Mario Jung hat sich am 28.10. hier auf dem Daimler-Blog, aufgrund der aktuellen Berichterstattung, Gedanken zum Produktionsstopp und einer verlängerten Betriebsruhe gemacht.
Tatsächlich wurde in den Medien viel über Daimler und die Auswirkungen der Finanzkrise berichtet. Das hat verständlicherweise zu Unruhe und Verunsicherung geführt. Hinzu kommt, dass nicht alle Informationen, die durch die Medien gingen, richtig waren.
Um mehr Klarheit zu schaffen, hat Personalvorstand Günther Fleig am vergangenem Montag kurzfristig mehrere Journalisten zu einer Telefonkonferenz eingeladen. Ich möchte Ihnen hier daraus berichten.
Was zum heutigen Zeitpunkt feststeht: Im Werk Sindelfingen wird es eine verlängerte Weihnachtsruhe vom 12. Dezember an geben. Arbeitsbeginn ist der 12. Januar 2009. Die Spanne von fast einem Monat hört sich dabei drastischer an als sie ist. Denn in diesen Zeitraum fallen durch Weihnachten und Silvester mehrere Feiertage, und auch in den Vorjahren gab es immer mindestens zwei Wochen Werksferien um den Jahreswechsel.
An den anderen Standorten wird derzeit über die genaue Länge der Weihnachtsferien verhandelt. Teilweise werden sie auch kürzer ausfallen als in Sindelfingen. In Bremen soll es beispielsweise in einigen Bereichen schon am 5. Januar wieder losgehen. Im Werk Rastatt wird es – wie bereits schon kommuniziert wurde – vom 12. Dezember bis zum 12. Januar Weihnachtsferien geben. Die anderen Standorte werden ihre Mitarbeiter informieren, sobald die genauen Termine feststehen.
Ein noch wichtigeres Thema als die Länge der Weihnachtsferien ist für viele die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Dazu hat Günther Fleig eine klare Aussage gemacht: „Der Beschäftigungssicherungsvertrag gilt wie vereinbart bis Dezember 2011. Wir halten uns daran.“
In der Zukunftssicherung 2012 wurde bereits im Sommer 2004 für schwierige Zeiten gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung ein stufenweiser Ablauf vereinbart. Ziel ist es stets, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und die Beschäftigung zu sichern. Wir gehen heute davon aus, dass die vielfältigen Flexibilisierungsinstrumente ausreichen, die uns die ZuSi zur Verfügung stellt.
Der erste Schritt (nur hier befinden wir uns gerade!) ist eine weitere Nutzung der Zeitkonten. Dabei gibt es derzeit noch Luft. Die Regelungen im Geschäftsfeld MBC bewegen sich zwischen -150 und -200 Stunden; im Truck-Bereich gehen die Regelungen sogar bis -300 Stunden.
Der zweite Schritt – an dem wir derzeit aber nicht arbeiten – wäre die Anwendung des Tarifvertrags Beschäftigungssicherung. Auch das haben wir bereits 2004 in der ZuSi vereinbart. Dieser sieht eine Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu im Minimum 30 Stunden vor. Eine solche 14 %ige Arbeitszeit- und Lohnkürzung führt zu einem Nettolohnverlust in einer Größenordnung von 10 %. Dieser kann aber durch die vorzeitige Leistung von „Weihnachtsgeld“ ausgeglichen werden.
Erst wenn all dies nicht mehr ausreicht, kämen wir zu einem dritten Schritt, der auch in der ZuSi vereinbart ist: Kurzarbeit. Hier gibt es in Baden-Württemberg eine tarifliche Zuschussregelung mit einer Aufzahlung auf 80 % des bisherigen Bruttoentgelts. Dies führt zu einer Nettoabsicherung je nach steuerlicher Situation zwischen 90 % und maximal 100 %.
Derzeit diskutiert der Gesetzgeber über eine Verlängerung der Kurzarbeitergeldbezugsdauer.
Aber wie schon gesagt: Wir sind heute erst bei der ersten Stufe dieses mehrstufigen Systems. Wir müssen jetzt erstmal die weitere Entwicklung der Märkte abwarten und hoffen, dass damit weitere Stufen überflüssig werden.
