Ende März hatte ich hier im Blog bereits von meinen Plänen berichtet, für EvoBus einige Zeit lang nach Schweden zu gehen.
Nun will ich von meiner Startphase dort erzählen: Aufgeregt und voller Spannung stand ich zunächst mit meinen sieben Sachen am Stuttgarter Flughafen und checkte ein. Mit großer Freude und im Unklaren, wann ich Deutschland wieder sehen werde, flog ich nun nach Stockholm. Am Flughafen Arlanda angekommen, wurde ich von einer Kollegin abgeholt und gleich darauf fuhren wir gemeinsam zu meiner Wohnung. Nachdem der Schlüssel nicht passte und wir den Eingangs-Pin nicht hatten, beschlossen wir erst einmal Mittag zu essen. Doch nach ein paar Telefonaten ließ sich dann auch die Tür öffnen und wir fanden meine Wohnung. In solchen Momenten ist es ganz wichtig, sich keinen Stress zu machen, alles ruhig anzugehen und es auch so durchzuziehen.
Die Wohnung liegt recht zentral, in einem Vorort von Stockholm. Ganz in der Nähe befindet sich ein schöner Park mit Tieren und etliche kleinere Grünflächen sind gleich um die Ecke. U-Bahn, das Zentrum des Ortes und alles Weitere, was man braucht, ist ca. 10 Minuten entfernt – abgesehen von der Bushaltestelle, die ich jeden Morgen in Anspruch nehme, denn diese ist direkt vor der Haustüre.
Von meiner Wohnung aus brauche ich ca. 45-60 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Alternativ kann ich auch mit dem Fahrrad fahren. So dauert es nicht ganz so lange. Es sind ungefähr 10 km und früh am Morgen um 6 Uhr ist es relativ kalt.
Trotzdem habe ich beschlossen mich sportlich zu betätigen, fahre ab sofort Fahrrad und schmunzle über die Leute, welche im Stau stehen. Ansonsten hat meine Wohnung einen schönen Schnitt. Allerdings weist sie auch einige Mängel wie Silberfische und schäbige Wände auf, um die sich noch gekümmert werden muss. Hier ist es üblich, dass in den meisten Wohnungen Einbauschränke sind. Diese geben eine ganze Menge Stauraum her und man muss keinen Schrank in den dritten Stock schleppen, sehr angenehm.
Nachdem ich meine Wohnung und die Gegend, in welcher ich jetzt wohne, erkundet hatte und mich grob orientieren konnte, musste ich als Nächstes durch den Behördendschungel.
Meine Kollegen hier unterstützten mich und riefen bei den zuständigen Ämtern immer wieder an und erklärten, dass ich meine Personennummer dringend brauche, da ich sonst weder einen Sprachkurs belegen noch ein Bankkonto eröffnen kann. Dadurch bekam ich diese auch relativ schnell und alles war um einiges einfacher. Einer meiner Kollegen hat mit mir innerhalb eines Tages fast meine ganze Wohnung möbliert. In der Anfangszeit schlief ich nur auf einer Isomatte mit einem Schlafsack, mehr hatte ich nicht. Dank dieses Kollegen blieb es dabei aber nur für ein paar Tage.
Mit diesen Kollegen arbeite ich seit 2 Monaten hier im Service Center Schweden zusammen und habe eine Menge Spaß dabei. Die Kommunikation läuft momentan noch dreisprachig ab. Hin und wieder kommt es auch zu Missverständnissen oder es fehlen einfach die Worte. Bisher hat sich jedoch für alles eine Lösung gefunden auch wenn es zwischendurch zur völligen Verwirrung führt. Das Verwechseln und Verdrehen von einigen Zahlen muntert im Pausenraum immer wieder die Stimmung auf. Bezüglich der Sprache mache ich täglich Fortschritte und kann jeden Tag mehr verstehen sowie reden.
