Kopfbereich

Daimler-Mitarbeiter-Blog

Hauptnavigation
Suche
Inhalte
11
11.2009

Stellungnahme und Gedanken zu Einstellungsuntersuchungen

Liebe Blog-Teilnehmer,

ich muss zugeben, dass uns die negative Berichterstattung doch sehr überrascht hat. Allerdings verstehe ich dies vor dem Hintergrund der Diskussion über den Datenschutz, der in der Öffentlichkeit zu Recht momentan großen Raum einnimmt.

Nun liegt seit 6.11.2009 eine Stellungnahme des Innenministeriums Baden-Württemberg vor, die uns bescheinigt, dass unsere Vorgehensweise bei den Einstellungsuntersuchungen den datenschutzrechtlichen Erfordernissen entspricht und viele Unternehmen in ähnlicher Weise verfahren – im übrigen auch der Norddeutsche Rundfunk, dessen Mitarbeiter dieses Thema in die Öffentlichkeit gebracht haben.

Da das Ministerium eine grundsätzliche rechtliche Prüfung angekündigt hat, werden wir nach einer abschließenden Festlegung von Regeln für alle Arbeitgeber in Deutschland gegebenenfalls unsere Untersuchungspraxis anpassen und eine entsprechende Vereinbarung mit dem Gesamtbetriebsrat treffen.

Bis zu einer abschließenden Klärung werden wir Werksärzte die Einstelluntersuchungen einschließlich Laboruntersuchungen auf die konkreten Anforderungen des künftigen Einsatzes der jeweiligen Mitarbeiter beschränken und bei der Einstellung keine Untersuchungen zur Gesundheitsprävention durchführen.

Lassen Sie mich nun zu einigen Ihrer Fragen Stellung nehmen.

Ich betone nochmals, dass keinerlei Diagnosen – weder von Einstellungsuntersuchungen noch von allen anderen Behandlungen oder Untersuchungen beim Werksärztlichen Dienst – an Dritte weitergeleitet werden. Somit auch nicht an die Personalabteilung zum Vermerk in der Personalakte. Jeder Arzt, innerhalb oder außerhalb des betrieblichen Umfeldes, unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht und muss die strafrechtlichen Konsequenzen tragen, sollte er diese verletzen.

Eine häufige Frage betrifft die Untersuchung durch den Hausarzt. Unsere Werksärzte bei Daimler kennen die Anforderungen der Arbeitsplätze im Unternehmen. Nur sie können daher beurteilen, ob ein Bewerber für eine spezielle Tätigkeit geeignet ist oder nicht. Bereits in der Vergangenheit haben wir aber externe Befunde durch Haus- oder Fachärzte akzeptiert.

An dieser Stelle möchte ich erneut auf die Freiwilligkeit der Untersuchungen hinweisen. Eine Nichteinwilligung in die Blutuntersuchung war und ist kein Grund, den Bewerber deshalb abzulehnen. Bei speziellen Gefährdungen sind Einstellungsuntersuchungen jedoch gesetzlich vorgeschrieben – daran haben wir uns selbstverständlich gehalten und werden dies auch in Zukunft tun.

Befürchtungen, dass das Blut der Bewerber auch auf HIV-Infektionen, Schwangerschaften, genetische Anlagen etc. untersucht wird, kann ich gut verstehen. Dies ist jedoch nicht zulässig und daher nicht Bestandteil  von Einstellungsuntersuchungen. Jeder Mitarbeiter hat das Recht und die Möglichkeit, seine Patientenakte beim Werksärztlichen Dienst einzusehen und kann somit überprüfen, welche Werte ermittelt wurden.

Ich freue mich vor allem über die positiven Rückmeldungen in diesem Blog. Es ist schön zu hören, dass es doch einige Mitarbeiter gibt, die den Angeboten des Werksärztlichen Dienstes sehr positiv gegenüberstehen und für sich den persönlichen Nutzen für ihre eigene Gesundheit erkennen. Nicht nur bei Einstellungsuntersuchungen, sondern bei allen Leistungen der Werksärztlichen Dienste bei der Daimler AG.

Dr. Helmut Schmidt, Leiter des Bereichs Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz und Leitender Konzernarzt

  • del.icio.us
  • MisterWong.DE
  • Twitter
  • Facebook
  • Digg
  • Yigg
  • Technorati
  • Webnews.de

Dieser Artikel wurde von Dr. Helmut Schmidt geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

Artikel bewerten

VN:F [1.7.0_948]
Bewertung: 4.3/5 (8 Bewertungen)

War das Thema für Sie interessant?
Ihre Meinung zählt.

Bookmarken und teilen

  • del.icio.us
  • MisterWong.DE
  • Twitter
  • Facebook
  • Digg
  • Yigg
  • Technorati
  • Webnews.de
Verwenden Sie zur Verschlagwortung z.B. die Begriffe , , , ,

« Zum vorherigen Beitrag - Zum nächsten Beitrag »


Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 11 Kommentare Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Uwe

    Kommentar vom 11. November 2009 um 15:48

    Hehe, “Blog-Teilnehmer” :-)

    Schön, dass es eine offizielle Stellungnahme hier gibt (das meine ich ernst).

