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04.2009

Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Arbeitskosten

Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat haben heute das Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Arbeitskosten vorgestellt. Ich denke, dass angesichts der ebenfalls heute veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal wohl allen Beschäftigten die Notwendigkeit eines solchen Maßnahmenpakets klar geworden ist. Dr. Zetsche und andere Vorstandsmitglieder hatten uns ja bei den außerordentlichen Betriebsversammlungen Anfang April bereits persönlich informiert, dass da etwas auf uns zukommt. Über die Maßnahmen wurde in den vergangenen Wochen sehr intensiv verhandelt. Auch meine Abteilung Arbeits- und Sozialrecht war unter anderen daran beteiligt. Das Mitzuerleben war trotz der Brisanz der Krise sehr interessant für mich.

Am Ende haben beide Seiten Kompromisse gemacht, denn alle hatten das gleiche Ziel:  zwei Milliarden Euro an Personalkosten zu sparen und dabei gleichzeitig die Beschäftigung zu sichern. Ich denke, dieser Spagat ist mit den vorgestellten Maßnahmen gut gelungen.

Schwerpunkte der Vereinbarung sind die kollektive Arbeitszeitverkürzung für alle Mitarbeiter, die nicht in Kurzarbeit sind, die Reduzierung des betrieblichen Zuschusses zum Kurzarbeitergeld sowie die Verschiebung der anstehenden Tariferhöhung.

Im Gegenzug dafür sind diejenigen, die in Kurzarbeit oder Arbeitszeitverkürzung sind, für diese Zeit vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt, unabhängig vom Datum des Eintritts in das Unternehmen. Damit sind zunächst auch die Diskussionen im Kollegenkreis beendet, wer unter die ZuSi fällt und wer nicht und ob die Mitarbeiter, die nach Abschluss der ZuSi ins Unternehmen gekommen sind, schlechter gestellt sind.

Maßnahmen

Die vorgestellten Maßnahmen treten bereits zum 1. Mai 2009 in Kraft. Für alle Beschäftigten, die nicht in Kurzarbeit sind –und damit auch für mich-, gilt ab Mai eine Arbeitszeitverkürzung um 8,75 Prozent ohne Entgeltausgleich. Wer beispielsweise bisher 40 Stunden gearbeitet hat, geht runter auf 36,50 Stunden. Bei einem 35-Stundenvertrag reduziert sich die Arbeitszeit auf 31,94 Stunden. Davon nicht betroffen sind Auszubildende, Praktikanten und Diplomanden sowie Mitarbeiter in Altersteilzeit. Diese Vereinbarung kann frühestens zum 1. Januar 2010 verändert werden. Mitarbeiter mit befristeten 36 bis 40 Stundenverträgen, die aktuell zurückgenommen wurden, sollen nicht doppelt „getroffen“ werden. Deshalb erhalten sie die pauschale Kürzung von 8,75% ausgehend von ihrem ursprünglich höheren Zeitvolumen. Nach Auslauf dieser Vereinbarung bleibt es bei der am 30.4.2009 gültigen bzw. angekündigten Arbeitszeit.

Kurzarbeitergeld

Beim Zuschuss zum Kurzarbeitergeld wird das Unternehmen für seine Standorte in Baden-Württemberg den neuen Tarifvertrag zur „Kurzarbeit, Qualifizierung und Beschäftigung“ für das Tarifgebiet Nordwürttemberg/Nordbaden umsetzen. Dieser sieht die Möglichkeit vor, die Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld entsprechend des Arbeitsausfalls zu staffeln. Vergleichbare, leicht reduzierte und ebenfalls gestaffelte Zuschüsse wird das Unternehmen wie bisher an seinen Standorten außerhalb Baden-Württembergs bezahlen. Ein Beispiel, das für alle Tarifgebiete gilt: Wer bei einer regulären 35-Stunden-Woche nur noch 21 Stunden in der Woche arbeitet, kann mit einem Zuschuss rechnen, der maximal 86,5% seines Nettoentgelts vor Kurzarbeit absichert.

Tariferhöhung

Weiter haben Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat vereinbart, die anstehende Tariferhöhung von Mai auf Oktober 2009 zu verschieben und für September vorgesehene Einmalzahlung (122 €) wird zeitanteilig entsprechend auf 45,75 € gekürzt.

Auszubildende

Ein großes Thema war auch die Übernahme der Azubis. Auch hier gibt es nun eine solidarische Lösung, die alle Azubis einbezieht: Unternehmen und Gesamtbetriebsrat konnten sich darauf einigen, alle Auszubildenden der Jahrgänge 2006 und 2007 mit einem 28-Stunden-Vertrag zu übernehmen. Die 20 Prozent der Auszubildenden, die schon über den konkreten Bedarf hinaus ausgebildet wurden und die nach der bisherigen Vereinbarung das Unternehmen sofort hätten verlassen müssen, erhalten nun einen für ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag und das Angebot einer professionellenUnterstützung für eine berufliche Neuorientierung außerhalb des Unternehmens.

Ergebnisbeteiligung

Noch nicht abschließend vereinbart, ist das Thema Nichtauszahlung der Ergebnisbeteiligung für das Jahr 2008. Es ist folgendes Vorgehen vorgesehen: Die Ergebnisbeteiligung soll in ein noch zu entwickelndes Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungsmodell eingebracht werden, das noch in einer Arbeitsgruppe von Unternehmensleitung und Betriebsrat ausgestaltet werden muss. Sollte dies nicht möglich sein, wird die Ergebnisbeteiligung 2008 frühestens im Mai 2010 als Mitarbeiterguthaben mit Gewinnbeteiligung in Höhe von dann 2003 € ausbezahlt. Eine endgültige Entscheidung werden Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat erst im Frühjahr nächsten Jahres treffen.

