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01.2009

Meine persönliche Erfolgsgeschichte „beim Daimler“

Teil I: Ferienarbeit und Vertragsverlängerung

Hallo erstmal ein paar Infos zu meiner Person. Ich heiße Ali Ayhan, habe die Mittlere Reife und anschließend eine Lehre als Karosserie- und Fahrzeugbauer (extern) absolviert. Ich will hier meine Geschichte beim Daimler erzählen, ich dachte, ich müsse diese Geschichte einfach mit anderen Leuten bzw. Kollegen beim Daimler teilen. Einfach als Ansporn oder als eine kleine Kurzgeschichte wie man es auch nennen will.

Ich habe mich im Jahre 2000 als Ferienarbeiter beim Daimler beworben, ohne große Hoffnung eigentlich, dass ich eine positive Rückmeldung bekommen würde. Meiner Bewerbung ging eine zweimonatige Arbeitslosigkeit voraus die einer betriebsbedingten Kündigung meines vorherigen Arbeitgerbers folgte. Nun – ich wurde am 24.10.2000 zum Vorstellungsgespräch nach Sindelfingen eingeladen. In freudiger Erwartung ging ich hin und wurde zusammen mit zirka 60 anderen neuen Kollegen in einem großen Saal empfangen und einer kurzen Sicherheitsunterweisung unterzogen.

Nach erfolgter Unterweisung wurden wir nach dem Zufallsprinzip verteilt. Ich hoffte natürlich inständig, dass ich eine „Gute Arbeit“ bekommen würde. Die Reihen lichteten sich immer weiter und ich war immer noch keinem Bereich zugewiesen worden. Die Meister der verschiedenen Bereiche kamen und nahmen immer wieder ein paar Leute mit. Zum Schluss waren wir noch vier bis fünf Leute und keiner hatte uns ausgewählt – ich hoffte aber noch immer eine „Gute Arbeit“ zu bekommen. Was letztendlich daraus wurde ist Ansichtssache. Auf jeden Fall wurden wir dem Rohbau zugeteilt, was wie ich von anderen Kollegen hörte nicht die schlechteste Wahl sei. Der Rohbau ist gegenüber der Montage das wahre Paradies, hieß es.

Sindelfingen ProduktionNun meine Ansichten vom Paradies waren eigentlich ganz anders, als ich das 1. Mal durch die riesige Rohbauhalle geführt wurde und die riesigen Roboterstraßen sah aus denen nach jedem Schweißvorgang die Funken durch die Luft geschleudert wurden. Gerüche von beißendem Qualm, heiße Bleche, der Lärm, die Hitze und die ganzen Kollegen mit den Ärmelschonern, Schutzbrillen, Ohrstöpseln in ihren Blaumännern – da kam mir der Vergleich zum Paradies nicht ganz passend vor.

Wie dem auch sei, mein erster Arbeitstag nahm Gestalt an. Ich wurde einem Paten übergeben der mich dann auch einlernte. Nach zwei Wochen wollte ich die Firma wieder verlassen – wenn mir diese Bemerkung gestattet sei. Es war einfach eine monotone Arbeit: ständig die gleichen Handgriffe, die gleichen Abläufe, ohne Abwechslung stur die Blechteile in die Magazine einlegen.

Die einzige Abwechslung war die stündliche Rotation, so dass ich mich Stunde um Stunde vorhangelte, dem Feierabend entgegen. Anders wäre es kaum zu schaffen gewesen, man muss sich immer kleine Rettungsinseln schaffen – von Station zu Station oder von Pause zu Pause. Wenn man die 8 Stunden am Stück bewältigen will, erscheinen sie einem schier unendlich.

