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02.2010

„Isser schon an?“ – eine Testfahrt mit der B-Klasse F-Cell

Dieser Montag war ein ganz spezieller Tag. Ein Kollege hatte nach Freiwilligen gesucht, die mit ihm drei  Wasserstoff-angetriebene B-Klassen (B-Klasse F-Cell) von Möhringen ins Werk Untertürkheim überführten und begeistert habe ich natürlich sofort ja gesagt. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Halb neun morgens stehe ich nun also – von unserem Blog-Prakti Piotr begleitet – auf dem Campus in Möhringen und erhalte den Schlüssel ausgehändigt. Zum Start bekommen wir noch ein paar Tipps („Wundern Sie sich nicht, wenn Sie den Schlüssel drehen – und es passiert nix!“) und eine Warnung („So ein Testfahrzeug ist ziemlich teuer!“) mit auf den Weg.

F-Cell Testfahrer

Der erste Eindruck des Autos ist eigentlich ein wenig ernüchternd. Innen ist es einfach eine B-Klasse. Bei näherem Hinsehen ist aber das wiederum das Spannende. Man fährt hier ein Auto sehr nah an der Serienreife. Das heißt man fliegt hier nicht in einer futuristischen Studie durch virtuelle Welten sondern sitzt in einem ganz normalen Sitz, greift ein ganz normales Lenkrad und tritt ganz normale Brems- und Gaspedale. Der einzige Unterschied, der sofort ins Auge fällt: dort wo beim herkömmlichen Auto der Drehzahlmesser sitzt, hat der F-Cell eine Anzeige, die den aktuellen Kilowatt-Einsatz anzeigt (mit einem Negativ-Bereich für die Energiegewinnung z.B. beim Bremsen).

Energierückgewinnung beim abbremsen

Wie bei der Schlüsselübergabe versprochen tut sich oberflächlich nicht viel als ich den Schlüssel drehe – kein Heulen und keine Vibration beim Starten des Motors, der Motor „springt nicht an“. Lediglich die Anzeige in der Armatur gibt einen dezenten Hinweis: „F-Cell wird gestartet.“ Weiterhin bleibt das Fahrzeug mucksmäuschenstill. Erst wenn man die Handbremse löst, den Schalthebel auf „D“ stellt und das Gaspedal beim Erstkontakt vorsichtig anstupst, zeugt ein leises Surren von der Fahrbereitschaft des Autos und es setzt sich anstandslos in Bewegung (”Tatsächlich – er fährt!”). Die ersten Meter fahren wir noch sehr vorsichtig auf dem Campus, doch das Beschleunigungs- und Bremsverhalten unterscheidet sich kaum von einem Auto mit Verbrennungsmotor. Uns fällt sofort das ruckelfreie Fahren auf. Gemeinsam mit dem niedrigen Geräuschpegel (wir müssen zwischendrin sogar die Klimaanlage abstellen, um überhaupt etwas vom Auto zu hören) sorgt das für hohen Fahrkomfort. Hier ein paar (fast geräuschlose) Videoeindrücke von der Fahrt:

Aber auch der Fahrspaß bleibt nicht auf der Strecke. Auf einem Display kann man sich während der Fahrt anzeigen lassen, wie der Energiefluss im Auto gerade aussieht. Man bekommt so schnell ein Gefühl dafür, ob die Vorderachse gerade von der Batterie oder bei höherem Tempo gemeinsam von Batterie und Brennstoffzelle angetrieben wird. Außerdem kann man gut nachvollziehen, in welchen Situationen man die Batterie wieder auflädt – also beispielsweise bergab oder beim Bremsen. Da das volle Drehmoment beim Anfahren direkt zur Verfügung steht, lässt man auch jeden S4 oder M3 an der Ampel locker hinter sich. Überhaupt ist der F-Cell natürlich trotz Seriennähe noch ein Hingucker im Stadtverkehr. Auch das Tanken macht Spaß. Dass man den Kraftstoff nun Kiloweise tankt ist zwar gewöhnungsbedürftig und für die wirklich eiskalte Zapfpistole bringt man sich besser ein paar gefütterte Handschuhe mit. Aber das ist wieder vergessen wenn man dem Tankwart beim Kassieren sagen kann: „Einmal Wasserstoff bitte!“

