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08.2010

smart fortwo electric drive – anderen voraus

Als smart noch smart gmbh war, wurde dort im Frühjahr 2005 ziemlich unkompliziert beschlossen, 100 elektro-smart zu bauen, um sie in London einzusetzen. Das haben wir mit dem Spezialisten Zytek in Angriff genommen. Die bekamen von uns 100 glider, also smart ohne alles, was man für den Verbrennungsmotor braucht. Zytek hat die glider in Fradley Lichfield bei Birmingham zu Elektro-Autos umgebaut und wir haben Ende 2007 begonnen, an englische Kunden auszuliefern. Wir hatten eigentlich nur an London gedacht, aber dann kam Nachfrage aus anderen Teilen des Landes. Schlussendlich liefen smart von der Insel Wight bis rauf nach Newcastle. Es waren also zahlreiche Kunden bereit, ohne den Sondervorteil London (Wegfall der täglichen Maut von GBP 8,- für die congestion zone) mehr als GBP 400 im Monat zu bezahlen, einfach nur um mit zero emission zu fahren. Mercedes-Benz United Kingdom musste statt der angedachten 2 Servicepunkte in London insgesamt 9 smart-Center für die elektrischen smart fit machen.

Wir haben die Kunden befragt und Workshops mit ihnen durchgeführt. Die wesentlichen Ergebnisse: die Autos machen Spaß und man tut was Gutes für die Welt. Nach ein paar Monaten mit gemischten Gefühlen haben alle gemerkt, dass die 100 km Reichweite der ersten Generation mehr als ausreichend sind – Tagesleistungen von mehr als 50 km sind extrem selten und jeden Abend geht der smart an die Steckdose und hat bis zum Morgen locker wieder eine volle Batterie. Die öffentlichen Ladestationen – in London gab es damals ca. 70 – wurden nicht genutzt. Höchstens mal die vom Stadtbezirk Islington. Weil’s da nix koschtet.

Aus der Erkenntnis, dass smart mit E-Antrieb die Chance bieten,  mit relativ preiswerten Null-Emissions-Autos den Daimler-Flottenverbrauch zu senken und in für den Verkauf von Mercedes-Benz wichtigen Staaten der USA  golden credits zu bekommen, beauftragte der Vorstand eine Machbarkeitsstudie. Daraus entstanden die nächsten 2 Generationen smart fortwo electric drive: eine Großserien-Fertigung ab 2012 mit deutlich mehr als 10.000 Autos pro Jahr. Ab dann ist der smart electric drive eine Antriebsvariante im smart-Sortiment. Außerdem  eine zweite Generation, die wir seit November 2009 bauen. Wir werden 1.505 Autos bauen und beliefern damit 17 Länder. Mit dieser zweiten Generation lernen wir Markt und Prozesse. Wir hielten es für zu riskant, ohne eine Lernphase ab 2012 in die Vollen zu gehen; schließlich gehen wir mit einer neuen Technologie in einen Markt, den es heute noch nicht gibt und treffen in verschieden Ländern auf Kunden, deren Anforderungen und Reaktionen wir noch nicht kennen. Wir bereiten uns so sorgfältig und professionell auf die Zukunft vor und sind mit unserem Mix aus 2 Generationen, 17 Ländern und 2.600 Autos bis mindestens Ende dieses Jahres allen anderen voraus.

Darauf können wir stolz sein!

Pit Moos, Produktmanager smart electric drive

smart electric drive


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Dieser Artikel wurde von Pitt Moos geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.

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Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 28 Kommentare. Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Erhard

    Kommentar vom 26. August 2010 um 16:54

    Schön mal wieder was vom e-smart zu hören.
    Ab wann kann man den e-smart bestellen?
    Nach Preis, Reichweite und techn. Daten wage ich garnicht zu fragen…

    Antwort

    Antwort von Pitt Moos am 26. August 2010 um 17:36:

    Wir haben heute 30 kW Motor und 16,5 kWh Batterie für sehr ehrliche 135 km Reichweite. Wir vermieten in D für 700,- netto pro Monat auf 4 Jahre / 60.000 km. Die nächste Generation wird in 2012 frei verkäuflich; sie wird sicher nicht weniger leisten und sicher nicht mehr kosten.
    Zur Orientierung: Nissan Leaf und Mitsubishi/Citroen/Peugeot liegen in Europa um € 33.000 brutto, für den von RWE angebotene Fiat 500-Umbau habe ich mal einen Preis von ca. € 50.000 gelesen.

