Ein großer und spannender Teil der Rallye seit unserem Start im schönen Allgäu ist geschafft. Istanbul lag vor uns: Die Stadt am Okzident übertraf alle Facetten einer Megapolis! Rasende und blinde Taxifahrer sind seitdem kein Widerspruch. Hupe ist ein Werkzeug und wird entsprechend massiv genutzt. Das Wort Tankstelle ist in der Türkei eine Angstquelle bei über 2 Euro pro Liter und ca. 15Liter Verbrauch! Kurz gesagt dieses allgegenwärtige Gewusel in einem Megakochtopf würde viele von uns einfach überfordern.
Nichtsdestotrotz haben wir eine schlagkräftige Truppe am Bosporus in Form von Mercedes Benz Türk, welche mit über 5000 Mann Busse und Nutzfahrzeuge herstellen. Da wir einen nagelneuen Heckflossen-Kühlergrill von der Daimler AG für ein Kunstwerk in Istanbul geladen haben, welches dem Türkischen Gastarbeiter in Deutschland gewidmet wird, nahmen wir dieses Ereignis zum Anlass und statteten dem CEO MB Türk Herrn Wolf-Dieter Kurz einen kurze Stippvisite ab. Wir wurden freundlich empfangen, erinnerungsfotografiert und nach einem längerem Aufenthalt im PKW-Service wegen einer vorbeugender Untersuchung am Traggelenk wieder in der Wildnis ausgesetzt. Ein Abendmahl in der türkischen Werkskantine lies uns zumindest vergessen, dass wir eigentlich unseren Urlaubstag beim „Daimler“ verbracht haben!
Im Land Nr. 9 „Georgien“ erlebten wir eine echte Überraschung! Drei Tage ging es durch das „Frankreich am Kaukasus“. Landschaftlich und gastronomisch einfach ein Genuss. Absolut ein Geheimtipp für einen außergewöhnlichen Urlaub in den Bergen.
Nur am Rande sei erwähnt, dass wir in Georgien mit weiteren Rallyeteilnehmern an einer Hilfsaktion für ein Kinderkrankenhaus und einer Spendenaktion für eine Berufsschule teilgenommen haben, wo Hilfsgüter und Werkzeuge (u. A. eine neue Stihl-Motorsäge) abgegeben wurden.
Weiter in der brennenden Sonne, vorbei an den Ölbohrtürmen, erreichten wir am 15. Tag unser Ziel: Die Stadt Baku in Azerbaidshan. Hier wurden die Fahrzeuge gesammelt und den Behörden für die Weiterverwendung übergeben. Es fiel uns reichlich schwer unsere treuen S-Boliden und die zwei Reiskocher der Wüstensonne zu überlassen, denn unsere Fahrzeuge waren bis zum Schluss voll einsatzfähig und beulenfrei, was man von anderen Teamvehikeln nicht behaupten konnte. Währenddessen erkundeten wir die Stadt am Kaspischen Meer auf eigene Faust. Petrodollars und Baukunst gehen in Baku eine eigenwillige Symbiose ein. Hinter pompösen Mauern entlang der Stadt würde Greenpeace einen Schlaganfall erleiden. Erdölseen, Förderpumpen wohin das Auge reicht, während auf der Innenseite Tankstellen mit Wasserfällen den Sprit für umgerechnet 45 Cent an gängige Hubraum- und PS-Monster verschleudern.
Ja es war anstrengend und durchaus stressig in 18 Tagen 11 Länder zu durchqueren und dabei 6500km zurückzulegen, aber jeder Kilometer war es wert.
Wir waren dabei! Das zählt!
Einen weiteren Einblick über die Rallye, die Strecke vom Allgäu über den Balkan, erhalten Sie im ersten Teil.
Dieser Artikel wurde von Alexander Schwan geschrieben.
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1. Joachim Spreng
Kommentar vom 11. Juni 2012 um 13:11
Hallo,
ein toller Bericht, bestimmt ein tolles und einmaliges Erlebnis
Was bedeutet den der Satz ” Hier wurden die Fahrzeuge gesammelt und den Behörden für die Weiterverwendung übergeben “? Was werden die Behörden den damit machen?
Gruß
Joachim
Antwort
Antwort von Stefan Totzl am 11. Juni 2012 um 14:08:
Alle Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände werden am Ende der Allgäu-Orient Rallye gespendet (und zu Geld gemacht). Der Erlös und die gut erhaltenen Fahrzeuge werden dann an verschiedene Hilfprojekte übergeben. Normalerweise war hier immer das “World Foof Programm” mit an Bord. Allerdings gab es dieses Jahr auch hier eine Planänderung. Dieses Jahr gehen die Fahrzeuge bzw. das Geld an den “Flüchtlngshilfeverein Bergkarabach” in Georgien.
Antwort
2. Alexander Schwan
Kommentar vom 13. Juni 2012 um 22:25
Habe mittlerweile mit Rahman, telefoniert. Seinen Quellen nach, wurden die Fahrzeuge direkt von der Sammelstelle fahrend oder mit Staplern an die benachbarte Bahnstrecke gebracht und verladen. Fahrzeuge gingen direkt nach Georgien gegen eine Spende an die ” Karabach Flüchtlinge”.
Antwort
Antwort von Markus am 17. Oktober 2012 um 10:47:
Das Rallyteam Durst-Blaster möchte sich herzlich bei den Lesern und Besuchern unserer Seiten bedanken.
Es war toll!
Ich denke, ich kann das im Namen meiner Teammitglieder hier hinterlassen.
Vielen Dank!
Und nicht vergessen:
Wer später bremst, bleibt länger schnell ;-)
Antwort
3. Markus Reigl
Kommentar vom 18. Februar 2013 um 10:36
Ich vermisse die Rallye…
Antwort