Mein Name ist Nils König, ich bin im Moment Daimler-Praktikant in der Unternehmenskommunikation und arbeite an der Weiterentwicklung des Daimler-Blog.
Seit knapp drei Monaten ist der Daimler Blog nun online und hat für einiges Aufsehen in der Blogosphäre gesorgt. Immerhin hat es das Daimler Blog in dieser kurzen Zeit in Klaus Ecks Top 10 der deutschsprachigen Mitarbeiterblogs geschafft und ist online generell sehr freundlich begrüßt worden.
In diesem Zusammenhang ist das Daimler-Blog auch Teil der Diskussion geworden, wie man Corporate Blogs einordnen und deren Erfolg sichtbar machen kann. Dies ist natürlich auch eine Frage, die wir uns stellen, besonders da eben ein ausschließlicher Bezug auf Zugriffszahlen oder Verweise wenig über die Qualität des Erreichten aussagt.
Matthias Schwenk von bwl zwei null hat ein sinnvolles Erklärungsmodell zu Corporate Blogs erarbeitet und dabei Faktoren für den Erfolg und Misserfolg von Unternehmensblogs definiert.
Die drei Dimensionen:
erlauben meiner Meinung nach eine gute Einordnung von Blogs, geben jedoch wenig Rückschluss auf den Erfolg eines Unternehmensblogs, da zum eigentlichen Ziel kein Bezug genommen wird.
So schließe ich mich der Auffassung an, dass im Daimler Blog vorwiegend „periphere Themen“ behandelt werden. Dies ist jedoch keinesfalls negativ zu bewerten, da es für einen Mitarbeiterblog unter dem Motto „Einblicke in einen Konzern“ ein Ziel ist, eben Einsichten in bisher wenig beachtete Bereiche des Unternehmens zu geben. Auch die anderen Faktoren (eher unkritische Beiträge und geringe Vernetzung) sind sicherlich nachvollziehbar, bedenkt man, dass hier Mitarbeiter über ihre eigene Tätigkeit bzw. ihr Leben im Konzern bloggen und der Blog selbst noch recht jung ist. Als Resultat lässt sich der Charakter des Blogs damit gut beschreiben und mit anderen vergleichen, aber eine Einordnung des Erfolges bzw. ein darauf basierender Vergleich von verschiedenen Unternehmensblogs ist kaum möglich.
Nun stellt sich also die Frage, wie man eben jene Dimensionen in ein Verhältnis mit den Erwartungen an das Blog setzt. Als simple Erweiterung des Schwenk-Modells wäre es sinnvoll ein Skalenmodell einzuführen, welches die drei Dimensionen jeweils auf einer Skala (zum Beispiel von 0 bis 10) darstellt. Basierend auf den Zielen des Blogkonzepts sollten sich zumindest grobe Erwartungswerte für jede Dimension ermitteln und darstellen lassen. Anschließend könnte eine Evaluation des Blogs erfolgen, die den tatsächlichen Ist-Wert für die jeweilige Kategorie ermittelt. Dies würde folgendermaßen aussehen:
Ins entsprechende Verhältnis gesetzt und bei gleicher Gewichtung der Dimensionen hätte das Blog nun einen relativen Erfolg von 64,4%. Dabei gilt es aber zusätzlich zu bedenken, dass entsprechend der Art des Blogs eine andere Gewichtung der drei Dimensionen gewählt werden sollte, da zum Beispiel ein Marketing-Blog seinen Erfolg stärker über Vernetzung definiert als ein Mitarbeiterblog, wo Transparenz sich eher an Charakter und Inhalt der Beiträge orientieren dürfte. Daher könnte man für den Daimler Blog zum Beispiel folgendes Modell zu Grunde legen:
Erst mit der Gewichtung werden die Erfolge unterschiedlich konzipierter Corporate Blogs vergleichbar. In diesem Fall hätte der Blog einen relativen, gewichteten Erfolgswert von knapp 70,2%.
