Mit Prognosen ist es so eine Sache. Zu behaupten, man wüsste, wie sich Menschen im Jahr 2050 fortbewegen, grenzt an Anmaßung. Prognosen für einen derart langen Zeitraum liegen umso mehr daneben, je genauer sie angeblich sind. Es geht aber nicht darum, technische Zukunftsszenarien zu entwerfen, sondern um eine Vision, auf die man hinarbeitet. Denn die Zukunft entwickelt sich nicht zwangsläufig entlang technischer Gesetzmäßigkeiten, sondern man muss sie wollen. Diese Vision heißt bei Greenpeace: klein, intelligent, leicht, und effizient, oder englisch: Small, Intelligent, Light, Efficient, kurz : SmILE. Diese vier Begriffe bringen die Anforderungen an nachhaltige Mobilität und an zukünftige Fahrzeuge auf den Punkt. Nicht zufällig ist das auch der Name unseres sogenannten „3 Liter Autos“, mit dem wir vor 14 Jahren zeigen konnten, dass mit vorhandener Technik der Spritverbrauch auf die Hälfte reduziert werden kann.
Mobilität muss nachhaltig und wirtschaftlich sein
Die Mobilität der Zukunft muss sich, um nachhaltig ebenso wie wirtschaftlich zu sein, auf das Notwendige beschränken. Was „notwendig“ ist und was „überflüssig“, ist eine gesellschaftspolitische Diskussion, aber klar ist, dass die notwendigen Transporte von Mensch und Gütern so effizient wie möglich gestaltet werden müssen und dass sie bezahlbar sind – damit möglichst alle an ihr teilhaben können. Schon aus diesem Grunde wäre es töricht, sich schon heute auf Technologien zu versteifen, die vielleicht später hinderlich sind.
Abschied vom Öl
Hinzu kommt der unumkehrbare Abschied vom Öl. Es wird nie mehr einen Energieträger mit auch nur annähernd gleicher Energiedichte geben wie heute das Öl. Versuche, das „All- purpose- vehicle“, also das heutige „Auto“ mit eineinhalb Tonnen Gewicht und Reichweiten von fast 1000 Kilometer, als Grundpfeiler der Mobilität zu erhalten, sind zum Scheitern verurteilt, ein elektrischer Antrieb wird daran nichts ändern. Das Elektroauto mit den Eigenschaften eines Autos mit Verbrennungsmotor wird es nicht geben.
Zauberwort “Diversifizierung”
Das Zauberwort zukünftiger Mobilität ist deshalb: „Diversifizierung“. Der Verzicht auf das energieeffiziente Öl, die schwächeren und an die jeweiligen Erfordernisse angepassten Energieformen, steigende Kosten und die Klimadiskussion – diese Kombination wird einen neuen Pragmatismus erzwingen: wichtig ist allein, ob das Fahrzeug für den jeweiligen Zweck geeignet ist, egal ob Fahrrad, Roller, oder auch ein Auto. Und ob man es besitzt oder mietet, leiht, least, austauscht, all das wird von Fall zu Fall entschieden.
Um dieser Vision nahezukommen, muss man vor allem sehr genau wissen, was ihr entgegensteht, und was man deshalb NICHT will. Genauso dringend wie die Schritte in die richtige Richtung ist das Vermeiden von Fehlern, die vielleicht unumkehrbar sind:
Konkret wollen wir deshalb NICHT, dass mithilfe des „Elektrohypes“ und der Propaganda für angeblich „emissionsfreies Fahren mit grünem Strom“ auch in Zukunft das „Auto“ als Basis von Mobilität festgeschrieben wird.
Weichenstellung und Einstieg in neue Mobilitätsformen
Falsche Entwicklungen, vor allem solche, die echte Weichenstellungen in die falsche Richtung wären, müssen verhindert werden. Was aber muss heute geschehen, um unserer Vision näher zu kommen? Klimaschutz genauso wie der Einstieg in neue Mobilitätsformen fängt dort an, wo es am schnellsten und wirkungsvollsten geht: beim herkömmlichen Auto:
Elektromobilität und Hybridisierung
Das alles schließt nicht aus, dass an Elektromobilität weitergeforscht wird – aber an Elektromobilität, nicht allein an „Elektroautos“. Die Zeit ist zu kostbar, um darauf zu warten, „first things first!“ Es sei darauf hingewiesen, dass es natürlich längst Elektromobilität gibt: im Schienverkehr ist der elektrische Antrieb schon lange selbstverständlich.
Ja, es bleibt bei alledem noch die Frage nach der Mobilität „auf dem flachen Land“ – ein Anwendungsfall für Hybridisierung und range extender. Aber auch hier gilt: je geringer die Gewichte und die Übermotorisierung, desto effizienter das Fahren, egal ob fossil oder elektrisch.