Da die Führungskräfte der Ebene 4 im März diesen Jahres bereits ihre variable Vergütung für 2008 bekommen haben (das ist Bestandteil des sog. Konditionenpaketes, das auch aus Urlaubsgeld und tariflichen Sonderzahlungen umfasst, d.h. ein E4er erhält im Dezember kein Weihnachts- und im Mai kein Urlaubsgeld), wird bei ihnen in 2010 der Betrag von 2.003 € einbehalten und dann auch in das Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungsmodell eingebracht, wenn es tatsächlich zum Tragen kommen sollte.

Auch der Vorstand, die leitenden Führungskräfte und der Aufsichtsrat werden sich nochmals an den Sparmaßnahmen beteiligen und auf Teile ihres Entgelts verzichten.

Laufzeit

Die Laufzeit der Vereinbarung ist befristet bis zum 30. Juni 2010, spätestens zwei Monate vor Auslauf wird über eine mögliche Verlängerung beraten.

Wäre natürlich toll, wenn wir keine Verlängerung bräuchten…

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Dieser Artikel wurde von Marina Krets geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

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Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 30 Kommentare. Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Katharina Otulak

    Kommentar vom 28. April 2009 um 15:31

    Ein großes Lob für diesen Beitrag. Es ist meiner Meinung nach mutig und richtig das Maßnahmenpaket auch hier extern offen zu legen.
    Außerdem ist es sehr interessant einen persönlichen Kommentar von einem Daimler Mitarbeiter zu lesen, der Einblicke in den Entstehungsprozess des Maßnahmenpaketes hatte.

    Antwort

  2. 2. Georg Peters

    Kommentar vom 28. April 2009 um 15:41

    —100% Urlaubs-/ u. Weihnachtsgeld nur für (Kurz) Arbeiter—
    In der Vereinbarung zur Reduzierung der Arbeitskosten heißt es “Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld bei diesem Modell nicht gekürzt, sie berechnen sich nach dem ursprünglichen Bruttoeinkommen ohne Kurzarbeit”.
    Warum wird bei den Angestellten 8,75 % Urlaubs- und Weihnachtsgeld abgezogen und alle Kurzarbeiter bekommen 100 % (s.o.)?
    Hätte es da keine gerechte Lösung gegeben? (Ich dachte mit ERA sind Arbeiter und Angestellte gleich gestellt.)
    Georg Peters

    Antwort

  3. 3. Holger Becker

    Kommentar vom 28. April 2009 um 20:37

    @Lieber Herr Peters, nur zur Info, viele dieser Kurzarbeiter haben schon seit Anfang des Jahres Monat für Monat 10% Lohneinbuße! Ist die jetzige Lösung für Sie wirklich ungerecht? Ich persönlich finde, unser Betriebsrat hat einen tollen Job gemacht!
    Endlich muss wirklich jeder Federn lassen ob Angesteller oder Arbeiter, dass war in der Vergangenheit nicht immer so!
    Gruss Holger Becker

    Antwort

  4. 4. Peter

    Kommentar vom 29. April 2009 um 09:34

    Herr Becker, da kann ich ihnen nur zustimmen!
    Auch ich habe seit einigen Monaten Kurzarbeit.
    ABER: Lieber kneife ich meine A…backen zusammen, habe einen Job der Spass macht, auch wenn am Monatsende etwas weniger Geld in der Kasse ist.

    Wenn man sich einmal die komplette Historie unseres Konzerns im Museum anschaut und liest, begreift man, das “wir” schon einige Krisen überlebt haben. Und diese werden wir auch überstehen!!

    Gruß Peter

    Antwort

  5. 5. Wolfgang

    Kommentar vom 29. April 2009 um 10:29

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, wer wieviel und warum weniger hat. Wir müssen uns doch nur mal vor Augen halten, worum es in dieser Krise geht, nämlich um unsere Arbeitsplätze.Diese zu erhalten hat doch wohl oberste Priorität.
    Ich bin der Meinung das wir alle ob Arbeiter oder Angestellte bei diesem Sparpaket mit einem blauen Auge davon gekommen sind.
    Also Kollegen A…… an die Wand und durch es kommen auch wieder bessere Zeiten.

    Gruß und einen schönen 1.Mai
    Wolfgang

    Antwort

  6. 6. Sievers

    Kommentar vom 29. April 2009 um 14:01

    Eine frühzeitige Anpassung an die Absatzmärkte wäre sinnvoller gewesen. Keines der neuen MB-Modelle gefällt mir mehr. Das fing mit dem schrecklichen “neuen Vito” an und heute stand vor mir ein Japaner an der Ampel. Erst dachte ich: “Lustig, der hat einen Mercedes-Stern an seine Reisschüssel geklebt”. Ich fürcht aber, das war wirklich ein Mercedes.
    Hoffentlich denkt Mb da mal drüber nach, aber ich habe die Hoffnung schon aufgegeben und lasse jetzt meinen 19 Jahre alten MB voll sanieren.

