Sonntag, 14. März, mittags 34 Grad und trocken. Der seichte Wind weht noch etwas Sand auf die Strecke bevor das Ereignis beginnt. Aber leider nicht in Stuttgart, sondern im königlichen Inselstaat Bahrain.
Die 61ste Formel 1 Saison startet 2010 wie in den letzten Jahren am Persischen Golf, jedoch ist in diesem Jahr alles anders als in den vergangenen Rennen. Mercedes GP Petronas geht als eines der neue Teams in seine erste Saison und nicht nur das. Fahren werden keine geringeren als der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher und Nico Rosberg.
Ich arbeite bei der Daimler Protics GmbH im Logistikbereich der MBC Entwicklung und was gibt es also schöneres für einen rennsportbegeisterten Daimler-Mitarbeiter, als live in der Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart dabei sein zu dürfen.
Die Niederlassung hat extra für den Start das VIP Public Viewing in der neuen Sportsbar des MB-Centers ausgerichtet. Für diesen Anlass hat Daimler für seine Mitarbeiter eine Verlosung von 60 Plätzen auf seinem Intranetportal ausgerichtet. Die glücklichen Gewinner durften mit einer Begleitperson an diesem Tag dabei sein. Einer dieser glücklichen Begleitpersonen war ich.
Um 12 Uhr waren wir dann wie geladen in Stuttgart. Wir waren nicht die ersten die dieses „Hammer-Spektakel“ miterleben wollten. Die VIP-Longe war bereits recht voll. Die MB- Niederlassung hat aber keine Kosten und Mühen gescheut und nette Bedienungen gaben Getränke und auch warme Speisen aus. Auch die Räumlichkeiten waren wirklich sehr angenehm und hier noch ein „Geheimtipp“: Die Sportsbar bleibt für die Saison und auch für die Fußballweltmeisterschaft (4. Stern für Deutschland) bestehen, so der Niederlassungsleiter aus Stuttgart. Langsam ging mein Puls auf 180, denn die Boxengasse war bereits geöffnet und die ersten Boliden standen am Start und wurden noch von den Mechanikern versorgt. Die Grand Prix-Premiere vom Mercedes konnte beginnen.
Eigentlich waren es sogar zwei Premieren, denn Mercedes Benz hatte noch einen Renner am Start. Es fuhr zwar außerhalb der Konkurrenz, konnte sich jedoch mit seinen 571 PS und seinem sensationellen Design sehen lassen. Zu dem war es wohl das wichtigste Fahrzeug auf der Strecke, das Safety Car Mercedes Benz SLS AMG. Wie immer am Lenkrad des Flügeltürers der ehemalige Mercedes Benz DTM-Fahrer Bernd Mayländer.
Was für ein Anblick nach so vielen Monaten Pause wieder ca. 9000 PS an den Startpositionen zu sehen und die Spannung knisterte im MB-Center spürbar.
13 Uhr, die roten Ampeln erloschen und die Bolidenkarawane setzte sich in Bewegung. Unsere Renner waren nach dem Qualifying am Samstag auf Position 5 (Nico) und Position 7 (Michael) unterwegs. Es wurde ein Reifenrennen, recht unspektakulär. Durch die neue Regel, das kein Team mehr nachtanken darf gab es für die Teams kaum Gelegenheit auf eine Positionsänderung beim seither interessanten Boxenstopp. Einzig und allein „technische Probleme“ werden bei diesen Regeln zu Spannung führen. Alle Rennen werden so bereits Samstags im Qualifying entschieden … schade. Ich hoffe die Verantworlichen werden hier im Laufe der Saison Änderungen finden. Die Stimmung im MB-Center war großartig und man spürte in den zählbaren emotionsvollen Phasen „wir sind Mercedes GP Petronas“. Die nächsten Monate werden zeigen wie stark das neue Team ist und es werden mit Sicherheit wieder spannende Wochenenden auf uns zukommen.
