„Daimler verlangt Blutproben von Bewerbern.“ Das ist der Tenor in der heutigen Medienberichterstattung.
Auf der einen Seite steht die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern auf der anderen die Privatsphäre des Bewerbers. Die Medien sind voll von Gerüchten und Vermutungen und die Verunsicherung ist groß. Um diese Diskussion mit Fakten zu untermauern, haben wir mit dem Leiter des Bereichs Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz und Leitendem Konzernarzt von Daimler, Dr. med. Helmut Schmidt, ein Interview zu den Einstelluntersuchungen im Konzern geführt.
Weshalb werden bei Daimler Einstelluntersuchungen durchgeführt?
Bei den Einstelluntersuchungen wird ärztlich untersucht, ob der Bewerber bei Übernahme der Stelle individuellen körperlichen Risiken ausgesetzt wäre. Das ist ein durchaus üblicher Prozess – nicht nur bei Daimler, auch bei anderen Unternehmen.
Darüber hinaus gibt es auch gesetzliche Vorgaben, aufgrund dieser wir zum Beispiel bei Jugendlichen oder bei Mitarbeitern im Gastronomiebereich Einstelluntersuchungen durchführen müssen. Die Einstelluntersuchungen werden grundsätzlich zum Schutz des neuen Arbeitnehmers vorgenommen.
Wenn ein Arbeitnehmer auf seiner künftigen Stelle zum Beispiel täglich schwere Lasten heben muss, kann diese Stelle nicht mit einem Bewerber besetzt werden, der schon einen Bandscheibenvorfall hatte. Bewerber mit einer Allergie gegen Lösungsmittel können wir zu ihrem eigenen Schutz nicht in der Lackiererei einsetzen. Wer bis dahin nie in einem Lackierbetrieb gearbeitet hat, dem ist diese Allergie eventuell noch unbekannt. Hier haben wir als Arbeitgeber gegenüber unseren Beschäftigten eine Fürsorgepflicht. Wir dürfen unsere Beschäftigten nicht für Arbeiten einsetzen, für die sie körperlich nicht geeignet sind.
Zu welchem Zeitpunkt werden die Einstelluntersuchungen vorgenommen?
Einstelluntersuchungen finden nicht im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens statt, in dem die fachliche Eignung des Bewerbers geprüft wird, zum Beispiel in Assessment Centern. Sie können sowohl vor einer mündlichen oder schriftlichen Zusage als auch danach stattfinden. Vor allem bei Stellen in der Produktion und produktionsnahen Bereichen ist die Untersuchung vor der tatsächlichen Einstellung wichtig, da wir wie gesagt niemanden auf Stellen einsetzen wollen, deren Herausforderungen sie nicht gewachsen sind.
Werden Blutuntersuchungen gemacht? Was wird dabei untersucht?
Im Rahmen der Einstelluntersuchungen, die nicht während des Bewerbungsverfahrens stattfinden, werden Blutuntersuchungen vorgenommen. Diese Blutuntersuchungen sind freiwillig – außer es liegen gesetzliche Vorschriften vor. Gibt ein Bewerber die schriftliche Einwilligungserklärung nicht ab, ist dies jedoch kein Grund, ihn nicht einzustellen.
Die meisten Bewerber stehen der Untersuchung positiv gegenüber und können dadurch auch für sich selbst wichtige und bis dahin vielleicht unbekannte Hinweise erhalten. Diese Hinweise kann der Bewerber präventiv nutzen und sich einer Untersuchung bei seinem Hausarzt unterziehen. Bei den Blutuntersuchungen wird grundsätzlich nicht untersucht, ob zum Beispiel genetische Anlagen für Erkrankungen, eine HIV-Infektion oder eine Schwangerschaft vorliegen.
Was passiert mit den Untersuchungsergebnissen?
Der Werksärztliche Dienst informiert den Personalbereich, der für den Einstellprozess an sich verantwortlich ist, darüber, ob der Bewerber für die Stelle, auf die er sich beworben hat, geeignet ist. Die konkreten Untersuchungsergebnisse verbleiben jedoch beim Werksärztlichen Dienst, der selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt.
Seit wann werden Einstelluntersuchungen vorgenommen?
Wir führen seit mehr als 30 Jahren Einstelluntersuchungen durch. Dazu haben wir mit dem Gesamtbetriebsrat eine Gesamtbetriebsvereinbarung abgeschlossen.
