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06
06.2008

Der Stern im Leben einer Alleinerziehenden (Teil 2)

Gestern hatte ich meinen ersten Beitrag hier im Blog damit beendet, dass es mein Traum wäre, einmal ein neues Auto zu kaufen. Den Wunsch, mir je einen Wagen leisten zu können, der nicht schrottreif, sondern hochwertig und vor allen Dingen sicher ist, hatte ich wirklich schon begraben. Aus diesem Grund auch den Führerschein immer vor mir her geschoben.

In den letzten fünf Jahren – seit mein Sohn auf der Welt ist und ich alleinerziehend bin – zerplatzten meine wenigen Träume und Wünsche wie Seifenblasen. Eine nach der anderen. Man existierte nur noch wie ein Roboter. Zur Kita, zur Arbeit, zur Kita und heim. Geld verdienen, um über die Runden kommen zu können. Mehr war einfach nicht möglich. Würde man zu zweit verdienen, wäre alles viel einfacher. Aber es gab kein zweites Gehalt und der Tag hatte leider nur 24 Stunden.

Somit fiel auch die Möglichkeit weg, sich zusätzlich zur Vollzeitstelle einen Nebenjob zu suchen. Wenn ich mein Leben damals und heute betrachte, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Aus der Hoffnungslosigkeit, trotz Job, wieder zurück in ein “normales” Leben. Es gibt nach wie vor kein zweites Gehalt und der Tag hat auch immer noch nur 24 Stunden. Auch meinen Sohn muss ich weiterhin in den Tagesablauf einkoordinieren. Fällt ein Kinderarzttermin mal in die Arbeitszeit, ist es dank der Gleitzeit und der netten Chefs gar kein Problem, auch mal eher zu gehen bzw. später ins Büro zu kommen.

Vor einigen Wochen kam es dann zum Supergau und unsere Tagesmama sprang uns aus gesundheitlichen Gründen ab. Was nun? Mein Sohn muss um 17 Uhr abgeholt und für ca. anderthalb Stunden betreut werden, bis ich ihn nach Feierabend abholen kann. Nach einigen Telefonaten, Aushängen auf diversen schwarzen Brettern und Befragungen meiner Mitmenschen, fand ich glücklicherweise über eine Tagesmüttervermittlungsstelle wieder eine neue Tagesmutter für meinen Sohn und war mehr als erleichtert darüber.

Da mein Gleitzeitkonto einige Überstunden aufwies und auch mein Vorgesetzter kein Problem darin sah, war es mir möglich 3 Wochen lang jeweils eine Stunde weniger zu arbeiten als eigentlich nötig, so das ich meinen Sohn selbst um 17 Uhr abholen konnte. Es waren 3 stressige Wochen in denen ich immer inständig hoffte, dass die S-Bahn ja keine Verspätung hat und ich somit den Anschlusszug nicht verpasse. Ein Zeitfenster von 5 Minuten, um vom Bahnhof zum Kindergarten zu hetzen, ist nicht sonderlich groß, also darf der Nahverkehr bitte nicht trödeln.

Für mich ist der Stern zu einer Art Leuchtstern geworden, der mir den Weg aus der Hoffnungslosigkeit gewiesen hat, in der ich keine wirkliche Chance auf Verbesserung sah.

Durch die Arbeit hier hat sich vieles in meinem Leben verändert – zum Positiven hin. Es ist nicht einfach, alleinerziehend und mit allen Problemen auf sich allein gestellt zu sein. Aber es fällt einem leichter, wenn man motiviert, gut gelaunt und mit einem Lächeln auf dem Gesicht durch den Tag geht, weil man mit sich und seinem Leben zufrieden ist. Und einen Job zu haben, der dich glücklich macht, trägt entscheidend dazu bei.

Der Stern im Leben einer Alleinerziehenden (Teil 2), 4.5 out of 5 based on 4 ratings

    Dieser Artikel wurde von geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
     

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      1. 1. Uwe

        Kommentar vom 06. Juni 2008 um 13:19

        Weiter so. ich freue mich schon auf teil 3!