Die Zeit verging trotzdem und mein dreimonatiger Arbeitsvertrag neigte sich dem Ende zu. Mittlerweile hatte ich mich aber an das Geschäft – so monoton es auch war – und an die Kollegen, mit denen ich viel Spaß hatte, gewöhnt und wollte eigentlich gar nicht mehr gehen, weil es doch nicht so schlecht war wie ich anfangs darüber gedacht hatte. Folglich war die wichtigste Frage, die sich uns Ferienarbeitern fortan stellte, ob es denn eine Verlängerung des Vertrages gäbe. Natürlich löcherte jeder den Meister damit und er sagte schon jedes Mal standardmäßig er wisse nichts!!! So ging das etwa bis cirka zwei Wochen vor dem Vertragsende. Ich fragte abermals den Meister ob er denn etwas gehört hätte bezüglich Arbeitsvertragsverlängerung und bekam wieder den Standardspruch zu hören „Ich weiß nichts“ – wobei ich für den Meister auch ein gewisses Maß an Verständnis aufbringe, denn wenn dich jeden Tag zehn Leute dasselbe fragen, krieg man ja auch die Krise!

Nun wollte ich mich mit dieser Aussage nicht zufrieden geben und beschloss, selbst im Personalbüro nachzufragen. Ich ließ mich vom Maschinenführer ablösen und ging schnurstracks in den Bau 1 ins Personalbüro zu dem zuständigen Personalbetreuer und fragte ob sie meinen Vertrag nicht verlängern könnten. Die Dame sagte mir dann, „ das OK müsste vom Meister kommen dann könnte sie noch zwei Leute verlängern für weitere zwei Jahre“. Ich sagte, dass ich mich drum kümmern werde und rannte sofort ins Meisterbüro, um ihn darüber zu informieren. Doch die gute Frau hatte in der Zwischenzeit schon bei Ihm angerufen und sich über mich informiert. Der Meister gab also sein OK und ich bekam meine zweijährige Verlängerung – was mich natürlich sehr sehr freute und mich auch stolz machte, denn ich dachte mir: so schlecht ist der Daimler gar nicht und wenn ich schon mal drin bin will ich eigentlich nicht mehr wieder raus.

Fortsetzung folgt

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Dieser Artikel wurde von Ali Ayhan geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

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Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 17 Kommentare Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Benjamin Lippert

    Kommentar vom 20. Januar 2009 um 09:46

    Eine Geschichte, wie ich sie mir für das Daimler-Blog wünsche. Vielen Dank, Herr Ayhan. Und weiterhin eine gute Zeit mit doch der ein oder anderen spannenden Begebenheit neben den vielleicht oft doch monotonen Tätigkeiten.

    Antwort

  2. 2. Petra-Tina Balatinac

    Kommentar vom 20. Januar 2009 um 10:35

    Hallo Herr Ayhan,

    Ihre Geschichte klingt sehr interessant. Dieses “wenn man einmal beim Daimler ist, möchte man gar nicht mehr wieder weg”-Gefühl hatte ich bei meinem ersten Einsatz als externe Sekretärin ebenfalls. Und es geht mir immer noch so. Die Arbeit macht unheimlichen Spaß und die Kollegen sind klasse. Man kann über Daimler schimpfen oder auch nicht. Ich jedenfalls möchte gar nicht mehr wo anders arbeiten :o)

    Ihr Bericht zeigt in jedem Fall, dass sich Beharrlichkeit und Engagement durchaus auch mal auszahlen können.

    Liebe Grüße,

    Tina Balatinac

    Antwort

  3. 3. Ali Ayhan

    Kommentar vom 20. Januar 2009 um 11:34

    @Benjamin, danke daß die geschichte ihnen gefallen hat, aber es kommen noch 2 Episoden:) also schön dranbleiben es wird noch besser.

    Antwort

  4. 4. Ali Ayhan

    Kommentar vom 20. Januar 2009 um 11:37

    @Petra, hallo erstmal danke für das Feedback, also ich habe es nicht bereut beim Daimler geblieben zu sein ganz im Gegenteil ich bin sehr sehr froh über das was ich erreicht habe, also die nächsten 2 Teile nicht vergessen:))

    Grüße Ali

    Antwort

  5. 5. Teuschel

    Kommentar vom 20. Januar 2009 um 12:54

    Hallo Herr Ayhan,

    schöner und netter Bericht! Die anderen Episoden werden bestimmt auch sehr interessant sein.

    Grüsse

    Antwort

  6. 6. Ali Ayhan

    Kommentar vom 20. Januar 2009 um 13:12

    @Teuschel, danke schön für das Kompliment, ich freue mich über jedes Statement!