Dieser Artikel wurde von Daimler-Blog/Dr. Helmut Schmidt geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. Peter
Kommentar vom 29. Oktober 2009 um 15:25
Dass man auf Unverträglichkeit gegenüber Lösungsmitteln etc. untersucht werden sollte, bevor man beispielsweise in einer Lackierei arbeitet, leuchtet mir ein. Wieso aber muss das der Betriebsarzt von Daimler machen? Das kann doch auch der Hausarzt übernehmen, der dann ein entsprechendes Attest ausstellt. So verhindert man zumindest den Verdacht des Datenmissbrauchs enorm.
Antwort
Antwort von Johannes am 29. Oktober 2009 um 18:05:
@Peter,
lese gerade bei Welt Online die Aussage eines Daimler Betriebsrats: Es ist durchaus möglich ist, die Einstellungsuntersuchung vom Hausarzt machen zu lassen:
http://www.welt.de/wirtschaft/article5020697/Betriebsrat-verteidigt-die-Bluttests-bei-Daimler.html
Antwort
Antwort von Peter am 30. Oktober 2009 um 10:47:
@Johannes
Dann finde ich es umso unverständlicher, dass man das bei Daimler nicht offensiver kommuniziert. Das würde meiner Meinung nach einiges an Brisanz aus der Sache nehmen, wenn man 1. aus rein gesundheitlichen Gründen Bluttest macht und 2. um jeglichem Datenmissbrauch vorzubeugen, diese nur vom Hausarzt machen lässt, der dann auch nur die relevanten Informationen an Daimler weitergibt.
Antwort
2. Karsten Schultz
Kommentar vom 29. Oktober 2009 um 15:30
“Bei den Blutuntersuchungen wird grundsätzlich nicht untersucht, ob zum Beispiel genetische Anlagen für Erkrankungen, eine HIV-Infektion oder eine Schwangerschaft vorliegen.”
Aber die Möglichkeiten aus den Blutproben bestünden doch, oder?
Wie sieht es denn mit Drogentests im Unternehmen aus. Wird das Blut dahingehend untersucht?
Grundsätzlich finde ich diese Untersuchungen gar nicht so schlecht. Zudem ist es ja nicht unbekannt und erst seit der Medienberichterstattung bekannt. Andere Unternehmen machen das ebenso auch schon seit vielen Jahren. Für relevante Arbeitsbereiche halte ich diese sogar für zwingend notwendig. Ich arbeitete lange mit Holz und hielt Pickel für spätpubertär bis mal irgendwer einen Allergietest machte und ich auf Holzspäne allergisch reagierte. Dann war der Job zwar weg, aber die Haut deutlich besser.
Also, es hat schon alles Sinn und Berechtigung, wenn jetzt nur nicht jeder Supermarkt gleich Blutanalysen für die Angestellten einführt.
Antwort
Antwort von Pusteblume am 29. Oktober 2009 um 19:19:
Antwort ist Ja (via @berndr).
Antwort
3. Albert
Kommentar vom 29. Oktober 2009 um 16:43
Gibt ein Bewerber die schriftliche Einwilligungserklärung nicht ab, ist dies jedoch kein Grund, ihn nicht einzustellen, sagt Herr Schmidt.
Dann müßte es ja Mitarbeiter in der Firma geben, die einen Bluttest abgelehnt haben.
Ich glaube da sucht Herr Schimdt aber lange :-))
Antwort
Antwort von Joe am 30. Oktober 2009 um 09:50:
Freiwillig? Man wurde nicht befragt, man wurde beordert. Das hat mit Freiwiligkeit absolut gar nichts zu tun. Nur so, von einem “internen”.
Antwort
4. Peter
Kommentar vom 29. Oktober 2009 um 16:57
Bei mir wurde weder vor, noch seit meiner Einstellung vom Unternehmen Blut abgenommen. Möglich, dass ich ein Einzelfall bin. Es könnte aber auch sein, dass je nach Werk, Standort oder Tätigkeit unterschiedliche Praktiken angewandt werden.
Eines macht mich aber doch nachdenklich: Warum hacken alle auf Daimler herum, wenn es doch viele andere Unternehmen wie z.B. Porsche auch tun und es sogar zugeben.