Und um noch auf Ihren Hinweis mit den Abfindungen einzugehen: Parallel zur ZuSi aus 2004 gibt es seit 2002 einen so genannten Rahmensozialplan. Das bedeutet, dass das Ausscheiden eines Mitarbeiters aus dem Unternehmen auf Basis dieses Rahmensozialplans erfolgen kann: freiwillig (und zwar auf beiden Seiten) und mit Abfindung. Auch das ist somit ebenso schon länger geregelt.
Sie sehen, hinter der Vorgehensweise stehen Überlegungen, die wir im Sommer 2004 gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung in dieser Systematik festgehalten haben. Wir sind gewappnet für einen Abschwung. Natürlich geht so eine weltweite Krise nicht spurlos an uns vorbei, wir haben aber viele Instrumente, um darauf zu reagieren. Wenn ein Unternehmen gegen solche Widrigkeiten gerüstet ist, dann sind es wir bei Daimler!
Prof. Dr. Eckhard Kressel
Leiter Personal- und Arbeitspolitik
Dieser Artikel wurde von Prof. Eckhard Kreßel geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. ralf schwartz, mediaclinique
Kommentar vom 31. Oktober 2008 um 13:44
Glückwunsch zu diesem Post!
Langsam wird hieraus ein richtiges Corporate Blog.
Mit Spannung erwartet, mit Interesse zukünftig weiterzuverfolgen!
Mögen die Zeiten für uns alle nicht zu hart werden.
Antwort
2. Unternehmenskommunikation ganz pur im Daimlerblog
Pingback vom 31. Oktober 2008 um 22:31
[...] Beitrag erschienen und im öffentlichen Internet zu lesen ist, hat sich auch gleich ein Entscheider Herr Prof. Dr. Eckhard Kressel der Leiter Personal- und Arbeitspolitik ganz öffentlich getraut ein (in meinen Augen sehr) [...]
3. Thomas Hübner
Kommentar vom 06. November 2008 um 10:11
War sehr überrascht über die Aussage von H. Prof. Eckhard Kressel, daß wir uns im ersten Schritt (Nutzung der Zeitkonten) befinden und dann parallel eine Brief über Strukturmaßnahmen 2008 im Briefkasten vorfand.
Antwort
4. Eckhard Kressel
Kommentar vom 07. November 2008 um 13:54
Hallo Herr Hübner,
die von Ihnen angesprochenen Strukturmaßnahmen laufen parallel zu dem erläuterten Stufenmodell.
Wir haben parallel zur “Zukunftssicherung 2012″, in der diese Flexibilitätsstufen geregelt sind, einen so genannten Rahmensozialplan. Das bedeutet, dass neben der ersten Stufe “Zeitkonten”, in der wir uns momentan befinden, Mitarbeiter über diesen Rahmensozialplan ausscheiden können: immer freiwillig und mit Abfindung.
Es handelt sich also um Anpassungsmaßnahmen, die wir immer wieder anbieten, um mit den kontinuierlichen Effizienzsteigerungen und mit den so sehr schwankenden Beschäftigungssituationen, wie wir sie gerade erleben, umgehen zu können.
So haben wir beispielsweise in einem Brief bestimmten Mitarbeitergruppen des Werks Sindelfingen Angebote über Frühpensionierung, Altersteilzeit und Ausscheidensvereinbarungen angekündigt. Diese betreffen aber dort nur eine bestimmte Gruppe von Mitarbeitern und sind bis Ende Februar 2009 befristet.
Grundprinzip für entsprechende Verträge ist immer die Zustimmung von Mitarbeiter und Unternehmen, also doppelte Freiwilligkeit.
Antwort
5. Berliner Mitarbeiter
Kommentar vom 10. November 2008 um 10:56
Ausscheidungsverfahren…”bestimmte Mitarbeitergruppen”…”Werk Sindelfingen”…?!?!?
Hr. Prof. Kressel, es sind nicht NUR die Kollegen in Sifi die diese Briefe zum Thema Ausscheidungsverfahren 2009 erhalten haben.
Auch hier in Berlin bekam JEDER MA solch einen Brief. Wie war das jetzt mit ” bestimmte Mitarbeiter”?!?!?
