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09.2009

Daimler Assessment Center – Ein Tag voller Herausforderungen

Alles fing mit einem unspektakulären Mausklick auf den „Absenden“-Button meiner Online-Bewerbung an. Aus dem anfänglichen Hoffnungskörnchen entwickelte sich im nachfolgenden Bewerbungsprozess nach und nach eine handfeste Chance – die Einladung zur Teilnahme am Assessment Center (AC) – nachdem ich eine Vorauswahl, ein Online-AC sowie ein Telefoninterview erfolgreich absolviert hatte. Was sich hier so logisch in der Sukzession der Geschehnisse anhört und so selbstverständlich klingen mag, war durchaus mit der einen oder anderen Adrenalinausschüttung meinerseits verbunden.

Und dann war er da, der Tag X… Ort des Geschehens war das Bildungszentrum in Esslingen-Brühl.

Dort wurde ich beim Eintreten auch zugleich von einer CAReer Mitarbeiterin freundlich begrüßt, in einen Raum bugsiert und meinem weiteren Schicksal erst einmal überlassen. Eine weitere Bewerberin saß bereits im Raum, wir kamen schnell ins Gespräch. Thema des Gesprächs – wie könnte es auch anders sein – war „Daimler & Ich“.

Peu à peu trafen nun die weiteren Teilnehmer des AC ein, insgesamt zwölf an der Zahl, sowie der Moderator des AC, ein Mitarbeiter von CAReer – The Talent Program. Da, wie es sich für Bewerber schließlich gehört, alle zu früh dran waren, blieb etwas Zeit, auch einige der anderen Bewerber kurz kennen zu lernen.

Um acht Uhr startete das AC mit einer sportlich-kurzen und persönlichen Vorstellung der Teilnehmer in kleiner Runde. Dass dabei eine leichte Anspannung im Timbre der Stimme einiger Bewerber zu bemerken war, liegt sicherlich in der Natur einer solchen Veranstaltung. Ich selbst möchte mich davon sicherlich nicht ausnehmen. Daraufhin schlitterten wir durch eine kurzweilige Firmenpräsentation, in der das Programm sowie die Daimler AG in einem passenden Ausmaß vorgestellt wurden. Auch hatte man die Gelegenheit, erste Fragen zu stellen. Während der gesamten Veranstaltung herrschte eine sehr gute und freundliche Stimmung – blutige Konkurrenzkämpfe zwischen den Bewerbern habe ich jedenfalls nicht bemerkt. Nahtlos schloss sich nun eine Vorstellung in großer Runde an. Und nun traten Sie ein, die acht Beobachter bzw. unternehmensinternen Vertreter der Daimler AG. Für jede zu vergebene Trainee-Stelle waren jeweils drei Bewerber und zwei Beobachter anwesend.

So weit, so gut…klar strukturiert ging es nun für alle Bewerber weiter. Ein individueller und zeitlich getakteter Ablaufplan entschied, wann und wo welche Aufgaben auf uns warteten. Die Aufgaben entsprachen dem, was einen das Studium einschlägiger Literatur bereits vermuten ließ. So standen zum Beispiel eine Präsentationsübung sowie eine Gruppendiskussion, die im Sinne einer Projektgruppe aufgebaut war, auf der Agenda. Die an die Bewerber gestellten Aufgaben verdienen durchaus das Prädikat anspruchsvoll, waren aber fair und lösbar. Dabei galt es vor allem, die stets vorgegebenen Zeiten zu beachten sowie sich schnell auf die jeweilige Testsituation einzulassen. Eines ist auf jeden Fall wichtig: Bleib Dir treu und zeige, wer Du bist. Die Beobachter besitzen keine übernatürlichen Fähigkeiten, was Du nicht zeigst, bleibt ungesehen. Vielleicht werden mir nun andere Stimmen widersprechen, aber ich empfand die Aufgaben – soweit es solch ein Rahmen überhaupt zulässt – einigermaßen gut an die Realität der Daimler AG angelehnt.

Und dann…so schnell das AC begonnen hatte, so war es auch schon vorüber…der Tag verstrich im Nu und ließ leider nicht allzu viel Zeit für das Kennenlernen der anderen Teilnehmer zu. Mit gemischten Gefühlen machte ich mich nun auf den Heimweg, denn die Frage, ob man überzeugen konnte, geisterte nun in meinem Kopf herum. Und nun hieß es erneut warten – ich denke, eines lernt man in einer Bewerbungsphase gewiss, nämlich sich in Geduld zu üben. Am darauffolgenden Tag wurde ich, wie auch alle anderen Bewerber, vom Moderator des AC angerufen und über das endgültige Ergebnis aufgeklärt. Ein Feedback über meine gezeigten Leistungen erhielt ich auch. Und tatsächlich – welch Freude – erhielt ich eine Zusage, das AC war bestanden und ich würde in naher Zukunft ein Trainee sein.