    Antwort

  7. 7. Filiz Olgundeniz

    Kommentar vom 29. April 2009 um 14:01

    Eine verständliche Zusammenfassung einer verehrten Mitarbeiterin, die den Prozess live miterlebt hat – der Beitrag fordert einen geradezu heraus, ein Statement persönlicher Natur, abgeben zu wollen. Gestern war ich zum ersten Mal in meinem Arbeitsleben auf einer Betriebsversammlung, aber es wird auch mein letzter sein. Ich war betroffen darüber, wie man hier im Unternehmen miteinander umgeht, in erster Linie der BR mit der Unternehmensleitung, immerhin hat Herr Hartwig sich bei der Belegschaft immer wieder bedankt, im umgekehrten Fall wurde nur „zurückgeschossen“. Statt, dass sich beide Parteien öffentlich gegenseitig für die gute Kooperation bedanken, für die erreichten Ergebnisse in einer solchen kurzen Zeit von 4 Wochen, wurde eingangs erstmal erwähnt, was nicht erreicht werden konnte. Für mich unerklärlich – auch solche unqualifizierten Äußerungen ohne jeglichen Background, beispielsweise wo die Gelder aus dem Verkauf Chrysler geblieben wären, hier würde ich dringend empfehlen, vorher einen Steuerberater zu consultieren. Dann, dass das Management für 1 Euro arbeiten soll. Wenn ich die Position eines Top-Managers inne hätte, Verantwortung für weltweit ca. 345.000 Mitarbeiter mitzutragen hätte, dann wäre ich niemals bereit für 1 Euro unterwegs zu sein. Solche Äußerungen sorgen nur für negative Stimmung, die zu keinem Ergebnis führen. Auch, dass die Formel 1 dermaßen an den Pranger gestellt wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar. Die Mittel sind bereits bis Ende des Jahres bezahlt, ob Ausstieg oder nicht, abgesehen davon, dass es draußen immer noch genügend Formel 1 Fans gibt, darunter zahlreiche unter der Belegschaft, die sich damit identifizieren, die daran ihre Freude haben, die z. B. jährlich gerne die Veranstaltung „Stars and Cars“ besuchen, weil einfach ein besonderes Event. Ganz zu schweigen von den verlorenen Arbeitsplätzen, die mit dem Ausstieg verbunden wären, und was ist mit Brawn GP? Es sind Mercedes-Motoren, die da fahren bzw. gekauft werden. Entweder vertrete ich hier allein die Meinung, das ist mir aber auch ziemlich einerlei, mit dem Namen MERCEDES respektive DAIMLER verbinde ich Lifestyle, Luxus, höchste Qualität, Geld, Macht, Power und noch vieles mehr – was hat das mit Öko-Weltmeister zu tun? Wenn ich ein grünes Auto fahren will, brauche ich nicht Kunde bei Mercedes zu sein/werden oder mit Verlaub auch nicht andere hochwertige/hochpreisige Fahrzeuge anderer Marken zu fahren, die ich als betuchter Kunde mir leisten kann. Als die erste A-Klasse auf die Straße kam, war ich über diesen „Unfall“ überrascht, mit diesem Auto konnte ich mit als Mitarbeiterin nicht identifizieren, aber unsere jetzige E-Klasse oder das Coupé, ein Traum von einem Auto, wenn ich es mir leisten könnte. Ich freue mich über jeden Kunden, der dieses Auto auf unseren Straßen fährt und ich darf es bewundern. Abschließend wünsche ich mir für die Zukunft, dass in unserem Unternehmen tatsächlich zwischen dem BR und der Unternehmensleitung eine andere Kultur gelebt wird, auf die man stolz sein kann und die draußen nicht als peinlich empfunden werden muss; allerdings entzieht sich meiner Kenntnis, wie die Herren hinter den Kulissen miteinander umgehen. Des Weiteren möchte ich danken, dass in solch einer kurzen Zeit lebbare und vertretbare Kompromisse geschlossen worden sind. Wir jammern alle noch auf höchstem Niveau. Ich persönlich hoffe, nein, ich bete sogar dafür, dass es oben im Management, aber auch beim BR, so viele Verantwortliche gibt, die ihr Geld wert sind, die sich ihrer Verantwortung bewußt sind und mit Hilfe unserer täglichen Arbeitskraft den Konzern aus dieser Misere/Krise sicher hinausmanövrieren. Eines darf man nicht vergessen, wir alle arbeiten in diesem Unternehmen auf freiwilliger Basis, leben freiwillig in diesem Land. Wem es nicht passt, … – jeder ist seines Glückes eigener Schmied!

