Loremo: Was auch der Name für einen Schokoriegel oder ein Langnese-Eis sein könnte, ist stattdessen eine Abkürzung und steht für „Low Resistance Mobile“. Auf den Punkt gebracht: Ein Auto – vielmehr eher noch ein Automobilentwurf, denn es gibt bislang nur einen Prototypen – der Münchner Loremo AG, das ab 2010 produziert werden, zum Start 15.000 Euro kosten und wegen seines niedrigen Gewichts und Luftwiderstands weniger als zwei Liter verbrauchen soll.
Das und noch viel mehr erfuhr ich vor kurzem in einem Vortrag in der Daimler-Zentrale in Stuttgart-Untertürkheim, zu dem der Arbeitskreis Umwelt, der aus Mitarbeitern der Daimler AG besteht, ins Café Brut neben der Kantine eingeladen hatte.
Da gehst Du hin, sagte ich mir, sollte es doch nicht nur um den Loremo gehen (Oder sagt man „das“ Loremo? Jetzt müsste es einen Mouse-Over-Effekt geben wie im Header dieses Blogs…). Zudem standen auch Gedanken zu den „Energien der Zukunft“ und der „Zukunft der Energien“ auf dem Programm.
Und wo ein Thema, da auch ein Referent: Uli Sommer, Diplom-Ingenieur und geistiger Urheber des Loremo. Erst sprach er über das Thema Energie und dann über sein „Baby“ Loremo. Spannender zum Bloggen fand ich den ersten Teil – haufenweise Infos zum Loremo findet man in einer Online-Recherche innerhalb von fünf Sekunden. Auch dass unter den rund 200 Besuchern des Vortrags in der abschließenden Diskussion zum Loremo allerlei technische Fragen, Fragen zu Marketing-Ansätzen sowie hoffnungsfrohe als auch skeptische Wortmeldungen gegenüber Sommer geäußert wurden, war für mich nicht weiter überraschend.
Was mich aber zu diesem Blog-Beitrag ermunterte, waren die Aussagen des Loremo-Manns zum Thema Energie – denn solch prägnante habe ich zuletzt nur selten gehört. Erfrischend auch, dass Sommers Meinung teils von allgemein scheinbar gültigen Positionen abwich.
„Kernkraft ist unwichtig“, hatte ich mir etwa in mein Notizbüchlein gekritzelt. Oha, dachte ich, das wird so aber nicht von vielen propagiert. Störte Sommer aber nicht: „Kernkraft leistet nur einen kleinen Beitrag zur Energieerzeugung, die Uranvorräte sind in 50 Jahren weg, die Uranpreise explodieren ohnehin drastisch.“ Kohle aus den großen Exportländern wie China und den USA sei bald auch weniger zu erwarten, weil deren Eigenbedarf steige. Der Ölpreis werde in den nächsten ein bis zwei Jahren auf 150 Euro pro Barrel klettern und danach stagnieren. Dafür hätten die regenerativen Energien eine große Zukunft vor sich, womit Sommer vor allem Solar-, Wasser- und Windkraft meinte.
Was hatte ich noch aufgeschrieben? Ach ja: „Schon zehn Prozent der gesamten Energieerzeugung durch nachwachsende Rohstoffe werden zu humanen Katastrophen führen.“ Alles Sommers Meinung, teils mit meiner kompatibel, teils für mich zumindest überdenkenswert.
Weitere Statements gefällig? „Die Nutzung von Wasserstoff führt mit den heutigen Technologien zum energetischen Desaster.“ Sowie: „Keine Energie ist so wichtig wie das Energiesparen.“ Und: „Wenn ich mich entsprechend verhalte, kann es der Welt gar nicht schlecht gehen.“
Fand ich gut vom Loremo-Erfinder, dass er diesen wesentlichen Punkt so betonte. Ein Lob für den Smart als wirtschaftlicher PKW gab’s in diesem Zusammenhang später noch obendrauf – quasi das Sahnehäubchen auf eine sehr informative Veranstaltung.