    Antwort

    Antwort von Terricus am 15. November 2010 um 15:22:

    Die wirklichen Konkurrenten zum Smart ED sind aber heute schon auf dem Markt für 22.000 € zu haben (Tazzari Zero). Auch der Heuliez Mia wird wohl um die 20.000 € liegen wenn er auf den Markt kommt. Das ist die vergleichbare Konkurrenz und deren Preise! Noch günstiger für 2 Personen wäre der SAM 2 für um die 18.000€. Auch den gibts schon in D zu kaufen!
    Also wo wird der Smart mal liegen? Die 700€ monatlich sind jedenfalls illusorisch. Das wird der freie Markt nicht hergeben.

    Antwort

    Antwort von Pitt Moos am 19. November 2010 um 15:44:

    Dass der Konsumentenmarkt nicht 700 + MwSt bezahlt, ist klar. Es gibt aber genügent Firmen und Behörden, denen der smart so viel wert ist. Das ist ganz normal und wir zielen jetzt auch noch gar nicht auf Konsumenten. Übrigens ist auch der Konsumentenanteil bei den Käufern oder Leasingnehmern von S-Klassen sehr klein. Die laufen auch fast ausschliesslich über Firmen.
    Fahrzeuge wie ein Tazzari Zero oder der Heuliez Mia sind keine Wettbewerber. Genau so wenig, wie man einen Dacia Logan Kombi mit einem E-Klasse T-Modell vergleichen kann. Es gibt jedes mal Gemeinsamkeiten, aber es ist was ganz anderes. In die Kategorie der Tazzari und Heuliez passt auch der Reva Geewiz, der in London eine Zeit lang gut verkauft wurde und bis in die Nähe der 1.000 Einheiten kam. Bis Topgear Bilder eines Geewiz nach einem nich mal schweren Crash zeigte. Dann wollte ihn fast keiner mehr haben. Und ich rede nicht mal von Dingen wie Erprobung/Lebensdauer, Betriebssicherheit, Fahrsicherheit, Komfort und – gern unterschätzt – Aftersales.
    Wir werden mit den nachfolgenden Generationen immer neue Kunden erschliessen, wenn wir es schaffen, die Kosten und somit die Preise zu reduzieren. Irgendwann auch Terricus. Wenn er will.

  2. 2. Manuel Palkowitsch

    Kommentar vom 26. August 2010 um 18:17

    Hallo Herr Moos,

    vielen Dank für den interessanten Bericht. Mal eine völlig andere, interessante Darstellung der laufenden Arbeiten rund um den eSmart ohne die “Verschnörgelungen” und “wiederkehrenden Informationen” der Pressemitteilungen! Ich liebe Blogs ;o)

    Nein ehrlich, ich finde die Erkenntnis, dass keine öffentlichen Steckdosen verwendet werden, echt interessant. Denke dabei an Autohäuser, in denen man während der Arbeit das Fahrzeug tanken könnte. Nicht jeder hat zu Hause einen Stromanschluss greifbar. Auch Stellplätze für Car2go-ElektroSmarts wären interessant ;o)

    Ich freue mich auf jedenfall schon auf 2012 und die Möglichkeit sich einen eSmart zu kaufen. Allerdings sind derzeit 700 EUR Miete p. Monat noch recht teuer! Ich denke allerdings dass das auf Grund der Menge auch günstiger wird! Außerdem ist der Unterhalt eines eSmart günstiger… kein Öl, Verschleißteile und wie ist das mit der AU. Die hat er ja nicht ;o)

    Und der “Sprit” ist auch günstiger! Bei ca. 2 EUR pro 100 km im Vergleich zu einem herkömmlichen Smart bei 6-7 EUR pro 100 km spart man auch etwas Geld! Und der gute Gedanke kommt noch dazu ;o)

    Viele Grüße von einem Kollegen,
    Manuel

    Antwort

    Antwort von Klaus van Wahnen am 29. August 2010 um 20:25:

    Das ist ja ein stolzer Preis für eine gute Sache.
    Ich kann mir eine Nutzung beim Carsharing an Bahnhöfen in Großstädten vorstellen.

    Antwort

    Antwort von Pitt Moos am 25. November 2010 um 11:44:

    Ja. Passt sehr gut.

    Antwort

  3. 3. Markus Jordan

    Kommentar vom 27. August 2010 um 07:16

    Wenn es um Smart electric drive geht, kann man wohl keinen anderen sprechen lassen, als Pitt Moos. Gut geschrieben, Pitt.