Ich möchte abschließend unterstreichen: Vergesst die Horrorszenarien und besinnt Euch auf das, was Ihr auf dem Kasten habt. Natürlich ist ein AC keine Spaßveranstaltung – so viel Ernst sollte schon sein – jedoch kann man als Bewerber mit einem durchaus fairen Verfahren rechnen. Allen begegnen die Filterkriterien mit gleicher Härte oder Sanftmut. ;o)

Mittlerweile sind die ersten Wochen seit meinem Start als Trainee vergangen und ich habe mich schon gut eingelebt. Ich freue mich auf meine weitere, spannende Zeit als Trainee und darüber, dass es mir – in Absprache mit meinen Chefs meiner Zielabteilung und meinem Career Key-Account – möglich ist, mein CAReer-Programm mitzugestalten und zu pushen.

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Dieser Artikel wurde von Jessica Schellheimer geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

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Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 11 Kommentare. Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Julia Schmitt

    Kommentar vom 22. September 2009 um 16:19

    Schön, dass es bei Daimler auch so etwas wie “faire” Bewerbungsprozesse zu geben scheint! Ich habe da persönlich leider ganz andere Erfahrungen gemacht…
    Nach der Berwerbung um eine Masterarbeit bei Daimler wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, wobei mir vier Termine zu Auswahl gestellt wurden: Donnerstag oder Freitag, oder Montag oder Dienstag in der darauffolgenden Woche. Terminlich passte mir ein späterer Zeitpunkt besser, also wurde deas Gespräch für Montag Vormittag vereinbart.
    Doch am Freitag Nachmittag vor dem vereinbarten Termin folgte die böse Überraschung: Mich erreichte eine E-Mail (nein, ich wurde nicht wie eigentlich in Anbetracht der zeitlichen Nähe zum vereinbarten Vorstellungstermin angebracht, angerufen!) mit der Nachricht, DASS SICH BEREITS EIN ANDERER BEWERBER HERVORGETAN HAT UND FÜR DIE STELLE AUSGEWÄHLT WURDE.
    Ein faierer Bewerbungsprozess sieht anders aus! Hätte ich mich für einen frühreren Vorstellungstermin entschieden, wäre ich evtl. für die Masterarbeit ausgewählt worden und der andere Bewerber/ die anderen Bewerber hätten das Nachsehen gehabt.
    Auch wenn es “nur” um eine Stelle für eine Masterarbeit und nicht um eine Festanstellung oder eine Trainee-Ausbildung ging, sollte man von einem angesehenen Arbeitgeber wie Daimler dennoch Fairness und Gerechtigkeit erwarten. Ich wurde hingegen schwer enttäuscht!
    Auch bei dem angeführten Artikel zum AC für Trainees gilt zu beachten, dass Daimler im eignen Blog natürlich nur die Sicht einer Bewerberin zeigt, die anschließend für das Programm ausgewählt wurde. Evtl. könnte aber auch die Sicht der abgewiesenen Bewerber und Bewerberinnen interessant sein…

    Antwort

  2. 2. Carmen Just

    Kommentar vom 22. September 2009 um 22:27

    Nun, auch wenn ich nicht aus der Sicht einer abgewiesenen Bewerberin berichten kann, möchte ich dennoch an dieser Stelle kommentieren, dass ich mein AC bei der Daimler AG ebenfalls als sehr anspruchsvoll, dennoch lösbar, fair und vor allem super organisiert erlebt habe. Auch die Atmosphäre zwischen den Bewerbern war sehr angenehm und aus einigen “Konkurrenten” von damals sind mittlerweile Freunde und Kollegen geworden, die ich nicht mehr missen mag.

    Antwort

  3. 3. P@t

    Kommentar vom 23. September 2009 um 10:09

    @ Jessica Schellheimer:

    Sehr interessanter Bericht, bei mir war es damals nicht ganz so hart, aber ich habe auch reine Fairness in Erinnerung.

    Daher sage ich mal kurz und knapp:

    *** Welcome on Board! ***

    @ Julia Schmitt:

    Was ist an dem Prozess unfair?
    Sie wären sicherlich genauso entäuscht gewesen,
    wenn Sie ein Gespräch gehabt hätte und danach das Selbe gehört hätten.
    Daher würde ich mich einfach damit abfinden,
    dass jemand besser war und die Anforderungen für die Masterarbeit 100%ig erfüllt hat.

    Antwort

  4. 4. B.W.