Dieser Artikel wurde von Jens Dörr geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
Einparken ohne Crash-Risiko
Ich betreue in Rahmen des Gesamtfahrzeugversuches der BR169 und 245 (die aktuellen Versionen der A- und der B-Klasse) den aktiven ...
1. Hermann Keldenich
Kommentar vom 07. Mai 2008 um 09:33
Hallo Herr Dörr,
es freut mich zu hören, dass Daimler Uli Sommer einlud. Auch wenn das posting mit dem unerlässlichen Hinweis auf den Smart enden musste ;-)
Aber o.k. das ist ja auch hinsichtlich green-cars ein Wagen den man beobachten sollte. Ich frage mich nur, warum Konzerne wie Daimler sich nicht trauen einmal etwas wirklich ausgefallenes auf den Weg zu bringen.
Ist ja nicht so als ob man es nicht könnte. Concept-cars wie der Mercedes-Benz F 300 Life-Jet beweisen ja dass es rein technisch geht. Nur scheint doch immer noch der Mut zu fehlen, so ein Fahrzeugt mit einem sinnvollen Aggregat zu versehen und es in Serie zu fertigen.
Warum eigendlich? Der Smart wurde doch auch mit aller Gewalt durchgedrückt.
Antwort
2. Marcus Günter
Kommentar vom 07. Mai 2008 um 17:03
Danke Jens für diesen Einblick. Ich konnte leider nicht zu dem Vortrag und freue mich deshalb hier etwas darüber zu lesen.
Es wäre aber wirklich schön wenn mehr Personen und Unternehmen ein tragbares Verständnis zum Thema Energie und Resourcen finden würden. Vielleicht hat der Vortrag ja einen Beitrag geleistet.
Antwort
3. Georg Becker
Kommentar vom 07. Mai 2008 um 17:42
Hallo Herr Dörr,
danke für die Einblicke, die einem “Normalsterblichen” kaum möglich sind. Es ist wirklich sehr interessant. Technisch ist ohnehin schon einiges Möglich und ich bin mir sehr sicher, dass der Automobilmarkt bereits wesentlich fortschrittlicher aussehen könnte, als es akut der Fall ist. Die Bereitschaft der Menschen für solch ein Vehicle wie den Loremo ist sicherlich da, ein Blick auf die Tankquittung macht schließlich jeder. Momentan könnte die Entwicklung wohl nicht schnell genug gehen. Ein “Meilenstein” der Entwicklung würde wohl nie besser angenommen werden als in den heutigen Tagen!
Weiter so und Augen auf!
Antwort
4. Vahid Zadeh
Kommentar vom 07. Mai 2008 um 18:25
Danke, meisterhaft geschildert…
Antwort
5. Markus Hertwig
Kommentar vom 07. Mai 2008 um 21:13
Lieber Herr Dörr,
mit großem Interesse habe ich Ihren obigen Artikel gelesen, wenngleich ich nicht leugnen kann, dass mich die plakativen Aussagen des Herrn Sommer. doch ein wenig schmunzeln ließen. Wenn ich mich recht entsinne, hat die Automobilindustrie bereits vor gut 15 Jahren von zukünftigen solarbetriebenen Sportflitzern geträumt, um später feststellen zu müssen, dass derartige Planspielchen vernab jeglicher Realität sind. Daher bin ich, was die Energieeffizienzdebatte angeht doch eher skeptisch..
Ich würde daher doch dafür plädieren den durchaus konsumtauglichen Namen Loremo für eine neue Eissorte, Nagellack, Haarspray oder ähnliches zu verbraten…
MfG
Diether Koma
Antwort
6. Matthias Schwenk
Kommentar vom 07. Mai 2008 um 23:45
Einblicke in einen Konzern – ja das sind sie! Und ich staune….