Mobilität muss entwickelt werden aus einem integrativen Ansatz, und sie muss „Small, Intelligent, Light, Efficient“ sein. Sie darf nicht eingeschränkt werden durch die brachiale Durchsetzung einer einzelnen Technik (E- Auto), durch Interessen einzelner Branchen, oder durch bestimmte Nutzungsformen. Wesentliche Träger der urbanen Mobilität werden neue, leichte und individuell angepasste Fahrzeuge wie Twike, Pedelec, E- Roller etc. sein, einem Feld, auf dem Elektromobilität auch heute schon erfolgreich ist, und natürlich werden -auf dem „Land“- auch angepasste Autos in geringerem Umfang dazu gehören. Es wird aber keinen einzelnen dominierenden Träger der gesamten individuellen Mobilität mehr geben, so wie heute noch das „all-purpose-Auto“. Technisch wird Hybridisierung in diversen Spielarten auch langfristig eine wichtige Rolle spielen. Das Schlüsselwort zukünftiger Mobilität aber heißt: Diversifizierung.
Mobilität ohne Abhängigkeiten
Hauptgebot ist und bleibt: „offen bleiben“ für diese sich anbahnende Diversifizierung und nicht die heutigen Abhängigkeiten durch andere, neue, ersetzen. Die schrittweise Elektrifizierung des Antriebs darf nicht dazu führen, dass zukünftige Mobilität abhängig wird vom Einfluss der Stromversorger (über Tarife, Ladezeiten, Zugang zur Batterie, zum Kunden). Funktionierende Mobilität ist ein individuelles Grundbedürfnis und unabdingbarer Bestandteil der Gesellschaft. Sie ist zu wichtig, als dass man sie den Interessen einer Industrie unterordnen dürfte, gleichgültig ob Autoindustrie oder Stromversorger.
Wolfgang Lohbeck ist Dipl. Ing. Architekt und Politologe.
Er arbeitet seit 27 Jahren bei Greenpeace und ist dort verantwortlich für Auto und Verkehr, sowie für technische Lösungsansätze und Projekte verschiedenster Art.
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Dieser Artikel wurde von Wolfgang Lohbeck, Greenpeace geschrieben.
In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und
schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
GASTBEITRAG: e-miglia, die erste reinrassige E-Auto-Rallye
Das Jahr 2010 ist ein besonderes Jahr, denn diesen Sommer sind gleich zwei Premieren fällig gewesen: die Silvretta E-Auto (verbunden ...
1. Manfred
Kommentar vom 31. August 2010 um 16:30
Ich denke dass Ihr Hauptgebot schwer einzuhalten sein wird, da die Menschen immer nach Gewohnheiten suchen, die sie fest in ihren Alltag konstituieren können. Sprich die Bindung an zweckerfüllende Produkte erfolgt schnell und dauerhaft. Eine Offenheit zu etablieren, die einen ständigen Wechsel toleriert ist – meiner Meinung nach – utopisch!
Antwort
2. Pitt Moos
Kommentar vom 31. August 2010 um 16:59
Weniger ist mehr. Stimmt. Auch beim schreiben.
Wir müssen, wir sollen…. aber ja keine staatliche Förderung für Fortschritt.
Schlussendlich müssen die Anbieter von Mobilität, sei es als Fahrzeug oder als System, neuartige Waren und Dienstleistungen anbieten, die angenommen werden.
Dabei bleibt dem Konsumenten der Wunsch gestattet. Gesteuert wird er schlussendlich von Kosten und Regeln.
Warum ist Greenpeace eigentlich so vehement gegen E-Fzge?
Antwort
3. Hahn
Kommentar vom 01. September 2010 um 08:01
Hallo!
Ich stimme Hr. Moos sein Kommentar zu.
Die Windrad- und Solarfarme werden in gegenden aufgestellt wo irgendwann wieder als Verschandelung der Landschaft empfunden werden.
Es werden unzählige Kilometer an Ölpipelines, zum Teil auch in extrem kalte, heisse oder tiefe Gebiete verlegt.
Kommunikationsnetzwerke zwischen den Kontinenten werden mittels Kabelnetze hergestellt.
Warum kann man sich die Wüste nicht zur Stromgewinnung zunutze machen?
Klar, es erfordert die Internationale Zusammenarbeit da wir keine Wüste haben aber ich glaube, dass alle Wüste der Erde für die ganze Weltbevölkerung ausreichen würde. In der Wüste konnte man dann die Solar- und Windradfarme aufstellen. Es ist bestimmt auch möglich Kabelpipeline zu ziehen. Und die riesigen Windräder und Solarplatten würde keinem stören.
Oder vielleicht Fahrtwind, der bei der Fahrt entsteht zu nutze machen oder Solarpanele ans Auto installieren.
Antwort
4. Roland
Kommentar vom 01. September 2010 um 21:19
BINGO! Nach 2 Absätzen hatte ich im BullshitBingo meine Reihe voll!
Ich habe beim Lesen den Eindruck, hier wurden die aktuellen Öko-Schlagwörter von einem Text-o-Maten zusammengemauschelt und dann hier präsentiert.
Antwort
5. Uwe
Kommentar vom 02. September 2010 um 14:34
Mit Politik alleine kommt man nicht weit, wenn es um Kundenwünsche gibt.
