„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Am Ende jeder Folge der 80er-Jahre-Serie “Das A-Team” fällt dieser Satz. Aber auch beim Aufbau eines Messestandes passt er: Wenn zwar alles langfristig geplant ist, es aber im Endspurt trotzdem hektisch wird. Wenn man sich am Tag vor dem Aufbau noch fragt, ob auch alles rechtzeitig ankommt und dann tatsächlich auf die Minute genau alles fertig wird, dann weiß man nicht nur gute Pläne zu schätzen, sondern könnte sich durchaus auch mit einer Siegeszigarre wie einst Hannibal Smith anfreunden. So zumindest ging es mir bei der Ausstellung zur World Hydrogen Energy Conference, des größten Fachkongresses über Wasserstofftechnologie, der dieses Jahr vom 16. bis zum 21.05. in Essen stattfand.
Würden die Standmodelle rechtzeitig eintreffen? Würden alle Elemente rechtzeitig fertig werden? Ja – am Ende hat alles geklappt. Wo man tags zuvor noch von staubigem und zerkratztem Hallenboden empfangen wurde, präsentierten sich tags darauf High-Tech-Exponate auf feinem, Daimler-blauem Teppichboden und vor sauber ausgeleuchteten Info-Wänden. Pünktlich am Montagmorgen konnten wir die gesamte Standtechnik hochfahren und uns auf die ersten Interessierten vorbereiten. Viel Zeit blieb dafür nicht, denn kaum waren die Schnittmodelle der Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL und des Concept BlueZERO F-CELL enthüllt, waren sie schon umringt von fotowütigen Messebesuchern. In einem richtigen Blitzlichtgewitter wurden die Modelle samt all ihrer Komponenten aus allen Perspektiven abgelichtet und bestaunt. Auch nachdem dieser erste Ansturm abgeebbt war, blieb das Interesse an den Fahrzeugen und der Brennstoffzellentechnik groß. Ein Gespräch reihte sich an das andere, teilweise waren vier Experten aus den Fachbereichen und ich als Kommunikations-Praktikant gleichzeitig im Gespräch mit interessierten Ausstellungsbesuchern und Konferenzteilnehmern.
Mittlerweile kenne ich daher die Eigenschaften und Vorzüge der Wasserstoff-B-Klasse auswendig: 400 Kilometer Reichweite, volle Alltagstauglichkeit, nur drei Minuten zum Tanken und, wonach besonders häufig gefragt wurde: Nein, sie explodiert nicht. Schließlich ist das ein Serienauto und Daimler hat sich nicht nur Sparsamkeit, sondern eben auch Sicherheit auf die Fahne geschrieben.
So ein ganzer Tag auf einem Messestand geht nicht spurlos an einem vorüber. Nicht nur spürt man abends die Füße doch recht deutlich, auch die exklusive Beschäftigung mit einem Thema begleitet einen bis ins Hotelzimmer. Mich jedenfalls – ich kann nicht ausschließen, sogar nachts von Lithium-Ionen-Batterien, Bremsenergierekuperation und Kennwerten zur Brennstoffzellendynamik geträumt zu haben.
Mag die Zukunft der Mobilität noch so spannend sein: Spätestens, wenn es soweit ist, wird es Zeit für etwas Abwechslung. Was für ein Glück, dass vor der Tür vier B-Klasse F-CELL Wagen zur Probefahrt bereitstanden. Denn Autos zu fahren macht doch noch mehr Spaß, als über sie zu sprechen. Zumal, wenn es so angenehme Fahrzeuge wie unsere B-Klassen sind. Einfach den Schlüssel umdrehen und losfahren, die Brennstoffzellenautos fahren sich beinahe schon erschreckend normal. Zwar konnte ich die Wagen nicht, wie meine Kollegin Viktoria, auf der Autobahn ausprobieren, aber auch beim Beschleunigen nach einem Ampelstopp macht das Auto soviel Spaß, dass man die ganze komplizierte Technik um einen herum glatt vergisst.
Nach so einer Probefahrt fällt es dann noch leichter, andere von der Technik zu überzeugen. So lautete dann die einzige noch häufigere Frage als die nach der Sicherheit: Wann kann man das Auto endlich kaufen?
Dieser Artikel wurde von Carsten Kaefert geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
1. Rolle
Kommentar vom 28. Mai 2010 um 16:25
Sehr schön!
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2. Thomas
Kommentar vom 05. Juni 2010 um 19:47
Einige interessante Links zum Thema Brennstoffzelle von und mit Daimler finden Sie hier:
http://www.greenmotorsblog.de/2010/05/18/wasserstoff-knallgas-oder-der-stoff-aus-dem-traume-sind/
http://www.greenmotorsblog.de/2010/05/25/brennstoffzellenfahrzeuge-–-toyota-macht’s-mit-daimler/
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Antwort von tim am 13. Juli 2010 um 00:54:
Danke für die Links!
Der Artikel an sich ist, wie meine Vorredner schon sagten, ebenfalls prima :)
greez
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3. ArnoA.Evers
Kommentar vom 11. Juni 2010 um 11:25
Hoert sich alles gut an. Auch ich war auf der 18h WHEC, das war uebrigens die 106. (einhundertsechste) Konfernz zum Thema Wassesroff und Brennstoffzellen, die wir besucht und online dokumentiert haben. Bei einem Punkt muss die Daimler AG aufpassen: Selbst in aktuellen Publikationen, Konferenz- oder Online Praesentationen faellt im Zusammenhang mit den Wasserstoff-Fahrzeugen der B Klasse von der Daimler AG das Argument, die Fahrzeuge seien: “…100 Prozent emmisionsfrei bzw. 100 Prozent CO2 frei”. Dies ist leider nicht der Fall. Da muss man schon aufpassen.
Die Frage, wie und wo der “heutige” Wasserstoff produziert wird, sollte im Grunde genommen auch die Fahrzeughersteller interessieren.
Die heutigen Verfahren, Wasserstoff herzusetllen, sind eben nicht “erneuerbar” sondern aus fossilen Energien, in einem Verfahren, was Steam Reforming genant wird. Selbst, wenn der in den Fahrzeugen genutzte Wasserstoff aus Elektrolyse gewonnen wird (was zumindestens in Deutschland auesserst umwahrscheinlich ist und nicht industriell gemacht wird) ist er nicht dadurch noch lange nicht Co2 bzw. emmissionsfrei. Da hilft ein Blick auf den jetzigen Energiemix. Weiteres in den neuen Buch: The Hydrogen Society…more than just a Vision? Go to:
http://www.hydrogenambassadors.com/movies/rtl-06-2010.php
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