Antwort
7. Jürgen Weiss
Kommentar vom 07. Mai 2008 um 23:57
Hallo Herr Dörr,
ich kann den Aussagen von H. Sommer nur zustimmen. Dass Energie einsparen und Energie effizienter nutzen unsere beste Enegiequelle ist wurde schon in den frühen 90-er Jahren erkannt. Ich erinnere nur an das Buch von E.U.v.Weizsäcker/ A. Lovins “Faktor Vier”, in dem bereits 1995 sehr viele konkrete und direkt umsetzbare Beispiele von effizienterem Umgang mit Energie beschrieben sind. In diesem Buch sind übrigens auch die Vorläufer des Loremo beschrieben, die z.T. mit weit weniger als 2 ltr/100 km Treibstoff auskommen; und das bereits 1991 bis 1994 (nachzulesen auf Seite 36 – 38 und 105 bis 109). Dass es keiner großen Ingenieursmannschaft bedarf, ein energiesparendes Auto zu bauen zeigten auch die Leute, die für Greenpeace den SmILE zum Laufen brachten; einen umgebauten 4-sitziger Renault Twingo mit ca. 3 ltr./100 km Verbrauch Er wurde schon vor über 10 Jhren auf der IAA vorgestellt. Der Wasserstoffantrieb – ob mit einer Brennstoffzelle oder einem umgebauten Verbrennungsmotor – kann auch nicht die Lösung des Energieproblems sein. Jeder Schüler kann dies nachrechnen, denn man muss nur die Wirkungsgrade der Energieumwandlungskette betrachten: Die Umwandlung von Kohle im Kraftwerk in elektrischen Strom, (Wirkungsgrad ca. 30- 35 % brutto) der zur Wasserstofferzeugung benötigt wird (Elektrolysewirkungsgrad max. 50 %), um dann in einem Verbrennungsmotor mit einem Wirkungsgrad von ca. 25 – 30 % in mechanische Energie umgewandelt zu werden ist zu aufwändig und zu ineffizient. Der Gesamtwirkungsgrad – sprich Energieeffizienz – von Wasserstoffantrieben liegt in der Nähe von Dampfmaschinen aus dem 19. Jh. (unter 10 %)! Die echten Alternativen sind daher verbesserte Energieffizienz und die Nutzung von regenerativen Energien. Wird dann beides noch miteinander gekoppelt – wie z.B. von Frederik Vester in seinem Buch “Ausfahrt Zukunft: Strategien für den Verkehr von morgen” ( Heyne, 1991, ISBN 3-453-03983-1 -) vorgeschlagen, braucht man sich auch über die künftige Mobilität keine allzu großen Sorgen machen.
MfG
Jürgen Weiss
Antwort
8. Joachim Enders
Kommentar vom 08. Mai 2008 um 08:55
Hallo Jens,
guter Beitrag du mauserts dich immer mehr.
MfG
Joachim Enders
Antwort
9. Jens Dörr
Kommentar vom 08. Mai 2008 um 11:10
@ Hermann Keldenich: Der Mercedes-Benz F 300 Life-Jet als dreirädriger Zwitter aus Motorrad und PKW war in der Tat ein ausgefallenes Concept Car. Hinsichtlich Fahrgefühl und Kurvenverhalten erinnerte er an ein Motorrad, während Sicherheit und Komfort schon PKW-Format hatten.
Warum der MB F 300 Life Jet nicht in Serie gegangen ist, kann ich nicht seriös beantworten, weil ich erst seit wenigen Monaten bei Daimler arbeite und die damaligen Entscheidungsprozesse daher nicht beurteilen kann.