Kaiser Wilhelm sagte mal, er glaube an das Pferd – und gab dem Automobil allenfalls wenige Jahre, bis es wieder verschwindet.
Tatsächlich entscheiden alleine die Kunden des Automobilherstellers, welches Auto tatsächlich “zukunftsfähig” ist! In den 30-er Jahren gab es bereits Elektroautos. Es gab eine breite Diversifizierung: Fahrräder, Pferde, Postkutschen, Eisenbahnen und eben auch Elektro- und Benzinfahrzeuge.
Warum wohl ist die Wahl auf das Multitalent “Automobil” gefallen? Warum konnte Kaiser Wilhelm nicht recht bekommen?
Das Auto war eben der bestmögliche Kompromiss seiner Zeit.
Wer heute wieder nach Diversifizierung ruft, der ignoriert bewusst die Kundenwünsche nach einem möglichst ökonomischen Fortbewegungsmittel, das in den Disziplinen Verbrauch, Geschwindigkeit, Komfort, Nutzlast und Sicherheit jeweils den Anspruch des Kunden treffen soll.
Diese Ansprüche sind übrigens auch der Grund, warum im Winter bei 20° minus kaum einer mit dem Motorrad fahren möchte. Wer es sich leisten kann, fährt dann geschlossen.
Antwort
6. Ernst-Ludwig Klingelhöfer
Kommentar vom 02. September 2010 um 16:46
Eine sehr interessante Darstellung. Eine der Schlüsselaussagen aus meiner Sicht ist das Thema: Nutzen statt besitzen. Dies ist unbestritten erstrebenswert. Der Stellenwert des heutigen Automobils steht dem allerdings entgegen. Heute handelt es sich vielfach um ein Statussymbol. Autokauf ist eine höchst emotionale Angelegenheit für die meisten Käufer. Außerdem wird in den meisten Fällen ein Fahrzeug ausgesucht, das sämtliche Transportanforderungen des Käufers abdeckt. Beispielsweise die Urlaubsfahrt mit Familie, obwohl die meisten Kilometer im Einpersonenbetrieb gefahren werden. Es wird lange dauern, bis genügend Nutzer ihr Verhalten so umgestellt haben, dass der gewünschte Effekt eintritt. Die Möglichkeiten eines geänderten Verhaltens sind zu einem großen Teil heute schon gegeben.
Antwort
7. Thomas
Kommentar vom 02. September 2010 um 22:59
Ich denke die Grundproblematik beim Umstieg auf eine “ökologischere” Fortbewegung steckt im Beitrag Nr. 6. Das Thema worst case Betrachtung bei der persönlichen Mobilität.
Obwohl ich drei Kinder habe, dazu Wohnwagen und anderes sperriges und unhandliches Zeug reicht mir eigentlich die meiste Zeit des Jahres mein kleiner Roller. Ich hab aber auf Reserve immer noch nen großen Kasten. Den kann ich nicht ersetzen. Sei es zum Einkaufen oder für den Urlaub. Andersrum würde es aber gehen. Den Roller kann ich jederzeit durch den Kasten ersetzen.
Ich habe noch keine wirklich (für mich) brauchbare oder wenigstens bezahlbare Idee gefunden mit der ich das Dilemma lösen kann. Höchstens ein elektrischer Kasten mit einem temporär zumietbarem Range Extender könnte wenigstens das Rumfahren mit dem Kasten in der Stadt ökologischer gestalten (bei entsprechendem Strom) mit normalen Haushaltsstrom wird aus einer CO2 Schleuder eben zusätzlich eine kleine Atommüllquelle.
Antwort
8. Wolfgang Lohbeck
Kommentar vom 03. September 2010 um 13:48
Ich möchte auf einige kritische Anmerkungen und Beiträge zu meinem Artikel eingehen:
Offenbar stösst besonders die Forderung nach einer “Diversifizierung” zukünftiger Mobilität auf Widerspruch. Etwa weil, wie festgestellt wurde (“Manfred”), der Wechsel und die Offenheit bei der Wahl des Verkehrsmittels utopisch sei. Aber ich sage ja nicht, dass jeder jederzeit für alle Optionen offen sein muss. Aber es werden sich neue Gewohnheiten einpendeln, und man wird weniger stark von einem einzigen Eckpfeiler der Mobilität, etwa dem eigenen großen Auto, abhängig sein können und wollen. Genauso wie man inzwischen ganz selbstverständlich seinen Telefonanbieter und seine Tarifbedingungen wechselt, wenn sie sich für die eigenen Bedürfnisse besser eignen als andere. Das heißt allerdings auch, dass ein Stück überkommene Bequemlichkeit verloren geht. Es gibt eben auch nicht mehr nur “die Post”, die den überall gleichen Telefonanschluss legt, sondern dutzende von Anbietern und Tarifen, sehr zum Vorteil für die Kunden, denn sie sind den Bedürfnissen angepasst.