    Allen ein schönes verlängertes WE!
    F. Olgundeniz

    Antwort

  8. 8. Udo Bangert

    Kommentar vom 30. April 2009 um 13:09

    Es gibt wie immer Lob und Tadel mit so einer Vereinbarung. Je größer eine Firma ist, desto mehr ist sie auch eini Abbild der Gesellschaft. Auf Führungskräfte, wie auf Betriebsrats oder Mitarbeiterseite. Positiv ist es erst mal das eine Lösung für den Erhalt der Arbeitsplätze gibt. Der ehemalige Arbeitsminister mit Namen Rich unter Clinton hat schon vor über 10 Jahren gesagt. 20% der Menschen werden reichen um die Güter für die restlichen 80% herzustellen (was wir ja aktuell mit der Kurzarbeit auch sehen, nicht nur wir könnten viel mehr produzieren). Die Dimension der Produktivitätsfortschritte ist noch nicht jedem bewusst. Jemand vom DIW hat mal gesagt: Stellen Sie sich vor, Sie haben statt 6 Wochen 8 Wochen Urlaub und es bedient Sie jemand in Spanien am Strand. Dann hat dieser Arbeit und wir genießen 2 Wochen länger das Leben. So schlimm ist die Vorstellung gar nicht. Wir müssen uns aber der historischen Aufgabe bewusst sein dieses vernünftig politisch und betrieblich zu gestalten. Rationalisierung ist im Grunde positiv, wenn Sie zur Arbeitserleichterung führt. Natürlich möchte der Wegrationalisierte aber von etwas Leben und eine andere Aufgabe. Deshalb planen wir auch einen Vortrag vom AKU mit Prof. Götz Werner bzgl. Grundeinkommen für jeden, damit sich mehr Menschen mit dem Gedanken und die gemeinsamen Aufgaben klar werden. Gerade unsere Jugend braucht ja auch eine (sinnstiftende) Alternative. Zumal es noch genügend gesellschafttlich sinnvolle Aufgaben gäbe. Kleinere Schulklassen, neue Schulgebäude, Gebäudedämmung, Verkehrsinfrastruktur, Pflege von Menschen….
    Wir müssen dies gestalten wollen!

    Antwort

  9. 9. Pusteblume

    Kommentar vom 30. April 2009 um 18:46

    @Filiz Olgundeniz:

    “mit dem Namen Mercedes [...] verbinde ich Lifestyle, Luxus, höchste Qualität, Geld, Macht, Power und noch vieles mehr – was hat das mit Öko-Weltmeister zu tun?”

    Will ich gerne beantworten.

    Nach Lage der Dinge werden wahrscheinlich nie mehr soviele Autos mit Verbrennungsmotor verkauft wie noch zum Höhepunkt dieses Konjunkturzyklus. (Der Höhepunkt war, gemessen am BIP, im 1Q2008.)

    Es bestehen global Überkapazitäten zur Produktion solcher Autos, die in den nächsten Jahren an die gesunkene Nachfrage angepasst werden müssen. Was wir zur Zeit erleben entspricht dem Spiel “Reise nach Jerusalem”: Welches Land, welche Region, welcher Hersteller baut seine Kapazitäten und Arbeitsplätze ab? Keiner will den schwarzen Peter haben.

    In einem solchen Umfeld kann ein Automobilhersteller nur dann seine vorhandenen Kapazitäten auslasten oder gar wachsen, wenn er früher als der Wettbewerb auf das Kommende setzt, nämlich die nachhaltige Mobilität.

    Letzte Woche ist auf Technology Review ein bemerkenswertes Interview mit Dennis Meadows erschienen, in dem diese Zusammenhänge genauer erläutert werden. Meadows ist Autor der bekannten Studie “Grenzen des Wachstums” von 1972.

    Als Beleg der obigen Thesen kann man die Abwrackprämie sehen: Die Nachfrage nach Autos mit Verbrennungsmotor kann nur noch künstlich aufrecht erhalten werden, indem Neufahrzeuge erstens unter Wert verkauft und zweitens Altfahrzeuge gleichzeitig aus dem Bestand genommen werden.

    Dass im Übrigen auch die Bundesregierung bisher noch völlig falsche Prioritäten setzt, zeigt die Tatsache, dass für die Abwrackprämie (also das Vergangene) 5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, für die Förderung der Elektromobilität (Batterie- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge) jedoch nur 500 Millionen Euro, d.h. Faktor 10 weniger. Eine massive Kapital-Fehlallokation!

    Pitt Moos hat in diesem Blog schon einmal darauf hingewiesen, dass andere Länder weiter sind als wir. Es gibt “in fast allen Ländern außerhalb Deutschlands mehr oder weniger große Subventionen für Null-Emissions-Autos”.

    In Bezug auf den Daimler reduziert sich das Ganze aus meiner Sicht auf zwei zentrale Fragen:

    Erstens, wie schwer die Fehler wiegen, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Beispielsweise dass noch 2007/2008 durch Aktienrückkaufprogramme völlig unsinnigerweise das Eigenkapital um Milliarden Euro dezimiert wurde.

    Zweitens, ob es schnell genug gelingt, emissionsfreie Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Dazu hatte ich hier schon einmal einige Fragen formuliert, auf die eine Antwort aber noch aussteht.

    Aus meiner Sicht sind diese zwei Fragen völlig offen, die nächsten Monate werden aber so oder so eine Antwort bringen.

    Antwort

  10. 10. Markus

    Kommentar vom 02. Mai 2009 um 15:03

    Schade, jetzt hat es auch Daimler erwischt – aber ich hoffe, es geht bald wieder wirtschaftlich besser.

    Antwort

  11. 11. YodaL

    Kommentar vom 03. Mai 2009 um 23:55

    Die Finanzkrise offenbart lediglich die Systemkrise, die viele Politiker und Unternehmer lange nicht wahrhaben wollten. Bis heute nicht, denn man ist der Überzeugung, daß man mit genug Geld das System weiterhin stützen könne, damit es so weiter geht wie bisher. Doch das ist ein Trugschluß! Hier stimme ich den Vorrednern bei.

    @ Fr. Olgundeniz, sie schrieben, daß sie zum ersten mal bei einer Betriebsversammlung gewesen seien und sie nie wieder eine besuchen wollten. Schade um diesen Entschluß, denn sie haben nicht verstanden, daß es hier auch um Ihre Interessen geht.

    Unternehmensleitung und Betriebsrat sind zwei Parteien, die jede für sich ihre Interessen vertreten und mit aller Kraft ihre Ziele umsetzen möchten. Dabei kommt es in der Sache immer zur Konfrontation, die jedoch stets in einem gemeinsamen Kompromiß endet. Wir werden damit leben müssen, obwohl ich in den Ausfühungen zum Maßnahmenpaket den Beitrag der Unternehmensleitung zur Überwindung der Krise vermisse.