Jeden Tag wird eben eine neue Sau durchs Dorf getrieben…
Antwort
Antwort von Johannes am 29. Oktober 2009 um 18:11:
@Peter
bei mir wurde – nachdem ich bereits fest eingestellt war – eine Einstellungsuntersuchung vorgenommen. Dabei hat die Ärztin auch Blut abgenommen – aber im Gespräch darauf hingewiesen, dass das freiwillig sei und überahaupt nur Dinge, die für die Stelle relevant sind, untersucht würden. Habe mich auf jeden Fall korrekt behandelt gefühlt.
Antwort
Antwort von Albert am 29. Oktober 2009 um 20:39:
@Johannes
macht aber keinen Sinn, oder soll ich sagen typisch Daimler ! Erst jemanden einstellen und dann untersuchen wollen, ob derjenige auch für diese Stelle tauglich ist ?
Wenn schon, dann bitte vorher. Aber wie gesagt: Ich warte immer noch auf EINEN der den Test v o r der Einstellung abgelehnt hat und trotzdem in unserer Firma arbeitet.
Antwort
Antwort von Ina am 03. November 2009 um 12:22:
Warum macht das keinen Sinn?? Schon mal was von Probezeit gehört in der man übrigens keinen Grund bei der Kündigung angeben muss??
Antwort von Sabrina am 30. Oktober 2009 um 16:56:
@Peter. War bei mir ähnlich. Habe auch keine Test durchführen müssen. Weder vor meiner Einstellung noch nach meiner Einstellung.
Zudem bin ich ehrlich gesagt ziemlich froh, dass wir einen Werksarzt haben, zudem man mal eben rüberspringen kann, wenn man Kopfweh hat oder einen mal wieder eine Allergie plagt. Da alle Ärzte der Schweigepflicht unterstehen, verstehe ich ehrlich gesagt auch warum das so ein Problem ist.
Finde die Datenskandale bei anderen Firmen, wo private Emails oder Telefonate kontrolliert werden, wesentlich schlimmer.
Antwort
5. Pusteblume
Kommentar vom 29. Oktober 2009 um 19:10
In dem Interview wird nicht deutlich, welche für die Arbeitsstelle relevanten Diagnosen aus den Blutproben gezogen werden.
Die angesprochenen Fälle — Lösungsmittelallergie und Bandscheibenvorfall — werden m.E. nicht aufgrund von Blutproben ermittelt. Mithin wird also die Sinnhaftigkeit der Blutproben nicht erklärt.
Den Blutproben entgegen steht in jedem Fall das Gebot der Datensparsamkeit.
Antwort
6. Daimler untersucht das Blut vor einer Einstellung « Altonaer Linksprobe
Pingback vom 29. Oktober 2009 um 19:32
[...] klick hier zur Stellungnahme des Daimler-Arztes, Leiter des Bereichs ‘Gesundheitsmanagement…, [...]
7. Mel
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 08:39
Ich habe während des Einstellungsprozesses im Schichtdienst ein soziales Jahr gemacht, was es mir schwer gemacht hätte nach Stuttgart zu fahren wegen eines Gesundheitschecks. Daher habe ich mit dem werksärztlichen Dienst telefoniert und gefragt, ob es ok ist, wenn ich mich beim Hausarzt checken lasse und ein Attest einreiche – war kein Problem.
Ich habe dann beim Hausarzt Blut, Blutdruck etc. testen lassen und ein Attest darüber an die Personalabteilung geschickt. Mit einem kurzen Telefonat war dann alles geregelt, total easy und ohne dass man von mir genaue Ergebnisse verlangt hätte.
Antwort
8. Sylvia
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 08:54
Ich bin schon 29 Jahre in diesem Unternehmen, auch bei mir wurde ein Bluttest durchgeführt. Nicht bei der Bewerbung, sondern als ich eingestellt wurde. Ich persönlich finde das völlig in Ordnung.
Antwort
9. Pjodr
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 09:46
Auch ich wurde vor langer Zeit einem Bluttest unterzogen und war sogar begeistert über diese Vorgehensweise. Ntürlich machte ich den Test freiwillig und wurde eingehend über mein Recht diesen Test abzulehnen aufgeklärt.