Natürlich ist das Modell nach wie vor subjektiv, da die Erfolgsrelation auf einer groben Einschätzung beruht. Hier gilt es als nächsten Schritt, genauere Faktoren bzw. messbare Indikatoren zu finden. Wie aber bei jedem theoretischen Erklärungsmodel für Blogs sollte man nicht vergessen, dass letztendlich die Meinung des Nutzers der ultimative Gradmesser für den Erfolg eines Corporate Blogs ist.
Eine 100%ig akkurate Vergleichbarkeit von Corporate Blogs wird da aufgrund von Unterschieden in Zielgruppen und Umfeld nie gegeben sein. Auch wenn es meiner Meinung nach nicht möglich sein wird den konzeptbasierten und den nutzerorientierten Ansatz in einem Modell zu vereinen, sollten doch beide für eine bestmögliche Einschätzung bedacht werden.
Die Universität Amsterdam führt derzeit eine Befragung von Lesern des Daimler-Blogs durch. Über Ihre Teilnahme würde sich der durchführende Lehrstuhl sehr freuen: http://www2.fmg.uva.nl/comlab/surveys/Daimler_Blog.html
Dieser Artikel wurde von Nils König geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. mikel
Kommentar vom 14. Januar 2008 um 10:16
psst……
Ihr solltet Euch mal einigen ob ihr “der Blog” oder “das Blog” schreibt. Hier geht es kreuz und quer durcheinander. Ist schwierig, ich weiß, vor allem in einem Automobilkonzern wie Benz, wo es dauernd um Motorblocks geht, aber Kommunikationspraktikanten einer solchen Marke sollten das schon in den Griff bekommen, so mit der Zeit!
/psst…
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2. Nils König
Kommentar vom 14. Januar 2008 um 10:23
Hallo Mikel,
ich versuche nichts und niemanden zu diskriminieren und habe mich daher am unentschiedenen Duden und unserem Header orientiert (Mouse-Over-Effekt) ;-)
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3. Basic Thinking Blog | Blog ROI
Pingback vom 14. Januar 2008 um 11:46
[...] versucht auf dem Daimler-Blog die Erfolgsmessung von Corporate Blogs zu bleuchten und arbeitet sich dabei am Modell von Matthias ab. Auch er stellt schnell fest, dass [...]
4. Marco Slama
Kommentar vom 14. Januar 2008 um 12:18
Der und Das Blog ist beides richtig.
Siehe auch:
1. Blog, das, auch: der; -s, -s [engl. blog, gek. aus: weblog, →Weblog] (EDV Jargon): Weblog. …
Duden Universalwörterbuch
2. Blog, das, auch der; -s, -s ‹engl.› (kurz für Weblog)
Duden – Die deutsche Rechtschreibung
3. Blog das, auch der; -s, -s ‹aus gleichbed. engl. blog, kurz für engl. weblog; vgl. …
Duden Großes Fremdwörterbuch
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5. PR-Kloster » Daimler-Blog: Woran macht sich Erfolg fest?
Pingback vom 14. Januar 2008 um 16:26
[...] jetzt ziemlich genau ein Vierteljahr online ist, beschäftigt sich Nils König ausführlich mit den Erfolgskriterien für ein Corporate Weblog. Er ist Praktikant in der Unternehmenskommunikation und arbeitet an der Weiterentwicklung des [...]
6. PR-KLOSTER
Kommentar vom 14. Januar 2008 um 16:30
TRACKBACK: … Aber etwas mehr Authentizität als im Daimler-Blog darf man wohl schon erwarten. Und auch das Aufgreifen von spannenden Themen. Warum schreibt zum Beispiel heute nicht jemand von der Standbesatzung auf der derzeit laufenden Autoshow in Detroit über das Auftauchen der VW-Chefs Piech und Winterkorn und wie sie die neuen Mercedes-Modelle akribisch unter die Lupe genommen haben? …
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7. mikel
Kommentar vom 14. Januar 2008 um 18:15
Natürlich gilt die neutrale wie die maskuline Version, aber ich würde beide Versionen nicht in einem Post verwenden.
