Mahas sehr persönlicher Erfahrungsbericht über ihr Praktikum im Rahmen des Arab European Internship Exchange hat mich sehr beeindruckt und macht mich gleichzeitig sehr stolz! Auch für mich war es eine „Experience of a lifetime“ dieses einzigartige Programm im vergangenen Jahr aufzubauen.
Die Kooperation zwischen Daimler und Young Arab Leaders gibt es schon seit 2005. Ziel ist es, den Dialog zwischen Europa und dem arabischen Raum zu fördern, um kulturelle Hürden zu überwinden und ein besseres Verständnis untereinander zu erreichen.
Besonders wichtig ist den beiden Kooperationspartnern die Förderung junger Nachwuchskräfte wie beispielsweise Maha. Über das Programm Arab European Internship Exchange erhalten sie die Möglichkeit, in einem 3-6 monatigen Praktikum bei Daimler Erfahrungen zu sammeln, ein Netzwerk zu erfahrenen Managern aufzubauen und nicht zuletzt eine Erfahrung fürs Leben zu machen.
Bis ich 2006 den Auftrag bekam, dieses Programm zu konzipieren, wusste ich nicht sehr viel über den Nahen/Mittleren Osten und hatte die Region noch nie besucht. Das sollte sich schnell ändern als Vorstandsmitglied Dr. Rüdiger Grube, sein Assistent und ich die Gelegenheit bekamen, das Programm auf dem Annual Meeting der Young Arab Leaders in Jordanien vorzustellen. Die Teilnahme war eine große Ehre, denn wir waren die einzigen drei Europäer! Wir wurden sehr herzlich empfangen und das Programm wurde mit Begeisterung angenommen.
Zurück in Stuttgart war „Execution“ the name of the game. Von Young Arab Leaders wurden Studenten nominiert, die sich für das Programm über die eigens dafür entwickelte Onlineplattform beworben hatten. Mit jeder einzelnen Bewerberin und jedem einzelnen Bewerber habe ich zur Auswahl ein einstündiges Telefoninterview geführt. Für die meisten war es das erste Interview überhaupt. Gerade deshalb hat mich die gute Vorbereitung und hohe Motivation der Studentinnen und Studenten beeindruckt.
Ich werde nie vergessen, wie einer Teilnehmer sagte: “Meine Ausbildung ist das wichtigste, was ich habe. Alles andere kann ich von heute auf morgen verlieren.“ Dank Deutsche Welle TV waren auch diejenigen detailliert über deutsches Essen, Kultur und Gepflogenheiten informiert, die ihr Land bis dato nie verlassen hatten. Fasziniert hat mich vor allem das Engagement, das viele Studenten neben ihrem Studium in NGOs und verschiedenen Jugend- und Friedensorganisationen zeigen. Nach so manchem Gespräch musste ich erstmal meinen Kollegen im Job & Karriere Center begeistert davon berichten.
Die Fachbereiche, die Praktikastellen zur Verfügung gestellt hatten, haben gemeinsam mit mir letztendlich 3 Praktikantinnen und 7 Praktikanten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Jordanien, Libanon und Palästina ausgesucht. Darunter Wirtschafts-, Elektro- und Maschinenbauingenieure, Betriebswirte und IT’ler. Bei den Praktikumsstellen war von Maybach, Event Marketing über Einkauf, IT und After Sales, bis hin zu Finanzen alles dabei, was das Herz begehrt.
Jetzt wurde es aber erst richtig spannend:
Zum Glück hat alles geklappt!
Um den Start in Stuttgart möglichst einfach und angenehm zu machen, haben wir alle Teilnehmer persönlich vom Flughafen abgeholt, zum Studentenwohnheim gebracht und mit allerhand Informationen über Daimler und Stuttgart ausgestattet. Sogar einen individuellen U-Bahn Fahrplan für die Fahrt zum Büro hatten wir für jeden vorbereitet. Auch bei Behördengängen und dem ersten Weg in den Fachbereich war niemand allein. Natürlich waren auch Sightseeing-Touren und eine Einführung ins Stuttgarter Nachtleben sehr willkommen. Gerade dieser persönliche Touch war aus meiner Sicht der Türöffner für den Erfolg des Programms bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Natürlich haben wir auch ein exklusives Begleitprogramm zum Praktikum organisiert, um den Einblick in verschiedene Bereiche von Daimler zu eröffnen. Dazu gehörten verschiedenste Werksführungen, der Besuch des Windkanals und des Van Evolution Centers (Virtual Reality) sowie des Mercedes-Benz Museums. Absolutes Highlight für die Teilnehmer war der Besuch bei Dr. Grube, der die „Young Arabs“ sehr persönliche in der Vorstandsetage des Untertürkheimer Hochhauses begrüßt hat.