Zu keinem Zeitpunkt, auch nicht wenn ich wegen eines Infektes zum Werksarzt gehe, mache ich mir Gedanken ob diese Daten von Dritten genutzt werden. Wäre dies der Fall, würde die Werksärzteschaft gegen die Schweigepflicht verstossen und müssten, zu Recht, mit empfindlcihen Strafen rechnen.
Bei der ganzen Diskussion sollte man allerdings eines Bedenken:
Auch Hausärzte hätten die Möglichkeit die Daten an Dritte weiter zu geben. Wo ist also der Unterschied? Richtig, es gibt keinen.
Ich denke, dass wir in diesem Land ganz andere Datenschutzprobleme haben, als die eventuelle und verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit der Weitergabe von medizinischen Daten an den Personalbereich.
Antwort
10. Jens
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 10:57
Ich bin seit 12 Jahren bei Daimler und fühlte mich noch nie irgendwie überwacht oder durchleuchtet. Die Gesundheitsfürsorge des Konzerns ist meiner Erfahrung nach sehr ernst gemeint … auch die Einstellungsuntersuchung (ggf. mit Bluttest) zur Überprüfung ob Stelle und Mitarbeiter zusammenpassen. Ich kenne aus meiner Erfahrung und Erzählungen von Freunden kaum ein Unternehmen, das mit seinen Mtarbeitern fairer und sozialer umgeht. Hier sucht man wieder mal einen kleinen schwarzen Fleck auf einer ziemlich weissen Weste!
Antwort
11. Maria
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 11:02
Einen Bandscheibenvorfall oder die Allergie auf Lacke lässt sich nicht per Blutprobe bestimmen! Sehr wohl lässt sich aber sehen, ob jemand regelmässig Alkohol trinkt oder schwanger ist. Außerdem ist so eine Probe nur eine Momentaufnahme des Körperzustands. Nächste Woche kann das ganz anders aussehen.
“Alles freiwillig und aus reiner Fürsorge um den Arbeitnehmer” – denkt Daimler im Ernst, dass dies von der Leserschaft des Blogs geglaubt wird?
Eine Blutprobe von jemandem zu verlangen, der eine reine Bürotätigkeit ausübt, finde ich als Einstieg in ein Beschäftigungsverhältnis nicht angemessen. Wie fühle ich mich dann dort als Arbeitnehmer? Ich hätte diese Untersuchung als Eingriff in meine Intimsphäre angesehen und dies verweigert. Bei meinem Arbeitgeber werden jedenfalls keine Bluttests verlangt. Auch nicht vom Hausmeister, der ja eine Lackallergie haben könnte.
Antwort
Antwort von Oleg Koslow am 05. November 2009 um 23:33:
>Wie fühle ich mich dann dort als Arbeitnehmer?
Sehr gut!
>Ich hätte diese Untersuchung als Eingriff in meine Intimsphäre angesehen und dies verweigert.
Dein gutes Recht. Wie auch Daimler das Recht hat, Sie nicht einzustellen.
>Bei meinem Arbeitgeber werden jedenfalls keine Bluttests verlangt. Auch nicht vom Hausmeister, der ja eine Lackallergie haben könnte.
Dann passt ja alles. Nur warum sich so über Daimler hier aufregen?
Antwort
12. Jozsef Devenyi
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 11:13
Grundsätzlich sollte, wenn eine Sache “freiwillig” geschieht, diese Freiwilligkeit auch kommuniziert werden. Dies ist in den früheren Jahren nicht geschehen. Als Mitarbeiter wurde man vom Werksärztlichen Dienst kontaktiert; und man mußte den Termin wahrnehmen. In meinem Fall war das sogar einige Monate nach erfolgter Einstellung; hier kann nicht die Rede davon sein, daß man prüfen wollte, ob ich grundsätzlich geeignet war/bin, um einen regulären Job im Angestelltenverhältnis auszuüben. Oder gibt es eine Bildschirmallergie?
Dann ist noch die grundsätzliche Frage, nach den übermittelten Inhalten: Wenn durch den Werksärztlichen Dienst an irgendjemanden (hier an die Personalabteilung) ein Auswertungsergebnis eines Bluttestes übermittelt wird, warum erhalte ich dann keine Kopie dieser Mitteilung? Die Vorgehensweise wird nicht zu Unrecht gerügt. Ich als Betroffener habe das Recht, zu Erfahren, welches Urteil der Werksarzt über mich getroffen hat und welche Inhalte an die Personalabteilung gingen. Übrigens: Was macht die Personalabteilung mit diesen Daten? Warum erscheint in der Personalakte diese Mitteilung nicht? Das ist alles sehr merkwürdig.