    Ich bin den Smart electric drive nun schon – in der Summe – mehrere hundert Kilometer gefahren, – und bin von den Teil immer noch begeistert. Elektrisch fahren fasziniert und macht auch noch Spaß, zumal es vielerlei Vorteile bringt und das Fahrzeug selbst mit den elektronischen Antrieb sich auch viel besser mit den Gas dosieren laesst.

    Preislich wird sich wohl noch einiges tun, – es ist auch noch ein wenig hin.. – warten wir es ab und lassen wir uns ueberraschen…

    Antwort

    Antwort von Manuel Palkowitsch am 27. August 2010 um 22:57:

    Hallo Markus,

    ich habe auch schon mal die Gelegenheit bei einer Smart urban stage genutzt, um einen Smart ed zu fahren. Du hast schon recht, die Erfahrung gegenüber einem herkömmlichen Smart sind total anders… man gleitet förmlich dahin und genießt das lautlose Fahren :o)

    Antwort

  4. 4. Matthias

    Kommentar vom 24. September 2010 um 09:52

    Zwei bzw. drei Sachen die mich etwas stören bzw. wo ich Rückfragen habe:
    - Zero- Emission…..”emittiere” ich mit einen Elektroauto nicht doch etwas, z.B. wie Feinstaub (Bremsen, Reifen….) und Geräusche? Ehrlicher wäre der Sprachgebrauch “lokal abgasfrei”!

    -Der Preis wird günstiger? Nun, ich vermute mal, das die 700€ im Monat nicht wirklich kostendeckend gerechnet sind …und wenn man mehr E-Autos baut, will man auch (mal) was dran verdienen….also wird vermutlich die Kostenoptimerung durch Menge, durch den Verdienst der Marge ersetzt und der Kunde zahlt das gleiche.

    -Keine Verschleissteile? Wieviel Ladezyklen macht denn nun der Akku? Wenn man das E-Bike der ENBW anschaut (ähnliche Akkutechnik) kommt dieses auf max. 800 Ladezyklen und dann ist der Akku futsch bzw. bei ca. 50% Leistung. Wenn man also sein Auto an 200 Tagen im Jahr läd, ist nach 4 Jahren Schluß. Nach heutigen Zahlen kosten so ein Akkupack für ein E-Auto um die 10.000 €. Welche Standzeiten der Batterien und welche Preise sind in naher Zukunft realisierbar?

    Antwort

  5. 5. Pitt Moos

    Kommentar vom 24. September 2010 um 10:18

    Matthias
    natürlich gibt es Reifenabrieb, Bremsstaub. Und lokal abgasfrei stimmt auch nicht, weil da ein Fahrer drin sitzt, der im Gegensatz zum Fahrzeug selber mit jedem Atemzug einiges an CO2 ausstösst. Der Gesetzgeber redet in den USA vom ZEV ( = Zero Emission Vehicle) und nach den europäischen Richtlinien werden diese Autos mit 0 g CO2-Emission klassifiziert. Aber es ist schion richtig: in jeder Suppe ist ein Haar, man muss es nur finden wollen. Ein weiteres Haar ist, dass man bei Verbrennern noch die jeweilige CO2-Menge dazu rechnen muss, die von der Bohrung nach Erdöl bis zu dem Zeitpunkt entsteht, wenn der Treibstoff im Tank des Autos ist. Bei einem smart cdi heisst das + ca. 15 g/CO2 pro km. Beim ev hängt es stark von der Art der Stromerzeugung ab.
    Eine Lithium-Ionen-Batterie, wie wir sie im Auge haben, wird natürlich an Leistung verlieren. Wenn du willst, kannst du sie also als Verschleissteil qualifizieren. Dies ist allerdings nicht üblich.
    Wir reden nicht über die Kosten einzelner Bestandteile, sondernm nennen einen Kunden-Preis. In der jetztigen Generation gibt es eine 100%-ige Gewährleistung über die gesamte Nutzungsdauer. Die Batterie eines Elektro-Autos ist in ihrem Gesamtsystem nicht mit der in einem e-bike zu vergleichen. Beim Auto gibt es ein komplexes Batteriemanagement mit einer bedarfsgerecht geregelten Temperierung der Batterie, das erhöht die Lebensdauer enorm. Deswegen trauen wir den von uns genutzten Batterien sehr viel mehr zu als denen in einem EnBW-e-bike.
    Keine Angst – wir zielen schon auf ausgeglichene Wirtschaft. Trotzdem wird es billiger werden.
    Lass dich einfach überraschen.