Den positiven Hinweis auf den Smart als “Green Car” brachte Uli Sommer am Ende seines Loremo-Referats, was mich als Daimler-Mitarbeiter natürlich sehr gefreut hat. Diese Bemerkung im Blog-Beitrag wiederzugeben, das konnte ich mir einfach nicht verkneifen ;-)
Zum MB F 300 Life Jet gibt’s unter folgender Adresse übrigens eine Zusammenfassung und einige Bilder (für alle, denen dieses Fahrzeug auf Anhieb kein Begriff ist): http://www.hotcars.de/fun/crazy-concepts/Mercedes-Benz-F300-Life-Jet.php
Antwort
10. Michael Müßig
Kommentar vom 08. Mai 2008 um 14:01
Hallo Jens,
sehr starker Artikel :-)
Antwort
11. Nils Purwin
Kommentar vom 09. Mai 2008 um 03:56
Hallo Herr Dörr,
während unsere Gesellschaft immer schneller wird, die Autos immer größer und komfortabler und die Anforderungen der Menschheit immer ausgefallener und größer werden, stellt sich mir die Frage, inwieweit man es dabei schaffen soll auch noch Energie zu sparen. Keine Frage, ich bin dabei.
Ich fahre kaum Auto sondern mit Bus und Bahn, während da die Bequemlichkeit sinkt, steigt doch die Energieeffizient. Während ein Bus ca. 40 Leute transportiert wird er zwar hin und wieder doch meistens auf dem Weg von Autos überholt, in denen zum überwiegenden Teil nur eine Person sich selbst zur Arbeit fährt. Ich bin kein Experte im Sachen Spritverbrauch bei Bussen aber es liegt hier die Vermutung nahe, dass ein Bus aus der heutigen Zeit nicht wesentlich mehr Energie verbraucht als ein Auto.
Jetzt ist die Rechnung eine ganz einfache. Wir nehmen aus Gründen der Einfachheit einfach mal an, der Bus verbraucht das doppelte eines Autos. Also lautet unsere Rechnung bei einem Auto: X / Person und bei einem Bus 2X / 40 Personen.
Des Weiteren ist es mir unverständlich, warum in der heutigen Zeit, wo jeder über die Spritpreise klagt, die Europäer sich von den Sparsamen Limousinen weg bewegen zu den klobigen und nicht wirklich spritsparenden SUVs. Auch ist es mir ein Rätsel, warum die Automobilhersteller immer leistungsstärkere Motoren bauen, und nicht auf Energieeffizienz der bereits durchaus ausreichenden Motoren für Kraftfahrzeuge setzen. Ob ein Auto 250 km/h fährt oder nur 200 km/h ist bei der Verkehrsdichte auf unseren Autobahnen auch nicht mehr wirklich von Bedeutung.
Vielmehr sollte der Fokus darauf gelegt werden, nachhaltig für unsere Umwelt und – um dies den Menschen schmackhaft zu machen – auch langfristig günstig für unsere Geldbeutel Fortbewegungsmittel zu entwickeln.
Im Sinne der Umwelt verbleibe ich mit freundlichen Grüßen aus Downunder
Nils Purwin
Antwort
12. Gabriele R. Sommer
Kommentar vom 09. Mai 2008 um 09:56
Hallo Herr Dörr,
per Zufall habe ich Ihren Beitrag zum Loremo gelesen, was ich sehr interessant fand.
Schon vor 2 Jahren habe ich einen Artikel über dieses visionäre Gefährt gefunden und mich auf der Website für den newsletter angemeldet. Allerdings gab es nie eine Resonanz.
Damals hieß es, dass er ab 2009 gefertigt wird, nun 2010.
Insofern war Ihr Beitrag ein gutes update für mich.
Danke und freundliche Grüße aus Mannheim.
Gabriele R. Sommer
Antwort
13. Markus
Kommentar vom 10. Mai 2008 um 17:43
Ich find diese Studien alle schön und gut, aber man muß schon sehen, das irgendwann der Sprit für den “Normalsterblichen” nicht mehr bezahlbar sein wird.
Somit zweifel ich auch an der Ehrlichkeit der Automobilbranche, es müßte längst möglich sein, diverse Sachen verschleißfrei herzustellen bzw. Motoren die nur 3 l brauchen auch in Großraumlimousinen. Aber vorher war auch nicht der Markt einfach da, jetzt jammert jeder und trotzdem fahren noch viele wie die Irren herum oder rüsten ihre Autos mit Tuning noch mehr auf.