Antwort
13. Uwe Knaus (Moderator)
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 12:00
Hallo zusammen,
wir hören gespannt zu und greifen Ihre Fragen, Sorgen und Anregungen auf.
Wir werden die Kommentare des bevorstehenden Wochenendes noch mitnehmen und am Montag dann gesammelt darauf eingehen.
Vielen Dank schon mal für den konstruktiven und sachlichen Diskussionsverlauf.
Antwort
14. Jörg
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 14:26
Ein Hallo an alle,
bei mir fand die Untersuchung nach der Einstellung statt. Es gab eine freiwillige Blutabnahme, deren Ergebnisse mir einige Wochen später mitgeteilt wurden. Im persönlichen Gespräch wurden mir auch die negativen Resultate mitgeteilt, die aus der Auswertung hervorgingen. Darüber hinaus wurden mir Möglichkeiten aufgezeigt wie diese Werte zu verbessern sind. Ich habe darauf hin gegengesteuert und die Werte wieder in die Toleranz gebracht. Bleibt mir noch eines zu sagen: Danke.
Man sollte nicht an allen Dingen nur das Negative sehen!!!
Antwort
15. Maria
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 15:43
@Jörg – Es ist nichts gegen gesundheitsbewusstes Verhalten einzuwenden. Allerdings entscheide ich das doch noch selber, wann und wo ich zu einem Arzt meiner Wahl gehe. Mich nach einer Einstellung auf Aufforderung durch den Arbeitgeber von einem Werksarzt internistisch untersuchen zu lassen, fände ich bei einem normalen Bürojob mehr als befremdlich. Freiwillig hin oder her.
Antwort
Antwort von Laura am 03. November 2009 um 08:04:
Meine Meinung: es ist in Ordung solche Tests zu machen.
1. kann man ohne Probleme ein vom Hausarzt erstelltes Attest einreichen um so dem Test im Werk aus dem weg zu gehen.
2. Würde Daimler, dies nicht mehr selbst zur Verfügung stellen können und dafür von jedem neu Eingestellten, ein Ärztliches Attest verlangen, würden diese Diskussionen noch in ganz andere Richtungen Ausarten.
und 3. Natürlich kann man mit Bluttest auch Dinge wie, Schwangerschaft und Drogenkonsum nachweisen. Aber man vergesse nicht: !!!!ärztliche Schweigepflicht!!!
Antwort
16. Albert
Kommentar vom 30. Oktober 2009 um 19:31
Unstrittig ist doch das die Firma Blutests bei der Einstellung durchführt.
Wenn diese Untersuchung auch vom Hausarzt gemacht werden kann, warum bitteschön, macht sie dann die Firma noch selber ? Zu jeder Bewerbung ein Attest und das wars ! Noch einfacher kann man doch kein Geld sparen. Aber nur wenn man will. Nachdem die Firma aber die Tests selber machen will, muß / soll / darf/ / kann man sich ja schon Gedanken machen. Und dann unter dem Mantel der Freiwilligkeit verstecken. Danke.
Antwort
17. 50hz – Werkstatt für Netzkommunikation » Blogarchiv » Preiswürdiges Daimler Blog: Angefangen loszulassen
Pingback vom 01. November 2009 um 12:44
[...] bei externen Stakeholdern. Inzwischen ist das Daimler-Blog so fest im Sattel, dass es unbeschadet auch kritischen Kommunikationsaufgaben [...]
18. Bluttest bei Daimler: zulässig oder unerlaubt? » blog.felser.de
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19. Yves
Kommentar vom 01. November 2009 um 16:38
Ich fand es, ehrlich gesagt, auch ein wenig seltsam, dass ich mach meiner Einstellung eine Untersuchung machen musste, zumal es ein Bürojob war.
Allerdings ist das durchaus auch bei anderen Jobs so üblich, z.B. bei Beamten (mit Kontrolle des BMI und ggf. dann Nicht-Einstellung).
Für mich ist diese Diskussion jedoch sehr befremdlich, da es diese Untrsuchung schon seid Jahren gibt. Warum wird das jetzt so an die Öffentlichkeit gezerrt? Ich bin überzeugt davon, dass der Betriebsrat schon lange aufgeschrien hätte, wenn da irgendwas nicht
mit rechten Dingen zugeht.