    Antwort

  6. 6. Reiner Frank

    Kommentar vom 01. Oktober 2010 um 11:08

    Es soll einen e-smart Pin geben. Weis jemand etwas davon bzw. hat vielleicht sogar jemand einen übrig. Bin Sammler von Pins und könnte einen für meine Sammlung brauchen. Danke….

    Antwort

  7. 7. Michael

    Kommentar vom 15. Oktober 2010 um 17:37

    Hallo Pitt Moos,
    ich komme gerade aus Indien zurück. Mercedes baut ja in Chennai ein neues LKW-Werk. Es gibt in Indien zwei dominierende Hersteller von Windenergieanlagen. Ein Park an der Ostküste hat 4.000 Windräder.
    Die Verkehrssituation in Chennai oder Delhi oder Pune wäre eigentlich eine gute Basis für Elektromobilität in Indien (und natürlich auch China). Aufladen via Tankstellen an Windparks?
    Ist an diesen Markt gedacht? Durch die hohen Stückzahlen würde sich dann der Stückpreis wesentlich reduzieren?

    Antwort

  8. 8. Pitt Moos

    Kommentar vom 18. Oktober 2010 um 11:49

    Zwischen Energieerzeugung und Verbraucher ist immer ein Netz. Das gleicht aus zwischen Produktion und Verbrauch. Windenergie heisst: mehr grüne Energie im Netz. Also: das E-Auto geht immer an die Steckdose.
    Indien macht einiges in Sachen E-Mobilität. Die nachgefragten Produkte müssen aber sein: billig und 8 oder 9 Personen Kapa oder entsprechendes Gewicht. Ausserdem: billig, billig und billig.
    Da haben wir keine Chance.

    Antwort

  9. 9. Torsten B.

    Kommentar vom 09. November 2010 um 20:51

    Hallo Pitt Moos,

    ist es bei dem e-Drive möglich, eine alternative (billigere) Batterie zu verwenden? Denn für mich wäre folgende Option sehr interessant:

    Anstatt den e-Drive 2012 mit einer teuren Lithium-Ionen-Batterie zu kaufen, würde ich ihn zuerst lieber mit einer billigeren Batterie (z.B. Gelakku) ordern, um dann ein paar Jahre später (wenn z.B. die Lithium-Ionen-Batterie ausgereift und billiger geworden ist) durch eine bessere Batterie zu ersetzen.

    Denn für mich würde schon eine schwächere Batterie (Fahrt zur Arbeit einfach 20km) vorerst ausreichen und ich denke, dass ich mit dieser Variante in der Summe billiger davon komme (gerade wenn man von einer beschränkten Haltbarkeit der Batterien ausgehen muss).

    Was halten Sie davon? Vielleicht bin ich nicht der einzige, der als Kunde so eine Option begrüßen würde?

    Antwort

    Antwort von Pitt Moos am 19. November 2010 um 15:48:

    Wenn sie bereit sind, ihre Ansprüche unter Standard zu senken, ist das keine Basis für eine industrielle Fertigung, bei der die Ansprüche auch anspruchsvollerer Kunden berücksichtigt werden müssen. Und vielleicht wollen sie ihr Auto mal verkaufen…
    Dass im übrigen nachträgliche Umbauten selbst durch sog. Spezialisten nicht trivial sind, zeigt der Brand auf der Pribcess of Denmark gestern.

    Antwort

    Antwort von Torsten B. am 25. November 2010 um 10:41:

    Vielen Dank für die Antwort. Schade dass dies technisch so schwierig ist. Ein modulares Konzept wäre da schon sehr schön gewesen.

    Denn es spielt auf jeden Fall auch der Preis eine Rolle und ich denke, dass vorerst die ersten käuflichen Smarts über der Hemmschwelle der meisten Käufer liegen. Wenn ich jedoch mit einer billigen Batterie ca. 10.000 Euro einsparen könnte, wäre das für mich auf jeden Fall viel interessanter (natürlich vorausgesetzt, ich kann später mal eine bessere Batterie einbauen lassen .. irgendwann muss ja sowieso mal die Batterie ausgetauscht werden, oder nicht?).

