Was bei uns Deutschland ziemlich unerotisch „IAA“ oder „Messe“ heißt, trägt in Frankreich, genauer, der „Hauptstadt der Liebe“ den eleganten Namen „Mondial de l’Automobile“. Und es ist keine Messe, mais non, es ist ein „Salon“. Dass die Beziehung der Franzosen zu Autos eine „Amour fou“ ist, bemerkt man schon bei der Anreise zur Messe im Taxi. Im Gedränge der Straßen wird eingeparkt, abgedrängt, der eine oder andere Außenspiegel „mitgenommen“, dass es nur so scheppert. Öffnet sich aber in einem der feinen Arrondissements eine Tiefgarage, kommen automobile Schätze zum Vorschein: Oldtimer, Sportwagen, noble Limousinen, teure Kompaktsportler. Dann wird Pariser Chic getragen und gefahren. Und zwar nicht selten von derselben Person, die gerade eben noch mit dem alten Twingo die Parklücke passend gemacht hatte.
A für Alain Prost
Beim Besuch des Standes von Mercedes-Benz fällt gleich auf: Die A-Klasse kommt an. Journalisten aus aller Welt nehmen jeden Winkel der Karosserie auf, kriechen unter das Fahrzeug, wischen mit prüfendem Blick über das Armaturenbrett. Und auch die Kunden in Frankreich wollen alles zum neuen Auto wissen. Rund 60.000 Besucher konnten die Mercedes-Benz Händler zur Markteinführung zählen. Vielleicht war „le Professeur“ einer von ihnen: Alain Prost, der vierfache ehemalige Formel 1-Weltmeister, besuchte den Mercedes-Stand. Auf die Frage, wie ihm die neue A-Klasse denn so gefällt, ob er das Design mag, sagt er: „Ich habe eine gekauft.“ Dieses Auto ist nun also mit prominenten oder weniger prominenten -jedenfalls nicht langweiligen Besitzerinnen und Besitzern- schon auf der Straße zu sehen. Das würde man sich auch von der Studie „smart forstars“ wünschen: Das elektrisch angetriebene Coupé zieht mit seinem Glaskuppeldach, knalliger Farb- und knuffiger Formgebung viele Blicke auf sich. Jaja, zugegeben, die Dame am Steuer sieht auch nicht schlecht aus, schließlich sind wir hier in Paris und nicht bei “Germany’s next Top Model”.
Aufklärung und Elektrifizierung
Natürlich weiß der aufgeklärte Mensch und Messebesucher, dass auch innere Werte zählen. Dafür stehen bei Mercedes-Benz in Paris bei B-Klasse und SLS AMG zum Beispiel der elektrische Antrieb als Weltpremiere. Der „Electric Drive“ in die (nahe) Zukunft für Familien oder Sportwagenfans wird greifbar. Aufhorchen werden die zukünftigen, “lokal Emissonsfreien” unter den Autofans bei den Leistungsdaten: Die B-Klasse verfügt über 310 Newtonmeter Drehmoment und der SLS schafft sogar ganze Tausend. Der Schub von Null auf 100 km/h ist unglaublich. Da kann man fast jedem feuerroten Spielmobil aus Südeuropa beim Ampelstart “au revoir” sagen. ”Vernünftig-faszinierend” ist dagegen der Mercedes-Benz B-200 Natural Gas Drive, der ebenfalls auf dem Autosalon Premiere feiert: “Passé” sind die Zeiten, in denen viele Erdgasautos langweilig, ineffizient und vielleicht auch noch abenteuerlich nachgerüstet waren.
nachhaltig & beeindrucken
Der Automobilsalon Paris steht bei allen Herstellern leider auch im Zeichen einer Wirtschaftskrise, von der noch niemand weiß, wie lange sie in Europa dauern wird. Es gilt, dem Kunden Autos anzubieten, die immer nachhaltiger werden, aber genauso, Kunden und Journalisten nachhaltig zu beeindrucken. Wie stark eine Marke ist, zeigt sich besonders an den Ideen für die Zukunft, an Designstudien und Innovationen. „Design“ oder „nicht sein“!
Im Folgenden ein Interview mit Gorden Wagener (Leiter Design) über die Formensprache der Automobile von Mercedes-Benz sowie externer Einflüsse auf die Gestaltung und Formgebung.
Mercedes-Benz zeigt in Paris den „CLA“ als serienahe Version des „Concept Style Coupé“ sowie einen Ausblick auf zukünftige Generationen der S-Klasse mit der Präsentation der Skulptur „Aesthetics S“. Der SLS als Electric Drive mit seinem Vierradantrieb oder als GT mit 591 PS zeigen das technisch Machbare. Und dann ist da noch der eindeutig schönste Raum der Messe: Der Kofferraum des Mercedes-Benz CLS Shooting Brake mit seinem Ladeboden aus Kirschbaumholz sieht aus wie ein Yacht-Deck. Auf nach Cannes!
Ziemlich beste Freunde
Keine „Amour fou“ sondern eine solide deutsch-französische „Interessenbeziehung“ wurde in Paris ebenfalls erweitert: Im Rahmen ihrer Kooperation arbeiten Daimler und Renault-Nissan an zwei neuen Projekten, um die Entwicklung kraftstoffsparender Antriebe voranzutreiben. Renault-Nissan CEO Carlos Ghosn and Daimler Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche bestätigten die neuen Projekte im Rahmen des jährlichen Pressegesprächs zum aktuellen Stand der Partnerschaft. Das neue Motorenprojekt ist eine von Renault und Daimler gemeinsam entwickelte 4-Zylinder-Benzinmotoren-Familie mit Direkteinspritzung. Ziel sind ein deutlich verbesserter Kraftstoffverbrauch und noch geringere Emissionen. „Wahou“, kann man da (französisch) staunen. So steht es auch auf einem übergroßen Werbeplakat für die neue A-Klasse in Paris. Ganz schön chic. Ob es eine A-mour wird? Schluss jetzt…
Dieser Artikel wurde von Dan von Appen geschrieben.
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1. Jacky Ernewein
Kommentar vom 02. Oktober 2012 um 09:56
Sehr geerhter Kollege,
wenn Sie schon sooo viele Fremdwörter anwenden, dann schreiben Sie sie doch wenigstens richtig….das heisst amour fou, und nicht Amour foux…
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2. Dan Von Appen
Kommentar vom 02. Oktober 2012 um 10:11
Sehr geerhter Kollege, schon korrigiert, vielen Dank! :-)
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