Es war ein wunderbarer Sonntag Nachmittag und mein Dank gilt nicht nur der Einladung zu diesem Event sondern auch der Mercedes Benz Niederlassung, die sich wirklich Mühe gegeben hat das diese Veranstaltung zu einem großen Renntag geworden ist.
Hier noch ein YouTube Video mit Impressionen der Veranstaltung:
Eines möchte ich abschließend noch empfehlen: Wer Twitter oder andere Social Media Plattformen nutzt und über F1 nicht nur alle zwei Wochenenden informiert werden möchte sollte auf www.mercedes-gp.com surfen. Eine wirklich sehr gute Rennsport-Seite mit immer neusten Infos und Hinweisen auf den neusten Stand des Teams und auf Twitter, Facebook etc.
Dieser Artikel wurde von Stefan de Vries geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
Ein Tag auf dem Genfer Autosalon
Halb vier schrillt der Wecker. Dieser Morgen beginnt früh, sehr früh. Der Weg zur Arbeit ist heute weit, sehr ...
1. Peter
Kommentar vom 15. März 2010 um 14:11
Und ein paar Meter daneben, im Museum, auf einem riiiiesen Bildschirm, ohne Gedränge und völlig relaxed, gabs das gleiche Rennen.
Antwort
Antwort von Stefan de Vries am 17. März 2010 um 11:21:
Es war eine gut besuchte Veranstaltung, gedränge gab es jedoch nicht. Auch im MB Center war man relaxed :)
Antwort
2. Stefan Zuber
Kommentar vom 16. März 2010 um 11:32
Ich stimme dem Blog von Herrn de Vries zu. Allerdings ist die F1 jetzt leider weder spannend noch interessant. Wie schon ausgeführt, können nur noch technische Defekte oder Fahrfehler zu ein bisschen Spannung führen. Durch die Regeländerungen hat die F1 jetzt die Spannungskurve von einem Hallenjojowettbewerb. Immer schön brav im Kreis und nichts passiert. Es bleibt zu hoffen, daß unsere Mechaniker und Ingenieure es schaffen, die Fahrzeuge auf das Niveau der Führenden ( und noch darüber hinaus ) zu bringen.
Antwort
3. Robert Lutz
Kommentar vom 17. März 2010 um 09:19
Ich weiß nicht warum “Wir” Mercedes GP Petronas sein sollen. Ganz offensichtlich ist das einzige an diesem Team von Mercedes ein Teil des Namens und das Geld das hier in einer unvergleichlich Langweiligen Art und Weise vernichtet wird, während die echten “Wir” nähmlich diejenigen die den Mercedes bauen, genau dieses Geld erwirtschaften und dabei noch auf Einkommen verzichten müssen. Da kann auch der Herr Haug noch so oft in die Kameras lächeln und wiederholen wie Werbewirksam dieses Engagement doch ist.
Antwort
4. Ull
Kommentar vom 17. März 2010 um 10:59
Hallo Hr. de Vries,
nichts gegen ihren Blog und ihre Rennsportbegeisterung, aber wenn ich so Sachen lese wie “neue Sportsbar im MB-Center”, “VIP-Lounge”, “MB-Niederlassung hat keine Kosten und Mühen gescheut” etc… dann zweifel ich so langsam daran, ob unser Konzern schon gemerkt hat, dass wir uns in der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg befinden.
Aber für solche Annehmlichkeiten ist anscheinend immer noch genügend Geld da, während an der Wertschöpfungskette in den Produktionswerken jeder Cent dreimal umgedreht wird.
Antwort
Antwort von Gerry am 17. März 2010 um 14:11:
Robert /Uli … genau so ist meine Meinung auch. Geld in Qualität inverstieren und in “Wachs” gegen Korrosion. Bin auch für Motorsport aber Qualität vor “Fun”.
