„Dafür brauchen Sie Gummistiefel!“ – Ein Atelierbesuch bei Stuttgarts wohl bekanntestem Künstler Ben Willikens
Das Atelier eines Künstlers von innen sehen, das wollte ich schon immer mal. Letzten Donnerstag bot sich mir diese seltene Gelegenheit. Ben Willikens, dessen Werke mit Unterstützung von Daimler aktuell im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen sind, lud zu einer privaten Audienz, ganz exklusiv für Daimler-Mitarbeiter. Sein Wohnatelier liegt beneidenswert idyllisch im Kulturpark Berg und ist ein ehemaliges Militärlazarett, das 1904 erbaut und von Ben Willikens zum Wohnen und Arbeiten umgestaltet wurde. Eine Oase, wie man sie in Stuttgart gar nicht vermuten mag.
Willikens verbindet mit Daimler nicht nur das aktuelle Engagement, sondern eine langjährige Zusammenarbeit im Rahmen der Daimler-Kunstsammlung. Der Kontakt zwischen Willikens und Daimler entstand bereits Ende der 80er Jahre, als dieser an der Gestaltung des Auditoriums in Möhringen mitwirkte, was vielen der Teilnehmer, so auch mir, gar nicht bewusst war.
So haben viele Bilder, die man kennt, ein Gesicht und eine Stimme bekommen.
Quelle: Daimler Kunstbesitz, Ben Willikens, Die Dynamik der Idee, 1990
Acryl auf Leinwand auf Wandputz, 575 x 1400 cm
Fotograf: Uwe Seyl, Stuttgart; Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn
Seine Werke sind gekennzeichnet durch sein Markenzeichen, nämlich in der Farbe Grau gehaltene Innenansichten von Räumen. Selbst bei seiner Kleidung verzichtet er offenbar auf Farbe – sein Outfit an diesem Abend war komplett schwarz, was zu Anfang deprimierend wirken mag – durch seine Erzählungen werden diese Bilder alle lebendig und farbig. Über 40 Jahre hinweg hat Willikens dieses Prinzip verfolgt, geleitet von der Vorstellung, dass man Dinge nur von innen sehen kann. Erst seit Kurzem fließen in seine Werke auch andere Farben ein.
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Quelle: Daimler Kunstbesitz, Ben Willikens, Nürnberg, Zeppelinfeld,Eingang zur Transformatorenstation III (Raum 266), 1996
Acryl auf Leinwand, 200 x 160 cm
Fotograf: Uwe Seyl, Stuttgart; Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn
Der Besuch im Atelier und Willikens’ zum Teil philosophische Ausführungen waren sehr aufschlussreich. Sich selbst bezeichnete er als Töpfer, der das Äußere, das Gefäß erschafft und gestaltet, dessen Inneres aber vom Betrachter gefüllt werden muss. „Kunst entsteht vor dem Bild“ lautet sein Credo.
Das Atelier selbst ist eher schlicht, wirkt aber dennoch sehr familiär, zum Beispiel mit der kleinen Küche, über deren Eingang eine Tafel mit der Aufschrift „Trattoria da familia“ hängt. Es war zudem spannend, auch einen Blick in sein Wohnzimmer, das Arbeitszimmer und das „Esszimmer“ zu werfen, in dem zwar nicht seine Bilder hingen, er aber zu jedem Bild eine Geschichte erzählen konnte. Ein Blick in Willikens’ Arbeitswerkstatt blieb uns aber leider verwehrt – „Dafür bräuchten Sie Gummistiefel“ so die Entschuldigung des Künstlers.
Alexander Ghazvinian, Leiter Compliance Training, Informationen und Richtlinien
Dieser Artikel wurde von alexander.ghazvinian geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. Holger
Kommentar vom 01. Oktober 2009 um 13:12
Hallo,
da mache ich doch gleich ein Rätsel daraus.
Welche Räume sind oft in grau?
In denen Gefäße von Mitarbeitern gefüllt werden?
und man oft Gummistiefel bräuchte?
Na, wer weiß es?
Der erste Preis ist eine Arbeitsstelle im Facillity-Managment (da leider oft unterbesetzt)
Gruß Holger
Antwort
2. Marco Slama
Kommentar vom 01. Oktober 2009 um 14:23
Das stille Örtchen?
Antwort
3. Uwe Knaus (Moderator)
Kommentar vom 01. Oktober 2009 um 14:47
@Holger und Marco:
Jungs, hier geht es um Kunst!
Eure Kommentare sind hier sicherlich besser untergebracht.
Antwort
4. Holger
Kommentar vom 05. Oktober 2009 um 08:54
ich war mal kurz(-arbeit) weg.
zuerst @Marco: Glückwunsch! Pack deine Sachen, du kannst Morgen anfangen
@Uwe
klar geht es um Kunst, hätte ich den Bericht nicht gelesen, wäre mir dieses, wie ich finde, sehr kreative Rätsel, nicht eingefallen.
Danke für deinen Link, leider kann ich ihn (begrenzter Zugriff) nicht öffnen
Gruß Holger
Antwort
5. Andreas
Kommentar vom 14. Oktober 2009 um 18:09
Als langjähriger Mitarbeiter, der schon einige Sparprogramme hautnah erleben durfte, empfinde ich den Daimler Kunstbesitz als unnötigen Luxus, der nichts mit “Autobauen” zu tun hat. Ich persönlich würde die schönsten Autobilder in unserem Automuseum ausstellen und den Rest versteigern.
Antwort