    Antwort

    Antwort von Pitt Moos am 25. November 2010 um 12:03:

    Wir haben ein modulares Konzept! Die A-.Klasse E-Cell bekommt die Batterie aus dem aktuellen smart fortwo electric drive.
    Ausserdem besteht diese Batterie aus Modulen, mit denen sich eine kleinere oder grössere Batterie darstellen lässt.
    Klar werden wir, solange die Preise sehr hoch über vergleichbaren Verbrennern liegen, wenig Privatkunden finden.
    Es sei denn, man wohnt in Frankreich und bekommt 5.000 vom Staat oder in Monaco und bekommt 9.000 oder in Kalifornien und bekommt USD 7.500 aus Washington und 5.000 aus Sacramento oder in Dänemark und muss keine Zulassungssteuer von weit über 100% auf den Importpreis bezahlen oder…oder…oder.

    Antwort von Torsten B. am 02. Dezember 2010 um 15:35:

    … ein kleineres Modul (für eine Reichweite von ca. 60 km) wäre ja schon einmal ein Ansatz. Denn eines ist klar … je mehr Reichweite, umso deutlich teurer der Preis, oder nicht?

    Antwort von Pitt Moos am 02. Dezember 2010 um 17:43:

    Eine sicher nicht billige Sonderentwicklung für nur sehr wenige Anwender zu machen, denen 60 km reichen, halte ich nicht für sinnvoll. Wir müssen uns weiterhin vor allem darauf konzentrieren, die Reichweiten von heute oder etwas mehr zu geringeren Kosten darzustellen.
    Und es wird auch mal Gebrauchtwagen geben.

  10. 10. Julian Affeldt

    Kommentar vom 14. November 2010 um 07:20

    Hallo Torsten,

    aus Erfahrung mit meinem CityEl kann ich Dir von der Option Blei-Akku (egal welche Bauart) nur dringend abraten! Sicher wären 40km Reichweite möglich, doch die Haltbarkeit ist nicht mit Lion zu vergleichen. Du würdest dich nur ärgern. Außerdem ist es fraglich, ob du im SMART ausreichend Platz für die Bleianker findest…schätze nicht, dazu ist die Leistungsdichte zu groß und das Gewicht zu hoch.

    Als Alternative kann ich mir aber einen Nimh-Akku vorstellen, der im Prius bei Toyota und im Insight und Civic bei Honda als Hybridakku eingesetzt wird. Du hättest jedoch im SMART statt 16,5 nur ca. 50% der Kapazität, sprich Reichweite. Nimh ist durchaus geeignet und vielleicht sollte Daimler wirklich über diese Option nachdenken, da deutlich günstiger. Nimh-Zellen wurden damals (zu) erfolgreich im EV-1 von GM eingesetzt. Die Reichweite im SMART dürfte bei rund 60 km liegen.

    Aber: wird sich ein SMART mit Reichweiten unter 100km wirklich verkaufen? Auch wenn das für die meisten Deutschen völlig ausreichend ist (der Ampera wird alleine mit dem Akkustrom aus der Steckdose auch nicht weiter fahren, der Audi A1 ca. 50km, der Prius PlugIn sogar nur knappe 20km), glaube ich, dass 100km für ein Kleinwagen eine psychologische Grenze darstellen.

    Mir würde das vermutlich auch reichen, insb. wenn man bedenkt, dass es ja auch von der Ladegeschwindigkeit und der Ladeinfrastruktur abhängt, wie weit man PRO TAG kommt. Der SMART ed läd ja “nur” mit 2,8kW; mit einem Schnellladegerät an Drehstrom sähe das schon anders aus…

    Gruß
    Julian

    Antwort

    Antwort von Torsten B. am 25. November 2010 um 10:58:

    Hi Julian,

    danke für deine Antwort. Ich kenne mich mit den Varianten der Batterie-Technik nicht aus. Aber als Käufer stehe ich eben vor der Entscheidung, ob ich ab 2012 einen sehr teuren Smart ED kaufe oder noch solange warte, bis Elektroautos preislich attraktiver werden. Wenn ich mir jedoch den Prognosen Glauben schenke, werden die Lithium-Ionen-Batterien in der nächsten Zeit nicht wesentlich günstiger werden. Deshalb denke ich schon, dass viele eventuell bereit wären, erst einmal ab 2012 einen Smart mit billiger Batterie (Nimh-Akku) und geringerer Reichweite zu kaufen (vorausgesetzt, man kann irgendwann mal eine Lithium-Ionen-Batterien einbauen), um später nachzurüsten. Es sei denn, der Preisunterschied ist nicht wesentlich (für mich wäre eine Vergünstigung ab 6000 Euro schon lohnend).