    Kommentar vom 23. September 2009 um 13:46

    Ich kann den hier beschriebenen Erfahrungen über das Assessment Center in vollem Umfang zustimmen. Beim Lesen der Abschnitte kam es mit vor, als ob wir das gleiche AC erlebt hätten. Eine Herausforderung – selbstverständlich-, die aber klar und unmissverständlich von den verantwortlichen Personen gezeichnet wurde. Die Aufgaben empfand ich als realistisch und ohne Tücken. Oder anders gesagt: Man wusste einfach, was erwartet wird und woran man ist.
    Außer einem gesunden sportlichen Ehrgeiz konnte ich auch kein unangenehmes Konkurrenzverhalten wahrnehmen. Der Umgang miteinander war kollegial, man hatte schon fast das Gefühl einer Gemeinschaft.

    PS: Mein Lob an die Verfasserin. Der Erfahrungsbericht lässt sich sehr angenehm lesen, mit netten auflockernden Passagen. Du gibst den nötigen sachlichen Einblick, verlierst Dich aber nicht in Details und bringst Dich mit ein. So macht ein Blog Spaß.

    Antwort

  5. 5. Robert Lutz

    Kommentar vom 24. September 2009 um 14:26

    @P@t

    Woher bitteschön will den jemand wissen wer “Besser” ist wenn nicht alle eingeladenen auch die gleiche Chance bekommen.

    Antwort

  6. 6. P@t

    Kommentar vom 02. Oktober 2009 um 14:01

    Herr Lutz,

    wenn Sie einen Kandidaten finden der zu 100% auf das von Ihnen gewünschte Profi passt,
    kann es noch jemanden besseren geben?

    Ich denke mal nein!

    Daher kann man in diesem Falle doch klar sagen:
    100% Übereinstimmung = geeigneter Kandidat

    Antwort

  7. 7. Julia Schmitt

    Kommentar vom 13. Oktober 2009 um 15:49

    @P@t:
    Es soll auch vorkommen, dass mehrere Bewerber gut, um nicht zu sagen zu 100 % passen. Aber wenn man sich die Bewerber nicht persönlich anschaut, kann man das meiner Meinung nach nur schwer heraus finden.
    Zudem soll es Leute geben, die bereit sind 100 % Einsatz zu zeigen. Auch das kann man wohl nur bei einem persönlichen Treffen erkennen.
    Auf jeden Fall wäre für jeden Bewerber eine faire Chance erbeten, seine Qualifikationen und seine Eignung persönlich unter Beweis zu stellen, zumal man schon aufgrund der schriftlichen Bewerbung nach einer Vorauswahl eingeladen war.
    Schade, dass man bei Daimler diese Ansicht einer fairen Bewerberauswahl anscheinend nicht teilt.

    Antwort

  8. 8. Hendrick Schlothmann

    Kommentar vom 06. Februar 2010 um 13:59

    @P@t:
    Da kann ich sowohl Herrn Lutz als auch Frau Schmitt nur zustimmen.
    Wenn ein Bewerber X zu 100% zum Zeitpunkt X passt, dann kann es ja sein, dass über eine Zeitspanne von vier Tagen die Kandidaten Y-ZZ diese als 100% angesetzte Messlatte nicht nur ebenso erfüllen, sondern zum Teil noch durch individuelle Fähigkeiten übertrumpfen.
    Daher sehe ich in Ihrer Gleichung keinen logischen Schluss im Sinne der Fairness.

    Antwort

  9. 9. Thomas Schulze

    Kommentar vom 28. Februar 2010 um 14:34

    Ein Assessment Center (AC) ist immer eine gute Chance seine neuen Mitarbeiter kennen zu lernen und dabei herauszufinden, welche Karriere Chancen eine neuer Mitarbeiter verfolgen kann/könnte. Ac´s werden intern wie extern gemacht und kommen immer mehr in Mode, sind aber durch das persönliche Gespräch nicht zu ersetzen.

    Antwort

  10. 10. Thomas Schulze

    Kommentar vom 02. August 2010 um 18:34

    Kurze Info, auch bei Business Schools sind AC´s durchaus an der Tagesordnung. Je besser die Vorbereitung umso grösser die Chancen.

    Antwort

  11. 11. L

    Kommentar vom 02. September 2010 um 20:25

    Hallo,
    ich habe mich für das duale Studium Bachelor of Arts – International Business beworben und eine Einladung zum Assessment Center in Esslingen erhalten. Wie kann ich mir den Ablauf vorstellen? Ähnlich wie den von Frau Schellheimer geschilderten? Oder gibt es da große Unterschiede bezüglich der Aufgaben?

    Antwort

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