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06.2012

GASTBEITRAG: smart in die Zukunft

Umfassendes Konzept für die Mobilität von Morgen vorgestellt

Berlin-Kreuzberg am vergangenen Dienstag – smart hatte mich dazu eingeladen, den neuen fortwo electric drive kennenzulernen – immerhin handelt es sich hierbei mittlerweile um die 3.Generation, was meine Neugier weckte!

Vor bald zwei Jahren begann man zunächst mit einem großen Flottenversuch in London, um die Anforderungen und Gewohnheiten von Großstadtmenschen besser kennenzulernen. Jeder weiß, dass Nichts über einen Versuch geht. Studien sind schön und gut, aber nur die Praxis, der harte Alltag, zeigt, ob sich ein Konzept wirklich durchzusetzen vermag oder nicht. Nebenbei führte man in diesem Zeitraum auch eine sehr umfassende Kundenstudie zur Elektromobilität durch – 250 Privat- und Flottenkunden aus England, der Schweiz und Deutschland wurden nach durchschnittlich siebenmonatiger Fahrerfahrung befragt. Heraus kam unter anderem, dass  59% in der Stadt wohnten und 90% weniger als 60 Kilometer Fahrstrecke pro Tag zurücklegen. Allen gemein war der Wunsch nach hohem Fahrspaß, zügigem Beschleunigen und einer einfachen Handhabung. Nebenbei bestanden die weiter genannten Kundenwünsche aus einer höheren End-geschwindigkeit, besserer Beschleunigung und einer kürzeren Ladedauer bei gleichzeitig gesteigerter Reichweite.

Dies alles soll laut smart beim neuen electric drive beherzigt worden sein – der erste Augenkontakt spricht mich auf jeden Fall an. Er sieht aus wie ein Auto und nicht wie ein Behelfsfahrzeug oder UFO; wie aktuell die meisten anderen Elektrofahrzeuge. Wichtig für mich ist, dass ich Nichts aufgeben möchte, wenn ich vom klassischen Automobil mit Verbrennungsmotor umsteige. Ich möchte Nichts vermissen, was ich bis dato gewohnt war! Der smart fortwo electric drive mutet durchweg wie ein regulärer smart an, egal ob mit Benzin- oder Dieselmotor. Das hier aber ein rein elektrisches Herz schlägt, merkt man erst, wenn man ihn „startet“ – es gibt kein klassisches Anlassergeräusch und es erwacht auch kein Motor hinter den Passagieren zum Leben.

Einzig alle Kontrollleuchten werden aktiv und erlöschen wieder, man wird im Kombiinstrument durch den Slogan „open your mind“ begrüßt und motiviert zugleich, alles richtig gemacht zu haben. Die für mich bereits aus dem Segelwagen bekannte Status-Anzeige wandert auf Stellung 0 und man kann den Wählhebel auf D stellen und schon geht die Reise los. Vollkommen geräuschlos rollt der Wagen an – was man sogleich merkt, ist die beim electric drive serienmäßig vorhandene Servolenkung. Nicht, dass sie lebensnotwendig wäre, aber eine Steigerung von Komfort und Handlichkeit bringt sie allemal.


Ich erwische mich selbst dabei wie ich ganz normal fahre, mich überhaupt nicht darauf konzentriere, was denn hier gerade unter und hinter mir Revolutionäres in Gang ist – äußerst entspannend im Großstadtgewühl von Berlin. Der smart fährt sich wie jeder andere smart, doch halt – die ganze Wahrheit ist das nicht. In meinen Augen ist er der derzeit beste smart überhaupt, denn er hat einen deutlich tieferen Schwerpunkt durch ein unter den Sitzen verbautes Batteriepaket (Li-ion 17,6 kWh), keinerlei Schalt-Gedenk-Sekunde, da die Automatik nur einen Vorwärtsgang kennt (und Dank E-Motor braucht) und er ist mit der angesprochenen Servolenkung geradezu ideal für den Stadtverkehr – sehr viel entspannter kann man nicht durch Berlins Straßen sausen.

