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10.2008

Barcamp – Die Zukunft der Konferenz?

Wikipedia beschreibt die Konferenz als eine Zusammenkunft von Personen, die an einem speziellen Themenbereich arbeiten. Auch oft als Kongress oder Tagung bezeichnet, gibt es für diese Veranstaltung, gerade in großen Unternehmen wie der Daimler AG, ein festes „Strickmuster“. Die klassische Konferenz zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Agenda gibt, sprich einen Zeitplan, in dem festgelegt wird, wann wer über was einen Vortrag hält. Tritt man selbst als Referent auf, muss man seine Präsentationsunterlagen häufig schon vorher einreichen und bekommt dann einen fixen Zeitrahmen zugeteilt, in dem man seine Ausführungen dem Publikum vorträgt.

barcamp.jpgWas aber unterscheidet denn nun ein Barcamp von so einer Konferenz? Barcamps werden oft als „Un-Konferenzen“ bezeichnet, denn sie stellen das klassische Konzept auf den Kopf. Hier gibt es keine festen Regeln, keine Agenda, keine Referenten und keine Hörerschaft. Vielmehr ist jeder Teilnehmer dazu angehalten, aktiv an der Gestaltung des Events teilzunehmen. Er ist Organisator, Referent und Zuschauer zugleich. Kürzlich haben mein Kollege Nils vom Daimler-Blog und ich an einem solchen Barcamp in Stuttgart teilgenommen. Zum ersten Mal trafen sich im Literaturhaus Stuttgart über das Wochenende Blogger, Entwickler und Interessierte aus allen Ecken Deutschlands zum freien Gedankenaustausch.

Unser Tag startete um 9Uhr. Beim gemeinsamen Frühstück verschafften wir uns einen Überblick über die Veranstaltung und knüpften erste Kontakte. Nachdem alle satt und zufrieden waren, startete die Sessionplanung. Jeder, der etwas zu sagen hat oder zu einem bestimmten Thema mit anderen diskutieren möchte, kann hier nach vorn gehen und den anderen seinen Vorschlag kurz unterbreiten. Findet dieser Vorschlag beim Publikum Anklang, bekommt er einen freien Slot auf dem Zeitplan. Dem so genannten Grid.

Die 60 Minuten langen Sessions finden dann im Anschluss in den verschiedenen Räumen statt. Die Themen reichen dabei von Technik über Internet bis hin zu sozialen und politischen Inhalten. Beispiele waren:

• Web 2.0 & Recht
• Zukunft der Online-Redaktion
• Öffentliche Wissenschaft im Web 2.0
• Wikipedia in Unternehmen
• Politik und Blogs in Frankreich

grid.jpg session.jpg

Und während den Sessions wird auch gleich der Unterschied zu den mir bekannten Meetings und Workshops bei Daimler sichtbar. Im Gegensatz zu Unternehmen, wo im Anschluss an ein formales Meeting in der Regel ein Protokoll angefertigt wird, welches später von den Mitarbeitern eingesehen werden kann, teilen die Teilnehmer von Barcamps ihre Aufzeichnungen und Eindrücke direkt aus der Session via Twitter, Blog und co. mit anderen. Ein Großteil der Notizen findet sich später auch in so genannten Wikis wieder, worauf dann jeder zugreifen kann.

Zwischendurch trifft man sich dann beim Mittagessen oder auf einen Kaffee in der Lobby, um dort weiter zu diskutieren oder einfach in bisschen auszuspannen und im Internet zu surfen. Obwohl es sicherlich hier und da noch Verbesserungspotential gibt, war es für uns beide eine interessante, neue Erfahrung, und das ein oder andere konnten wir doch für uns und unsere Arbeit mitnehmen.

Ist denn aber nun das Barcamp wirklich die Zukunft der Konferenz? Interessant wäre, ob so etwas bei Daimler auch funktionieren würde?

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Dieser Artikel wurde von Dirk Barchmann geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

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Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 3 Kommentare Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Berichte vom Barcamp München #bcmuc08

    Pingback vom 13. Oktober 2008 um 13:38

    [...] Blogwiese (mit Fotos, Frank Helmschrott, vibrio, Sprachspielerinp, Robert Basic, Netzlogbuch, Daimler-Blog, webholics, mlhoefer, [...]

  2. 2. Daimler meets Barcamp Stuttgart ‘08aufdirkbarchmann.de

    Pingback vom 13. Oktober 2008 um 16:24

    [...] habe ich kürzlich mein erstes Barcamp in Stuttgart besucht. Den Artikel von mir dazu gibt es jetzt auf dem Daimler-Blog zu lesen. War ne wirklich interessante Erfahrung und wenn ich mal wieder die Gelegenheit bekommen [...]

  3. 3. Jens Dörr

    Kommentar vom 15. Oktober 2008 um 12:41

    Das bringe ich bei meiner nächsten Präsentation unter: “Wann bitte ist denn mein Slot im Grid?” ;-)

    Davon abgesehen halte ich Barcamps für eine nette Sache, aber natürlich nicht für jede Veranstaltung und jedes Thema umsetzbar. Aus internen Meetings eines Unternehmens oder einer Organisation heraus dürfte wohl kaum über die wirklich interessanten Diskussionsgegenstände geblogt oder getwittert werden, was verständlich wäre.

    Ob ein Thema Anklang beim Publikum findet, kann man übrigens auch schon Wochen vorher mit den angemeldeten Teilnehmern klären und dann den besten Referenten dafür auswählen. Der kommt dann auch garantiert bestens vorbereitet. Das dürfte beim Barcamp nicht immer der Fall sein.

    Doch wie gesagt: Warum sollte man das nicht weiter in der Praxis erproben, das Ergebnis kann wie so oft überraschend anders sein als gedacht. Wobei das Ganze natürlich auch den Hintergrund der Betonung von Basisdemokratie und Abgrenzung gegen traditionelle Veranstaltungsformen besitzt.

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