Druckluft, umgangssprachlich auch Pressluft genannt, bezeichnet komprimierte Luft. Sie ist eine Energieform, die ein konkurrenzlos breites Anwendungsspektrum bietet und dabei Geschwindigkeit, Kraft, Präzision und nahezu gefahrloses Handling miteinander verbindet. Diese Eigenschaften machen Druckluft in vielen Fällen unersetzbar.
In der Produktion ist der Einsatz von Druckluft nicht mehr wegzudenken. Im Mercedes-Benz Werk Untertürkheim sind allein 51 Druckluftverdichter zur Erzeugung von insgesamt 210.000 nm³ Druckluft pro Stunde (wohl gemerkt) installiert. Hierzu wird eine elektrische Leistung von 26.000 kW benötigt.
Der Energieträger Druckluft ist allerdings bei Wirkungsgraden von nur 5 Prozent (!), gemessen über das Gesamtsystem, der teuerste Energieträger schlechthin. Entsprechend groß ist hier das Einsparpotenzial. Ein erster wirksamer Schritt zur Energieoptimierung ist die Behebung von Druckluftleckagen und das Abschalten von Sperrluft in produktionsfreien Zeiten.
Das Projekt Energieoptimierung veranstaltet zu diesem Thema eine Wanderausstellung: Bis Ende nächsten Jahres finden in den Produktionsleitungszentren (PLZ’s) des Mercedes-Benz Werks Untertürkheim Informationsveranstaltungen rund um das Thema Druckluft statt.
Das Highlight ist eine Vorrichtung mit Wasserbehältern, die eine Druckluftleckage demonstriert. Innerhalb weniger Sekunden wird durch eine kleine Leckage mit einem Durchmesser von 0,7 mm ganz schön viel Wasser verdrängt, dessen Volumen der Menge des Druckluftverlustes entspricht.
Auch das akustische Erkennen einer Druckluftleckage steht auf dem Programm, um diese in der Produktion rasch feststellen und die entsprechenden Maßnahmen einleiten zu können.
Abgerundet wird das Ganze durch eine Informationstafel des Arbeitsschutzes zum Umgang mit Druckluft. Alles in allem eine sehr interessante Sache mit viel Wissenswertem rund um das Thema Druckluft.
Update
Aufgrund der wiederholten Nachfrage stellen wir die Skizze des Aufbauplans nun auch als Download zur Verfügung:
Dieser Artikel wurde von Angelika Kleiber geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
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1. Großmann Michael
Kommentar vom 13. Januar 2009 um 22:30
Beitrag ist o.k.
Kann noch erweitert werden.
Mehr Technik und Inovation wünschenswert.
Antwort
2. Peter Otto
Kommentar vom 18. Februar 2011 um 19:56
Würde gerne das Modell nachbauen und mit unseren Messgeräten für Druckluft ausstatten. Tolles Projekt!
Antwort
Antwort von Angelika Kleiber am 01. März 2011 um 09:37:
Super! Skizzen sind per Mail unterwegs!
Antwort
Antwort von Jeenel N. am 19. April 2011 um 20:57:
Hallo,
ein wirklich tolles Projekt. Würde in unseren Betrieb gerne diese Demo-wand/Modell nachbauen.Wäre es möglich einen Aufbauplan zu bekommen ?
Antwort
Antwort von Uwe Knaus (Moderator) am 20. April 2011 um 14:23:
Der Aufbauplan steht am Ende des Artikels als Download zur Verfügung.
Antwort
Antwort von Jeenel Norbert am 20. April 2011 um 16:03:
Vielen Dank für den Aufbauplan und die extrem schnelle Antwort.
Bloggen macht doch Spass :))
3. Th. Schumacher
Kommentar vom 01. März 2011 um 13:38
Hallo Fr. Kleiber
Hab das Thema erst heute entdeckt – wirklich interessante Dimensionen!
Sicher sind Sie seit der Zeit schon weiter gekommen in Ihren Einsparbemühungen .
Dennoch ein kl. Tipp aus meinen früheren Werkstattzeiten : Große Luftverschwender waren da Pressluftpistolen älterer Bauart , die bei Abzug das Ventil sofort voll “aufschnappen” ließen .
D.h. Abgabe entweder garnichts oder voller Volumenstrom ! Dies umso schlimmer, wenn auch die Frontdüse noch aufgebohrt worden ist .
Es gibt ja moderne Luftsparpistolen die sich gefühlvoll regulieren lassen!
Ich nehm ja an die sind hier verbreitet , aber vielleicht lohnt sich doch mal eine Stichprobe, mit der man herausfindet, ob noch alte oder modifizierte Luftspender unterwegs sind?
Mfg Th. Schumacher
Antwort