Im November letzten Jahres fand der dritte Arab European Dialogue statt. Dieses alljährliche Forum ist der wichtigste Baustein der Kooperation zwischen Young Arab Leaders und Daimler. Drei Praktikanten, die ihr Praktikum auf 6 Monate verlängerten, hatten das Glück, mit dabei zu sein. Auch ich freute mich sehr, daran teilnehmen zu können, hatte ich zu diesem Zeitpunkt doch bereits eine neue Aufgabe im Personalbereich übernommen.
Herr Dr. Zetsche präsentierte in seiner Eröffnungsrede den Film über das Arab European Internship Exchange Programm und bat die drei Teilnehmer namentlich aufzustehen.
Was dann folgte war wirklich unglaublich: Der gesamte Saal brach in tosenden Applaus aus, die Menschen hatten Tränen in den Augen und waren unheimlich gerührt von dem Erlebnis und den Erfahrungen, die die „Young Arabs“ in ihrem Praktikum bei Daimler gesammelt hatten. Nie habe ich mich mehr über das Ergebnis meiner Arbeit gefreut! Auch Prinz Faisal Ibn Al Hussein (2. v.l.) von Jordanien ließ es sich nicht entgehen, Abed, Bassem und Jehad persönlich zu begrüßen.
Meine Kollegin, die das Programm nun betreut, konnte in diesem Jahr bereits 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer willkommen heißen, darunter auch Maha. Auf dem Arab European Dialogue wurden weitere europäische Unternehmen auf das Programm aufmerksam und möchten sich nun auch gerne beteiligen. Auch Unternehmen aus dem arabischen Raum haben angekündigt, Praktikumsplätze für europäische Studierende zur Verfügung zu stellen.
So wird der von Daimler und Young Arab Leaders angestrebte und geförderte Austausch lebendig: Durch Menschen, die ihn leben!
Dieser Artikel wurde von Verena Koch geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
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1. Julia Friedl
Kommentar vom 16. September 2008 um 16:33
Schon Mahas Erlebnisbericht hat mich sehr begeistert. Ich finde das eine tolle Gelegenheit, die sich da für junge Menschen bietet. Gibt es eigentlich auch umgekehrt Kooperationen, die es Daimler-Auszubildenden, Doktoranden oder anderen Mitarbeitern ermöglicht, mal für einen gewissen Zeitraum in die arabische Arbeits- und Lebenswelt hineinzuschauen? Ich denke, auch umgekehrt könnte das eine große Bereicherung sein – auch für das Unternehmen selbst.
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2. Verena Koch
Kommentar vom 16. September 2008 um 17:59
@Frau Friedl:
Auch für Daimler-Mitarbeiter, Nachwuchskräfte und Praktikanten gibt es Möglichkeiten Auslandserfahrung zu sammeln.
Aus der Kooperation zwischen Daimler und Young Arab Leaders ist neben AEIE auch das Top Talent Camp entstanden, ein Action Learning Programm für Young Professionals von Daimler und aus dem arabischen Raum (konzipiert von der Daimler Corporate Academy).
Für Praktikanten aus dem Daimler Student Partnership gibt es die Möglichkeit, über das Programm Daimler EXACT ein Auslandspraktikum bei Daimler zu machen. Hier gibt es natürlich auch Praktika im arabischen Raum, insbesondere in Dubai.
Absolventen, die über das CAReer-Programm bei Daimler einsteigen, können einen ihrer Projekteinsätze im Ausland absolvieren.
Auch einige Mitarbeiter von Daimler sind als Expats im arabischen Raum tätig und das nicht nur bei Daimler-Gesellschaften, sondern beispielsweise auch bei Vertragshändlern.
Der Austausch lebt also in beide Richtungen :-)
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3. Johann
Kommentar vom 17. September 2008 um 19:16
“Mit jeder einzelnen Bewerberin und jedem einzelnen Bewerber habe ich zur Auswahl ein einstündiges Telefoninterview geführt.“
Ich wünschte die Personalselektion in Deutschland würde auch so ablaufen. Klar ist es wegen der Anzahl der Bewerber in Deutschland nicht möglich dies so zu handhaben, aber ich verstehe die Personalpolitik bei Daimler einfach nicht.
