H2O statt CO2 – Wasserstoff bewegt

Die Zukunft der Mobilität ist „Grün“. Um dieses Ziel zu erreichen und sich von fossilen Energieträgern wie Öl unabhängig zu machen, ist es jedoch noch ein weiter Weg. Bereits jetzt gibt es verschiedene alternative Antriebe, die auf Elektromotoren basieren. Das derzeitige Problem besteht allerdings noch in der Form der Energiespeicherung: Aktuelle Hybridfahrzeuge mit Elektroantrieb haben zumeist nur einen kleinen Akku und wirken im Fahrzeug unterstützend für den Verbrennungsmotor.
Vollelektrische Fahrzeuge mit Batterie sind mit einer Reichweite von rund 150 km hingegen schon sehr weit in der Entwicklung und die zur Verfügung stehende Distanz für Alltagsfahrten ausreichend, jedoch fehlt es noch an Langstreckenfahrzeugen und einer ausreichenden Infrastruktur mit Ladestationen zur Betankung/Beladung der Autos.

Mit der am 13. September gestarteten European Hydrogen Road Tour „H2 moves“ möchte man nun auf der Brennstoffzelle basierende Elektroantriebe wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Die Tour startete in Hamburg und Endet in Kopenhagen. An den verschiedenen Orten wurden Events veranstaltet, an denen die Entwicklung der mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeuge vorgestellt wurde sowie Testfahrten gemacht werden konnten. Bereits seit vielen Jahren wird eine intensive Forschung im Bereich der Brennstoffzelle betrieben, doch bisher ist die Resonanz bzw. Publikumswirksamkeit beim „normalen Autofahrer“ noch nicht so groß. Mit der Tour möchte man diese Akzeptanz steigern, eine Kundennachfrage erzeugen und damit auch die Regierungen Europas zu weiteren Handlungen und einem Ausbau der Infrastruktur anregen.

In vielen Dingen sind die skandinavischen Länder, durch die die Tour initiiert wurde, weiter in ihrem Denken. So sind hier schon vermehrt Fahrzeuge auf den Straßen zu finden und auch die Regierung unterstützt die „Early Adopter“ durch bspw. steuerliche Vergünstigungen. Und auch gerade der Einsatz in den skandinavischen Ländern zeigt, dass die Autos auch bei extremen Wetterbedingungen und niedrigen Temperaturen tadellos funktionieren.

Mit der Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL wurden bereits viele tausend Kilometer zurückgelegt, nicht zuletzt auch beim F-CELL Worlddrive. Jedoch fehlt es nicht zuletzt an einer ausreichenden Infrastruktur, um die Fahrzeuge wirklich attraktiv für den Markt bzw. den Verbraucher zu machen. Im Jahre 2009 wurde zwar bereits in Kooperation mit Daimler, Linde und OMV die erste offizielle Wasserstofftankstelle für Deutschland in Baden Württemberg eröffnet, doch die Anzahl Tankstellen ist seitdem nicht signifikant gestiegen, wie eine Infografik zeigt. Auch Hyundai, Toyota und Honda beteiligen sich an der Road Tour, um die Stärken und die Serienreife der Brennstoffzellen-Technologie zu demonstrieren.

Gegenüber einem batterielektrischen Antrieb bietet die Brennstoffzelle nämlich einen entscheidenden Vorteil: Die Reichweite. Mit bis zu 400 km bis zur nächsten Betankung in einer F-CELL B-Klasse ist diese wesentlich höher und es können auch bequem weitere Strecken zurückgelegt werden. Zudem ist der Betankungsvorgang gleich schnell wie bei herkömmlichen Fahrzeugen und dauert damit nur einen Bruchteil der Zeit, den ein Ladezyklus einer Batterie benötigt.

Neben der bereits angesprochenen (noch) mangelnden Infrastruktur gilt es zudem EU-weit einheitliche Standards und Normen zu finden, sodass man sein Automobil an jeder „Zapfsäule“ betanken kann, so wie es mit Diesel oder Benzin auch möglich ist. Hierzu bedarf es jedoch der Unterstützung der Länder und Hersteller sowie dem Dialog mit der Industrie, um die Wasserstofftechnologie zukunftsfähig und alltagstauglich zu machen.

Wir vom Blog-Team waren bei einem kurzen Stopp der Road Tour in Stuttgart vor Ort und konnten einige Eindrücke gewinnen. Zur Seite standen mir zwei Experten, Stefan Hoffmann (Daimler AG) und Peter Wandt (Toyota), zur Seite und haben sich meinen Fragen zur Tour und der Technologie gestellt. Doch seht selbst…

 

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