    Antwort

  7. 7. bernd schmitz

    Kommentar vom 20. Januar 2009 um 22:47

    Respekt für diesen ehrlichen und authentischen Beitrag. Und viel Erfolg für Ihre Zukunft

    Antwort

  8. 8. Uwe

    Kommentar vom 20. Januar 2009 um 23:34

    Hehe, saugut, in der Tat, weiter so!

    Antwort

  9. 9. Ali Ayhan

    Kommentar vom 21. Januar 2009 um 08:10

    @bernd schmitz, ich freue mich über so viel positives Feedback, danke !!!

    Antwort

  10. 10. Ali Ayhan

    Kommentar vom 21. Januar 2009 um 08:10

    @uwe, vielen Dank !!!

    Antwort

  11. 11. Andy Bucek

    Kommentar vom 21. Januar 2009 um 12:47

    Hallo Ali !!!

    Wir sind schon gespannt auf Deinen Teil 2 und 3.
    Mal gespannt, ob Du im Teil 2 und 3 Deine alten Entwiklungskollegen erwänst.

    P.s. Einen wunderschönen Gruß von Deniz Bezen, Andreas Bucek und Patrik Heinz ( Dein Entwiklungsteam ).

    Antwort

  12. 12. Ali Ayhan

    Kommentar vom 21. Januar 2009 um 12:50

    @Andy, ja hallo das finde ich aber nett von euch, ja dann lasst euch mal überraschen , Deniz, Andy und Patrick.

    Antwort

  13. 13. Nazli Sahin

    Kommentar vom 21. Januar 2009 um 15:37

    Hallo Ali, ich finde deine “Erfolgsgeschichte beim Daimler” super nett und ein gutes Beispiel dafür dass man Chancen im Leben gut nutzen muss und seine Ziele hartnäckig verfolgen sollte um Erfolg zu haben.Und auf jeden Fall das zu schätzen weiss was man sich erarbeitet hat! Finde ich super! Ich habe 1991 hier Industriekauffrau gelernt und bin auch seit dem sehr glücklich hier zu sein und kann es mir gar nicht mehr ohne Daimler vorstellen!Ich werde deine Fortsetzung lesen alles Gute weiterhin! NAZLI

    Antwort

  14. 14. Ali Ayhan

    Kommentar vom 22. Januar 2009 um 08:40

    @Nazli, hallo danke für den Kommentar und deinen kurzen Lebenslauf:-) Alles Gute weiterhin.

    Antwort

  15. 15. Okkan Kilic

    Kommentar vom 24. Juni 2009 um 05:55

    Hallo Ali,
    deine Erfolgsgeschichte finde ich ebenfalls sehr ,,Erfolgsreich” und kann auch für viele ein Beispiel sein… Man sollte die Möglichkeiten bzw. auch die Chancen im Leben nutzen. Der eigene Wille ist in diesem zusammenhang sehr wichtig, und dies hast Du, meiner meinung nach, sehr gut erarbeitet.
    Viele beim Daimler können sich glücklich schätzen in so einem Betrieb arbeiten / oder auch sein Einsatz leisten zu können… Ich weis es auf jeden fall zu schätzen.
    Ich wünsche Dir weiterhin noch viel Erfolg -auch in Deinem Privat leben gesundheit – für Dich und Deiner Family, denn ohne dieses klappt es auch nicht !!! OKKAN

    Antwort

  16. 16. Zeitarbeit muss keine Endstation sein – eine Mutmachergeschichte » DerZeitarbeits-Check.de – Das Blog

    Pingback vom 09. August 2009 um 21:01

    [...] finden Sie Teil 1, Teil 2, Teil 3 der persönlichen Erfolgsgeschichte von Ali [...]

  17. 17. Blogosaurus

    Kommentar vom 31. Dezember 2009 um 12:50

    “so schlecht ist der Daimler gar nicht und wenn ich schon mal drin bin will ich eigentlich nicht mehr wieder raus.” – ja wahnsinn :))
    ist Boris Becker auch so rein-gekommen ?

    Antwort

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