    Und wenn Sie wirklich meinen, daß jene Kunden, die ein Öko-Auto haben wollen erst gar nicht zu Mercedes kommen brauchen, dann machen Sie einen schwerwiegenden Fehler, Wenn all diese Öko-Kunden wirklich keine Mercedes mehr nachfragen, dann wird Daimler diese Krise nicht überleben.

    Ich bin von der Leistungs- und der Anpassungsfähigkeit von Daimler überzeugt. Wir müssen nur alle an einem Strang ziehen.

    Antwort

  12. 12. Andreas Schmidt

    Kommentar vom 04. Mai 2009 um 09:23

    Von wegen ‘Alle werden gleich beghandelt’. I´m Mercedes Benz Global Logistics Center in Germersheim wird schon seit 2004 mehr gearbeitet. Sogar bis zu 4 Stunden. Und das auch ohne Lohnsuagleich. Und jetzt hauen die einem noch einmal 3 Stunden drauf. Jeder spricht von Solidarität. Alle an einem Strang ziehen!?
    Ich frage mich, wo ist die Solidarität und dieser Strang für die Kollegen aus der Pfalz die schon seit 5 Jahren zum Wohle des Konzerns mehr buckeln? … Und keine Sau interessiert es.
    Dass der Betriebsrat einen guten Job gemacht hat, halten zumindest 3.000 Arbeiter und Angestellte für einen totalen Witz.

    Antwort

  13. 13. Peter

    Kommentar vom 04. Mai 2009 um 11:40

    @YodaL
    Ihrem Beitrag kann ich voll zustimmen, Sie sprechen mir aus der Seele!
    @Andreas Schmidt
    Ohne Lohnausgleich 4 Std.mehr? Gehen die Std. dann auf das Stundenkonto um ab und zu eine Gleitag zu nehmen?

    Antwort

  14. 14. Daimler - Gewinnbeteiligung - Maßnahmenpaket | Signal77 Blog

    Pingback vom 05. Mai 2009 um 08:49

    [...] ein Link zum Daimler-Blog – Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Arbeitskosten – in dem sehr ausführlich beschrieben wird, wie es wohl [...]

  15. 15. Sandra

    Kommentar vom 05. Mai 2009 um 09:28

    @Peter
    Nein, in Germersheim arbeitet die “Altbelegschaft” (Einstellung vor 2004) 37 Stunden die Woche, bei Bezahlung nach 35 Stunden Tarif. Entsprechend 42 Stunden bei Bezahlung nach 40 Stunden Tarif. Die 2 Stunden mehr werden dem Unternehmen geschenkt. Neueinstellungen nach 2004 werden nach dem Dienstleistungstarifvertrag bezahlt. Dies bedeutet eine 39 Stunden Woche, die Bezahlung entspricht aber in etwa dem 35 Stunden Tarif.

    Antwort

  16. 16. Schmid

    Kommentar vom 05. Mai 2009 um 14:16

    Hallo H. Sievers,
    ich darf mich ihrer Meinung voll anschließen.
    Die Modelle die unsere Designschmiede in den letzten 5 Jahren auf den Markt geschmissen haben,sind alle zu konservativ.
    Vergleich A-Klasse – Audi A3, für wen wird sich hier die junge Käferschicht wohl entscheiden ??
    Der GLK kam viel zu spät auf den Markt und sieht zudem wie eine Schuhschachtel aus.
    Ein brauchbares Familienfahrzeug in der Klasse eines Ford Galaxy ist auch nicht vorhanden.
    Die S-Klasse mit ihrem aufgestzten Heckdeckel hat man von BMW abgeschaut ,obwohl die Käuferschicht von BMW mit dem Design haderte.
    Die neue E_Klasse reisst mich auch nicht vom Hocker.
    Unsere Designer sollten einen Kurs bei Audi absolvieren.
    Was die Technik unserer Fahrzeueg angeht steht uns die Konkurenz schon lange im Nacken.

    Antwort

  17. 17. Marina Krets

    Kommentar vom 05. Mai 2009 um 14:51

    Bei den Verhandlungen war es allen durchaus bewusst, dass die Kollegen, die wie in Germersheim nach dem Dienstleistungstarifvertrag arbeiten, schon in der Vergangenheit belastet wurden. Daher hat man sich entschieden, bei allen Mitarbeitern im Dienstleistungstarifvertrag die Arbeitszeit statt um 8,75 Prozent nur um 7,7 Prozent zu verkürzen.

    Antwort

  18. 18. Peter

    Kommentar vom 06. Mai 2009 um 07:48

    Kollege Sievers,

    über Design und Aussehen lässt sich streiten, da hat sicherlich jeder eine andere Meinung.
    Ich zum Beispiel denke das das Audi Design einfach zu abgedroschen wirkt. Hier unterscheiden sich A3, A4 etc. fast nicht mehr (ausser vielleicht in der Größe)
    Alles rundgelutschte, Großgrill-Einheitsfahrzeuge.
    … aber wer´s mag…
    Bei BMW siehts nicht viel besser aus.
    Aber wie gesagt: über Design Aussehen lässt sich streiten.