“Uwe” stellt im gleichen Zusammenhang fest, dass das Auto ja bereits das (quasi evolutionäre) Produkt einer langen Diversifizierung ist und sich nicht ohne Grund durchgesetzt hat. Das ist derzeit zweifellos so, heißt aber nicht, dass das so bleiben muss: Es ist ja ein Kennzeichen der Evolution, dass die geänderten Bedingungen neue Formen erzwingen. Diese notwendige Änderung besteht heute zum Beispiel darin, dass es keinen ähnlich dichten Energieträger für die Zeit “nach dem Öl” geben wird, der “All-purpose- Fahrzeuge” erlaubt, sowie in der schlichten Notwendigkeit, Platz und Ressourcen zu sparen. Diversifizierung ist ja kein diktatorischer Eingriff, sondern eine Bereicherung, und auch “wettergeschützte Fahrzeuge” sind in Zukunft möglich, und auch nicht verboten.
“Pitt Moos” sieht in meinem Beitrag einen Angriff auf staatliche Förderung für innovative Produkte. Ich halte sehr viel von staatlicher Förderung, aber sie sollte für die wirklich zukunftsweisenden Technologien eingesetzt werden, die ohne Förderung keine Chance hätten, etwa weil sie kurzfristig am Markt keinen Vorteil bringen und deshalb vernachlässigt werden. Das gilt zum Beispiel für die Frage der Speicherung für Windstrom. Und natürlich muss die Industrie ständig neue Produkte anbieten, damit sie sich am Markt bewähren. Elektroautos halte ich aber nicht für ein zukunftsweisendes Produkt – jedenfalls dann nicht, wenn es sich dabei nur um elektrifizierte konventionelle Autos handelt. Elektromobilität muss ein anderes Feld als das klassische “Auto” besetzen. Wir sind für Elektromobilität, aber nicht für das “E- Auto”, denn das (klassische) Auto ist so ziemlich das unpassendste Objekt zur Einführung von Elektromobilität. Reine E-Autos werden auf lange Zeit für den Durchschnittskunden nicht finanzierbar sein, haben nur eine begrenzte Verfügbarkeit und sind unter Klimagesichtspunkten auf lange Sicht dem konventionellen Antrieb unterlegen, wenn dieser seine Potentiale (in Verbindung mit einer anderen Modellpolitik) wirklich ausschöpft. Klimaschutz fängt definitiv nicht beim Elektroauto an, und das Gerede von angeblich “grünem” Strom ist Augenwischerei (Allerdings haben Hybridautos – neben den “downgesizten” und sparsamen konventionellen Antrieben – in dutzenden von möglichen Spielarten und Varianten sehr wohl eine Zukunft).
Das mit den “Öko-Schlagwörtern” (“Roland”) verstehe ich deswegen nicht, weil wir ja gerade die leeren Versprechungen (etwa der Stromversorger) über angeblich selektiven Einsatz von “grünem” Strom für Elektroautos kritisieren.Unverbindliche “Ökoschlagwörter” werden derzeit in inflationärem Maße eingesetzt, um eine an sich notwendige Diskussion über Mobilität insgesamt und die Rolle der Elektromobilität zu verengen und um einen “Hype” fürs Elektroauto zu erzeugen, der durch nichts gerechtfertigt ist.
Wie “Thomas” und “Ernst Ludwig Klingelhöfer” zutreffend feststellen, ist es derzeit üblich, sich beim Kauf eines Fahrzeugs an der maximal zu bewältigenden Transportaufgabe (etwa Urlaub, Umzug etc.) zu orientieren. Das ist eben heute vor allem noch so, wegen der immer noch möglichen Finanzierbarkeit eines solchen Fahrzeuges für viele und wegen des geringen Preises der Kraftstoffe. Das dürfte sich aber in absehbarer Zukunft ändern, und dann wird “nutzen statt besitzen” für immer mehr Leute eine praktische und günstigere Alternative werden.
Antwort
9. Mobilität im Jahr 2050: Small, Intelligent, Light, Efficient « Mobilität
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10. Bernd Blankenbach
Kommentar vom 03. September 2010 um 15:15
Kurz und knapp:
- Spätestens unsere Enkel werden uns mal abgrundtief dafür verachten, dass wir – nicht nur im Straßenverkehr – derart verantwortungslos mit dem wertvollen Rohstoff „Erdöl“ umgehen.
- „Downsizing“ kann jeder heute schon machen (gell, Herr Moos), warum wird das Angebot so wenig angenommen? Wird man gezwungen, jedes Mal das größere und schwerere Nachfolgemodell zu kaufen?
- Staatliche Förderung und Lenkung ist per se nichts Schlechtes. Dafür haben wir die Leute gewählt, dass sie das in unserem Sinne tun. Ohne das würde das Eigeninteresse immer über das Gemeinwohl triumphieren.
- Es ist richtig und wichtig über neue Mobilitätskonzepte nachzudenken und, ja, auch zu streiten. In jedem Fall wird es weiterhin Abhängigkeiten geben, ob wir das wollen oder nicht.