        Antwort

      2. 2. Axel

        Kommentar vom 09. Juni 2008 um 13:15

        Da spricht jemand vielen aus der Seele. Ich wünsche weiterhin eine gute Schreibfeder.
        “Es ist doch viel WERT, wenn man einen guten Arbeitgeber und einen Verständnisvollen Vorgesetzten hat”. Weiterhin alles Gute!

        Antwort

      3. Petra-Tina Balatinac

        3. Petra-Tina Balatinac

        Kommentar vom 09. Juni 2008 um 14:10

        Hallo Uwe,

        also ein 3. Teil hierzu ist nicht geplant. Mein Beitrag war so lang das er gesplittet wurde. Ich kann aber gerne von Zeit zu Zeit mal berichten was sich so tut, sofern das niemanden langweilen würde ;o)

        @ Axel – vielen lieben Dank für das nette Posting.

        Alles gute wünscht Ihnen beiden

        Tina

        Antwort

      4. 4. Oliver

        Kommentar vom 10. Juni 2008 um 13:37

        Wenn nur alle Menschen so ehrlich über sich und ihr Leben denken würden, wie Sie es tun!
        Ich halte Sie für eine starke Persönlichkeit, Sie werden Ihren Weg gehen, ganz sicher!
        Bitte hören Sie nicht auf zu bloggen!

        Antwort

      5. 5. Lucia Hein

        Kommentar vom 10. Juni 2008 um 13:54

        hallo liebe tina, finde ich echt gut.

        vielen dank noch mal für die tolle unterstützung in der arbeit.

        Antwort

      6. 6. Oliver

        Kommentar vom 16. Juni 2008 um 13:03

        Respekt – da sieht man wie alleinerziehende Mütter den nicht einfachen Alltag meistern.
        Drück Ihnen Die Daumen das es vielleicht auch mit einer Anstellung hier bei uns was wird!

        Antwort

      7. 7. Christina Lauble

        Kommentar vom 20. Juni 2008 um 11:17

        Hallo Frau Balatinac,
        der Spagat zwischen Kind, Beruf, Haushalt usw. usw. ist wirklich nicht einfach, ich mache das auch schon jahrelang. Ich finde, Sie machen das ganz toll und beweisen sehr viel Mut und Engagement.
        Machen Sie weiter so !!! Hoffentlich klappts mit dem Job. Ich drück´jedenfalls die Daumen.

        Antwort

      8. Petra-Tina Balatinac

        8. Petra-Tina Balatinac

        Kommentar vom 20. Juni 2008 um 13:07

        Hallo Oliver, Lucia & Frau Lauble,

        ich danke allen recht herzlich für die lieben Beiträge und das Daumen drücken :)

        Grüßle,

        Tina

        Antwort

      9. Petra-Tina Balatinac

        9. Petra-Tina Balatinac

        Kommentar vom 01. Juli 2008 um 17:03

        So, um mal wieder was von mir hören bzw. lesen zu lassen an dieser Stelle…

        Heute war ein äusserst erfolgreicher Tag. Vor dem Abteilungswechsel am kommenden Montag, habe ich einiges liegen gebliebenes erledigt und auch endlich die Fußballfrage für meinen Sohnemann in Angriff genommen.

        Im Hinblick auf die EM kam in letzter Zeit immer wieder die Frage auf: “Mama, wann geh ich endlich zum Fußball?”. Heute Abend kann ich ihm dann antworten, dass er am Montag Abend seinen ersten Schnuppertag dort haben wird. Er wird sich richtig freuen wenn ich ihm das erzähle. Die Tagesmutter hat schon zugesagt ihn dann jede Woche dort hin zu bringen, so das ich ihn dann nach der Arbeit direkt dort abholen kann. Ich bin gespannt wie sich das entwickeln wird. Und hoffe natürlich das er Abends dann völlig platt ins Bett fällt :-)

        Drückt mir mal am Montag die Daumen für den Abteilungswechsel. Ich bin gespannnt was alles Neues auf mich zukommen wird.