    Gruß
    Torsten

    Antwort

    Antwort von Pitt Moos am 25. November 2010 um 11:50:

    Mich würde als Kunde in allererster Linie interessieren, dass ich ein Produkt bekomme, das zuverlässig und sicher funktioniert. Damit sind Umbauten ausgeschlossen.
    Von uns wird es kein Auto mit einer Batterie-Technik geben, die vor der Ablösung steht.
    Zu Kosten nur der Hinweis, dass ein von Karabag umgebauter Fiat 500, (der im ADAC-Test nicht am Berg anfahren konnte) ca EUR 60.000 kostet.
    Alle Prognosen, die ich bisher gesehen habe, gehen davon aus, dass LiIon-Batterien mehr oder weniger Schnell deutlich billiger werden.

    Antwort

    Antwort von Julian Affeldt am 06. Dezember 2010 um 09:34:

    Hall Herr Moss,

    sicher haben Sie völlig Recht: als Traktionsbatterie eignet sich Blei nicht, aber in vielen neuen PKW (auch beim Daimler) kommen hochmoderne Bleiakkus als Start-Stop-Akku zum Einsatz. Warum nutzt man hier nicht z.B. A123-Zellen? Nur wenige Zellen ersetzen eine riesen PKW-Batterie…sind natürlich teurer…

    Antwort von Julian Affeldt am 06. Dezember 2010 um 09:32:

    Hallo Torsten,

    sicherlich wäre eine Nimh-Batterie eine denkbare und ggf. auch etwas günstigere Variante, schließlich lief der GM-EV1 ganz ordentlich damit. Problematisch ist aber das von dir angesprochene Um- bzw. Nachrüsten, da ein Nimh-Akku ein völlig anderes Batterie- und Temperaturmanagement benötigt. Ich schätze auch die erzeilbare Reichweite (insb. im Winter mit Heizung, Licht…) eher gegen 50-60 km ein, und das wird “der markt” nicht ernsthaft akzeptieren. Die psychologischen Grenzen sind da eher 100/100, sprich: 100 km/h und ca. 100 km Reichweite. Zudem arbeitet der Lion-Akku im SMART ed auch bei unter -10 Grad gut (konnte ich gerade feststellen), ein Nimh-Akku gibt jedoch ab 0 Grad den Geist auf. D.h. er müsste laufend geheizt werden. Im Toyota Prius ist das kein Problem, hier wärmt der Verbrenner (u.a. wird mit der warmen Kabinenluft der Akku geheizt), beim ed gibt es aber keine Wärme zu verschenken. Und selbst wenn du am Netz heizen kannst, steht der Wagen im Winter stundenlang am Arbeitsort rum, ist der Akku kalt und du kommst nicht mehr nach Hause.

    Wenn du nicht so lange warten willst, dann baue dir doch einen SMART selber um. Bei Interesse kannst du mich anmailen: affeldt at web punkt de

    Antwort

    Antwort von Pitt Moos am 06. Dezember 2010 um 10:03:

    Vor Eigenumbau kann ich nur warnen. Der Brand auf der Fähre vor ein paar Wochen war ein Umbau sogar eines spezialisierten Umbauers. EV sind nix triviales.

  11. 11. Pitt Moos

    Kommentar vom 19. November 2010 um 15:52

    Ich war übrigens letzte Woche bei einem Gespräch mit Kunden und habe mich sehr darüber gefreut, dass sie es schätzen, dass sie mit unserem smart – und nur mit dem – die von uns angegebene Reichweite erreichen.
    Wir sagen 135 km und das erreichen die Kunden auch. Autobild hat in Nr. 42 dazu einen Test gemacht. Mini EV , Mitsubishi iMiev und Fiat 500 Karabag verfehlen die Herstellerangaben deutlich, wir übererfüllen sogar (ganz leicht).

    Antwort

  12. 12. Julian Affeldt

    Kommentar vom 16. Dezember 2010 um 06:13

    Stimmt, wenn überhaupt, dann nur Profis. Angesichts der Komplexität des Lade-/Entlademanagements am SMART ed, hätte ich da auch deutliche Hemmungen…

    Herr Moss: können Sie mir ggf. sagen, warum die Reku so starkt temperaturabhängig ist? Ich meine, wenn ich bei -10 Grad probemlos fahren kann, warum dann kein Laden beim Bremsen? Bei meinem SMART setzt die Reku erst nach ca. 9 km ganz sanft ein. Würden durch eine stärkere Reku nicht auch die Zellen schneller warm? Oder ist das Laden für die Zellen belastender als das Entladen?

    Antwort

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