Antwort
6. Uwe Knaus (Moderator)
Kommentar vom 12. November 2008 um 07:46
@Berliner Mitarbeiter:
.”..So haben wir beispielsweise in einem Brief bestimmten Mitarbeitergruppen des Werks Sindelfingen…”
Wenn ich diese Passage richtig verstanden habe, dann war Sindelfingen lediglich beispielhaft genannt und die Angebote gingen auch an andere Standorte.
Wenn ich falsch liegen sollte, wird Herr Kressel mich bestimmt korrigieren.
Gruß nach Berlin.
Antwort
7. Berliner Mitarbeiter
Kommentar vom 12. November 2008 um 22:57
@Uwe Knaus
…auch wenn die MA in Sifi als bsp. genannt wurden…fakt ist das nicht nur “bestimmte MA”…sondern alle MA beim Daimler diese Angebote bekommen haben.
Übrigens, die Abfindungssummen sind in jeglicher hinsicht… und das für jeden MA…ein absoluter Hohn. Noch schlimmer, der Umgang mit diesen “Individuellen Berechnungsgrundlagen”. So jedenfalls geschehen im W40.
mfg aus Berlin/Marienfelde
Antwort
8. Peter
Kommentar vom 13. November 2008 um 09:04
An den Berliner,
Fakt ist, dass ICH noch kein Angebot bekommen habe (mein gesamter Bereich übrigens auch nicht). Somit ist auch Fakt, dass das Angebot nicht ALLE, sondern nur BESTIMMTE MA bekommen haben. Punkt.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich in den letzten Jahren schon zwei mal kurz hintereinander ein Abfindungsangebot bekommen habe (Core NMM). Das motiviert nicht unbedingt. Vollkommen richtig.
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9. Peter Schloetzer
Kommentar vom 13. November 2008 um 11:31
@all
Soviel ich weiß (unter Vorbehalt !) haben, im Gegensatz zu Produktion und Versuch, die MA der PKW Entwicklung keine “Angebote” bekommen.
Antwort
10. Berliner Mitarbeiter
Kommentar vom 13. November 2008 um 12:40
@Peter
Kann es sein das Du zwecks Deinem Alter kein Angebot bekommen hast? Ich persönlich kenne hier in Berlin keinen der sein Angebot nicht bekommen hat.
Auch die MA hier in der Entwicklung haben es schriftlich.
mfg
Antwort
11. Udo Bangert
Kommentar vom 17. November 2008 um 18:51
@all
Es haben nicht alle Mitarbeiter ein Angebot bekommen. Entwicklungsmitarbeiter sind meines Wissens fast alle ausgenommen. Es macht ja wenig Sinn hunderte von offenen Entwicklungsstellen auszuschreiben und gleichzeitig an erfahrene Ingenieure Abfindungen zu zahlen. Hier kommen aber auch Mitarbeiter auf uns Betriebsräte zu, welche gerne in ATZ oder Vorruhestand gehen wollen, oder sich selbstständig machen würden. Unsere Aufgabe wird es sein ggf. Ringtausche zu organisieren, da zum Teil Produktionsmitarbeiter in der Entwicklung aushelfen. Damit könnte man dann gleich mehreren Mitarbeitern helfen.
Antwort
12. Berliner Mitarbeiter
Kommentar vom 18. November 2008 um 06:29
@Betriebsrat Udo B.
…natürlich macht es Sinn hochbezahlte Mitarbeiter, ja…auch die aus der Entwicklung, Angebote zu unterbreiten und im Gegenzug neue “niedrig Löhner” einzustellen (vergleichen wir doch mal die Verträge neuer MA mit denen die wir haben “Altverträge mit Bestandsschutz”), bzw. diese Stellen nicht mehr voll zu besetzen.
Siehe Ihr Kommentar: “da zum Teil Produktionsmitarbeiter in der Entwicklung aushelfen”! Aber hallo! So Qualifiziert kann kein normaler Produktionsmitarbeiter sein um mal schnell in die Entwicklung zu gehen um da zu “helfen”! Es ist halt immer der einfachste Prozess da zu sparen wo es nicht richtig ist.
Sorry, da hilft auch diesmal kein schön reden!
…aber toll zu lesen ist das Ihr, der BR, in Stu`gart den Ma helft.
