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01.2009

Meine persönliche Erfolgsgeschichte „beim Daimler“ – Teil II

Teil II:  Achsen, Aggregate und ein Taktproblem

Nun war ich schon ein ganzes Jahr im Rohbau und hatte mich sehr gut eingelebt. Ich kam mit den Kollegen super klar und war auch sonst ganz zufrieden. Doch wie man es aus vielen Hollywoodfilmen kennt: wenn es zulange gut läuft, kommt es schließlich dicke. Die Baureihe 210 der E-Klasse war kurz vor dem Auslaufen und es musste Personal verschoben werden. Die ersten die in so einem Falle natürlich gehen müssen sind diejenigen mit Zeitvertrag. Das ist ja an sich nicht weiter schlimm, aber uns kam zu Ohren, dass wir in die Montage mussten.

C-Klasse-Produktion in SindelfingenEs kam wie es kommen musste: wir wurden wieder verteilt und ich hoffte nun, in einen guten Bereich zu kommen. Ich hatte Glück und wir kamen in den Bau 3/10 Vorderachsaufrüstung. Dort haben wir die kompletten Vorderachsen der E- und C- Klasse montiert.

Die Arbeit war gut, es war keine Bandarbeit in dem Sinne und auch mit den neuen Kollegen bin ich recht schnell warm geworden. Wir waren insgesamt 8 Mitarbeiter mit Zeitvertrag. Da gibt es dann eigentlich nur ein Gesprächsthema: “Bekommen wir einen Festvertrag?” Das war dann auch das vorherrschende Thema in jeder Pause. Es wurde heftig diskutiert und die Gerüchteküche kochte fast über. Jeden Tag gab es einen der etwas gehört haben wollte, dass… usw. das würde jetzt zu lange dauern alles zu erläutern!!!!! Wie dem auch sei, der Tag an dem mein Vertrag auslief kam unaufhaltsam näher und im Umfeld hatten schon ein paar Zeitarbeitskollegen ihre Festverträge bekommen.

Die Ungewissheit ob man auch einen bekommen würde quälte einen nicht ganz unbeträchtlich. Es war einfach keine schöne Situation, man konnte keine Planungen für die Zukunft machen. Man bekam keinen Kredit bei der Bank als Zeitverträgler usw…

Doch ich möchte es vorwegnehmen auch ich wurde dann vom Glück geküsst, und zwar wurden von denn 8 Zeitarbeitern 2 in Festanstellungen übernommen, einer davon war ich: Ali Ayhan :-) Ich kann meine Freude hier gar nicht beschreiben, als ich den Arbeitsvertrag unterschrieb. Ich hatte es geschafft – ich gehörte jetzt auch zur Stammbelegschaft – der Vergleich mit einem Jackpot im Lotto kam mir gleich. Kurz darauf folgte mein Sommerurlaub und es war ein toller Urlaub mit einem guten Gefühl der Sicherheit, die ganzen Tage, Wochen, Monate der Ungewissheit waren Gott sei Dank vorbei.

Gleich nach dem Urlaub wurde meine Freude allerdings ein bisschen getrübt, denn wir wurden wieder verschoben, getreu dem Motto: die letzten die kommen, sind die ersten die gehen müssen. Und diesmal ging es an ein reinrassiges Band und zwar in die Aggregateaufrüstung.

Das „schöne Leben“ war dann natürlich vorbei. Hier wurde der Taktstock geschwungen und zwar in Form einer großen Uhr, die unaufhaltsam die Sekunden, die man zur Verfügung hatte, auffraß. In den ersten 2 Wochen hatte ich Schwindelgefühle am Mitfahrband, denn es war für mich ungewohnt am Mechrahmen mitzufahren und gleichzeitig zu arbeiten. Mechrahmen wird das Gestell genannt auf dem der komplette Unterbau des Fahrzeugs, sprich Vorder – und Hinterachse, Auspuffanlage, Motor, Gelenkwelle und Tank aufgelegt wird, bevor es mit der Karosserie zusammengefügt wird (Hochzeit). Aber ich lernte dass auch das geht wenn man will! Auch hier gewöhnte ich mich relativ schnell an die Arbeit und an die neuen Kollegen, ich fand viele gute Freunde – mit vielen von Ihnen treffe ich mich heute noch.