Sorry das Letzte war OT, aber es ärgert mich schon ;)
Aber für 15000 € würde ich zuschlagen bei 2 l, wenn der Rest auch stimmt, ich bin in guter Hoffnung. Wir brauchen keine Schiffe mehr auf den Straßen, der kleine Mann ist froh wenn er sich ein Auto leisten kann.
Antwort
14. Hermann Keldenich
Kommentar vom 12. Mai 2008 um 22:42
@ Jens Dörr
Kann ich mir gut vorstellen, dass Sie der Hinweis auf den Smart gefreut hat. Wäre mir warscheinlich ähnlich gegangen, ist ja auch ein guter Wagen in dem sicherlich auch noch einiges an Potential steckt.
@ Markus
Ich finde es erfreulich dass nun endlich Schwung in die Sache kommt und man ernsthaft über 3 oder 2 Liter Autos nachdenkt, bzw. sich diese in der Umsetzungsphase befinden.
Vor ein paar Tagen telefonierte ich mit VW um nachzuhören was aus dem 1-Liter-Auto geworden ist, vor allem was an den Gerüchten daran ist dass es ca. 2011 auf den Markt kommen würde. Natürlich wollte man mir den Termin nicht bestätigen, gestand aber ein, dass man sehr an diesem Thema dran sei.
Aber wie auch immer, auf lange Sicht, und die kann mir nicht schnell genug gehen, denke ich dass wir von den Verbrennungsmotoren weg müssen. Egal wie man über die Peak-Oil Debatte denkt, irgendwann ist dieser Rohstoff endlich und nach der jetzigen Verbrauchslage sogar recht bald. Dazu gesellt sich dann natürlich noch der ökologische Gesichtspunkt. Mein momentaner Favorit, vorausgesetzt die Energieerzeugung ist umweltverträglich, ist der Elektroantrieb.
Als Übergangslösung ist ein Hybrid nicht schlecht. Wie der am sinnvollsten aussehen sollte, würde jetzt an dieser Stelle zu weit führen. Auch hier tut sich viel. Erst vor ein paar Tagen eröffnete die ZF Friedrichshafen AG die erste Produktionsstätte Deutschlands zur industriellen Fertigung von Hybridantriebsmodulen. Erster Kunde: Mercedes-Benz.
Antwort
15. Markus
Kommentar vom 13. Mai 2008 um 11:05
Aber Strom wird meist auch aus fossilen Brennstoffen erzeugt, auch wenn heutzutage Wind und Solar immer mehr im Kommen sind.
Doch wenn man sieht, das dein enormer Energieaufwand notwendig ist, um überhaupt Solarzellen herzustellen, ist es fraglich ob das eine “gute” Lösung ist.
Wasserstoff ist ein Traum, noch energieintensiver, auch wenn richtig schön sauber.
Aber was ist die Alternative? Hybrid ist eigentlich keine schlechte Idee, aber ob das jemals die Leistung normaler Motoren erreicht bei hohere Reichweite?
Antwort
16. bmwbene
Kommentar vom 15. Mai 2008 um 10:53
braucht man wirklich diese hohen leistungen der heutigen motoren?
leben wir nicht eh in einer zu hektischen gesellschaft?
ich bin für entschleunigung!
wir müssen weg von diesem höher, schneller, weiter und hin zu einer nachhaltigen energiewirtschaft.
der weg dahin wird sicherlich steinig, denn wer will schon freiwillig auf lieb gewonnene annehmlichkeiten und denkstrukturen verzichten?!
nun, fällt mir auch schwer. glücklicherweise wird uns dieser umdenkprozess durch das loch im geldbeutel nach jedem tankvorgang erleichtert.