    Antwort

  19. 19. Sandra

    Kommentar vom 06. Mai 2009 um 08:22

    Von einer niedrigeren Belastung für Germersheim kann man bei den angepassten Prozentwerten nicht sprechen. Zumal die 7,7% nur für die Neueinsteiger ab 2004 gelten. Die Mitarbeiter im DLTV Aftersales Challenge (entspricht ca. 90% der Germersheimer Belegschaft) erhalten 8,1% weniger
    Da jeder Daimler Mitarbeiter ca. 3 Stunden weniger arbeiten soll, musste der Faktor auf die Wochenarbeitszeit angepasst werden..
    Dies bedeutet, dass bei einer 35 Stunden Woche 8,75% (-> 31,9h), bei 37 Stunden 8,1% (-> 34,0h) und bei 39 Stunden 7,7% (-> 36,0h) als Prozentwert angesetzt wurden.
    Für Germersheim bedeutet diese Lösung also, dass die Mitarbeiter zusätzlich zu den bereits geleisteten 2 Stunden mehr die Woche nun 5 Stunden pro Woche weniger bezahlt bekommen. Das entspricht in etwa 14% weniger Gehalt.

    Antwort

  20. 20. Markus Jordan

    Kommentar vom 14. Mai 2009 um 08:18

    @schmid: Das Fahrzeugdesign ist durchaus Geschmackssache. Die Fahrzeuge der Konkurrenz, voran Audi aus Ingolstadt, sind für mich für Mercedes schon starke Gegner – in Optik und Design, im Innenraum teils schon ein wenig besser. – jedoch: Das ist alles Geschmackssache – ein Stern sagt mir immer noch am meisten zu, die einzelnen Modelle unterscheiden sich gegenseitig von der Optik fuer mich noch ausreichend (was bei BMW für mich nicht so ganz ist).

    Antwort

  21. 21. Mr. Mercedes

    Kommentar vom 05. Juli 2009 um 21:05

    Schon etwas älter, aber trotzdem TOPAKTUELL:

    Wenn die Börsenkurse fallen,
    regt sich Kummer fast bei allen,
    aber manche blühen auf:
    Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
    Keck verhökern diese Knaben
    Dinge, die sie gar nicht haben,
    treten selbst den Absturz los,
    den sie brauchen – echt famos!

    Leichter noch bei solchen Taten
    tun sie sich mit Derivaten:
    Wenn Papier den Wert frisiert,
    wird die Wirkung potenziert.
    Wenn in Folge Banken krachen,
    haben Sparer nichts zu lachen,
    und die Hypothek aufs Haus
    heißt, Bewohner müssen raus.
    Trifft’s hingegen große Banken,
    kommt die ganze Welt ins wanken
    auch die Spekulantenbrut
    zittert jetzt um Hab und Gut!

    Soll man das System gefährden?
    Da muss eingeschritten werden:
    Der Gewinn, der bleibt privat,
    die Verluste kauft der Staat
    Dazu braucht der Staat Kredite,
    und das bringt erneut Profite,
    hat man doch in jenem Land
    die Regierung in der Hand.

    Für die Zechen dieser Frechen
    hat der Kleine Mann zu blechen
    und – das ist das Feine ja
    nicht nur in Amerika!
    Und wenn Kurse wieder steigen,
    fängt von vorne an der Reigen
    ist halt Umverteilung pur,
    stets in eine Richtung nur.
    Aber sollten sich die Massen
    das mal nimmer bieten lassen,
    ist der Ausweg längst bedacht:
    Dann wird bisschen Krieg gemacht.

    Veröffentlicht in der “Weltbühne”, 1930.

    Antwort

  22. 22. Werner Müller

    Kommentar vom 05. Juli 2009 um 21:22

    Ich bin seit 20 Jahren im Bremer Werk tätig.

    Allen Kollegen erzähle ich immer wieder, wie günstig man mit einem Mercedes-Benz Jahreswagen im Mietmodell fährt, und gehe mit gutem Beispiel voran.

    Aktuell fahre ich meinen 16. Mercedes-Benz Jahreswagen, den 10. im Mietmodell, abgeholt im Kundencenter Bremen am 08. 04. 2009.

    Durch die Lohnkürzung werde ich den Jahreswagen einsparen müssen, eine andere Möglichkeit gibt es leider nicht mehr. Ich habe schon überall Energiesparlampen drin, kaufe nur Sonderangebote und von irgendwas muß ich auch meine Familie satt bekommen. Ich werde mir also im April 2010, wenn der Mietvertrag endet, eine Monatskarte für Bus und Bahn kaufen müssen …

    Die “Krise” mit Lohnkürzung zu bekämpfen ist der falsche Weg! Richtig ist es, der Bevölkerung mehr Kaufkraft zu geben, z. B. durch eine Senkung der Mehrwertsteuer.

    Und welcher hochstudierte Sesselfurzer kam auf die Idee, mit der deutschen Abwrackprämie Autos wie Dacia (Rumänien), Opel Corsa (Portugal), VW Fox (Brasilien) usw. zu fördern?

    Außerdem ist es völliger Blödsinn, noch funktionierende Autos zu verschrotten, bloß weil es eine kleine Prämie dafür gibt. Es gibt Länder, da wäre man noch richtig stolz auf “eine alte Karre” …

    Ich hoffe, daß die Lohnkürzung schnellstens zurückgenommen wird (ich will nicht Bus fahren) – wenigstens für die Jahreswagenfahrer. Schließlich tun die mehr für die Firma und dürfen nicht auch noch mit der “Zwangsanleihe” bestraft werden.

