„Off Duty“: Andrea Jahnel-Stiftung

Um was geht’s?

Stiften ist zwar nichts Neues – die ältesten deutschen Stiftungen reichen bis ins Mittelalter zurück – bis vor drei Jahren hielt ich aber eine Stiftungsgründung noch für eine Aktivität, die ausschließlich größeren Unternehmen, zumindest aber sehr begüterten Privatpersonen vorbehalten ist. Um langfristig Entwicklungshilfe zu leisten, habe ich 2008 eine eigene Stiftung für die Förderung der Bildung von Mädchen in Entwicklungsländern gegründet. Es handelt sich dabei um eine Treuhandstiftung unter dem Dach der „Stiftung Hilfe mit Plan“. Das von mir eingebrachte Vermögen wurde dabei dauerhaft angelegt.  Ausschließlich mit den Erträgen aus der Anlage (Zinsen) werden Projekte unterstützt.

Wie kam es dazu?

Größenänderung$#BCC_ACD2B873Im November 2002 habe ich eine Plan-Patenschaft für die damals 5-jährige Shanti aus Indien übernommen.
Seit 2008 gibt es die Möglichkeit, unter dem Dach der „Stiftung Hilfe mit Plan“ einfach und kostenlos eine Stiftung unter eigenem Namen ins Leben zu rufen. Da es sich dabei um Treuhandstiftungen handelt, war die Errichtung einer eigenen Stiftung bereits ab einem Grundstockvermögen von 10.000 Euro möglich.
So gründete ich am 18. August 2008 die „Andrea Jahnel-Stiftung zur Förderung von Mädchenbildung“. In der Stiftungssatzung bestimmte ich das grundlegende Profil der Stiftung. Ich legte fest, wie viel Vermögen die Stiftung erhält, wie die Stiftung heißt, welchen Zweck sie erfüllen soll, welche Region unterstützt wird und welche Personen den Vorstand bilden sollen.
Jährlich bietet das Plan Stiftungszentrum mir eine  Auswahl an Projekten zur Verwirklichung des Stiftungszwecks an, für das die Zinsen verwendet werden können. Darüber hinaus erhalte ich vom Plan Stiftungszentrum detaillierte Projektberichte, damit ich nachvollziehen kann, was ich konkret bewegen konnte. Aber nicht nur aus diesen Gründen habe ich mich für Plan entschieden. Alle Plan-Projekte haben das vorrangige Ziel, die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen zu stärken und ihr Lebensumfeld zu verbessern. Um möglichst nachhaltige Arbeit zu leisten, führt Plan vor allem umfangreiche Projekte durch. Dabei werden die Gemeinden und insbesondere die Kinder und Jugendlichen in die Projektentwicklung aktiv eingebunden.
Nicht zuletzt wurde Plan International Deutschland e. V. vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) das Spendensiegel zuerkannt. Das Siegel steht für geprüfte Transparenz und Wirtschaftlichkeit im Spendenwesen.
Ich habe natürlich nicht mein ganzes Vermögen in die Stiftung investiert.
Denn das Geld ist endgültig und für alle Ewigkeit der Stiftung zugeflossen. Ich kann es – in welche Not ich auch immer gerate – niemals zurückverlangen. Auch bei einer eventuellen Auflösung der Stiftung fließt das Vermögen nicht zurück, sondern kommt gemeinnützigen Zwecken zugute.

Was waren die Highlights?

Mein Highlight war der Druck eines ersten Flyers. Beim Layout und bei der Auswahl der Fotos wurde ich vom Plan Stiftungszentrum unterstützt. Die Druckerei OESTREICHER+WAGNER hat einen kostenfreien Druck veranlasst. Aufgrund dieses Marketingmediums und der Tatsache, dass Zustiftungen jederzeit und ohne Mindestbetrag möglich sind, gab es bereits einige Zustiftungen. Im Stifterportal kann ich jederzeit einsehen, welche Spenden und Zustiftungen eingegangen sind.

Wie motivieren Sie sich nach acht Stunden Arbeit?

Für mein ehrenamtliches Engagement muss ich mich nicht motivieren, da es für mich ein wichtiger Ausgleich zur Arbeit ist. Sowohl mein Job als auch mein Engagement in der Freizeit (in der die Stiftung natürlich nur einen kleinen, aber wichtigen Teil darstellt) machen mir sehr viel Spaß und befruchten sich sicherlich wechselseitig. Beim Thema ehrenamtliches Engagement spielen für mich aber stärker das selbstbestimmte Arbeiten eine Rolle. Zudem ist eine eigene Stiftung ein wirkungsvolles Instrument nachhaltiger Unterstützung, denn sie wird auch noch über meinen Tod hinaus existieren.

Wie geht’s weiter?

Derzeit finanziert die Stiftung u. a. Schulstipendien für indigene Mädchen in Guatemala, für die die Bildungssituation besonders schwierig ist. Das Stipendium umfasst zum einen Schulgebühren und Lernmittel, zum anderen die Teilnahme an Workshops und Treffen zum Erfahrungsaustausch. Das nächste Vorhaben ist die Förderung von Mädchen im Vorschulalter in Indien. Das Projekt ergänzt das Programm der indischen Regierung. Dabei geht es vor allem darum, die Gemeinden bei den vielerorts bestehenden, aber ungenutzten Kinderbetreuungszentren einzubinden, Gemeindemitglieder zu Ernährung, frühkindlicher Entwicklung und Erziehung zu schulen sowie die Zentren mit Spiel- und Lernmaterialien auszustatten. Neben dem Flyer möchte ich zukünftig auch eine eigene Webseite gestalten. Mein großer Wunsch ist es, an einer Stifterreise teilzunehmen, um verschiedene Projekte innerhalb eines Landes vor Ort kennen zu lernen.

Was arbeiten Sie bei Daimler?

Bei Daimler eingestiegen bin ich schon 1999. Im Personalressort habe ich bisher in sehr unterschiedlichen Bereichen gearbeitet. Angefangen als Assistentin in der Internationalen Personalentwicklung, über die Arbeit als Programmmanagerin für Sprachentraining im Bildungsbereich, als Ausbildungsreferentin in der Kaufmännischen Berufsausbildung, als Prozessberaterin und schließlich als Consultant im Thema L‎‎ean Administration HR.

Mehr Informationen:

Flyer_Neu-2
Download:
Flyer der „Andrea Jahnel-Stiftung zur Förderung von Mädchenbildung“  

 

 

 

 

 

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Unsere Mitarbeiter  sind nicht nur während ihrer Arbeitszeit motiviert, sondern engagieren sich oft auch in ihrer Freizeit in sozialen und anderen außergewöhnlichen Projekten. Diese wollen wir in der Reihe “Off Duty” kurz vorstellen.

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