einige mit gut gefüllter kasse wird auch ein spritpreis von 3 euro pro üblicher volumeneinheit nicht von diesen derzeit sooooo modernen SUFFs abhalten. im gegenteil! da wird das statussymbol nur noch viel elitärer.
der normalbürger dagegen wird verstärkt nach verbrauchsarmen fahrzeugen nachfragen (müssen) und die OEMs werden diese liefern müssen. wenn nicht, dann machts die konkurrenz.
wenns die deutsche automobilwirtschaft verschläft, dann gibt es hier eben wieder ein paar hundert tausend arbeitslose mehr.
die welt wird es verschmerzen. unsere nationalwirtschaft eher nicht.
in diesem sinne: denkt um!
sagt einer, der auch immer noch viel zu viele ps unter der haube hat. der sprit ist eben noch nicht teuer genug.
ich vertraue aber auf die spekulanten an der rotterdammer börse und auf die knapper werdenden ressourcen. bald, sehr bald werde auch ich mit 3 liter (dann verbrauch, nicht mehr hubraum) oder auch 2 litern durch die gegend juckeln.
Antwort
17. Ole Wilke
Kommentar vom 18. Mai 2008 um 20:42
Lösung für den sauberen Strom:
solarthermische Kraftwerke (CSP, Concentrating Solar Power)!
1% der weltweiten Wüstenflächen deckt den Weltenergiebedarf!
genauere Informationen hier: http://www.desertec.org
ein innovatives Geschäftskonzept für Elektroautos:
http://www.projectbetterplace.com
Die Konkurrenz von Renault-Nissan ist vorne mit dabei und setzt auf die angesichts Klimawandel und Peak Oil dringend gebotenen Automobile der Zukunft!
Was macht Daimler? Spritfresser-SUVs und Limosinen haben keine Zukunft, wenn wir Menschen eine lebenswerte Zukunft haben wollen!
Antwort
18. Andreas
Kommentar vom 20. Mai 2008 um 22:51
Irgendwie ist es schön, zu lesen, dass sich die Menschen nun mal endlich um die besagten Alternativen kümmern, auf die ich als Verbraucher schon sehr lange warte. Interessant ist das oben geschilderte Stichjahr 2010, also warten wir es ab.
Antwort
19. Arish G. Hartmann
Kommentar vom 22. Mai 2008 um 10:30
Die Diksussion um PKW die wesentlich weniger verbrauchen in diesem BLog fand ich sehr interessant. Seit einigen Jahren ist mein Sport beim Autofahren, so wenig wie möglich zu verbrauchen, und nicht, so schnell wie möglich zu fahren. Im Schnitt komme ich dabei mit einem Liter weniger aus, als von der Firma angegeben. Ich fahre Diesel: Smart (3,0 l Verbrauch), Vaneo und C-Klasse.
Wenn die Fahrzeuge für einen spritsparenden Fahrstil optimiert wären, dann wäre da sicher noch viel weniger drin (weniger ist hier mehr). Vom Fahrstil bringt schon das Einhalten der Geschwindigkeitsvorschriften eine Menge. Der zweite Punkt ist die Beschleunigung.
Wenn es um die generelle Umstellung auf erneuerbare Energie geht, dann sollte man zunächst das Stromnetz mit erneuerbarer Energie füttern. Da braucht man keine so komplizierten Motoren wie für die Autos. Erst wenn der nicht motorisierte Stromverbrauch 100% durch erneuerbare Enegie gesättig wird, ist es sinnvoll, das Automobil mit Motoren auszurüsten, die Strom aus der Leitung ziehen. Jetzt aber sparsamere Autos, das wäre schon was.
Ich habe bisher aus Familientradition und Überzeugung immer Daimler gefahren. Beim nächsten Autokauf aber werde ich nach Verbrauch wählen.