    Antwort

  23. 23. Peter

    Kommentar vom 06. Juli 2009 um 07:16

    Herr Müller,

    dem ist nichts beizufügen…. Sie sprechen mir aus der Seele!!!

    Antwort

  24. 24. Horst

    Kommentar vom 07. Juli 2009 um 21:49

    Hallo Herr Müller!

    Im weitesten Sinne könnten Sie recht haben. Aber im Detail betrachtet ist es doch zu kompliziert.
    Die Abwrackprämie als solches ist nicht gut, weil eben Wirtschaftsgüter vernichtet werden. Auch die Energiebilanz ist extrem schlecht (höhere CO2-Belastung altes Auto vs. Neubau eines Autos).
    ABER: DIe Prämie anderen Staaten nicht zu gönnen ist zu kurz gedacht. Wir sind in einer Weltwirtschaftskrise, d.h. wenn Rumänien oder Portugal profitiert, führt dies zwangsläufig zu einem Gewinn für Deutschland als Exportnation. Es gilt die Weltwirtschaft in Schwung zu bringen und nicht de Glauben zu verfallen durch Binnennachfrage lasse sich die aktuelle Situation überwinden.

    Die Lohnkürzungen treffen viele schwer, und es ist manchmal sehr hart. Aber besser als gar keinen Job. Ich selbst erlebe diese Maßnahmen bei Daimler auch mit. Die Entscheidung ob Auto oder Bus zu fahren ist für mich schon gefallen. Ich fahre seit 2 Monaten mit dem Bus. Ein Nachfrageschub durch durch das Firmenangehörigengeschäft zu erzeugen würde nur marginale Gewinnbeiträge bringen.

    Ich denke wenn alle ein wenig zurückstecken, kommt das Unternehmen ohne Kündigungen durch die Krise.

    MfG
    Horst

    Antwort

  25. 25. Peter

    Kommentar vom 08. Juli 2009 um 16:13

    ich bin ja mal gespannt wie es nächstes jahr weitergeht. ob diese ganzen massnahmen zurück genommen werden, oder ob sie weiterlaufen gelassen werden um weiterhin geld zu sparen. es sieht ja z.zt so aus als würde es aufwärts gehen. pkw verkauf läuft gut, busse sowieso, lediglich der NFZ verkauf ist schleppend. aber alles in allem denke ich das es nächstes jahr finanziell besser aussehen wird.

    auserdem ist ja anscheinend genug geld vorhanden. wenn man die ganzen neu gebauten werke und sonstige investionen so mitbekommt. da kann es so schlecht gar nicht um uns stehen.

    ich will auf jeden fall meine gewinnbeteiligung ausbezahlt haben und nicht als aktienpaket oder sonstwas haben.

    man wird sehen wie es nächstes jahr aussieht. ich tippe aber drauf das paket wird weiterlaufen und die vollen 24 monate KA werden ausgenutzt um geld zu sparen.

    Antwort

  26. 26. Felix R.

    Kommentar vom 09. Juli 2009 um 08:26

    Gluecklicherweise haben wir ja einen starken Bertriebsrat der die Massnahmen, sobald die wirtschaftliche Lage es erlaubt, wieder zuruecknehmen lassen wird. Ich zumindest bin da zuversichtlich.
    Aber die wirtschaftliche Lage sieht immernoch nicht gut aus. Natuerlich sind die Rueckgaenge nicht mehr so starkt. Dies liegt aber auch an der neuen E-Klasse, welche das wichtigste Fahrzeug von Mercedes ist. Das ist unser Glueck aber das ist noch lange nicht der Absatz, der noch vor 3 oder 4 Jahren erreicht worden waere. Deswegen wuerde ich persoenlich noch nicht von einem guten PKW Verkauf sprechen, lediglich nicht mehr von einem ganz so schlechten.
    Das Geld welches vorhanden ist, ist auch bewusst dafuer vorhanden. Herr Zetsche hat ja mehrfach betont, dass nicht an noetigen, sinnvollen und vor allem zukunftstraechtigen Investitionen gespart werden wuerde und vor allem nicht an der Entwicklung. Ich halte das persoenlich fuer das einzig sinnvolle. Frueher wurde oft der Fehler gemacht, an der falschen Stelle zu sparen, zum Beispiel auch Leute zu entlassen und dann spaeter hat das Know-How und die Technologie gefehlt. Deswegen bin ich froh darueber, dass das Management es schafft, erstmal weiter so zu fahren wie geplant und mit Katar auch noch eine neue Finanzierungsquelle dafuer gewonnen hat. Meiner Meinung nach hat damit Daimler einen grossen Vorteil vor BMW gewonnen, der sich in ein paar Jahren auszahlen wird. Audi duerfte es dann auch schwerer haben, auch wenn die natuerlich massiv von VW profitieren.
    Kurzarbeit wird hier in meinen Augen solange laufen, bis der Absatz wieder die Beschaeftigung sinnvoll macht oder bis die Kurzarbeit eben auslaeuft. Kurzarbeit ist ja nicht unbedingt direkt um Kosten zu sparen. Man zahlt ja weiter drauf fuer nicht geleistete Arbeit. Man kann damit bloss sehr gut flexibel Kapazitaet abbauen ohne Mitarbeiter und Know How zu verlieren. Deswegen finde ich das Modell auch so gut. Ich kann mir vorstellen, dass das teilweise auch voll ausgereizt wird. Bloss bin ich mir sicher, dass auch das Management Interesse daran hat, moeglichst bald die Kurzarbeit wieder stoppen zu koennen. Es ist gut zum Ueberbruecken aber langfristig keine Loesung.
    Die Autoindustrie hat auch grundsaetzlich einfach viel zu grosse Ueberkapazitaeten, sodass ich gespannt bin, wie das in Zukunft gehandhabt werden wird. Vielleicht wird mehr verzahnt und wir fertigen irgendwann BMW, oder BMW irgendwann Mercedes, je nach Absatz. Vielleicht erreichen wir auch ein dauerhaft groesseren Absatz und andere Automobilhersteller haben EInbussen oder vielleicht werden die Kapazitaeten irgendwann auch reduziert.
    Aber schoen ist schonmal, dass ein Lichtblick erkennbar ist :-)