Arbeitstechnisch rüste ich momentan etliche neue Busse um bzw. nach. Hierzu gehören spezielle Extrahaltestellenlichter, welche die Straße beleuchten, sobald der Bus an einer Haltestelle hält, Extrascheinwerfer nach vorne, Feuerlöschsysteme, sowie Spannungswandler mit Akkufunktion.
Jeder Bus hat hier seine eigenen Herausforderungen und Probleme, welche individuell gelöst werden. Es ist jedes Mal ein schönes Gefühl, zu sehen, wenn ein Bus aus der Werkstatt fährt, welchen du repariert und nachgerüstet hast. Wenn ich bedenke, was ich alles erledigen und organisieren musste um so weit zu kommen, dann kann ich nur sagen, dass sich alles jetzt schon gelohnt hat. Ich habe wahnsinnig viel in dieser Zeit gelernt, ob das noch in Deutschland war oder jetzt hier im Norden. Jetzt geht es auf zum Fischen – mal sehen, wie selbst gefangener und original schwedisch zubereiteter Fisch schmeckt. Heydå vi sers!! Bis zum nächsten Mal!!
Dieser Artikel wurde von Anna-Lena Wießner geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. uwe
Kommentar vom 28. Juli 2008 um 20:05
schön geschrieben. Weiter so!
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2. Verena Hausenstein
Kommentar vom 29. Juli 2008 um 10:26
Das klingt sehr spannend, meine Hochachtung!
Und wie der Fisch schmeckt, interessiert uns natürlich auch. :)
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3. Eddy
Kommentar vom 31. Juli 2008 um 10:13
Hallo Anna, deine Blogs sind schön geschrieben und es werden hoffentlich noch weitere folgen. Wenn man sich aber mal das erste Foto dieses Beitrages genauer anschaut da wird einem schon ganz mulmig! Der Kollege der da an der Werkbank steht und mit einem Akkubohrer ein Teil (mit Handschuhe) bearbeitet, ohne dies in dem ja vorhandenen Schraubstock zu spannen, lässt die Frage der Arbeitssicherheit bei euch vor Ort gewaltig in Frage stellen. Auch ist das Gesamtbild in sachen Ordnung und Sauberkeit nicht gerade von hoher Qualität. Der Kaffeebecher steht da nicht wirklich richtig auf der Werkbank!? Klar, wo gehobelt wird da fallen Späne! Aber die vielen Kabel, Leitungen, Putzlappen und die Gieskanne auf dem Hallenboden stellen schon eine sehr erhöte Unfallgefahr dar! Ich denke mal so wird das sicher nicht in der Daimler Ausbildung vermittelt! Oder!? Trotz allem, wie Du selbst schreibst: ganz wichtig…keinen Stress…alles ruhig angehen…und alles so durchziehen das du eine gute Zeit in Schweden geniessen kannst. PS: …so…und der nächste Blog kommt vom Fischen. ;-)
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4. Günter Höcker
Kommentar vom 31. Juli 2008 um 13:34
Hallo Anna-Lena,
du weist ja, Zähne zusammen beißen und durch!
Liebe Grüße von der Lehrwerkstatt aus Neu/Ulm
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5. Axel Walter
Kommentar vom 04. August 2008 um 09:01
Hallo Anna-Lena,
erstmal muss ich dir sehr viel Respekt zollen, wie du die ganze Geschichte angegangen bist.Ist ja nicht ganz leicht (leider), als Frau sich so durchzuschlagen.
Finde ich aber ganz grosse Klasse von dir,das du das was du willst auch umsetzt ! ! !
Und deine Berichte sind prima geschrieben.Da ich privat sehr gerne Reiseberichte lese,kann ich sagen du hast einen guten Stil.Bitte weiter so.
Viel Spass noch und viel Erfolg weiterhin.
Grüße aus Mannheim
PS:wie war der Fisch???
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6. Anja
Kommentar vom 16. August 2009 um 23:32
Hi
Ich würde auch gern nach Schweden gehen. Kannst du mir ein paar Tipps geben wie man das am bessen anstellt?
Danke und viel Glück weiterhin!
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