Der Urlaub war vorbei, die Euphorie und die Freude über den neuen Vertrag hatte sich mittlerweile auch schon gelegt und in meinem Kopf begann es zu arbeiten. Ich hatte eigentlich erreicht was ich wollte und das war ein Festvertrag bei Daimler. Eigentlich sollte ja alles in Ordnung sein, aber ich war unzufrieden – unzufrieden mit meiner Arbeit. Am Band zu arbeiten ist nicht jedermanns Sache. Du musst nach Takt arbeiten, du kannst nur zur Toilette wenn du vorher eine Ablösung anforderst und das kann je nach Person auch mal sehr lange dauern, so dass die Blase ganz schön auf die Probe gestellt wird. Sagen wir es mal so, im Gegensatz zu nicht taktgebundener Arbeit ist die Freiheit am Band schon sehr eingeschränkt und das war es was mich (als Wassermann der bekannt ist für seine Freiheitslieb) am meisten bedrückte und mich auch zunehmend unzufriedener machte.

Ich beschloss, dass ich was dagegen unternehmen musste. Aber wir sind ja auf keinem Wunschkonzert und ich konnte ja nicht zum Meister gehen und sagen “nimm mich bitte raus aus der Linie”. Also musste es über Weiterbildung gehen. Ich machte einen Termin im Bildungszentrum Sindelfingen aus und ließ mich beraten, was für Optionen mir denn zur Verfügung ständen. Der nette und kompetente Herr schlug mir eine Weiterbildung als Industriemeister oder als Techniker vor. Ich entschloss mich damals für den Industriemeister - wie gesagt mein Hauptantrieb war, ich wollte meine Arbeitssituation verbessern und das war weg vom Band. Mir ging es dabei erstmal überhaupt nicht um Geld oder Karriere.

Fortsetzung folgt

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Dieser Artikel wurde von Ali Ayhan geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

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Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 17 Kommentare. Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Uwe

    Kommentar vom 21. Januar 2009 um 22:18

    Ali, Du rockst! Weiter so!

    Antwort

  2. 2. Ismail Dincel

    Kommentar vom 22. Januar 2009 um 09:56

    Solche Beiträge wünschen wir uns für den Blog. Weiter so Ali. Behalte deine Ziele weiterhin vor Augen.

    Antwort

  3. 3. Ali Ayhan

    Kommentar vom 22. Januar 2009 um 10:08

    @Uwe, danke !!!!
    @Ismail, danke ismail sehr nett von dir, ja das werde ich, denn nichts ist unmöglich!!!

    Antwort

  4. 4. Dirk

    Kommentar vom 22. Januar 2009 um 11:32

    Sehr spannend zu lesen, freue mich schon auf die Fortsetzung.

    Antwort

  5. 5. Andy Bucek

    Kommentar vom 22. Januar 2009 um 12:43

    Hallo Ali !!!

    Es wird ja immer besser.
    Wir freuen uns schon auf Teil3, ob Du uns dort dann mal erwähnst.

    Viele Grüsse Deniz, Andy und Patrick

    Dein Entwicklungs Team

    Antwort

  6. 6. Ali Ayhan

    Kommentar vom 22. Januar 2009 um 13:17

    @Entwicklungsteam BR212, Hallo Jungs danke für eure Kommentare, aber ich Ich muß euch enttäuschen ich habe niemanden namentlich in diesem Beitrag erwähnt!!!
    Aber danke daß ihr dranbleibt:)
    Also Teil 3 auf keinen Fall versäumen.