Wegen der Schnittigkeit beim lesen.. ;-)
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8. Uwe
Kommentar vom 15. Januar 2008 um 07:11
Also anstatt über “der” oder “das” Weblog zu diskutieren, finde ich das Deppenleerzeichen “Daimler Blog” viel hinderlicher beim Lesen des Texts.
Aber ein Mal hast Du es ja richtig als “Daimler-Blog” geschrieben :-)
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9. Jules
Kommentar vom 15. Januar 2008 um 13:57
Sehr interessant sind auch Fallstudien über Corporate Blogs, die in diesem Buch http://www.pr-fundsachen.de/?p=693 veröffentlicht wurden.
Ob nun der oder das Blog sollte nebensächlich sein. Sonder die Erfolgsmessung von Corporate Blogs….die Fallstudien in diesem Buch behandeln unter anderem Blogs von Frosta, BASF oder das Saftblog….
Grüße Jules
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10. Sez
Kommentar vom 16. Januar 2008 um 15:46
FInd ich übrigens klasse, dass sich der die das Daimler-Blog zu einem der besten Mitarbeiterblogs etabliert hat…weiter so!!!
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11. bwl zwei null » Daimlers Blog Story
Pingback vom 17. Januar 2008 um 08:31
[...] wäre, denn ein Blog solle “zentrale” Themen behandeln). Diese Ansicht wird von Nils König aktuell im Daimler-Blog geteilt. Aber vielleicht machen wir da einen Denkfehler. Denn bezogen auf [...]
12. KingNils » Blog Archive »Messbarkeit von Corporate Blogs
Pingback vom 21. Januar 2008 um 15:23
[...] wenigen Tagen habe ich im Daimler-Blog einen Beitrag zur Erfolgsmessung von Corporate Blogs geschrieben. Dabei habe ich versucht das von Matthias Schwenk entwickelte 3-Dimensionen-Model so [...]
13. » Auf der Suche nach den DAX-Blogs, Blogpiloten.de - willkommen im wir.netz
Pingback vom 24. Januar 2008 um 10:39
[...] verbreitet. Die Resonanz ist bisher eher dürftig und so hat sich Daimler zum Jahresbeginn einen neuen Praktikanten geleistet, der sich um die Weiterentwicklung des Blogs kümmern soll. Mal schauen, ob das etwas [...]
14. Daimler Blog: Einblicke in einen Konzern » Geschichten aus dem Daimler-Wohnheim
Pingback vom 25. Januar 2008 um 09:50
[...] willkommen im wir.netz: Auf der Suche nach den DAX-Blogs, Blogpiloten.de [...]
15. Astrotwin
Kommentar vom 04. März 2008 um 10:45
Zunächst muss die Zielsetzung und die Zielgruppe klar sein, bevor man sich über Erfolgsmessung Gedanken machen kann. Wollt ihr nur die eigenen Mitarbeiter über interne Vorgänge im Unternehmens informieren oder wollt ihr eine echte Breitenwirkung erzielen und vielleicht sogar potentielle Kunden auf den Konzern aufmerksam machen?
Wenn wir mal vom zweiten Fall ausgehen, was ich persönlich für viel spannender halte, dann kommt es beim Corporate Blogs vor allem auf Lebendigkeit, Humor, Authentizität und Aktualität an. Wer will eigentlich ellenlange Texte mit eher drögem Inhalt über ein Unternehmen lesen? Das muss alles viel spannender, kritischer und lebendiger werden. Vor allem würde ich über Videointerviews die Arbeit von Mitarbeitern vorstellen. Wer weis eigentlich schon so genau wie ein Fahrzeug bei Daimler gebaut wird oder was ein Karosserie-Designer genau macht? Ohne eine spürbare Coolness wird das nichts.
Antwort
16. Kennzahlen für Blogs? Suche nach KPI und ROI. | Webzeugkoffer Webdesign
Pingback vom 13. Januar 2009 um 21:47
[...] Erfolgsmessung von Corporate Blogs [...]
17. Tresor
Kommentar vom 27. Oktober 2009 um 08:56
Ein Blog ist eine gute Möglichkeit, Unternehmen voran zu bringen. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg.
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