Ich habe das Gefühl, dass die Firma ein sehr negatives Bild in der Öffentlichkeit hat und das jede Kleinigkeit gesucht und breit getreten wird. Der böse Großkonzern.
Dass es aber hier wie auch in anderen Firmen sehr positiv menschelt (auch auf den höheren Enenen), es überdurchschnittlich hohe Gehälter & Sozialleistungen in Kombination mit super Arbeitsbedingungen und tolle Dinge im Umfeld wie die Initiative “Beruf & Familie” gibt, kommt nicht ans Licht.
Da hat unsere PR noch eine Menge zu tun, ist mit diesem Blog aber absolut auf dem richtigen Weg.
Antwort
20. Margarehte M.
Kommentar vom 01. November 2009 um 16:53
Hallo,
ich bin vor 3 Jahren bei Daimler eingestiegen. Auch ich wurde zum Gesundheitstest geladen. Zeitpunkt? Nach dem zweiten positiven Bewerbungsgespräch und vor der Zusage. Im zweiten Gespräch wurde mir mitgeteilt, die Einstellung hinge von dem OK des Werksarztes ab. Mein Einsatzgebiet: Am Schreibtisch ohne Auslandsambitionen.
Dass die Untersuchung freiwillig sei, oder von einem Hausarzt auch gemacht werden könne, wurde mir nicht mitgeteilt (wäre aber eher fair gewesen, und hätte ich auch genutzt).
Kleider Hinweis der vielleicht recht wichtig ist: Ich hatte eine schwere Vorerkrankung (nicht ansteckend) die ich im Bewerbungsgespräch erwähnt hatte. O-Ton der Personalsachbearbeiterin: “Sie müssten aber noch zum Werksarzt um hier eine genaue Einschätzung zu bekommen. Aber das hat nichts mit Ihrer Vorerkrankung zu tun.” Natürlich hatte es m.E. was damit zu tun.
Für mich bedeutete es dann mit Zittern zum Werksarzt um mich “tauglich” Untersuchen zu lassen. Da meine Krankheit keinen Einfluss auf meine Arbeit hat, hätte mir mein Hausarzt dies locker bescheinigen können (wie ich jetzt auf Nachfrage von ihm erfuhr).
Bei der Untersuchung selbst, musste der Arzt dann dies mit seinem vorgesetzten Arzt “noch abklären”. Warum muss ein höherer Arzt dies abklären, wenn meine Arbeit und meine Kollegen nicht beeinträchtigt sind? Wie gesagt, mein Hausarzt hätte mich sofort als fähig eingestuft, ohne einen weiteren Kollegen zu fragen. Dann hätte die Personalabteilung einfach das Attest bekommen und gut, und für mich wäre es eine Woche weniger Zittern gewesen.
Den Termin abzulehnen, unter dem Hinweis, dass dieser irrelevant für meine Tätigkeit sei, habe ich mich nicht getraut. Ich wollte ja den Job.
Falls Rückfragen sind, bitte hier über das Blog,
Viele Grüße
PS: Spaß habe ich dennoch an meinem Job. Auch sonst ist alles bestens. Nur die Nicht-Information der Freiwilligkeit oder eben die Möglichkeit über den Hausarzt zu gehen hinterlässt bei mir ein “Gschmäckle”.
Antwort
Antwort von Pjodr am 09. November 2009 um 08:59:
Manchmal verstehe ich die Welt nichtmehr.
Ihr Beispiel ist der beste Beweis, dass das System funktioniert und vor allem fair ist. Sie haben die Stelle trotz “schwerer Vorerkrankung” bekommen.
Wenn Sie über das Thema “Freiwilligkeit” nicht bescheid wussten, so kann ich nur entgegnen, dass ich der Untersuchung schriftlich zustimmen musste. Es würde mich wundern, wenn sie dies nicht mussten.
Fazit:
Sie haben die Stelle trotz “schwerer Vorerkrankung” erhalten. Sie haben sich nicht getraut der Untersuchung zu widersprechen.
Wieso also, haben Sie ein “Gschmaeckle”? Haben sie nicht auch eine Rückmeldung über Ihren Gesundheitszustand bekommen?
