GASTBEITRAG: e-miglia, die erste reinrassige E-Auto-Rallye

Das Jahr 2010 ist ein besonderes Jahr, denn diesen Sommer sind gleich zwei Premieren fällig gewesen: die Silvretta E-Auto (verbunden mit der Classic) und die e-miglia Rallye (stand-alone, also reinrassig). Ich habe an beiden E-Rallyes teilgenommen (Silvretta als Pilotin, e-miglia = Copilotin), hatte sehr viel Spaß bei beiden Veranstaltungen und berichte immer mit einem Strahlen in den Augen darüber.

Veranstaltungen mit der Bezeichnung „E-Auto-Rallye“ sollte man sich merken und auf allen Kanälen verfolgen, so meine Empfehlung. Auch, wenn man sich bisher nicht für Rallyes interessiert hat oder ein Petrolhead ist, denn diese E-Rallyes sind spannender, als es zunächst scheint, stellen sie doch ein ganz neues Format dar. Hier geht es nicht um PS-Protze, Raserei oder gefährliche Manöver, sondern um Geschicklichkeit und Gleichmäßigkeit, Dinge, die ganz und gar nicht langweilig sind.

Bei meinen Publikationen auf meinem Blog oder Facebook bekam ich den Hinweis auf den „sanften Frauengasfuß“, der hier nützlich sein soll. Ich antworte dann gern, „dass mein Gasfuß auch ganz anders kann, aber bei den E-Rallyes sich durchaus im Zaum halten lässt“. Man merkt, ich bin schon sehr autovernarrt und das ist auch der Grund, warum ich die Zeit, wo es Tag und Nacht um die E-Mobile ging, sehr genossen und auch viel gelernt habe. Man muss nicht autoverrückt sein, wenn man an einer E-Rallye teilnimmt, aber es hilft ungemein.

Was macht die e-miglia besonders?

Vom 03.-06. August 2010 von München über Füssen, Innsbruck, Bozen nach Rovereto. Insgesamt 560 km, verteilt auf 4 Rallye-Tage sind bei der e-miglia zu bewältigen gewesen, mit Tagesreichweiten bis zu 170 km. Anspruchsvolle  Streckenabschnitte wie Bergetappen und tägliche Sonderprüfungen haben uns,  Piloten, Copiloten und Fahrzeuge ständig herausgefordert. Nach der Hälfte der Tagesetappe wurde eine Ladepause eingelegt, wo Fahrzeug und Mensch wieder aufladen konnten. Strom- und Nahrungsaufnahme, letzteres im geselligen Zusammensein, so dass die 4 Stunden Ladezeit wie im Flug vergangen sind.

e-miglia 2010e-miglia 2010

Bei der e-miglia gilt, Elektro-Mobile im Praxiseinsatz vor einem Publikum zu testen, über mehrere Tage hinweg, das ist viel mehr (wert) als eine kurze Probefahrt und ein knapper Bericht darüber. Im Parc Fermé tauschten sich alle Teilnehmer offen über ihre Fahrzeuge aus, das Konkurrenzdenken war verschwindend klein, Ehrgeiz zeigten aber alle und Herzlichkeit wurde dabei  groß geschrieben, gegenseitige Hilfe in vielen Belangen selbstverständlich.

Bei Präsentationen auf den Etappenzielen hatte das Publikum die Möglichkeit die Fahrzeuge aus nächster Nähe zu betrachten und Fragen zu stellen, die wir (Piloten/Copiloten) alle gern beantworteten. Dabei waren keine (!) Werksteams oder firmeneigene Pressesprecher dabei, sondern ausschließlich Privatiers, Geschäftsleute, Enthusiasten und unabhängige Presse sowie Blogger, somit waren alle Antworten auf Fragen authentisch und ungeschminkt.

Erstaunlich positiv waren die Reaktionen auf kleine E-Stadt-Flitzer wie Karabag 500e, Tazzari Zero, Th!nk City und auch den smart (mit Umrüst-Kit), der drei Mal vertreten war. Leider noch nicht der „originale“ smart fortwo electric drive, denn dieser erscheint erst ab jetzt sukzessive in ausgewählten Städten und ist bis 2012 dann auch weltweit erhältlich. Die e-miglia 2011 sollte dann wohl mal fest eingeplant werden! Anwendungsgebiete wurden vom Publikum selbst erkannt und gewürdigt. Als reines Stadtauto, für den kurzen Weg zur Arbeit oder als Zweitwagen wird man diese Fahrzeuge wohl bald in den Garagen von enthusiastischen Käufern parken sehen und das Stadtbild in der Fahrt beleben, wenn auch nur mit dem leisen Surren und Schnurren, was ich als sehr angenehm empfinde.

Liebhaber von sportlichen Fahrzeugen kamen ganz auf ihre Kosten, denn der Tesla war gleich fünf Mal vertreten und ist dazu reichweitenstark (ca. 340km), so dass diese Fahrzeuge gar keine Ladepause mittags nötig gehabt hätten. Highlights waren die einzigen 3- und 2-Räder: das E-Mobil TWIKE sowie das E-Motorrad Quantya Strada , die beide sehr gut mit den 4-Rädern mithalten konnten. Alle Teams sind auf der Website der e-miglia zu sehen.

Gratulation an das Siegerteam Energiebau! Wir (Team wattgehtab) auf smart sind Top10-plaziert, wer möchte, kann sich über alle Ergebnisse auf der e-miglia-Website informieren.

Die wichtige Sache dabei ist sicherlich, dass man den Spaß einer E-Rallye mit etwas Nützlichem verbindet. Dazu die mediale Wahrnehmung, die die e-miglia in TV, Radio, bei YouTube, auf Blogs und allen reichweitenstarken sozialen Netzwerken perfekt genutzt hat, um auf sich aufmerksam zu machen. Ich sehe die e-miglia 2010 als eine von vielen Möglichkeiten, auf eine andere Art und Weise darauf hinzuweisen, wie es um das E-Auto wirklich steht.

Eine gelungene Veranstaltung, die sogar Potential hat, um noch besser zu werden. So habe ich mich in der Abschlusspressemeldung äußern dürfen, denn ich als „Bloggerin“ wurde ebenso wie Vorstände oder andere Verantwortliche zum Resümee der e-miglia befragt und die Aussagen nebeneinander – gleich wichtig – publiziert. Vorbildlich!

Die e-miglia 2010 im Social Web:

 

maennlÜber die Autorin:

Nicole Y. Männl, Fachfrau für E-Commerce (IHK), Freiberuflerin im Bereich Web und Social Web. Schon immer mit Benzin im Blut und neuerdings auch gern „unter Strom“ als Bloggerin unterwegs. Mitgründerin+Moderatorin des WebMontag Hannover (seit 2007), organisiert und besucht gern BarCamps in unterschiedlichen Städten zum Wissensaustausch, Netzwerken und um Sessions und Workshops zu halten.

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