Am selben Tag durfte sich übrigens noch ein zweites Test-Duo hinter das-F-Cell-Lenkrad setzen. Auch diese zwei Herren haben Ihre Fahreindrücke in einem Video festgehalten:

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Dieser Artikel wurde von Nils König geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

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Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 10 Kommentare Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Christian Fachat

    Kommentar vom 01. Februar 2010 um 11:49

    Danke für Deinen Bericht. Ich darf das Auto morgen im Rahmen einer Mitarbeiterveranstaltung fahren und freue mich schon drauf

    Antwort

  2. 2. Markus Jordan

    Kommentar vom 01. Februar 2010 um 12:24

    Das Fahren mit einer F-Cell ist auf alle Faelle eine ErFahrung !! :-)

    Antwort

  3. 3. Neufeld Sergej

    Kommentar vom 01. Februar 2010 um 14:42

    Wooooooaaaaaaaa, ich will auch so eine B-Klasse F-Cell fahren!!! Gibt’s eine Möglichkeit, dass der Wagen mal für einen Tag nach Mannheim kommt? :-)

    Antwort

  4. 4. Markus Jordan

    Kommentar vom 01. Februar 2010 um 20:40

    Ich bin die F-Cell nun mittlerweilen schon in verschiedenen Situationen: City, Überland, Autobahn, Berg/Tal-Fahrten gefahren und bin vom Auto ueberzeugt & begeistert. Wenn das Tankstellennetz nun auch noch entsprechend ist, – woran ja gearbeitet wird, kommt das auch ordentlich in Schwung.

    Antwort

  5. 5. Nils König

    Kommentar vom 02. Februar 2010 um 12:06

    Hallo Sergej,
    ich hab mal nachgefragt. Die Kollegen würden natürlich liebend gern vorbeikommen, aber da macht noch die Infrastruktur einen Strich durch die Rechnung – in Mannheim gibt es (noch) keine Wasserstofftankstelle. Und bei 400km Laufleistung ist Mannheim doch zu weit weg für einen Abstecher. Aber der Kollege meinte, man arbeite daran :-) Viele Grüße an die Kollegen!

    Antwort

    Antwort von Sergej Neufeld am 02. Februar 2010 um 13:30:

    Hey Nils, danke für die Nachfrage, ich freu mich schon wenn es mal so weit ist!!! Achso, wir produzieren hier ja auch den Citaro F-Cell, der muss ja auch irgendwie getankt werden??? Hmmmm…

    Antwort

    Antwort von Markus Jordan am 03. Februar 2010 um 06:09:

    Nehmt einfach nen Trailer mit ! :)

    Antwort

    Antwort von Piotr Wochowiec am 03. Februar 2010 um 10:31:

    Hallo Sergej,

    der Wasserstoff wird bei der B-Klasse F-Cell mit einem Druck von 700 bar gespeichert. Der Citaro F-Cell wird mit 350 bar betankt. Die Systeme sind leider inkompatibel zueinander.

    Viele Grüße,
    Piotr =)

    Antwort

  6. 6. Joachim Heinz

    Kommentar vom 04. Februar 2010 um 09:22

    Richtig guter Artikel, habe ich sehr gern gelesen. Stelle ich mir sehr spannend vor, wenn tatsächlich das Drehmoment von “Null” an voll anliegt :-) Keine Turbogedenksekunde…
    Wollen wir eine Wette abschliessen, wann die ersten “Elektromotorentuner” Ihre Arbeit aufnehmen?
    Grüße
    Joachim Heinz

    Antwort

  7. 7. Tweets die „Isser schon an?“ – eine Testfahrt mit der B-Klasse F-Cell » Daimler-Blog: Einblicke in einen Konzern erwähnt -- Topsy.com

    Pingback vom 04. Februar 2010 um 09:50

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Manuel Palkowitsch, Daimler AG News, P.Wochow, rtstuttgart, rtstuttgart und anderen erwähnt. rtstuttgart sagte: RT @Daimler_News Daimler-Blog: „Isser schon an?“ – eine Testfahrt mit der B-Klasse F-Cell http://bit.ly/9Rd9jc: h… http://bit.ly/amoDYq [...]

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