Hier in Berlin ist der BR und die WL sich überhaupt nicht mehr grün…und das geht natürlich voll ,zu lasten der MA. Hilfe?! Hier?! …vom BR!?!?! …paaah…
Antwort
13. Anton Schneider
Kommentar vom 18. November 2008 um 17:36
ich lese nur freiwillige ausscheiden mit abfindung wie hoch muß ein betrag sein das man ausscheiden kann wenn die steuer abgezogen ist renteversicherung und krankenkasse für die restlichen jahre bevor man in rente gehen kann und leben muß man auch noch. Und was bleibt einem von der rente wenn man die prozente für die jahre abgezogen bekommt wo man früher in rente geht. langt es dann noch oder kann man sich dann ein job suchen das man über die runden kommt.
Darum lieber genau prüfen und zwei oder drei mal nach rechnen .
Antwort
14. Udo Bangert
Kommentar vom 18. November 2008 um 21:53
Hallo, ganz so einfach ist dies mit der Aushilfe von Werksmitarbeitern in der Entwicklung nicht. Diese kommen z. B. von ähnlichen Motorenprüfständen in der Produktion und gehen dann auf Prüfstände der Entwicklung. Da muss man sich schon reinarbeiten. Nach ERA gibt es bei uns unterschiedliche sogenanne Prüfstandsfahrer. Als sehr guter Prüfstandsführer braucht man mehrere Jahre Erfahrung. Auch beim Zusammenbau von neuen Entwicklungsmotoren muss man genauer aufpassen, zumal man diesen oft ganz allein zusammenbauen muss. Was im Werk wohl nicht oder selten vorkommt. Preiswerter sind die Mitarbeiter oft auch nicht, da diese noch Schichtausgleich o. ä. bekommen. Was auch ok ist, da diese sich flexibel zeigen. Hierzu haben wir entsprechende Betriebsvereinbarungen. Auch Ingenieure welche neu eingestellt werden sind bei einem fast leergefegten Expertenmarkt nicht gerade billig. Viele Ingenieure wissen um ihren Wert.
@Anton Schneider
Bei einer Frühpensionierung erhält man nach Abzug von Krankenversicherung und Rentenversicherung die man von dem Geld zahlen muss grob 60% vom aktuellen Nettoeinkommen. Ich kenne einige Kollegen, welche dies vor 3 Jahren in Anspruch genommen haben, diese sind soweit noch ganz glücklich. Man braucht aber einen gute Beratung und einen guten Steuerberater. Im Kern ist es da sinnvoll die Abfindung gleichmässig über die Jahre zu verteilen. Dann kann man noch die Riesterrente nutzen und die Fünftelungsregelung. Dei Rente muss halt reichen und eine Inflation ist gefährlich. Dies ist gerade für Mitarbeiter, welche ggf. nicht in ATZ gehen können interessant. Wobei es ein seltsames Gefühl ist ab 53+x quasi in Rente zu gehen. Wobei ein paar Rentenjahre mehr, ja nichts schlimmes sein müssen.
Antwort
15. jochen
Kommentar vom 19. November 2008 um 11:31
Weiß nicht, ob meine Meinung hier an der richtigen Stelle steht: “Warum ist man nicht flexibel in der Preisgestaltung, wenn man einen Absatzrückgang hat. Statt ein Produktions- Stopp einfach mal die eine oder andere Preisaktion bei den Händlern subventionieren.Die Aktion ein Satz Winterreifen für jeden Neuwagen finde ich lächerlich “
Antwort
16. Udo Bangert
Kommentar vom 21. November 2008 um 07:55
@jochen
1. Es macht sich aus meinen Erfahrungen heraus der Vertrieb sicher viel Gedanken, was man alles tun kann um unseren Absatz zu fördern.
Positiv ist, dass es auch immer mehr Möglichkeiten gibt, dass sich Mitarbeiter und Kunden mit Ideen einbringen können.
