Studienabgänger orientieren sich bei der Berufswahl meistens entweder in die technische Richtung z.B. als Entwickler oder in die kaufmännische Richtung z.B. als Einkäufer oder Controller.
Bei Gesprächen mit Bewerbern stelle ich immer wieder fest, dass es oft ein falsches Bild von den Aufgaben in der Kaufteileplanung gibt. Ich will mal ein wenig Licht in unseren Bereich bringen.
Die Kaufteileplanung ist am Standort Sindelfingen dem Direktionsbereich der Produktionsplanung für Technologie und Konzepte zugeordnet.
Wir Kaufteileplaner, die wir uns auch gerne als Kostenplaner bezeichnen, kennen uns auf beiden Gebieten aus. Wir sind die Experten bei Mercedes-Benz die sowohl das technische, das betriebswirtschaftliche und das prozessuale Know-How besitzen um benchmarkorientierte Planungen von Kaufteilen durchzuführen.
Die Materialkosten und Fertigungskosten analysieren wir mit unserem technischen Background und um die weiteren Zuschläge, die Overheads, berechnen zu können kommen unsere betriebswirtschaftliche Kenntnisse zum Einsatz.
Durch unsere Referenzkalkulationen (REC) und Kostenanalysen machen wir die Zukaufteile, die Mercedes-Benz von seinen Lieferanten beziehen möchte oder schon bezieht, transparent und zeigen auf, welche Kosten gerechtfertigt sind.
Jeder kennt es vom Privatbereich: Computer oder Elektronikartikel kosten immer weniger und leisten immer mehr. Gerade in meinem Elektrik-/Elektronikteam erlebe ich ständig, dass Technologiesprünge bei Steuergeräten durch hoch integrierte Bauelemente, mit immer mehr Funktionalität, zu Preisänderungen im zweistelligen Prozentbereich führen. Bei einem Steuergerät das beispielsweise bisher 80 EUR kostet und in einer hohen Verbauqoute in mehreren Baureihen mit weit über 400.000 Einheiten eingebaut wird, führt das schnell zu vielen Millionen EUR Preisreduzierungen.
Dabei umfasst unsere Kostenanalyse sowohl den Teilepreis, Änderungen als auch die zur Herstellung der Teile notwendigen Werkzeuge und Vorrichtungen. Und das von Lieferanten mit Produktionsstätten auf der ganzen Welt.
Es wird der gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs betrachtet. Angefangen von der Konzeptfindung über die Serienentwicklung und Serienphase bis hin zum Ersatzteilbedarf.
Die Kaufteileplanung bei Mercedes-Benz ist bewusst der Produktionsplanung zugeordnet, um eine unabhängige Kostenberatung von Entwicklung, Einkauf und in den einzelnen Projekten sicherzustellen.
Im Rahmen unserer Kostenarbeit sind wir in vielen verschiedenen Projekten unterwegs. Schließlich gilt es immer wieder, die zu Entscheidung notwendigen Kosten zu analysieren und aufzubereiten, als auch Vorschläge und Ideen für Kostenoptimierungen einzubringen.
Nun könnte man einwenden, dass die Einsparpotenziale zu Qualitätsproblemen führen können. Dem ist aber nicht so. Ein kostengünstigeres Teil kann durchaus eine bessere Qualität besitzen, als das bisher eingesetzte Teil.
Komplexe Teile sind meist nicht nur teurer, sie besitzen durch ihre Komplexität auch eine höhere Fehleranfälligkeit. Es liegt daher nahe, eine Funktion in einem Bauteil so einfach wie möglich und damit auch so günstig wie möglich umzusetzen.
Um neue, bessere oder kostengünstigere Lösungen und Alternativen aufzuzeigen, müssen wir dabei nicht selten zuerst den Finger in eine Wunde legen und auf Probleme hinweisen. Das stößt aber nicht immer auf Gegenliebe, bedeutet es doch oft, alte Zöpfe abzuschneiden und neue Wege zu gehen. Die Aussage: „Das haben wir immer schon so gemacht“, gilt nicht mehr. Gerade durch diese Vorgehensweise schaffen wir einen enormen Mehrwert für unser Unternehmen.
Bei unserer Arbeit behalten wir jedoch immer den Anspruch „unseren Kunden weiterhin Fahrzeuge in Premium-Qualität anzubieten.
Die Kaufteileplanung bei Mercedes-Benz leistet mit Ihrer umfangreichen Arbeit einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der Daimler AG.
Dieser Artikel wurde von Oliver Langgärtner geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
“Experience of a lifetime”
Mahas sehr persönlicher Erfahrungsbericht über ihr Praktikum im Rahmen des Arab European Internship Exchange hat mich sehr beeindruckt und macht ...
1. ein interessierter Leser
Kommentar vom 18. September 2008 um 12:56
solche Leute sind doch unbezahlbar !!!!
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2. Matthias Schwenk
Kommentar vom 19. September 2008 um 14:54
Ein interessanter Einblick. Nur ist mir jetzt noch nicht ganz klar, was ich studiert haben muss, um mich bei der Kaufteileplanung erfolgreich zu bewerben? Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft oder die berühmte Mischung, also Wirtschafts-Ingenieurwesen? Oder arbeiten bei Euch in den Teams noch Experten mit ganz anderem Wissenshintergrund?