Antwort
5. Frank Geiger
Kommentar vom 18. März 2010 um 10:30
Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit wann die ersten Antworten von Miesmachern des F1-Engagements diesem Blog aufschlagen würden. Vermutlich können diese “Kommentatoren” im Prinzip so gar nichts mit Motorsport anfangen und sind womöglich auch noch glühende Betriebsratsanhänger XD.
Schade wird es aber dann, wenn man sieht wie manche derart begeisterungsunfähig mit dem Produkt Automobil umgehen daß sie den sportlichen Wettstreit damit als “Geldverschwendung” ansehen. Nicht auszudenken wo manch grosser Name in der Motorsporthistorie heute in der harten Welt des Autoverkaufens stehen würde wenn sie “damals” auch so gedacht hätten……
Gottseidank für diese ablehnenden Stimmen lässt dich der werbende Einfluss solcher Veranstalter nicht messen. So hantieren sie scheinbar nur mit “Zahlen, Daten, Fakten” wie so mancher Manager, der sich nach eigens ersonnenen Kosteneinsparungen selbst auf die Schulter klopft (siehe u.a. OM651). Wer glaubt, das “eingesparte” Geld wäre besser in die Werke geflossen und hätte so Kurzarbeit/Arbeitszeitverkürzung verhindert, glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann oder – weil´s grad aktuell ist – an den Osterhasen.
Vielleicht sollten wir in Zukunft lieber ein eigenes Hallenhalma-Team aufstellen….ist garantiert billiger!
Antwort
Antwort von Ull am 18. März 2010 um 10:56:
Vielen Dank für Ihren “sehr sachlichen” Kommentar. Sie schreiben zum Glück selbst dass der Werbeeffekt des Formel 1 Engagements nicht messbar ist. Gott sei Dank für beide Seiten. Sie werden es nicht glauben, aber ich selbst erhoffe mir ebenfalls eine positive Auswirkung, obwohl ich kein Motorsportfan bin.
Aber an der Basis sieht es so aus, dass mittlerweile selbst geringste Investitionen in Instandhaltungsmaßnahmen, Ersatzbeschaffungen, neue Betriebsmittel, verbesserte Werkzeuge etc. verschoben bzw. ganz gestrichen werden, notwendige Gelder um unsere Wertschöpfungskette gerade in Krisenzeiten effizienter und wirtschaftlicher zu machen und unserem Unternehmen bares Geld zu erwirtschaften! Dass hier in der Belegschaft teilweise ein gewisser Unmut entsteht kann nur verständlich sein. Mit einer “Verhinderung Kurzarbeit/Arbeitszeitverkürzung” hat das überhaupt nichts zu tun.
Antwort
Antwort von Stefan Zuber am 23. April 2010 um 09:37:
Herr Geiger, ich bin ein Motorsportfan. Allerdings sollte es, wie der Name schon sagt, um Motorsport gehen und nicht ums Kreis/Kolonnenfahren. Wer richtigen Motorsport sehen will, schaut sich die ADAC Tourenwagenmasters oder die DTM an.
Antwort
6. Mercedes-Fans.de
Kommentar vom 03. April 2010 um 07:41
Vielleicht sehen wir es aus Begeisterung zu sehr durch die rosa Brille. Zugegeben, aber wenn eine Marke wie Mercedes-Fans.de mit seinen Fahrern Rosberg und Schumacher von den Medien als die Formel1-Nationalmannschaft bezeichnet wird und die Gründung eines Formel 1-Werksteams inkl. der Verpflichtung von Herrn Schumacher zur besten Sendezeit in der Tagesschau läuft, dann ist das schon ein bemerkenswerter Schachzug, der sich auch in wirtschaftlich Zählbares ummünzen lässt.
Aus unserer Sicht kann ein Formel 1-Engagement wie ein Turbolader für eine Marke funktionieren. Vorausgesetzt der Rest stimmt auch. Dann müssen Rosberg und Schumacher noch nicht mal unbedingt gewinnen. Aber schön wäre es schon.
Frohe Ostern
Ihre Mercedes-Fans.de Redaktion
Antwort