In diesen Tagen wirbt Ihr bei StudiVZ, ein SLR und zwei Modell-Gesichter sollen uns Studenten einen utopischen Eindruck einer Einstellung bei Daimler vermitteln. Aber liebe Freunde bei Daimler, das haben wir schon. Dank einer ganzen Horde von Menschen im Marketing hat die Marke Daimler ein einmaliges Prestige und genießt soziale Akzeptanz wie keine andere. Dazu kommt Virales Marketing, Mundpropaganda,… Hört euch mal um was meine Kommilitonen im Raum Stuttgart sagen und Ihr werdet feststellen, dass alle zu Daimler wollen. Anstatt Geld für breit angelegte Werbung bei StudiVZ auszugeben, solltet ihr vielleicht Kontakt mit den Leuten suchen die sowieso schon von Daimler begeistert sind und zu Daimler wollen. Vielleicht würden etwas mehr Zeit für solche Bewerber, und sinnvoller Eingesetzte Mittel der Meinung entgegenwirken „bei Daimler brauchst dich gar nicht bewerben, da kommst sowieso nur mit Connection rein.“
In diesem Sinne, sehr geehrte Frau Koch, herzlichen Glückwunsch zur Ihrer erfolgreich erledigten Arbeit bezüglich des beschriebenen Programms. Es ist wunderbar zu lesen das es noch Engagierte Personaler gibt und wie sinnvoll man sich einen gut gefüllten Pool von zukünftigen Entscheidern sichern kann. Ich kann mir, da ich selbst Student bin, die Aufregung, die Freude und das Glück derjenigen vorstellen, die das Vergnügen hatten an diesem Programm teilzunehmen. Ich wünsche es gäbe mehr solche Programme und so engagierte Mitarbeiter wie sie.
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4. Dirk Barchmann
Kommentar vom 18. September 2008 um 11:04
@ Johann
Leider konnte ich die von ihnen erwähnte Anzeige bei StudiVZ nicht finden und bin zudem etwas verwundert über ihre Einstellung. Ich selbst absolviere gerade mein Praktikum bei Daimler und kann mich noch gut an meine Bewerbung erinnern. Natürlich war mir Daimler ein Begriff und das hohe Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit war sicherlich auch ein Grund sich hier zu bewerben. Dennoch sollte man sich von der Größe und dem Image von Daimler nicht abschrecken lassen, denn hinter diesem Bild stehen einfache Menschen, was hier auf dem Blog auch gezeigt werden soll. Da ich mich auf mehrere Stellen beworben hatte, hatte ich Kontakt zu vielen netten, engagierten Mitarbeitern, habe auch lange Telefoninterviews geführt und wurde zu persönlichen Gesprächen eingeladen. Dabei spielte es nie ein Rolle ob ich “connections” habe. Natürlich spielt Qualifikation eine große Rolle, aber es wird keineswegs der “Überstudent” oder der mit den “connections” gesucht. Probieren sie und ihre Kommilitonen es doch einfach einmal und sie werden sehen, dass es garnicht so ist, wie andere behaupten ;)
Viele Grüße
Antwort
5. Verena Koch
Kommentar vom 18. September 2008 um 19:35
@Johann: Zunächst vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Anerkennung für meine Arbeit. Ich kann nur Dirk Barchmann zustimmen: Bewerben Sie sich und Sie werden sehen, dass der Erfolg nicht auf “Connections”, sondern auf Ihre Qualifikation und Persönlichhkeit zurückzuführen ist! 2000 habe ich selbst als Praktikantin bei Daimler angefangen. Meine Kommilitonen haben damals gesagt: “Du traust Dich, Dich da zu bewerben???” Wieso nicht, wenn ich zu Daimler möchte?! 3 Tage nachdem ich die Bewerbung abgeschickt hatte, wurde ich zum Gespräch eingeladen. Nun arbeite ich seit 8 Jahren bei Daimler. Wir freuen uns also auf Ihre Bewerbung auf ausgeschriebene Praktikumsstellen unter http://www.career.daimler.com
Antwort
6. Hendrik Lenser
Kommentar vom 19. September 2008 um 12:23
@Johann: Ich habe die Anzeige auch gesehen.
Jedoch bin ich bezüglich der Marketingstrategie nicht Ihrer Meinung. Meiner Meinung nach werden “passende” junge Menschen vom Daimler gesucht. Nur das reine “Ich will zum Daimler” stellt ja noch keine Qualifikation dar.
Ich war vor einigen Monaten zum Auswahltest für eine CAReer-Stelle. Meiner Meinung nach hat die Personalabteilung ein wirklichgutes Händchen bei der Auswahl der Bewerber. Es war bunt gemischt: Männlein und Weiblein, Bewerber mit und ohne Auslandspraxis, mit und ohne Automotive-Praktika. Hier gilt: der Bewerber muss überzeugen – und zur Stelle passen. Mit “Vitamin B(eziehung)” hat der Einstieg bei Daimler meiner Meinung nach NICHTS zu tun!
Antwort
7. Abed Al Naser
Kommentar vom 20. September 2008 um 17:33
Hello Verena,
Nice article about your experience with YAL. I will never forget that days, wish you the best.
Thanks for Daimler and for Yal
Abed
Antwort
8. Osama Zaidiah
Kommentar vom 21. September 2008 um 08:47
Verena das Programm war ein echtes Wunder. Deine Hilfe und Bemühung hatten uns Alle berührt. Ich werde Dich in Erinnerung immer halten! Danke!!!!
Osama Zaidiah
Einer, der ersten Daimler AG und YAL Praktikanten
Amman, Jordanian =)
Antwort