Und „sausen“ ist hier im wahrsten Wortsinne gemeint: Es verlassen keinerlei Geräusche den smart, abgesehen vom Reifenabrollgeräusch bei höheren Geschwindigkeiten oder dem bei „Vollgas“ zu vernehmenden leisen Straßenbahngeräusch herrscht hier absolute Stille.

Doch nun mal ein paar Fakten zum Fahrzeug: die Reichweite der 3.Generation beträgt bis zu 145 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit wurde von 100 auf 125 Km/h erhöht und die Beschleunigung von 0 auf 100 Km/h konnte von extrem langatmigen 26,7 auf 11,5 Sekunden gesenkt werden, sensationell aber auch kein Wunder bei nun 55KW Leistung (25 KW mehr als zuvor). Nebenbei gibt es die (wohlgemerkt teure) Möglichkeit mittels Starkstrom-Ladeteil den smart innerhalb von gut einer Stunde wieder voll aufzuladen, besonders interessant und lohnend für Flottenkunden!

Wem das noch nicht genügt, für den ist auch schon ein echtes Brabus Modell in der Planung, welches als seriennahe Studie gezeigt wurde – wirklich überzeugend, so vermutet niemand mehr ein „Ökoauto“. Denn es gibt genug Menschen, die das nicht unbedingt sofort zeigen, bzw. deshalb nicht auf eine gewisse Sportlichkeit verzichten wollen. Auch steht von Anfang an das gesamte smart tailor-made Programm für den electric drive zur Verfügung

Bei smart hat man seine Hausaufgaben gemacht und den vormals recht hohen Preis eines Elektrofahrzeugs durch ein cleveres Konzept auf ab 18.910 EURO (in Deutschland) senken können, Der Claim „sale&care“ steht für die Möglichkeit, den neuen smart electric drive zu kaufen, leasen oder zu finanzieren und dabei die Batterie einfach zu mieten. Hierbei bleibt diese natürlich weiterhin im Fahrzeug verbaut, doch der Kunde mietet sie (maximale Mietdauer 10 Jahre) und erhält dadurch ein sehr kundenfreundliches Konzept mit nur geringem Risiko, da hierbei die Batteriekapazität und deren Wartung Seitens smart garantiert werden.

Auch in Sachen Konnektivität („Connectivity“) zeigt smart was heute machbar ist und bietet zu jedem electric drive eine „Vehicle Homepage“ bei der der Kunde immer über den exakten Ladestand der Batterie informiert wird sowie welche Reichweite er mit dem aktuellen Ladestand zurücklegen kann (hierbei zeigt eine „Range Potatoe“ zu deutsch „Reichweiten-Kartoffel“ die theoretisch mögliche Reichweite unter Berücksichtigung der topografischen Verhältnisse an). Ebenfalls verfügt der Kunde so über eine Möglichkeit der Vor-Klimatisierung des Fahrzeugs, wobei selbstverständlich im Winter vorgeheizt (ähnlich einer Standheizung) und im Sommer die Klimaanlage aktiviert werden kann, um das Auto vor Fahrtantritt herunter zu kühlen (beides jedoch nur bei aktiver Ladung des smart).

Last but not least hat smart ein großes Windrad mit 2,3 MW/Jahr im neuen Windkraftpark Hof an der Autobahn A9 erworben und ermöglicht so den zunächst rund 2.500 verkauften smart electric drive einen 100% CO2-neutralen Betrieb.