Antwort
20. Klaus
Kommentar vom 23. Mai 2008 um 10:35
Sehr interessant! :-)
Antwort
21. hans guenter jochum
Kommentar vom 24. Mai 2008 um 23:50
@hartmann
das ist auch meine Erfahrung, zurückhaltende Fahrweise, auf Autobahnen möglichst im Richtgeschwindigkeitsberecih, Vermeiden von binärer Fahrweise in der Stadt (Vollgas beim Ampelstart, Vollbremsung bei der nächsten roten Ampel!). Meist fahre ich so ruhig und gleichmäßig, dass meine Beifahrer selig auf dem Sitz entschlummern. Erschreckt aufwachen: Was, wir sind schon da?
Meine letzte längere Fahrt über 750 km ( 1 Std Stadt, 1,5 Std Überland und 5 Std Autobahn) Verbrauch 5,8 l auf 100 km bei einem gefahrenen Schnitt von genau 100 km soll mir erst einmal ein Prius Fahrer nachmachen.
Die Mercedes CDI sind gut aufgestellt, da sollten Sie schon genau Ihr Fahrprofil anlegen, um zu einem wirklich verbrauchsärmeren Modell zu kommen.
Antwort
22. Georg Hübner
Kommentar vom 30. Juni 2008 um 01:20
Ich muss einigen meiner Vorredner widersprechen. Mercedes ist bezüglich Sprit sparen nicht gut aufgestellt. Das mag teilweise am angepeilten Premiumsegment liegen, aber einige Konkurrenten machen vor wie es geht.
Sicher ist der Prius nicht der Weisheit letzter Schluß, aber wie wär’s mit dem Audi TT, der einen Diesel mit unter 6 Liter betreibt. Beim vergleichbaren SLK ist da Fehlanzeige.
Auch der Smart ist nicht wirklich eine Innovation. Gemessen am Gewicht ist der Verbrauch eindeutig zu hoch.
Bei einigen Dingen aber stimme ich zu: Energiesparen ist das größte Potential und Wasserstoff bringt uns nicht weiter.
Allerdings halte ich Elektro für eine interessante Alternative. Hohe Wirkungsgrade und immer besser werdende Batterien sprechen sowie die vorhandene Infrastruktur (Strom gibt’s überall) sprechen dafür. Und vermutlich 95% aller Strecken (wenn nicht mehr) sind unter 200 km.
Vielleicht lädt sich Daimler mal die Kollegen von think in Norwegen (www.think.no) ein und schaut sich den Ox an, der mich ein wenig an den smart for four erinnert.
Überraschen Sie den Markt mit so etwas und ich bin einer Ihrer ersten Kunden.
Antwort
23. Melanie Eisentraud
Kommentar vom 01. Juli 2008 um 20:37
Hallo Jens,
ist schon sehr interessant – mal einen andren Einblick zu bekommen. Ich bin mal gespannt wo uns die Forschung und Entwicklung in Sachen Automobil der Zukunft noch hinführen wird. Doch eins ist sicher – Erfolge sind nicht nur von der Technologie abhängig, sondern maßgeblich von dem Preis der für die verlangt wird.
Antwort
24. Udo Bangert
Kommentar vom 05. November 2008 um 08:57
Hallo zusammen, habe mit Interesse und Freude die Kommentare zu dem Artikel unserer AKU Veranstaltung gelesen. Wir hatten gestern wieder eine Arbeitskreis Umwelt (AKU) Sitzung wo wir uns entschlossen haben unsere 14 jährige Aktivitäten hier in den nächsten Tagen in einem eigenen Blogbeitrag zu veröffentlichen.
