Auf meinen Streifzügen durch das Daimler Konzernarchiv begegnen mir immer wieder viele kleine Unglaublichkeiten, Geschichten und Ereignisse, die es sich zu merken lohnt.
So zum Beispiel die Tatsache, dass die Verbindungen der Automobilhersteller unserer Zeit in der Vergangenheit gar nicht so fern waren. 1936 hat die Daimler-Benz AG, genauer gesagt das Werk Sindelfingen, 30 Einheiten des von Dr. Porsche konstruierten Volkswagens gebaut, der intern die Typenbezeichnung W 30 trug.
Die geschäftliche Verbindung zwischen Daimler und Porsche geht allerdings weit bis in das Jahr 1906 zurück, als Ferdinand Porsche Technischer Direktor der österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft wurde. Nachdem dieser 1923 ins Stammwerk nach Untertürkheim ein-, und am 31.12.1928 aus der fusionierten Daimler-Benz AG austrat, bot Porsche 1935 erste Varianten zum VW. Die Karosserieform („Käfer“) wurde von Erwin Komenda entworfen, der mehrere Jahre im Konstruktionsbüro Sindelfingen gearbeitet hatte, bevor er zu Porsche wechselte. Ab 1938 konnte der erstmalig in Sindelfingen produzierte „KdF-Wagen“ schließlich im eigens aufgebauten staatlichen VW-Werk in Wolfsburg hergestellt werden.
Bilder: W30 (Quelle: Daimler AG, Archive & Sammlung)
Dieser Artikel wurde von Verena Mühr geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. Peter Schloetzer
Kommentar vom 15. Oktober 2008 um 11:46
Hallo Frau Mühr,
das ist ein interessanter Beitrag, die Zusammenhänge zwischen Daimler und Porsche einmal darzustellen.
Schon seit 1902 gab es Verbindungen zwischen beiden Parteien. Dazu folgende Annekdote:
Am 7. Mai 1902 gewinnt Ferdinand Porsche das Exelberg-Rennen auf einem Mercedes-Lohner-Porsche.
Bei dieser Spezialkonstruktion auf Basis des Mercedes-Simplex 28 PS treibt der Benzinmotor über einen Generator elektrische Radnabenmotoren in den Vorderrädern an. Porsche selbst hat diese Antriebstechnik “System Lohner-Porsche” bei der Firma “Jacob Lohner & Co.” in Wien entwickelt. Derartige Fahrzeuge wurden dann ab 1906 unter der Bezeichnung “Mercédès Mixte” vertrieben.
Im Prinzip ist also Mercedes einer der ersten Anbieter von Fahrzeugen mit Hybridantrieb.
MfG
Peter Schlötzer
Antwort
2. Verena Mühr
Kommentar vom 15. Oktober 2008 um 14:31
Hallo Herr Schloetzer,
vielen Dank für Ihre Antwort auf meinen Streifzug-Beitrag. Insgeheim hoffe ich natürlich immer auf mehr oder weniger bekannte Zusammenhänge aus allen Ecken und Enden der Welt..
Viele Grüße,
Verena Mühr
Antwort
3. Daimler baute im Jahr 1936 Typ W30 von Porsche
Pingback vom 15. Oktober 2008 um 21:26
[...] Daimler-Blog ist in einen Beitrag aufgeführt, das das Daimler-Werk in Sindelfingen im Jahre 1936 genau 30 [...]
4. Daimler baute Typ W30 von Porsche
Pingback vom 15. Oktober 2008 um 22:24
[...] Daimler-Blog ist in einen Beitrag aufgeführt, das das Daimler-Werk in Sindelfingen im Jahre 1936 genau 30 [...]
5. Die mediaclinique gratuliert dem 'Daimler-Poesie-Album' liebevoll zum 1. Jahr!
Kommentar vom 16. Oktober 2008 um 12:44
[...] Die mediaclinique würde sich über mehr SPEZIELLES freuen von …
- Lumturije Lataj mit ihrem bisher leider einzigen Post “Wie kommt das Neue in die Welt?” und
- Verena Mühr mit “Ihr guter Stern auf allen Straßen…” und “Streifzüge durch das Archiv: Der W30″.
Von beiden würden wir gerne viel mehr lesen, hören, sehen. Auch wenn sich die beiden (Themen) auf den ersten Blick beißen, so könnten sie doch nicht enger verknüpft sein: Denn nur durch das Wissen um unsere Vergangenheit erschaffen wir eine bessere Zukunft. [...]