Mein Fazit zur neuen Elektro-Mobilität von smart ist ganz klar: Daumen hoch! Das Fahrzeugkonzept und die Einbindung in den Alltag des Kunden sind sehr durchdacht und alltagstauglich. Jedoch ist es an der Zeit, dass sich die Politik für eine konsequente Umsetzung dessen in den Ballungszentren stark macht. Noch sehe ich keine Möglichkeit, die hochgesteckten Ziele für 2020 mit einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu erreichen. Es sind noch zu viele Fragen ungeklärt und das fängt nicht nur bei der Ladesäulen-Infrastruktur an! Die Automobilindustrie hat nun geliefert.

Über den Autor

Mehr zu lesen von Marc J. Christiansen gibt es auf seinem Blog fuenfkommasechs.de, auf dem er sich unter anderem den allerschönsten Seiten der S-Klassiker der Achtziger Jahre widmet.

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Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 6 Kommentare. Diskutieren Sie mit!

  1. 1. Ralf Hafermann

    Kommentar vom 27. Juni 2012 um 07:01

    Hallo,
    toller Beitrag-tolles Auto. Aber bei fast 19000 Euro plus ca 6000 Euro Batteriemiete in 10 Jahren wird der Smart wohl für die meisten unerschwinglich bleiben. Für ein Zweitauto, mehr wird er für die meisten Benutzer nicht sein, ist er zu teuer. Eigentlich schade, denn so gehts nicht voran.
    Mfg

    Antwort

    Antwort von Pitt am 01. Juli 2012 um 13:24:

    Mit fast 19.000 liegt der electric drive im preislichen Mittelfeld von smart.
    Ein smart Benziner liegt bei 15.000km @ 5 l/100km pro Jahr bei ca 800 Spritkosten, der electric drive bei ca 1.100 für Batteriemiete und Strom.
    Das sind rund 25 pro Monat Unterschied.
    Übrigens: weitus teurere Zweitwagen sind keine Seltenheit.

    Antwort

  2. 2. Patrick Walzer

    Kommentar vom 27. Juni 2012 um 14:06

    Hallo,

    vielen Dank für diesen tollen Bericht. Was mich aber besonders interessiert ist die Farbe, die man auf den Bildern sehen kann.Dieses Dunkelgrün mit Übergang zu den weißen Tridions ist einfach genial. Kann man diese Farbe auch bestellen?

    MfG Patrick Walzer

    Antwort

    Antwort von Marc J. Christiansen am 27. Juni 2012 um 14:19:

    Hallo Herr Walzer,
    das ist eine sehr gute Frage!
    Den Wagen habe ich mir extra so herausgesucht, er war ein Einzelstück bei der Fahrveranstaltung.
    Laut Aussage vor Ort wurde der smart extra so hergestellt und soll wohl so nicht in Serie gehen – evtl. aber doch wenn Nachfrage danach bestünde!?
    Dieser Übergang zwischen Bodypanels und Tridion ist mit einer fluoreszierenden Folie “gepixelt” und schafft deshalb diesen weichen Verlauf.
    Danke für Ihren Kommentar!
    MfG,
    Marc Christiansen

    Antwort

    Antwort von Manuel Palkowitsch am 30. Juni 2012 um 23:12:

    Genau die selbe Frage stelle ich mir auch. Auswählbar bei smart.com ist es leider nicht. Der Übergang muss meiner Meinung nach auch nicht sein, aber die umgekehrte Variante des “electric drive design package” wäre schon echt genial. Das grün / weiß gefällt mir besser als weiß / grün!

    Viele Grüße,
    Manuel Palkowitsch

    Antwort

    Antwort von Pitt am 01. Juli 2012 um 13:03:

    Eine Automtik hat er zwar nicht, eigentlich gar kein Getriebe. Was da hinten zwischen Motor und Gelenkwellen ist, ist eigentlich nur ein Differenzial.
    Aber: guter blog.
    Die fluoreszierende Folie wird es zwar nicht geben, ber ansonsten geht sehr viel an Individulität über smrt BRABUS tailor made. Im Konfigurtor auf smrt.com erscheint ab “3. Optik” ein Fenster dzu. Nur anklicken und weiter geht’s.

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