Es ist für viele Leser ggf. spannend zu sehen wie (konstruktiv)kritisch Mitarbeiter intern diskutieren. So hatten wir u. a. Prof . Ernst Ulrich von Weizsäcker und Prof. Lovins (Autoren des Buches Faktor 4) schon vor Jahren hier zu Gast. Auch Experten wie Prof. Grassl (Klimaforscher), Prof. Rademacher (Club of Budapest), Prof. Traube (Atomkritiker) Alternativnobelpreisträger Dr. Hermann Scheer oder Dr. Vandana Shiva waren schon zu Mitarbeitervorträgen hier. Alternativkraftstoffkongresse haben wir schon vor ca. 10 Jahren intern durchgeführt. Dies alles in der Regel in unserer Freizeit um Mercedes/Daimler auch ökologisch voranzubringen. Wir engagieren uns aber auch praktisch mit Tätigkeiten wie die Sammlung von Kinderfahrrädern von Mitarbeitern. Wir haben diese dann repariert und zu Kindern nach Tschernobyl gebracht, mit PCs und gespendeter Software von Microsoft…
Kurze Anmerkung zu einem Kommentator:
Die Windstromleistung in Deutschland beträgt aktuell ca. 23.000 MWatt (die Atomstromleistung ca. 18.000 MWatt). Windstrom ist heute schon preiswerter als Kohlestrom (und sogar sauberer). Solarzellen spielen den Energieverbrauch zur Erzeugung zur Zeit in ca. 1-2 Jahren ein, Tendenz stark fallend.
Kann hier das Buch “Das Solarzeitalter” des Alternativnobelpreisträgers Dr. Hermann Scheer nur zum lesen empfehlen. Dann versteht man das Thema Energie(wirtschaft).
Antwort
Antwort von Jan am 01. März 2010 um 12:37:
Ein Beitrag mehr in dem dieses, nicht nur für unser Unternehmen, entscheidende Thema besprochen wird.
Der Loremo für 15000 € !! Das währe für mich als Pendler, zusammen mit dem Verbrauch von unter 3 Litern, mehr als interessant.
Ich für meinen Teil warte gespannt auf das Ergebnis, ebenso wie auf den neuen 3,3 Liter Polo Bluemotion der diesen Sommer auf den Markt kommen soll.
Zur Energiewirtschaft:
Würde man die gesamte, in Deutschland anfallende Menge, Schweine und Rindergülle plus nicht benötigter Biomasse ( Holzabfälle und der gleichen ) in dafür vorgesehenen Biogaskraftwerken Verarbeiten währe man von den Gasimporten aus Russland unabhängig.
Das was am ende der Gaserzeugung übrig bleibt ist ein weit besserer Dünger als die Gülle selber. Es stinkt nicht annähernd so sehr und belastet das Grundwasser deutlich weniger.
Ein dezentrales intelligentes Netz aus derartigen Anlagen über ganz Deutschland verteilt könnte den Grundbedarf der Privaten Haushalte an Strom und Wärme zu einem großen Teil decken.
Mit Wind, Wasser und ev. Solarthermischen Kraftwerken, einen Weiteren Teil.
Für die Industrie z.B. Metall könnten immer noch einige Große Kraftwerke bestehen bleiben.
Was die Industrie angeht, nehmen wir Daimler mal als Beispiel, so sind schon vor einigen Jahren von Mitarbeitern Vorschläge zum Thema Energieeinsparung gemacht worden.
Kaum einer davon wurde aufgegriffen.
Bei der Dachfläche die wir in unseren Werken haben könnte man glatt überlegen die für Kollektoren zu nutzen.
Es sind zwar derzeit ein par solcher Projekte angegangen und umgesetzt worden aber viel zu spät und nicht flächendeckend genug.
Da die Öl und Atomlobby mit Schwarz Gelb wieder einen Hebel hat um die Regenerativen Energien zu bremsen frage ich mich wie das in den nächsten Jahren weiter geht.
Antwort
Antwort von Fritz Dieter am 27. Juli 2011 um 12:21:
Der Öl Lobby haben wir auch zuverdanken das es keine Autos wie Loremo , Oscar etc. zu kaufen gibt!!!
Es gibt mehr als genug solcher Entwicklungen sei es von Privater oder Hochschul Seite!!! Immer wenn man von solchen Projekten liest und die Serienreife kurz bevorsteht stagniert der Entwicklungsprozess oder das Projekt wird gleich ganz in die Schublade von großen Autoherstellern gekauft!!!
Antwort