    Antwort

  27. 27. Yvonne

    Kommentar vom 09. Juli 2009 um 16:48

    Hallo…
    Bin zum ersten Mal hier und habe fleißig gelesen.
    Zum Arbeitskosteneinsparen hat man ja fleißig Insourcing-Projekte gestartet. Auf die sich viele junge, dynamische MitarbeiterInnen mit Weietrbildung, wie z. B. Elektro-und Maschinenbau-Technicker , Meister um nur ein paar zu nennen, gemeldet haben. Zum ersten da sie Ihrer Firma nahe stehen und natürlich weil sie endlich eine Chance wittern um Ihr wissen ( oft mit viel Zeitaufwand, auf Abendschulen mit einer Dauer von bis zu 4Jahren erworben haben) in die Firma einzubringen. Einige haben in dem Zuge schon eine neue Stelle und bringen sich mit viel Angagement ein.
    Viele haben schon die Zusage für einen neuen Arbeitsplatz.
    Aus eigenen Reihen musste ich jetzt erfahren, daß sämtliche Verleihungen entweder gar nicht oder sogar teilweise zurück genommen werden.
    Es gibt soviele ungenutzte Kapazitäten hier, an Wissen und Bildung die man nutzen sollte.
    Und doch wird der Firmen eigene Nachwuchs, der von der pieke auf hier im Hause gelernt hat, sich fortgebildet hat ständig demotiviert.
    Insourcing heißt doch Kosteinsparen mit eigener Kraft und Mannschaft. Zum erhalt des Firmen Know-How´s und der Mitarbeiter, denn diese Mitarbeiter wissen worauf es ankommt

    Antwort

  28. 28. Frank

    Kommentar vom 10. Juli 2009 um 15:34

    Hallo zusammen,
    @Yvonne, auch in einer Krise gibt es Chancen so hatte ich nach einer Vielzahl erfolglosen Bewerbungen das Glück über das Insourcing Projekt einen anderen Job zu Bekommen. Auch ich gehöre zu denen die hier beim Daimler ihre Technische Ausbildung machten und sich jahrelang immer wieder weiterbildeten. In meinem Fall bis zum KFZ- Betriebswirt und Automotive Projektmanager. Ich konnte mich über meinen alten Arbeitsplatz nicht beklagen wollte aber unbedingt eine neue Herausforderung und das am liebsten im Projektmanagement. Doch in der Projektwelt war es nicht einfach einen Job zu bekommen da hier sehr viel FAK beschäftigt sind/ waren die vom Projektbudget bezahlt werden. Nun bin ich Prjektleiterunterstützer im China Projekt und es ist spannend und macht irre Spaß hier in einem tollen Umfeld zu arbeiten.
    Auch ich bin der Meinung das wir viel zu viel Potenzial in Form von Jungen gut Ausgebildeten und Motivierten Fachkräften ungenutzt in den Produktionshallen schmorren lassen. Diese Mitarbeiter, wenn sie den Absprung geschafft haben, wissen und vergessen es so schnell nicht wie es ist Taktgebunden zu arbeiten. Sie haben dadurch den Respekt, vor den Leuten die unser Geld verdienen, den man braucht um auch die Vielzahl von Aufgaben die ein “Produzieren” erst ermöglichen gut und effizient zu erledigen. Ich finde so etwas wie unser Career Programm für externe Absolventen sollte es auch für interne Mitarbeiter geben die sich zum Techniker, Fachwirt, Betriebswirt oder was auch immer Weitergebildet haben (Für Meister gibt es das MEP). Den die größte Hürde ist das es nur sehr wenig Möglichkeiten gibt sich zu beweisen. Hier ist das Projekt Insourcing ein guter Schritt aus dem hoffentlich viele gute Erfahrungen und Potenziale hervorgehen.
    So, wer hier Rechtschreibfehler findet der Darf sie behalten :-)
    Danke und bis dann…

    Antwort

  29. 29. Markus

    Kommentar vom 14. September 2009 um 14:24

    Hallo,
    hat sich schonmal jemand gedanken darüber gemacht wieviel ein Schichtarbeiter zur Zeit liegen lässt, da ist nichts mit 8,75%… da fehlen mal über 20%….
    vor 2 Jahren waren unsere Familien am Wochenende alleine unterwegs, wir mussten Arbeiten, und wehe man hat nur einmal gesagt man kann nicht.
    Heute müssen wir den grössten Teil von unsrem Gehalt liegenlassen.

    Ist das Ok ??

    Antwort

  30. 30. Vordenker, Mitmacher, Nachtreter: Es lebe die Social Media Leitkultur! #nicht | Cluetrain PR

    Pingback vom 22. Juli 2010 um 11:31

    [...] wie das firmeninterne schwul-lesbische Netzwerk, Blutuntersuchen im Einstellungsverfahren und Kurzarbeit ihren Platz [...]

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