    Antwort

  7. 7. Manfred Amend

    Kommentar vom 22. Januar 2009 um 15:29

    Super Story, man fühlt richtig mit. Bin gespannt wie es weitergeht.

    Antwort

  8. 8. Thomas Schulze

    Kommentar vom 22. Januar 2009 um 21:10

    Das sind doch mal tolle Erfolgsgeschichten, so richtig hochgedient mit Fleiss, Engagement und Power- Super, werden wir mal unseren Youngsters als Link zur Verfügung stellen, damit die wissen, was alles möglich ist auf spirofrog.de/

    Antwort

  9. 9. Michael Volz

    Kommentar vom 23. Januar 2009 um 07:34

    Glückwunsch zu diesem Entschluss, aus eigener Initiative tätig zu werden.
    Mit einer positiven Einstellung und dem nötigen Engagement kann man viel erreichen.
    Solche Mitarbeiter braucht unser Unternehmen.
    Alles Gute für die Zukunft :-)

    Antwort

  10. 10. Ali Ayhan

    Kommentar vom 23. Januar 2009 um 10:48

    @Thomas Schulze, das finde ich ne super idee !!!
    und freue mich über ihren Kommentar
    @Michael Volz, vielen dank und ebenso alles Gute für die Zukunft

    Antwort

  11. 11. Ming Ee Wong

    Kommentar vom 30. März 2009 um 09:41

    Hallo Ali! Weiter so!

    Antwort

  12. 12. Wie komme ich aus der Zeitarbeit in den JOB ? - Erfolgsgeschichten im Beruf - Arbeitsagentur - Daimler Blog | Spirofrog Blog

    Pingback vom 05. August 2009 um 18:00

    [...] Das Leben und gerade das Berufsleben schreibt doch immer die schönsten Geschichten, wie man im Daimler Blog nachlesen kann. [...]

  13. 13. Thomas Schulze

    Kommentar vom 05. August 2009 um 18:19

  14. 14. Zeitarbeit muss keine Endstation sein – eine Mutmachergeschichte » DerZeitarbeits-Check.de – Das Blog

    Pingback vom 09. August 2009 um 21:02

    [...] finden Sie Teil 1, Teil 2, Teil 3 der persönlichen Erfolgsgeschichte von Ali [...]

  15. 15. Hatice Öztem.

    Kommentar vom 16. August 2010 um 12:46

    Hallo Herr Ayhan,
    also ich sitze gerade mit einem vollen euphorischem Gesicht, vor meinem Laptop gegenüber deinem Beitrag da! :)
    Eine hervorragende Entwicklung und immer optimistisch an die Sache rangehen. Genau das ist vielleicht bei dem einen oder dem anderen das Erfolgsrezept, und doch ist es individuell anders bei Jederman. Ich habe auch einen ziehmlich ähnlichen Grundaufbau ,wenn es um meine Karriereleiter geht. Der Weg mal eine Studentin zu sein, war bei mir grad auch nicht im Nu entsanden. Nun bin ich gespannt wie weit eis bei mir gehen wird, hoffe natürlich fest, dass ich auch mal bei Daimler lande :)

    Also toll toll toll ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg, und bin auf den 3. Teil gespannt :)
    Gruß
    Hatice

    Antwort

  16. 16. Ali Ayhan

    Kommentar vom 18. August 2010 um 07:52

    Hallo Hatice,

    danke erstmal für den netten Kommentar, ich wünsche dir auch viel Erfolg auf deinem weiteren Berufsweg und das du irgendwann mal beim DAIMLER landest:-).

    Den dritten Teil gibt es schon lange musst mal richtig suchen, viel spass beim lesen .

    Selam Ali

    Antwort

  17. 17. Schulze, Thomas

    Kommentar vom 01. April 2011 um 15:53

    Ich finde es ganz toll, dass es solche Erfolgstories gibt, macht weiter so und viel Erfolg in der Karriere.

    Antwort

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