Antwort
6. Verena Mühr
Kommentar vom 29. Oktober 2008 um 14:10
So kann man sich irren..
Folgendes Urteil einer britischen Fachkommission über den Käfer habe ich soeben in Archivdokumenten gefunden:
“Das Fahrzeug entspricht in keiner Weise den elementarsten technischen Erfordernissen eines Automobils… Es ist zu häßlich und zu laut. Diese Art von Automobil wird sich, wenn überhaupt, höchstens zwei oder drei Jahre lang einer gewissen Popularität erfreuen…”
Wer hätte gedacht, dass der Käfer heute Kultstatus besitzt, an Populärität über die Jahre nichts eingebüßt hat und in unterschiedlichsten Ländern liebevoll als Coccinelle (frz.), Maggiolino (ital.) oder Escarabajo (span.) benannt wird.
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7. Horst Leeck
Kommentar vom 29. November 2008 um 14:25
Hallo Frau Mühr, hallo Blogleser!
Leider erwähnt Wikipedia den kurzzeitigen Produktionsstandort Sifi. nicht – schade.
Ich würde es einfügen – aber erst nach Rücksprache.
Horst Leeck, VEC-ler i.R.
Antwort
8. Peter Schloetzer
Kommentar vom 01. Dezember 2008 um 15:50
Hallo zusammen,
war Sifi Anfang der 20er Jahre nicht auch Produktionsstandort der Daimler Flugzeugwerke? Stichwort Hanns Klemm?
MfG P.Schlötzer
Antwort
9. Burkard Buschkühl
Kommentar vom 05. Dezember 2008 um 14:46
Bei Wikipedia und auch unter http://www.carsablanca.de/Oldtimer-Lexikon/Variante/mercedes-benz-150-w30
ist unter W30 nicht die Käfer-Nullserie sondern der Typ 150 aufgeführt. Dies war einer der nicht so erfolgreichen aber nach meinem Empfinden besonders urigen Heckmotorwagen. Den Typ 130 kann man z.B. in unserem Museum bewundern
MfG B.Buschkühl
Antwort
10. Verena Mühr
Kommentar vom 11. Dezember 2008 um 18:07
Hallo Herr Leeck,
Wikipedia ist ein frei gestaltbares, öffentliches Medium für die Allgemeinheit und wir sehen es natürlich immer gern, wenn Sachkundige und Automobilinteressierte Beiträge liefern, um die Geschichte weiterleben zu lassen.
Eine schöne Adventszeit!
Verena Mühr
Antwort
11. Iris Steineck
Kommentar vom 09. Januar 2009 um 18:03
Liebe Frau Mühr,
ich bin die Enkeltochter von Erwin Komenda und habe mit Interesse Ihren Beitrag gelesen. Interessieren würde mich noch, welche Spuren Erwin Komenda im Daimler Archiv hinterlassen hat. Komenda leitete laut eigenen Angaben bis 1931 die Versuchs- und Entwicklungsabteilung der Sindelfinger Karosserieabteilung und übernahm zudem das Vorbestell- und Vorkalkulationswesen.
Herzliche Grüße
Iris Steineck
Antwort
12. Daimler baute im Jahr 1936 Typ W30 von Porsche | blog.mercedes-benz-passion.com
Pingback vom 12. März 2009 um 00:11
[...] Daimler-Blog ist in einen Beitrag aufgeführt, das das Daimler-Werk in Sindelfingen im Jahre 1936 genau 30 [...]
13. Ralf Kaufmann
Kommentar vom 26. Oktober 2009 um 00:05
Hallo Frau Mühr,
nachdem ich Ihren spannenden Blogbeitrag gelesen habe, erinnerte ich mich an eine Foto-Karte des MB- Museums vom Juli 2004, auf der ein “Mercedes-Käfer” mit der internen Bezeichnung “Typ 170H” abgebildet war. Diese zweitürige Limousine mit 1,7-l-Heckmotor (4-Zyl. mit 28kW) wurde ebenfalls 1936 präsentiert und basiert – nicht nur augenscheinlich – auf dem gleichen Grundkonzept wie der oben beschriebene “VW”-Käfer und wurde bis Oktober 1939 1.507 mal gebaut.
Somit wurde mit dem W30 und 170H von Mercedes-Benz aus Sindelfingen offenbar die Käfer-Legende erfunden und dann 2 Jahre später von Volkswagen in Wolfsburg als KdF-Wagen produziert?
Wenn dem so ist, wird sich wohl mancher Fachmann und Laie verwundert die Augen reiben!
Antwort