Antwort
Antwort von Thomas am 03. September 2010 um 16:52:
….und wenn wir dann die ganze Welt mit Ölteppichen ausgelegt und die Wüsten mit Solarparks zugepflastert haben, ist es Zeit für die ” Letzte Ölung”. R.I.P. Blauer Planet.
- “Downsizing” ist tatsächlich das Schlüsselwort.
Antwort
11. Peter
Kommentar vom 06. September 2010 um 10:08
ich meine:
die frage ist: wer wagt den ersten schritt?
der hersteller oder der kunde?
stellen wir von heute auf morgen unsere produktpalette auf downgesizde fahrzeuge um, verprellen wir viele kunden die zb auf starke großvolumige s-klassen stehn. halten wir das aus?
oder fahren wir weiter in unserem programm und kümmern wir uns wenig um all das downsizing? auch das werden wir wohl kaum auf lange sicht aushalten.
die lösung ist wohl, so wie es momentan gemacht wird, stufenweise downsizen, alternative antriebe weiter entwickeln und marktfähig machen und somit uns der “umdenkgeschwindigkeit” unserer kunden anpassen.
Antwort
12. Jim Bob
Kommentar vom 06. September 2010 um 11:22
Unglaublich was hier den Menschen erzählt wird !
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Zitat Herr Lohbeck: “Würden heute die vorhandenen Techniken – ob bluemoten, blue efficiency oder efficient dynamics – konsequent genutzt, hätten wir Verbrauche um 3 Liter und CO2 Emissionen unter 70 Gramm als Normalfall – Werte, die auch auf lange Sicht kaum von Elektroautos zu erreichen sein werden.”
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Hä ?
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E – Fiat 500 im ADAC Test 14kWh Verbrauch auf 100km x 506g CO2/kWh (aktueller dt.Strommix) = 7084 g : 100 = ~ 71g pro km !
http://www1.adac.de/adac-im-einsatz/motorwelt/m_archiv/Pressemeldungen/Karabag.asp?ComponentID=308869&SourcePageID=236104&location=33
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Ok, ich gebe zu, dass ist noch nicht unter 70g, aber schon bei 499 g CO2/kWh wären wir soweit, ob das wohl erst auf lange Sicht so sein wird ?
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Und ” hätten wir Verbrauche um 3 Liter und CO2 Emissionen unter 70 Gramm”
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Was soll den dieser Unsinn, sagen Sie doch endlich mal was ein Verbrenner denn wirklich an Gesamtemmisionen erzeugt, also nicht nur das Fahrzeug selbst.
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Beim Diesel kommen noch 19% Well To Tank (Ölquelle zum Tank) hinzu und beim Benziner sind es 17%.
Warum verschweigen Sie immer wieder diesen Energieverlust und die damit entstehenden Emissionen ? Passt ihnen das nicht in ihr Konzept ?
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Wie sieht ihre Behauptung dann in Wirklichkeit aus ?
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Emissionen des Auto bei 3 Liter Diesel = 79,2 g ; Emissionen der Vorkette (Ölförderung, Transport usw.) mit eingerechnet +19 % = ~ 94 g pro km
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Emissionen des Auto bei 3 Liter Benzin = 69,9 g ; Emissionen der Vorkette mit eingerechnet +17 % = ~ 82 g pro km
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Herr Lohbeck, bis ihre geliebten “sparsamen” Verbrenner auf unter 70g pro km kommen sind Elektroautos schon lange unter 40g !
Antwort
13. Jim Bob
Kommentar vom 07. September 2010 um 14:16
Nur mal so zum darüber Nachdenken:
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2007 gab es rund 46,3 Mio Diesel und Benzin PKW´s http://de.wikipedia.org/wiki/Automobil#Kraftfahrzeugbestand_in_Deutschland
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Der Kraftstoffverbrauch der PKW´s lag 2007 bei 46 Mrd Liter http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/document/downloadImage.do;jsessionid=8E763F8A3206820D84439AA56A203793?ident=17928
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Das Entspricht einem Energieeinsatz ab Fahrzeugtank von 460 TWh.
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2007 lag der Anteil der Dieselfahrzeuge bei rund 30 %, der der Benziner demnach bei rund 70%.
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Die Aufteilung im Verbrauch läge demnach bei:
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rund 14 Mrd Liter Diesel und 32 Mrd Liter Benzin.
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Rechnen wir den Energiebedarf für die Vorkette (Ölquelle bis zum Tank) hinzu, kommen wir auf den folgenden Rohenergieeinsatz:
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Diesel 140 TWh + 19 % Vorkette = 166,6 TWh
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Benzin 320 TWh + 17 % Vorkette = 374,4 TWh
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Die deutsche PKW Flotte benötigte also 541 TWh Rohenergie.
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Wäre zum damaligen Zeitpunkt die komplette Autoflotte mit Elektroantrieb ausgestattet gewesen sähe es folgendermaßen aus:
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Ausgehend von einem hochgegriffenen Durchschnittsverbrauch von 20 kWh/100km, läge der Jahresverbrauch eines Elektroauto, beim deutschen Durchschnitt von 12.000km bei 2400 kWh.
