Ergebnisse einer Journalistenbefrageung
Seit gut einem Jahr arbeite ich auf der Stelle „Reputation Research“ in einem Team der Kommunikationsabteilung von Daimler. Wir beschäftigen uns mit empirischer Medienforschung. Das heißt, wir analysieren, wie die Medien über Daimler berichten und welche positiven oder negativen Entwicklungen sich in der Berichterstattung abzeichnen. Diese Analysen dienen dann unseren Sprecherkollegen und -Kolleginnen dazu, ihre Kommunikationsaktivitäten besser planen und ausrichten zu können.
Zu unseren Aufgaben gehört es auch herauszufinden, ob die Journalisten mit der Kommunikationsarbeit von Daimler zufrieden sind. Wir haben deswegen im vergangenen April und Mai direkt nachgefragt: Rund 650 Journalisten sagten uns bei anonymisierten Telefoninterviews ihre Meinung.
Einige Ergebnisse der Befragung, die wir in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Kommunikationsmanagement in Politik und Wirtschaft der Universität Leipzig (Ansgar Zerfaß) durchgeführt haben, stelle ich hier kurz vor.
Vorher aber noch ein Hinweis: In unserem Sample waren überwiegend Produkt- und Wirtschaftsjournalisten, die vor allem über die Automobilwirtschaft schreiben. Die Ergebnisse kann man daher nicht für alle deutschen Journalisten verallgemeinern.
Kommunikationsarbeit von Daimler besser als Konkurrenz
Bei der Studie interessierte uns natürlich zuallererst, wie die Journalisten unsere Kommunikationsarbeit bewerten. Besonders gefreut hat es uns, dass die Journalisten Daimler vor VW und BMW die professionellste Kommunikationsarbeit zuschreiben: ein Ergebnis, das durch eine andere Studie bestätigt wird:
In einem anderen Abschnitt der Befragung geht es darum, wie Journalisten bei ihrer Arbeit etablierte und neue Kommunikationsplattformen und -Kanäle nutzen. Dabei zeigte sich auf der einen Seite, dass klassische Kommunikationskanäle wie Fax und Postsendungen bei den Journalisten deutlich an Bedeutung verloren haben – z.B. möchten 69 Prozent der Journalisten kein Fax mehr. Andererseits: Auch Web 2.0-Anwendungen scheinen aus unserer Sicht im Moment noch nicht dazu geeignet, mit Journalisten zu kommunizieren: Z.B. können sich nur 7 Prozent der Befragten zur Zeit vorstellen, Daimler Tweets als Informationsquelle zu nutzen:
Daimler-Blog auch von Journalisten genutzt
Auch die Nutzung der Journalisten von Auto-Blogs haben wir uns angeschaut: Bei der Nutzungsintensität zeigte sich in etwa eine Zweiteilung: 49 Prozent der Journalisten sind seltener als einmal im Monat oder sogar nie auf diesen Blogs unterwegs, 40 Prozent dagegen mehrmals monatlich oder öfter. Von den Journalisten, die überhaupt Blogs lesen, hat übrigens rund ein Viertel das Daimler-Blog in den Monaten vor der Befragung besucht.
Wettbewerbsfähigkeit bei innovativen Antriebstechnologien
Ein weitere Teil der Befragung beschäftigt sich mit übergeordneten Fragestellungen zum Unternehmen: Z.B. baten wir die Journalisten, Daimlers derzeitigen Entwicklungsstand bei innovativen Antriebstechnologien im Vergleich zum weltweiten Wettbewerb zu bewerten. Auch eine Einschätzung für die zukünftige Entwicklung in diesem Bereich war uns wichtig.
Der Anteil der Journalisten, die Daimler im Moment klar vorn sehen, liegt bei 30 Prozent. Bei der zukünftigen Einschätzung erhöht sich dieser Anteil auf 60 Prozent. Die Journalisten rechnen demnach mit einem deutlichen Fortschritt:
Fazit
Mit vielen Ergebnissen der Studie hätten wir so nicht gerechnet und sie im tagtäglichen Kontakt mit den Journalisten sicherlich auch nicht erfahren. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass uns die Studie konkrete Hinweise für die Verbesserung der eigenen Kommunikationsarbeit geliefert hat.
Dieser Artikel wurde von Johannes Leifert geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
Business Innovation Community: 10.000 Mitglieder nach 1 Jahr
Am 1. August 2008 sind wir mit der Web 2.0-Plattform für neue Geschäftsideen an den Start gegangen. Seit dem Launch ...
1. Uwe
Kommentar vom 28. September 2009 um 11:08
Klasse! Jetzt bitte noch den Nebenkriegs-Schauplatz “Wir bauen umweltfreundliche Autos die bezahlbar sind und jeder haben will” beackern und ruck-zuck geht’s aufwärts.
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2. Also Wirklich (alsowirklich) 's status on Monday, 28-Sep-09 09:18:57 UTC - Identi.ca
Pingback vom 28. September 2009 um 11:19
[...] http://blog.daimler.de/2009/09/28/journalisten-zwischen-fax-und-tweet/ a few seconds ago from web [...]
3. Peter S.
Kommentar vom 28. September 2009 um 11:43
@Uwe
Sozusagen eine eierlegende Wollmichsau, oder? Hätte die ein Automobilhersteller im Programm, könnten alle anderen dicht machen!
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4. links for 2009-09-28 « Das Textdepot
Pingback vom 28. September 2009 um 14:30
[...] Daimler-Blog: Journalisten zwischen Fax und Tweet Die Uni Leipzig hat i.A. von Daimler 650 Journalisten befragt, im Blogpost werden ein paar Ergebnisse vorgestellt. Als Kommunikationswege zwischen Unternehmen und Journalisten stehen Mails, Websites und Pressesprecher ganz vorn; auf RSS und Twitter haben die wenigesten Journalisten Lust. Dafür recherchieren doch recht viele von ihnen in Autoblogs (tags: studie pressearbeit) [...]
5. Martin Bäuerle
Kommentar vom 24. Mai 2011 um 00:32
Übrigens: Wer bei seinem Fax Probleme mit Faxspam hat, möge uns bitte unterstützen. Wir sammeln unerwünscht eingehende Werbefaxe und gehen gemeinsam dagegen vor.
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