzwischen ist diese Ansammlung von 11 (?) Gebäuden an einen schwedischen Investor verkauft, dem eine weitere zehnjährige Nutzung durch Daimler zugesagt wurde.
Dieter Zetsche hat die traditionelle Zentrale in S-Untertürkheim (Hochhaus) wohl auch in einer von Symbolik bestimmenten Entscheidung als zentralen Punkt der “deutschen” Aktiengesellschaft bestimmt.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Günter Jochum
Antwort
7. Treudler
Kommentar vom 28. Dezember 2007 um 11:46
Hallo, Herr Jochum,
wer den Begriff “Bullshit Castle” eingeführt hat, weiß ich nicht. Ich muss mich darauf verlassen, was in der Presse steht. Dort wird auf Herrn Schrempp verwiesen, wie nachfolgender Link zeigt:
http://www.focus.de/finanzen/geldanlage/eiserner-besen_aid_104056.html
Aber nicht alles, was in der deutschen Presse steht, entspricht immer der Wahrheit.
MfG
RT
Antwort
8. Hans Guenter Jochum
Kommentar vom 29. Dezember 2007 um 17:50
@treudler
Hallo, Herr Treudler: Schrempp i s t der Urheber dieses Begriffes. Das war wie eine Schockwelle in Legoland in Stuttgart-Möhringen. Hat aber nix genutzt, der Overhead hat sich selbst immer mehr aufgeblasen, auch unter Schrempp.
mfg
hgj
Antwort
9. roland
Kommentar vom 03. Januar 2008 um 14:36
is bestimmt auffällig das ganze. habs leider noch nich live gesehen.
aber was ich mich frage:
bekommen die mitarbeiter in den büros überhaupt noch tageslicht ? oder müssen die jetzt den ganzen tag licht anschalten damit sie was sehen? (mal vom bildschirm licht abgesehen).
Antwort
10. Wole
Kommentar vom 18. März 2008 um 19:16
Die Beklebung dürfte ähnlich der von kleinen Schaufenstern sein, hinter der auch das Tageslicht ohne Verfärbung durchscheint.
Antwort
11. Designer Dimi
Kommentar vom 02. Juni 2008 um 23:35
Super – das Logo am Gebäude sieht ja wirklich Klasse aus!
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