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46,3 Mio Elektro PKW´s würden dann eine Gesamtstrommenge von 111,12 TWh verbrauchen, rund 430 Twh weniger als die Autos mit Verbrennungsmotor !
Antwort
Antwort von Uwe am 08. September 2010 um 11:02:
Leider wurde in dieser Rechnung übersehen, dass auch die Elektrizitätswerke einen Wirkungsgrad haben, der für ein Kohlekraftwerk (in Deutschland üblich) mit ca. 40% angegeben wird. Die Kohle muß mit Energieeinsatz unter Tage gewonnen und nach Deutschland verschifft werden, dann addieren wir einfach dieselben ca. 10-20% Transportverluste wie für Benzin/Diesel.
Noch dazu kommen Leitungsverluste durch Freileitungen und Übertragerstationen.. wird hier vernachlässigt..
..dann fällt der Vergleich E-Antrieb zu Benzin/Diesel nicht mehr so günstig aus:
112 TWH Antriebsenergie hergestellt mit 40% Wirkungsgrad = 280 TWh
Addiert man noch ca. 15% für die Kohlegewinnung und Transport, kommt man auf 322 TWh Rohenergiebedarf für Deutschland’s Fahrzeugflotte.
Antwort
Antwort von Jim Bob am 08. September 2010 um 13:11:
Nun lieber Uwe, Ziel muß doch sein den Strom möglichst regenerativ zur Verfügung zu stellen und dann kann uns der Wirkungsgrad vollkommen schnuppe sein, da wir keinen Energieträger mehr einsetzen müssten.
2009 hatten wir ja schon bereits einen Anteil von 16 % regenerativ erzeugten Strom.
Dies von den, von ihnen errechneten 322 TWh abgezogen, kommen wir auf einen Energieträgereinsatz von rund 270 TWh.
Also rund die Hälfte dessen was die Verbrenner verbrauchen.
50% weniger Energieträgerimporte ist schon ein Wort, oder ?
Antwort
Antwort von Sascha am 14. Oktober 2011 um 03:28:
Was ist mit der Herstellung von den Regenerativen Stromerzeugern, wie viele Jahre braucht eine Solarplatte um Ihr CO² das bei der Herstellung benötigt wurde wieder “rein zu holen” ? ich lass mal von 7 Jahren… ? es soll besser werden aber, Regenerativ heißt NICHT ohne CO²!!! außerdem können wir sie momentan noch gar nicht nutzen!? Haben ja noch keine Speicher, Kraftwerke laufen immer noch neben den Regenerativen mit, falls sie ausfallen(flaute) und weil es sich nicht lohnt sie abzustellen…
gibt es eigentlich keine Wissenschaftlichen Berechnung von A bis O?
Bevor man hier immer hin und her schreibt das vergessen und das vergessen und dann gibt es noch dieses…
Außerdem gibt es noch ein Problem mit Batterien…
Vielleicht fahren wir doch noch lange mit ÖL, vielleicht aber mit BIO-Öl ;-) … ;-( …
Antwort von Rainer am 08. September 2010 um 11:15:
Einige Anregungen zum Überdenken der Kommentare von Jim Bob.
Bei der Quelle zum Kraftstoffverbrauch geht es um “Personenverkehr” und nicht um Verbrauch von PKWs (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Personenverkehr).
Wo kommen plötzlich die 12 Tkm für die Berechnung der E-Autos her? In den Berechnungen für Diesel und Benzin wird diese Fahrleistung (zumindest nicht explizit) genutzt.
Und: Die durchschnittliche Fahrleistungen “privater” Pkws liegt einiges über 12 Tkm (siehe
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Umwelt/2010__01/2010__01Kraftstoffverbrauch,templateId=renderPrint.psml)
Antwort
Antwort von Jim Bob am 08. September 2010 um 13:44:
Ok, ich habe es mir etwas einfach gemacht bei meiner Berechnung, was allerdings am generellen Tendenz wenig ändert.
Wir können es aber gerne auch genauer machen, diesmal mit den Daten von dem statistischen Bundesamt von 2007.
Benziner 29,3 Mio. x durchschnittliche Jahreskilometer 11.500 = Gesamtstrecke 336.950.000.000 km
Diesel 7,5 Mio. x 18.500 = 138.750.000.000 km
Gesamt Benziner + Diesel = 475.700.000.000 km / 36,8 Mio. = ~ 12927 km pro Fahrzeug.
Verbrauch Diesel rund 10 Mrd. Liter = 100 TWh + 19% Vorkette = 119 TWh
Verbrauch Benzin rund 27 Mrd Liter = 270 TWh + 17 % Vorkette = 315,9 TWh
Gesamtenergieeinsatz 434,9 TWh
Jetzt das Elektroauto, 20kWh x 12927 / 100 = 2585,4 kWh Jahresverbrauch.
