Die Besprechung ist gerade vorbei, als mein Handy klingelt. Am anderen Ende ist mein Vorgesetzter dran. Wenige Wörter reichten schon: “…W204-Bereich… Laserglasfaserkabel gebrochen…”
Obwohl ich eigentlich bald Feierabend hatte, hieß es nun die Füße in die Hand nehmen und im Laufschritt zur Maschine rennen. Dort werden die Seitenteile für die W204 Klasse gefertigt. Das sind die Bauteile, an der Hinterachse der aktuellen C-Klasse eingebaut werden.
An dieser Maschine wird eine spezielle Technik eingesetzt. Und zwar das Laserhybridschweißen. Das bedeutet von einem Haas HL 4006 D Laser wird über ein Laserlichtkabel eine Leistung von über 4000 Watt auf das Bauteil geschossen. Der Einbrand erzeugt natürlich einen „Krater nach unten“. Dieser wird dann durch das MIG-Schweißverfahren wieder aufgefüllt. Die Naht sieht danach wie geleckt aus. Das nur zur Erklärung.
Als ich in der Schutzkabine eintraf, wurde ich bereits empfangen. Schnell hatte ich mir von der Situation einen Überblick geschaffen. Und die Diagnose war sehr einfach: Am Roboter vorne an der Brennervorrichtung war das Laserlichtkabel gebrochen. Das ist das schwarze Kabel welches ich in der Hand halte.
Also schnell von der Kabelschleppe die Klappschellen aufgemacht und das defekte Kabel herausgezogen. Da dieses Kabel kaputt gehen könnte, wurde damals schon ein zweites vom Laser nach unten gelegt. Dieses konnte ich dann auch sofort in den Kabelschlepp einziehen. Mit Kabelbindern die Enden fixiert. So das war es schon auch auf der Roboterseite.
Nun schnell die Treppen zum Laserraum hochgelaufen. Dort musste ich noch das andere Ende des Laserkabels wechseln. Dazu sind nur wenige Handgriffe nötig. Eigentlich nur den Deckel aufklappen, die Fixierschraube lösen und den optischen Stecker zum Anschluss an der Bearbeitungsoptik abziehen. Danach musste ich vorsichtig bei dem neuen Stecker die Schutzhülle entfernen und diesen aufstecken. Deckel schließen, Rechnerstörung löschen, fertig. Zumindest was das Wechseln anging. Der eigentliche spannende Moment kam noch. Und zwar genau in dem Moment als ich das o.k. gab, ein Teil im Automatikbetrieb zu produzieren.
Und wie ich es mir schon dachte: alles war zu 100% Prozent in Ordnung und die Produktion konnte weiter gehen. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ich es in einer wirklich kurzen Zeit geschafft hatte den Fehler zu beheben und nun mit gutem Gewissen nach Hause in meinen wohlverdienten Feierabend gehen kann. Bis zum nächsten Blitzeinsatz.
Dieser Artikel wurde von Marco Slama geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
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1. Mario Jung
Kommentar vom 04. März 2008 um 21:05
Es ist doch mehr als spannend, zu sehen, für was Laser eingesetzt werden. Ich verwende meinen Laserpointer meist nur um die Katzen durch den Garten flitzen zu lassen :-)
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2. harald nehring
Kommentar vom 05. März 2009 um 14:00
Hallo,
bin durch Zufall über den Beitrag “defekte Laserleitung” gestolpert. Kenne evtl. ein Produkt das die Lebensdauer der Laserleitungen stark zu verbessern hilft. Falls Interesse daran besteht kann gerne Kontakt aufgenommen werden.
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3. Marco Slama
Kommentar vom 06. März 2009 um 00:07
Dann schreiben sie doch mal hier um was es sich handeln könnte.
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4. Harald Nehring
Kommentar vom 06. März 2009 um 14:53
Die Laserleitung auf Ihren Fotos wird durch ein bewegliches Rohr geführt. Hierfür gibt es anderes Produkt dass gegenüber dem verwendeten Produkt Vorteile hat. Da ich aber nicht der Werbung bezichtigt werden möchte – nach Kommentar Richtlinien verboten – möchte ich an dieser Stelle keine Namen nennen. Sie können sich jedoch gerne telefonisch an mich wenden – unter 02203-9649-117 – Gruß
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