Der Vulkanausbruch und die daraus resultierende Aschewolke haben einen dicken Strich durch den Afrika-Kunden-Besuch während der bauma (Fachmesse für Baumaschinen) gemacht. C’est la vie! Zwei Kunden,junge Entrepreneurs aus Algerien, Besitzer u.a von Actros SLT’s haben sich dennoch entschieden, mit dem Schiff von der Hauptstadt Algier nach Marseille zu reisen. Danach ging es mit ihrem eigenen Viano von Marseille nach Stuttgart. Sie waren die einzigen, die es zur Bauma in München geschafft haben! Aber was sollte aus unseren Mercedes-Benz Truck Kunden-Event für Afrika werden? Ein zweiter Anlauf wurde in Angriff genommen, aber auch der Vulkan meldete sich Mitte Mai zum zweiten Mal. Schon wieder wurde es ernst. Morgens und abends und zum Teil auch nachts stellte ich mir die Frage, wie und wohin bewegt sich die Aschewolke, was wird aus dem Event, klappt es dieses Mal? Zwischendurch kam die Meldung die Wolke bewege sich nach Marokko und der Flughafen würde für kurze Zeit gesperrt. Es blieb sehr, sehr spannend. Inshallah- es beruhigte sich, nicht nur der Vulkan meinte es gut mit uns, und das DCAA (Daimler Central/Eastern Europe, Africa & Asia) Afrika Team konnte seine Gäste aus Afrika empfangen.
Nachts im Museum
Kurz vor der Fußball-WM trafen sich somit 60 bestehende und neue Kunden aus Afrika mit unseren Generalvertretungen aus Ländern von Nord-, West-, -Zentral und Ost-Afrika: wie z.B. Kamerun, Tunesien, Kongo, Mali, Elfenbeinküste, Burkina Faso, Mali, Liberia, Algerien, etc.. ein. Im Fokus des Besuchs unserer Gäste stand die Mercedes-Benz LKW Kultur, die Entstehung und Produktion von Mercedes-Benz LKWs und Sonderfahrzeuge sowie die Entwicklung von innovativen Dienstleistungen und die Zusammenarbeit mit unseren Aufbauherstellern. Der Start im Mercedes-Benz Museum stimmte uns positiv ein. Ein SLS empfing uns am Eingang- sofort posierte eine Kundin daneben und fragte nach dem Preis. Anschließend sagte Sie dazu, es wäre gar nicht mal den Preis von 2 Actros. Neben der Erfindung des Automobils dokumentiert das Museum die lange Tradition vom LKW-Bau bei Mercedes-Benz. Einer der ersten und somit ältesten LKWs der Welt steht dort ausgestellt, der damals schon für den Export nach England gedacht war. Und dabei wir reden vom Jahr 1923! Im Anschluss gab die Design-Entwicklung einen Einblick in das Kubische Design bis hin zum Actros mit FleetBoard-Ausstattung und wurden so auf die nächsten Tage eingestimmt. Den Abend mit der angehenden Nacht verbrachten wir mit allen Kunden aus Afrika im Museum. Es war einmalig, inmitten aktueller Mercedes-Benz Fahrzeuge und Young Classics den Abend mit guten Gesprächen ausklingen zu lassen.
Am nächsten Tag ging es zu den Aufbauherstellern und unseren Partnern. Zwischendurch wurde das Unimog Museum besucht, danach ging es zur Firma Doll in den Schwarzwald ging. Dort konnten sich die Entrepreneurs nach der notwendigen Unterstützung und Lösungen für ihre Transportaufgabe erkundigen.
Trucks you can Trust
Das Beeindruckendste kam zum Schluss! Am dritten Tag ging es nach Wörth und zwar in die größte und modernste LKW Produktionsstätte der Welt. Hier wird einem sehr schnell klar,welche Komplexität hinter den Produktionsprozessen steht und welches Know-how beherrscht wird und in welcher hoher Qualität. Die Führung wurde zweisprachig in English und Französisch durchgeführt und jede einzelne Frage wurde vom Werksführungsteam geklärt. Während des Besuchs traf noch die Meldung ein, der Actros sei von einer Fachjury in England zum LKW der Dekade gewählt worden! Eine bessere Nachricht hätte nicht kommenkönnen.
Testcamp Ötigheim
Und damit war es an der Zeit zu erleben, was u. a im Actros steckt und das am besten nebender Strasse in „seinem Revier“. Es ging in die Grube und zwar nach Ötigheim im Testgelände, um dort ausgiebig die Offroadeigenschaften zu testen. Als die 2 Busse in die Grube fuhren, war nichts zu sehen und keiner konnte den geplanten Empfang erahnen. Die umstehenden Bäume kaschierten fast alles. Dennoch war ein andauernder Lärm von weitem zu hören, der immer stärker wurde, aber weiterhin nichts verriet. Nein, es waren keinen Vuvuzelas wobei es so ähnlich klang. Aufgestellt wie eine Mannhaft, standen sämtliche Produktbaureihen vom Atego bis hin zum Actros, dazwischen Zetros und Unimog, und empfing hupend unsere Gäste.
Der Busfahrer fuhr zunächst eine Runde und hupte fleißig mit. Spontan klatschten unsere Gäste im Bus kräftig mit. Ein Augenblick, der nicht nur mir unter die Haut fuhr. Damit wurde ein Anker gesetzt.
Und dies war nur der Start. Die Kipper Show in der Grube und das Erleben der unterschiedlichen Baureihen, wie zum Beispiel den Actros Kipper 8×6 oder 8×4 mit 32 Tonnen beladen, konnte beginnen. In dem langgestreckten Parcours waren die Kunden sichtlich beeindruckt von den Offroadeigenschaften und Robustheit der LKW und wie komfortabel und unkompliziert das Fahren ist. Die Sonderfahrzeuge zeigten ebenfalls was in ihnen steckt. Der Zetros 6×6 meisterte eine Steigerung von 80 Prozent dank des großen Böschungswinkel. Nichts wurde während der Vorführung von dem Wörther Team ausgelassen, so auch Verwinde Manöver vom Unimog und dem Zetros. Damit konnte gut aufgezeigt werden, wie sich die Baureihen abgrenzen und ergänzen und für welche Einsätze sich jeder einzelne aufzeichnet.
Den Abend ließen wir in Möhringen ausklingen. Am Ende erhielt jeder Gast ein Gruppenbild.
Das Grinsen auf allen Gesichter war nicht zu übersehen und fest auf dem Bild!
Viele Erkenntnisse und Meinungen habe ich gesammelt, um die Märkte, die Kunden und deren Transportaufgaben besser zu verstehen, um daraus Handlungsempfehlungen formulieren zu können. Daneben war es aber auch der Austausch mit den Menschen und den damit verbundenen Denkanstößen. Ein weiteres Thema ließ auch nicht los: der Fußball.
Einige unserer Kunden haben das Sommermärchen 2006 in Deutschland miterlebt- vor allem
einige Länder aus Afrika, die uns besuchten, haben sich für der WM 2010 qualifiziert. Das
Tippspiel ist für mich nicht nur reines Kalkül geworden, sondern steht seit dem Besuch unserer Gäste auch für deren Willen, dass sie weiter kommen wollen, um mancher Prognose zu widersprechen.
Damit wurde bei mir ein Anker gesetzt.
Dieser Artikel wurde von Pierre Osché geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
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1. Roland
Kommentar vom 13. Februar 2011 um 19:50
Sehr schöner Bericht – vielen Dank!
Antwort