Antwort
21. Juergen
Kommentar vom 02. November 2009 um 10:37
Hallo an alle,
ich verstehe die Diskussion hier nicht. Einige sagen es bereits laut, andere schreiben es im Text. Man(n) und Frau kann zum Hausarzt gehen udn die Daten an Daimler senden. Ein Kommentar war, warum dies nicht in der Personalakte auftaucht, liegt wohl daran, das es neben der Personalakte auch noch eine Krankenakte beim Arzt gibt. Sonst wäre das Thema der Ärztlichen Schweigepflicht schwer zu händeln.
Desweiteren geht doch mal in andere Länder. Z.B. USA. Hier wird bei jeder Firma jeder neue MA auf Drogen und Alkohol untersucht. Dort wird sowie noch mehr abgefragt und geprüft, und keiner wehrt sich.(solange man Hautfarbe und Geschlecht neutral behandelt).
Ich finde es gut und durchauis angemessen, das sich eine Firma erlaubt, einen Gesundheitscheck durchzuführen. Besser ein Kollege der Gesund ist und mir bei meiner Arbeit hilft, als einer der nach seiner Einstellung eine Allergie auf die Arbeit bekommt und dann wieder ausfällt udn die Stelle nicht besetzt wird weil Sie ja vergeben ist.
Da graut es mr mehr bei den Datenproblemen von Banken und Versicherungen. Aber so etwas wird ja nicht gern diskutiert.
Antwort
22. Miriam M.
Kommentar vom 02. November 2009 um 14:59
Hallo,
auch ich wurde vor 2 Jahren fest eingestellt und musste zur “Einstellungsuntersuchung” erscheinen. Allerdings war der Zeitpunkt schon 2 Monate nach Arbeitsbeginn. Die Untersuchung selbst war eigentlich ein Rundum-Check und kam mir sehr zugute. Warum sollte ich zum Hausarzt gehen, dort ewig im Wartezimmer verbingen und dann nochmals zum Abklären des Ergebnisses erscheinen? Ehrlich gesagt, gehe ich alleine schon aus Zeitgründen lieber zum Werksarzt 3 Gebäude weiter.
Ich verstehe auch nicht ganz, warum es zu diesem Thema wieder eine darart negative Presse gibt. Zum einen aus obigen genannten Grund, zum anderen beschwert sich kein Mitarbeiter, wenn es kostenlos und ohne Termin Grippeschutzimpfungen oder Hautkrebsvorsorgetermine beim Werksarzt während der Arbeitszeit gibt. Warum denn auch – Arzt bleibt Arzt und Schweigepflicht bleibt Schweigepflicht. Und ich bin jetzt mal nicht so paranoid und vermute hinter jeder Akte oder Meldung, dass man mich überwachen oder ausspionieren möchte…
Einzig wünschenswert wäre, wenn man über die eigenen Rechte bezüglich Freiwilligkeit besser informiert würde. Dieser Hinweis hat bei mir gefehlt, aber ich wäre trotzdem beim Werksarzt aufgeschlagen :-)
Antwort
23. Dr. Helmut Schmidt
Kommentar vom 03. November 2009 um 13:10
Vielen Dank für Ihre vielen kritischen und auch positiven Rückmeldungen, die wir sehr ernst nehmen.
Ich bitte Sie jedoch um Verständnis, dass wir aufgrund laufender Ermittlungen durch die Datenschutz-Aufsichtsbehörde im Moment keine Stellungnahme abgeben können. Die gegen uns erhobenen Vorwürfe werden derzeit geprüft. Wir werden Sie umgehend hier im Blog über die Ergebnisse informieren.
Dr. Helmut Schmidt
Antwort
24. Thomas Ritter
Kommentar vom 03. November 2009 um 16:29
Ich möchte aus der Stellungnahme unseres Unternehmens vom 29.10.09 zu den Vorwürfen folgende beiden zusammenhängende Sätze zitieren:
“Die Ergebnisse verbleiben beim Werksarzt, der der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt. Der Werksarzt teilt der Personalabteilung mit, ob der Bewerber für die Stelle gesundheitlich geeignet ist oder nicht.”