        Viele Grüße,

        Tina

        Antwort

      10. 10. Kai

        Kommentar vom 23. September 2008 um 13:13

        Hi Kurze,

        schön zu lesen, dass es dir gut geht und du wie immer dem Wirrwarr des
        Lebens trotzt. Bleib weiter eine so starke Frau!

        LG
        Kai

        Antwort

      11. Petra-Tina Balatinac

        11. Petra-Tina Balatinac

        Kommentar vom 23. September 2008 um 14:12

        Kai, ich dachte grad ich fall vom Stuhl als ich deinen Beitrag hier gelesen habe! *lach* Das ist ja wirklich eine riesen Überraschung dich wieder zu lesen und dann ausgerechnet noch hier :-)

        Würd mich riesig freuen wenn du dich per e-mail bei mir meldest.

        Lieben Gruß,

        Tina

        Antwort

      12. 12. Susanne

        Kommentar vom 11. November 2008 um 21:18

        Hallo Tina,

        ich finde es auch beeindruckend wie Du das alles geschafft hast … Wohnortwechsel mit Wohnungssuche, Anstellung über die Agentur, was ja auch mehr Flexibilität abverlangt, Wechsel der Stelle, Zukunftsängste, die Sorge um den Kleinen, die Wahl der Kindesbetreuung, den hetzigen Alltag usw.. Echt faszinierend, Du wirst mir als Vorbild gespeichert bleiben. Hat es denn mit dem Vertrag bei Daimler geklappt? Ich bin zum Glück seit 2000 schon bei Daimler, wo ich mich auch immer mit viel Engagement und Begeisterung eingebracht habe. Im Januar habe ich eine kleine Tochter bekommen und bin auch alleinerziehend. Dank Elterngeld war unsere Lage bis heute sicher und ich konnte meiner Kleinen (fast) alles bieten, was ein Baby so braucht. Die Jobsaussichten in unserer Niederlassung sind jetzt aber leider nicht so ideal. Wenn es schlecht läuft gibt es nur eine Möglichkeit im Hauptstandort, welcher 30 km von unserem Wohnort entfernt ist. Die einzige Kinderkrippe mit ausreichend Erfahrung liegt in der anderen Richtung, 10 min. mit dem Auto entfert, somit geht auch noch viel Zeit von meiner Tochter ab für die Fahrerei. Das macht mir große Sorgen, wo doch meine Kleine dann grad erst 14 Monate alt ist. Wie alt war denn Dein Sohn, als Du ihn in die Betreuung durch andere gegeben hast?
        Würde mich freuen von Dir zu hören.
        Liebe Grüße
        Susi

        Antwort

      13. Petra-Tina Balatinac

        13. Petra-Tina Balatinac

        Kommentar vom 16. Dezember 2008 um 11:48

        Hallo Susi,

        vielen Dank für deine netten Worte. Das mit dem Vertrag hat leider aufgrund der aktuellen Situation nicht geklappt. Sah alles recht gut aus, aber dann kam der Einstellungsstop dazwischen. Kann man leider nichts dran ändern.

        Mein Sohn war etwa 2,5 Jahre alt, als ich ihn zu einer Tagesmutter gegeben habe und wieder anfing zu arbeiten. In die Kita konnte er erst mit 3 Jahren. Das klappte aber alles recht gut damals. Tut es auch heute noch, da er es einfach gewöhnt ist den ganzen Tag in Betreuung zu sein. Mit 14 Monaten hätte ich ihn aber auch nicht abgeben wollen. Das war mir damals einfach noch viel zu früh.

        Wie haben sich die Dinge denn bei dir mittlerweile entwickelt?

        Liebe Grüße,

        Tina

        Antwort

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