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3. Oliver Langgärtner
Kommentar vom 19. September 2008 um 15:14
Die ideale Voraussetzung für eine Bewerbung ist ein Ingenieurstudium (w/m) der Fachrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik, Fertigungstechnik, Produktionstechnik mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen oder Wirtschaftsingenieurwesen (TH/FH/BA)
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4. sehr interessant
Kommentar vom 29. September 2008 um 08:38
Das Gebiet ist hoch interessant. Ich persönlich währe, über eine Chance auf diesem Gebiet zu arbeiten, sehr erfreut. Ich besitze auch die nötigen Voraussetzungen. Ich habe des Öfteren den Einstieg versucht, doch leider hat es bisher nie geklappt. Mal schauen was die Zukunft mit sich bringt.
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5. Oliver Langgärtner
Kommentar vom 29. September 2008 um 08:59
Sehr gerne können wir ein persönliches Gespräch führen. Ich werde den Kontakt zu Ihnen herstellen.
Antwort
6. Jörg Höhner
Kommentar vom 29. September 2008 um 15:01
Habe mit goßem Interesse den Bericht gelesen und stelle mir die Frage, warum und was ich hier eigendlich mache, wenn die Experten woanders vorhanden sind.
Nach meiner Meinung sind es genau diese Experten, die wir NICHT brauchen. In meinem täglichen Arbeitsleben sehe ich viele Entscheidungen der Experten, die sich leider nie die Meinung der wirklichen Fachleute anghört haben. Seit 13 Jahren beschäftige ich mich mit Klebstoffen und faserverstärkten Kunsstoffen und gelte damit als “Experte” auf meinem Fachgebiet und diese Erfahrungen plus Wirschaftlichkeit-Know-How plus Prozess-Know-how gibt es alles in einer Person in der Kaufteileplanung. Hut ab:-)
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7. Oliver Langgärtner
Kommentar vom 29. September 2008 um 17:34
Hallo H. Höhner, wir arbeiten mit den Kollegen der Produktions- und Werkstofftechnik Pkw, die übrigens im selben Direktionsbereich wie wir sind, sehr eng zusammen . Aktuell erarbeiten wir gemeinsame Lösungen für CO2-Maßnahmen. Gerne würden wir bei Bedarf auch auf Ihre langjährige Erfahrung im NFZ-Bereich zurückgreifen. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen entsprechende Kontakte zu meinen Kollegen, die sich in Arbeitskreisen mit Klebstoffen und faserverstärkten Kunststoffen beschäftigen, vermitteln.
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8. happy birthday to blog.Daimler.com
Pingback vom 30. September 2008 um 10:42
[...] latter focuses on new products. In contrast, the Daimler blog also addresses production and supply chain management. Compared to the Toyota blog in the U.S. it is far more low-key about the company’s products [...]
9. Özcan Yavuz
Kommentar vom 12. Dezember 2008 um 12:35
Ein hoch interessanter Bericht.Danke erst einmal dafür Herr Langgärtner.Kann man den Kostenplaner nicht mit einem Abendstudiengang zum gepr. Technischen Betriebswirt ausüben?Zumal das was Sie beschreiben genau diesen wiederspiegelt.Denn ich hätte reges Interesse genau in solch eine Stelle zu wechseln,jedoch bis jetzt ohne Erfolg.
Antwort
10. Oliver Langgärtner
Kommentar vom 12. Dezember 2008 um 12:57
Selbstverständlich kann man sich auch mit der Qualifizierung des technischen Betriebswirt bei uns bewerben.
Antwort
11. Özcan Yavuz
Kommentar vom 12. Dezember 2008 um 13:42
Na dann werde ich das weiter machen.Danke für die schnelle Antwort und auch für die aufmunternden Worte,die nach einigen erlittenen Absagen gut tun..
Antwort
12. Oliver Langgärtner
Kommentar vom 12. Dezember 2008 um 13:58
Gerade in so schwierigen Zeiten wie jetzt, wird die Kostenarbeit noch wichtiger und es gibt auch bei uns immer wieder Personalveränderungen. Also versuchen Sie es bitte weiter !
Antwort
13. Caglar Dogan
Kommentar vom 10. Dezember 2009 um 09:33
Hallo zusammen! Das ist ein hoch interessanter Bericht. Ich würde gerne erst auf die Frage eingehen:”…ist mir jetzt noch nicht ganz klar, was ich studiert haben muss …”. Es gibt den sogenannten Studiengang “Maschinenbau-Technologiemanagement” (Uni Stgt.). Dieser Studiengang ist eine Mischung aus Ingenieurwesen und Betriebswirtschaft. Ich habe es selber studiert und bisher zwei Kleinteile (KTO im Nfz.) kostenseitig bewertet, daher erlaube ich es mir zu sagen, dass Maschinenbau-Technoman. ein sehr gutes Wissen für Kostenplanung vermittelt.
Antwort
14. Oliver Langgärtner
Kommentar vom 10. Dezember 2009 um 11:54
Mit Ihrem Studium haben Sie gute Voraussetzungen für ein Bewerbung als Kaufteileplaner.
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