Dieses jetzt mit 36,8 Mio. Fahrzeuge multipliziert ergibt 95,14272 TWh
Das sind also gerade mal knapp 22 % des Energieeinsatz was die Verbrenner verbrauchen.
Antwort
Antwort von Uwe am 08. September 2010 um 15:47:
Um es genau zu sagen:
Das Elektroauto benötigt 22% des Energieeinsatzes des Verbrenners, wenn man beim Elektroauto die Verluste bei der Stromherstellung, die Durchleitungsverluste (Freileitungen, Trafos etc) sowie die Umwandlungsverluste durch Ladung und Entladung der Batterie vernachlässigt, und beim Verbrenner berücksichtigt ;-)
In der Tendenz haben Sie aber recht. Der Elektromotor hat tatsächlich den besseren (Einzel-)Wirkungsgrad (ca. 80-95%), verglichen mit dem Verbrennermotor (30-45%).
Antwort von Jim Bob am 08. September 2010 um 16:33:
Mal ausgehend von einem Wirkungsgrad von derzeit 40 % bei der Strombereitstellung wären rund 235 TWh Rohenergie von Nöten.
Das wären dann immer noch weniger als beim Verbrenner.
Genau genommen wären das 46% weniger Energieträgereinsatz.
In Zukunft wird sich aber der Wert zu Gunsten des Elektroantrieb entwickeln, da der Anteil der regenerativen Stromerzeugung kontinuierlich zunimmt.
14. Vanessa Spitzmann
Kommentar vom 08. September 2010 um 16:31
bei “weniger ist mehr” stimme ich komplett zu.toller beitrag
Antwort
15. Helmut
Kommentar vom 10. September 2010 um 11:50
Das Greenpeace-Motto „Small, Intelligent, Light, Efficient“ greift meines Erachtens etwas zu kurz. Mobilität ist nicht nur Individualverkehr, sondern unter anderem auch Transport von Waren. Deshalb brauchen wir sehr wohl ein Mobilitätskonzept was in der Lage ist, viele Tonnen von Nutzlast über Land zu transportieren. Wie würde denn unsere Welt in 2050 aussehen ganz ohne LKW? Oder was ist mit anderen mobilen Geräten wie Baumaschinen? Mit Batterie-elektrischem Antrieb alleine wird das nicht gehen. Deshalb müssen die Anstrengungen, Antriebskonzepte wie die Brennstoffzelle in den flächendeckenden Einsatz zu bringen, verstärkt werden. Mit Wasserstoff als Energieträger und Elektromotoren für den Antrieb gibt es einen Ansatz, der sogar an den heutigen LKW (oder Bus) mit Verbrennungsmotor bezüglich Nutzlast und Reichweite heranreichen kann. Im Bereich des Individualverkehrs können sogar heute schon Reichweiten von ca. 400 km z.B. mit Fahrzeugen wie der Mercedes B-Klasse F-Cell erreicht werden. Heute fehlt allerdings noch die Infrastruktur zum Tanken.
Es muss aber vorrangig das Grundproblem gelöst werden, dass auf CO2-neutralem und umweltfreundlichem Wege ausreichend Energie erzeugt werden kann. Heute kommen in Deutschland weniger als 10% der Primärenergie aus regenerativen Quellen wie Wind- oder Wasserkraft und Photovoltaik (was ca. 16% bei der Stromerzeugung entspricht) während über 80% aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdgas und Erdöl (z.B. für Verbrennungsmotoren) stammen und ca. um die 10% aus Atomkraft, die zwar kein Klimakiller sein mag, dafür aber aufgrund der immer noch ungelösten Endlagerung auch keine Langfrist-Lösung darstellt. Die große Frage der Zukunft ist für mich, wie wir also die über 90% Fossil- und Atomkraft-Anteile an Primärenergie umweltfreundlich erzeugen können? Wenn wir dieses Problem gelöst haben, ist auch die Mobilität in 2050 kein Problem mehr, die Produkte dazu sind eigentlich heute schon da oder in greifbarer Nähe und mit Wasserstoff als Energieträger funktionieren sogar die heutigen Mobilitätskonzepte, zumindest zu Lande.
Downsizing, Diversifizierung und viele andere Ansätze mögen zwar die Energieverschwendung bei der Mobilität deutlich reduzieren, aber das Grundproblem bleibt bestehen. Entweder wir schaffen bei der Energieerzeugung in den nächsten Jahrzehnten den Wandel – oder unser Kaiser Willi (siehe Beitrag 5) wird doch Recht bekommen und wir kommen auf das Pferd zurück weil die fossilen Energieträger nicht nur Klimakiller sondern auch nur begrenzt verfügbar sind.
Antwort
16. Matthias
Kommentar vom 14. September 2010 um 10:51
Manchmal muss ich mich schon sehr wundern, wie einseitig die Diskussion über die Zukunft “unseres Planeten” einzig am Automobilverkehr und die technischen Lösungen dazu, festgemacht werden. Schliesslich und endlich geht es doch um die Vermeidung von CO2…..besser aber, um die Schonung vorhandener Ressourcen.