    Insgesamt glaube ich, dass das Innenministerium so ziemlich alles bescheinigt, wenn es nur sauber formuliert und offiziell vorgetragen ist.

    Antwort

    Antwort von Uwe am 12. November 2009 um 07:03:

    Darf ich noch einen Hyperlink ergänzen?

    …..bankdaten-weitergabe-usa

    Das zeigt (mir) eindrucksvoll was scheinbar alles “legal” ist. Auch hier: offiziell verpackt, et voila, schon ist es genehmigt.

    Antwort

    Antwort von Uwe Knaus (Moderator) am 12. November 2009 um 08:16:

    Uwe, sei mir nicht böse, aber wir sollten hier beim Thema Einstellungsuntersuchung bleiben. Deshalb habe ich den Link gekürzt, Sorry.

    Antwort

  2. 2. Barbara Lehner

    Kommentar vom 12. November 2009 um 07:46

    Ich kann diese Hysterie wegen der Blutuntersuchungen nicht nachvollziehen: mir wäre es recht, auf diese Art und Weise zu einer Untersuchung zu kommen; ist doch eigentlich immer interessant, wie die eigenen Werte gerade ausfallen.
    Und außerdem: man kann der Untersuchung ja widersprechen, also wo liegt das Problem??
    Muß man eigentlich jeder Sau die von Seiten der Presse durchs Dorf gejagt wird, hinterherrennen?

    Antwort

    Antwort von Juergen am 12. November 2009 um 08:24:

    Ja, denn ich liebe Schweinefleisch :-)
    Nein, ich stimme hier voll und ganz zu. Es ist gut zu Wissen, das es hier jemanden gibt, den man im Notfall schnell erreichen kann und der auch mal Regelmäßig nach einem schaut. Wer geht denn schon daheim regelmäßig zur kontrolle ?

    Antwort

  3. 3. Miriam

    Kommentar vom 12. November 2009 um 09:45

    Liebe Werksärtze,
    danke, dass es euch gibt und ihr trotz der schlechten Presse einen guten Job macht.
    Zu euch kann ich jederzeit ohne Anmeldung und ohne Wartezeit rüberkommen und mir ein Aspirin holen oder schnell eine Inhalation machen – und schon geht’s mir besser!
    Danke!

    Antwort

    Antwort von Sergej Neufeld am 12. November 2009 um 10:26:

    Ich schließe mich der Vorrednerin an, danke dass es euch gibt!!!
    Es ist sehr hiflfreich und sehr einfach bei der Abwicklung sich bei einem Werksarzt behandeln zu lassen, oder einfach eine Aspirin zu holen.
    Danke!

    Antwort

  4. 4. Werner Sareike

    Kommentar vom 12. November 2009 um 10:48

    Ich frag mich da immer: Wer regt sich denn da so auf?
    Eventuell jemand der befürchtet das er “entdeckt” wird ???
    Ich meine hier z.B. Alkoholsüchtige oder Drogenabhängige.

    Ich finde es sehr gut, daß der AG diese Untersuchungen ausübt. Zumal es dem AN eine klare Auskunft hierüber gibt, welches Blutbild er hat. Untersuchungen, die man event. privat selbst finanzieren müßte.

    Es ist schon schade daß es so weit immer kommen muß.
    Haben wir nicht alle etwas besseres zu tun ?

    So….
    jetzt muß ich auch schenll weiter machen……

    Antwort

  5. 5. Uwe Knaus

    Kommentar vom 12. November 2009 um 10:49

    Auch ich schließe mich Miriam und Sergej an. Da ich schon lange im Konzern bin, war ich schon das eine oder andere Mal froh darüber, dass es den werksärztlichen Dienst gibt. Ohne Termin konnte mir schnell und unkompliziert geholfen werden – wohlgemerkt gleich um die Ecke und während der Arbeitszeit. Die wichtigsten Medikamente gab es sofort und für die anderen ein Rezept.
    Dass die Diagnose in meiner Akte festgehalten wurde hat mich nie gestört, da dies der Hausarzt auch macht. Immer vor dem Hintergrund: die ärztliche Schweigepflicht gilt für jeden Arzt – auch für den Werksarzt.
    Danke für eine solche Einrichtung!

    Antwort

  6. 6. Stephan Huth

    Kommentar vom 12. November 2009 um 11:40

    Meine Vermutung ist sogar, dass diese Beschuldigungen rein politischen Charakter haben. Lobbyarbeit darf und soll ruhig jede Interessensgruppe vorantreiben. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand und Informationen aus verschiedenen Quellen sollte eine annähernd objektive Interpretation des Themas möglich sein.

    Ich bin und bleib gesund dank Werkarzt :-)

    Antwort

  7. 7. Faice

    Kommentar vom 15. November 2009 um 21:02

    <´´Was geht bitte hier ab?

    Antwort

Was ist Ihre Meinung?

Wenn Sie die E-Mail-Adresse eingeben, die Sie bei Twitter oder bei Gravatar verwenden, erscheint Ihr Bild neben dem Kommentar.

mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Sie erhalten zur Freischaltung ihres Kommentars eine E-Mail.


Sidebar
Footer