Allgäu-Orient-Rallye 2012: Durst-Blaster Racingteam
Spielregeln für die Allgäu-Orient-Rallye:
Team besteht aus 6 Personen, 2 Autos und 2 Motorrädern.
Keine Autobahn, kein GPS, keine Übernachtung, die teurer ist als 11,11€ pro Mann.
Allgäu-Orient, die größte “non Profit” Rallye und eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Welt.
Man muss schon ein bisschen verrückt sein, wenn man sich mitten in der Nacht für eine Rallye anmeldet, bei der nicht derjenige gewinnt, der als erster ankommt, bei der der Hauptpreis wieder verschenkt wird und bei der man soviel wie möglich in sein Auto packt, um alles nach und nach wieder zu verschenken.
Das also bewegt sechs Daimler-Kollegen (Alexander Schwan, Christian Stäbler, Markus Reigl, Stefan Totzl, Danijel
Makaus, Lothar Stäbler), die sich privat kaum kennen, drei Wochen lang in einem Auto oder einsam auf einem Motorrad den Allerwertesten plattzudrücken?
Nein, die Frage zu bejahen, wäre viel zu simpel und zu spontan, als dass man als Team mit Fahrzeugen eine Reise von Oberstaufen nach Azerbaidshan (Baku) und weiter mit dem Flugzeug nach Jordanien antritt.
Inspiration, mehrere Jahre Vorarbeit, Überredungskunst und der Drang nach Abenteuer und das Alles vereint in einem Lothar Stäbler ist die Grundbedingung, um an solch einem ungewöhnlichem “Teamtraining” mitmachen zu können.
Denn keiner von uns wusste wirklich auf was wir uns einlassen, als wir damals (das liegt schon einige Monate zurück) jeweils unser “Ja” gegeben haben.
Der Aufwand, welchen wir als Team in die Vorbereitung steckten, lässt zumindest einige von uns vom möglichen Zweiten Mal abschrecken. Wie viele Abende wurden an den Fahrzeugen geschraubt?! Was alles musste im “Jour-Fix” Stil besprochen werden (eine PDCA-Liste durfte natürlich nicht fehlen). Wir können ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass sowohl unsere zwei S-Klassen (W126 420 u. 500 SE), als auch unsere zwei 750ger Yamaha’s, nach der “Das Beste oder Nichts” Kur, zu den leicht gebrauchten Neuwagen gehörten! Die Kampflackierung und die Sonderaufbauten waren weitere I-Tüpfelchen für unser Ego. Vielleicht ein wenig overdressed, im Vergleich mit der Walze und vermutlich einigen Flaschen Gerstensaft intus, angemalten Mitbewerbern im Starterfeld. Im Übrigen gilt diese Rallye als eine Low-Budget Veranstaltung da die Fahrzeuge mindestens 20 Jahre alt sein oder maximal 1111,- Euro kosten dürfen.
Am 27.04.2012 versammelten sich 107 Teams mit ca. 300 Fahrzeugen und somit (unglaublich!) ungefähr 600 Frauen und Männer in Oberstaufen zur Massenflucht vor bequemen Betten, warmen Duschen und durchfallfreiem Essen für mindestens 18 Tage und natürlich mit einem Lächeln im Gesicht! Ist das erstrebenswert? Ja und nochmals Ja!
Die Fahrt durch die Alpen Richtung Italien sollte an sich kein Problem darstellen.
Da fast alle mittlerweile über ein Navigationssystem verfügen und wir es laut Reglement nicht verwenden dürfen, genauso wenig wie Autobahnen, fehlte es schlicht und einfach an der Gabe eine Landkarte lesen zu können. Unsere erste Nacht verbrachten wir deshalb wild campend in den Bergen. Auch die erste Panne (klemmende Bremsbacken hinten) verfolgte uns weit in den zweiten Tag hinein.
Mittlerweile in Kroatien fanden wir ein Reglement-freundliches Hotel am Meer. Somit konnten wir ausgeruht am dritten Tag die Hetzjagd durch den Balkan eröffnen. Kroatische Küste, Bosnien u. Herzegowina, Montenegro und schließlich ein katholisches Nonnenkloster in Albanien als Etappenziel forderten vor allem unsere Motorradfahrer und unsere Autos auf der Schotterpiste kurz vor der Albanischen Grenze. Hier wurden wir herzlichst empfangen, kostenfrei versorgt, und um einige zig Kilos Hilfsgüter erleichtert (natürlich alles zweckgebunden für das Kinderheim in Albanien).
Weiter ging’s durch das Mercedes-Land Albanien (hier liegt sicherlich das zukünftige MB Classic Reimport Eldorado) zur Mittelmeerküste Griechenlands. Der fünfte Tag begann mit einer Motorradpanne (Limaregler) hielt uns aber dank hilfsbereiten Hellenen nicht lange auf und machte uns sogar zur Stars in der griechischen Tagespresse! Auf landebahnähnlichen Landstraßen ging’s im Formel 1 Tempo nach Istanbul, unserem 6. Etappenziel.
Mehr über die Reise von Istanbul nach Azerbaidschan, sowie weitere Einblicke in die Rallye, erhalten Sie am Freitag auf dem Daimler-Blog!
Dieser Artikel wurde von Alexander Schwan geschrieben.
In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und
schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
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1. René Rastetter
Kommentar vom 06. Juni 2012 um 13:17
Hallo Herr Schwan,
ein sehr interessanter Bericht, der mich irgendwie an Orient-Trucker aus den 1970er Jahren erinnert. Auch wenn ich da noch mit der Rassel im Laufstall rumtolte. Die beiden W126er Mercedes hätte ich gerne für mich gehabt. Die beiden S-Klasse sehen nach der Gebrauchtwagen-JungbrunnenKur mit neuer Lackierung richtig gut aus. Deshalb freue ich mich schon auf Freitag im Daimler Blog, über den Istanbul Bericht. Sicherlich auch eine tolle Lebenserfahrung die man mitnehmen kann, wenn man mit völlig unbekannten Kollegen als gemeinsames Team startet.
mit freundlichem Gruß aus Rastatt :-)
Antwort
2. Markus Reigl
Kommentar vom 06. Juni 2012 um 14:31
Hier gibts ausführliche Infos:
http://www.durst-blaster.de
Antwort
3. Sten Wassmann
Kommentar vom 06. Juni 2012 um 18:42
Schöner Bericht – Danke.
Gruß vom Team 12 “From Desk Till Dawn” und Glückwunsch für den 4. Platz!
Sten
Antwort
4. Ivo Bochev
Kommentar vom 08. Juni 2012 um 04:23
Der Beitrag ist sehr spannend! Besten Dank dafür!
Auch die Fahrzeugwahl begeistert einen Youngtimer-Fan wie mich. Ich hätte wieder den unverwüstlichen W124er erwartet, jedoch waren die 126er eine gute Überraschung.
Ich wäre auch daran interessiert, welches von den beiden Autos sich besser schlägt, was die Charakteristika der beiden Motoren etc. ist. Aber das ist auch eher der Hintergrund – hauptsächlich sind natürlich die interessanten Beschreibungen von der Tour!
Da ich selbst im Moment in China bin und Einiges in- und außerhalb der Stadt erlebe, freut es mich umso mehr, die “exotische Note” in dem Bericht aufzuschnappen. Das ist echt ein Erlebnis, bei dem ich gerne mitmachen würde – go on und viel Freude bei den weiteren Etappen!
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