2. Trotz allem leben wir in einer Marktwirtschaft.
Hier sind die Wirtschaftsnobelpreisträger der letzten 2-3 Jahrzehnte interessant. Viele Parteien auf der Welt sind da Milton Friedmann auf den Leim gegangen, welcher wohl mal in den Raum stellte, dass man alle Markthindernisse einreißen müsste, dann würde sich der Wohlstand für alle schnell vermehren. Länder welche dies mit am stärksten befolgt haben (wie Argentinien, die USA…) standen oder stehen vor einem Abgrund. Einige Nobelpreisträger der letzten Jahre haben nämlich gezeigt, dass Friedmann wohl nur recht hätte, wenn man “alle2 wichtigen Informationen des Marktes hätte. Da dies nie (selten)der Fall ist funktioniert diese Theorie nicht. Dies steckt aber noch in nicht wenigen Politikerköpfen drin.
Deshalb sind Aussagen von vor 200 Jahren von berühmten und bekannten Volkswirtschaftlern (Adam S. und Dr. Karl M.) immer noch richtig.
Ich erkläre dies vereinfacht so, wenn die Gebrüder Aldi ihren täglichen Gewinn verbrennen würden, statt zu investieren, was ihr Recht wäre. Würde unserer Volkswirtschaft massiv Geld entzogen und sie würde wohl zusammenbrechen. Gleiches würde passieren, wenn die Ölländer auf die gleiche Idee kämen. Deswegen beschreiten wir aus meiner Sicht gut gemeinte Pseudoversuche (”soziale” Marktwirtschaft) dies zu ändern. Wenn man das Buch “Solare Weltwirtschaft” von Dr. Hermann Scheer (u. a. Alternativnobelpreisträger) liest, versteht man das bisherige Scheitern dieser Versuche.
Man könnte es auch ironisch nehmen wie manche Philosophen”Eine Krise ist ein vorrübergehnder kritsicher Zustand…”
Hoffen wir, dass dieser schnell vorrübergeht.
Antwort
17. Hans Guenter Jochum
Kommentar vom 05. Dezember 2008 um 01:25
@Udo Bangert:
ein guter Beitrag. Zur Ergänzung; Island hat den Turbokapitalismus nach Friedman noch zügelloser “gelebt”. Geduldet und gefördert von einer konservativ-liberlaen Koalition. Ergebnis: Island ist eigentlich pleite, kann nur mit Krediten anderer Länder die Sicherungsverpflichtungen aus den Spargeldern vieler europäischer Bürger erfüllen. Die verantwortlichen Banker haben sich alle in die Steuerparadiese abgesetzt. Mal sehn, ob es die isländische Bevölkerung schafft, den verantwort,ichen Politikern bei der nächsten Wahl den Laufpass zu geben. Oder ob sie den Sirenengesängen der “der Markt wird es schon richten” wieder erliegt. Immerhin hat diese “Blase” den Isländern mit das höchste BIP je Einwohner in Europa beschert. Nicht so hoch wie im Steuerflüchtlingsland Liechtenstein, aber höher als in Luxemburg und auch in der Schweiz, die ja auch ihr hohes BIP den Dienstleistungen rund um das Verstecken von Vermögen verdankt.
Jetzt schlage ich den Faden zu den Problemen der Auslastung beim Daimler. Viele “Blasen” sind geplatzt: ein sehr großer Teil der Mercedes Käufer im In- und Ausland hätte zwar noch virtuelles Geld, aber kein reales Geld mehr. Kredite sind knapp geworden.
Jetzt fliegen uns die Fetzen der geplatzten Blase um die Ohren, unseer Angebot an Arbeitskraft ist nicht mehr mit der Nachfrage in Einklang zu bringen!!!
Also werden unsere Einkommen weiter real sinken, damit wir die Globalisierung mit Hilfe von “Austockern” für D sozialverträglich bewältigen können. Oder mit ATZ, Frühpensionierung, Abfindungen und was es sonst noch gibt!
Seit 2001 bin ich nicht mehr im aktiven Prozess, hatte eigentlich gedacht, dass ich das Ganze etwas unaufgeregter sehen würde, aber ich werde immer Linker, je länger diese Ungerechtigkeiten in D andauern.
Antwort
18. Thoms-Joa
Kommentar vom 03. April 2009 um 11:59
Heute schreiben wir den 03.04.09. Es ist wirklich bemerkenswert, mit welcher Geschwindigkeit die einzelnen aufgelisteten Schritte durchlaufen werden (mußten). Hoffentlich reichen diese Schritte nunmehr alle aus und ein vierter wird nicht erforderlich.
Antwort