(Fast) jeder Mensch will aber 100% Mobilität mit dem größtmöglichen Komfort, Karibikurlaub im Sommer, Skiurlaub im Winter, warme Wohnung, Licht zu jeder Zeit, Südfrüchte das ganze Jahr und Tomaten im Winter….!
Solange es bei der Mehrheit der Bevölkerung dieses Planeten kein Umdenken gibt, das “Schonung” auch “Verzicht” bedeutet, gibt es nur folgende Stellhebel für eine gesicherte Zukunft…..das erste ist die Politik, die mit Gesetzen und Auflagen entsprechende Verzichte verlangt, Techniken fördert und den Markt steuert (das wird es m. M. aber vorerst nachhaltig nicht geben…zumindest nicht global)….und das zweite ist schlichtweg die Verknappung und der resultierende Preisanstieg. Letztlich nur dadurch wird sich (in der Masse) etwas bewegen, wenn sich dieses “lohnt”…wenn ich bin die 12 Liter auf 100km nicht mehr leisten kann, wenn mir ein 50PS Motor mit 2 oder 3 Zylindern bei 3 Liter Verbrauch als Status ausreicht….oder/und ein Elektroauto (welches ja auch nicht auf Bäumen wächst) als bezahlbar/rentabel und “unterm Strich” auch wirklich nachhaltig genug ist.
Nur gibt es neben der Diskussion um den Antrieb eines Fahrzeug genügend Dinge, die ich/man schon heute angehen kann und in Summe mehr für die Umwelt und Nachwelt leiste, als wenn ich ganz auf Autofahren verzichten würde……nur mal so als Anregung: Wie heize ich mein Haus/Wohnung? (Ölheizung emmitieren 50% und Gasheizungen auch noch 25% mehr CO2 als z.B eine Wärmepumpe). Ist beim Haus ausreichend gedämmt? Wohin fahre/fliege ich in Urlaub? Kaufe ich überwiegend lokale Früchte oder Gemüse der Saison? Was sagt mir der Blick in den Kleiderschrank? Zu voll und oft kaum getragen? Wie schnell greife ich im Büro oder im Auto nach dem Schalter dem Klimaanlage? Wenn ich etwas kaufe…vergleiche ich nur den Preis, oder vergleiche ich überwiegend die Nachhaltigkeit des Produktes? Würde ich meinem Lebenssil der ganzen Weltbevölkerung “gönnen”, auch wenn ich wüsste, das es innerhalb kurzer Zeit einen Verkehrs, Müll und Verknappungskollaps geben würde?
Gemäß dem Lied von M. Jackson “man in the mirror” sollte die allgemein geforderte Veränderung immer bei dem anfangen der sie einfordert…nur zu oft höre ich ….”man” sollte….aber wer ist bei sich so konsequent! (den Kritikern sei gleich gesagt:…ich bin es nicht…..!)
Ich wil letzlich nur Bewusstsein schaffen, das “man” heute schon sehr viel tun kann, und “man” nicht auf den Tag X des Elektroautos (oder wie auch immer die Mobilität der Zukunft aussieht) warten muss, um für die Umwelt und die Zukunft unserer Kinder etwas zu tun.
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Antwort von martin am 15. September 2010 um 12:59:
…dieser Kommentar bringt es auf den Punkt. Die wenigsten Menschen fangen doch bei sich selbst an und denken das es schon irgendwie weiter gehen wird, ohne seinen persönlichen Luxus aufzugeben.
Und genau deshalb sehe ich persönlich keine Zukunft für die Menschheit. Um es mit den Worten des geschätzten Hr. Sarrzin zu sagen : Nicht nur Deutschland schafft sich ab, sondern die ganze Menschheit ! Und das alles nur wegen Macht- und Profitgier. Keine andere Rasse auf diesem wunderschönen Planeten ist so dumm wie der Homo sapiens und zerstört sich mit so viel Hingabe selbst, nur um des Geldes willen. Die Krone der Schöpfung nennen wir uns…lächerlich.
Wir müssten doch eher Gestern als Heute mit radikalen Maßnahmen reagieren um vielleicht noch was zu retten. Aber was passiert stattdessen? Da werden Klimagipfel ohne jegliches Ergebnis abgehalten und man diskutiert über Emmisionsminderungen die erst in zig Jahren erfolgen sollen, dabei explodiert die Weltbevölkerung geradezu und egalisiert diese fadenscheinigen Vorhaben doch grade wieder. Die sogenannten Schwellenländer streben doch mit aller Macht danach unseren Standart zu erreichen und ich kann mir kaum vorstellen das dies funktioniert ohne der Natur den endgültigen Todesstoß zu geben.
Anstatt Milliarden für die Erforschung den Mars oder Mond zu besiedeln auszugeben, sollte man die Mittel doch lieber für den Schutz unserer Mutter Erde ausgeben. Wir haben nun mal nur diese eine…
Mit jedem Tag wächst mein Entsetzen darüber, was wir der Zukunft hinterlassen.
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