Die ärztliche Schweigepflicht ist die eine Seite. Was hindert jedoch den Werksarzt daran, einen Bewerber für eine Stelle als “ungeeignet” einzustufen, bei dem er beispielsweise Spuren von Drogen im Blut gefunden hat ? Um seine Schweigepflicht nicht zu verletzen, darf er ja nicht offiziell auf den Bluttest Bezug nehmen. Die Interpretation der Thematik “Schweigepflicht” ist in diesem Fall sicherlich nicht eindeutig !
Antwort
25. Monika Raible
Kommentar vom 04. November 2009 um 09:35
Mir scheint es so, als würde dieses Thema nicht einheitlich behandelt. Ich bin seit fast 2 Jahren im Konzern angestellt und wurde noch zu keiner Untersuchung eingeladen. Vielleicht sollte man aus diesem Problem lernen und eine einheitliche Vorgehensweise einführen. Man könnte den Bewerbern auch ein Infoblatt in die Hand geben, in dem schriftlich mitgeteilt wird, dass entweder der Betriebsarzt oder der Hausarzt diese Untersuchung durchführen kann, und dass die Blutuntersuchung freiwillig ist. Dann gibt es diese Unklarheiten nicht mehr und der Effekt für die Öffentlichkeit wäre auch positiv.
Antwort
26. Markus
Kommentar vom 05. November 2009 um 11:57
Sehr interessant: Heute geht eine Meldung durch die Medien, dass der NDR, der die Geschichte der Bluttests ins Rollen gebracht hat, selber solche durchführt. Im Gegensatz zu den o.g. Begründungen wirkt das, was der NDR nun dazu sagt, wirklich lächerlich. Mit einem Bluttest soll herausgefunden werden, ob Bewerber “die vorgesehene Wochenarbeitszeit wird bewältigen können” (Zitat bei MEEDIA). Sehr investigativ. Und ein Automobilhersteller zeigt einem Medienunternehmen, wie Kommunikation geht.
Antwort
27. Andreas Vogt
Kommentar vom 05. November 2009 um 12:12
Das ganze ist teil einer medialen Hetzkampagne gegen Daimler. Erst das “Interview” mit Herrn Zetsche in der Wirtschaftswoche und dann der NDR-Bericht über die Blutuntersuchungen. Das ist “Blut auf dem Boden Journalismus” der ein negatives Bild über ein Unternehmen zeichnet das momentan trotz der Wirtschaftskrise nicht ganz schlecht dasteht. Da die Zulassungs- und Quartalszahlen der Wettbewerber deutlich schlechter sind als von Daimler suchen selbst ernannte “Experten” und zweifelhafte Journalisten eben nach Themen mit denen sie die Firma in Misskredit bringen können. Spätestens wenn sich die Sache als Boomerang herausstellt werden sie ganz kleinlaut. Vielleicht sollten sich solche Leute bevor sie einen solchen Bericht bringen mal an die eigene Nase fassen und nicht in sowieso schon schwierigen Zeiten persönliche Rachefeldzüge führen und Menschen (Mitarbeiter der Firma) zusätzlich belasten in dem solche Berichte gebracht werden. Die Macht der Medien ist leider beträchtlich und wird hierbei m. M. nach mißbraucht.
Antwort
28. Bis aufs Blut | Personaler Blog
Pingback vom 07. November 2009 um 19:17
[...] Hier ein Interview mit dem Leiter des Bereichs Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz und Leitendem Konzernarzt von [...]
29. Karla
Kommentar vom 20. Januar 2010 um 11:05
Guten Morgen die Herrschaften,
da ich nur eine 2-Wöchige Schülerpraktikantin bei der Daimler AG bin, musste ich mich den Untersuchungen natürlich nicht unterziehen.
Mir ist jedoch die Kritik an diesen Test rätselhaft insofern, dass es auch im Interesse der Angestellten ist , sich nicht mit Krankheiten im Betrieb zu infizieren. Außerdem ist es auch eine gute Erkenntnis aus einem Blutbild heraus informiert zu werden, dass der Alkoholkonsum reduziert werden sollte oder eine Schwangerschaft vorliegt , da für eine Einstellung ungeschickt wäre nach ein paar Monaten wieder in Mutterschutz zu gehen. Es liegt ja letztendlich in eigener Hand ob man denn beispielsweise den Alkoholkonsum reduziert. Ich denke die Voruntersuchungen sind berechtigt, davon abgesehen kann man ja auch einfach nein dazu sagen.
Antwort