Kopfbereich

Daimler-Mitarbeiter-Blog

Das Blog oder der Blog?

Hauptnavigation
Suche
Inhalte
08
03.2013

Gastbeitrag: Pressekonferenzen meide ich – normalerweise

Pressekonferenzen auf Automessen meide ich. Zu viele Leute, zu laut und wenn man nicht mindestens 30 Minuten vor Beginn da ist, sieht man noch nicht einmal etwas. Ich bin aber ein höflicher Mensch. Wenn mich ein Hersteller zu einer Automesse einlädt, dann halte ich es für unhöflich, die Pressekonferenz zu schwänzen. Am Dienstag in Genf sitze ich gleich 45 Minuten vor Beginn der Pressekonferenz auf einem Stuhl in der ersten Reihe. Ich bin nicht der Erste.

45 Minuten überbrücken. Aber auf dem Stand gibt es viel zu sehen und – noch spannender – zu beobachten. Ich habe schon mehrmals das Privileg genossen von Mercedes-Benz auf eine Messe eingeladen zu werden. Ich kenne diverse Mitarbeiter – auch jene, die so eine Pressekonferenz erst möglich machen – zumindest vom Sehen.

Die Mehrheit der Wartenden bewegt sich scheinbar ziellos auf dem Stand, ein paar Wenige – meist junge Damen – lassen sich schnell ausmachen, die zielstrebig und koordiniert ihre Kreise ziehen. In der Hand stets ein Mobiltelefon, dass augenscheinlich blind mit Texten gefüttert wird. Ich mache mir einen Spaß daraus, zu erraten, wer hier gerade wem eine Nachricht zukommen lässt. Und es ist ein wirkliches Vergnügen zu beobachten, wie ihre Gesichter, in denen vor der Pressekonferenz pure Konzentration abzulesen ist, am Ende der Präsentation anfangen, glücklich und zufrieden zu strahlen. Wie auch in diesem Jahr in Genf. Das Team hat wieder perfekte Arbeit abgeliefert.

Eine Pressekonferenz hat stets die gleichen Elemente, der Ablauf hingegen variiert. Wichtige Damen und Herren verkünden wichtige Zahlen. Eine musikalische Einlage lockert das Programm auf. Und – oh Wunder – Fahrzeuge werden gezeigt. So auch in Genf 2013, wo die feinen Fahrzeuge mit dem Label AMG im Vordergrund stehen. Dr. Joachim Schmidt begrüsst uns, nachdem er in einem neuen Mercedes-Benz E63 AMG auf die Bühne gefahren ist. Seit meiner ersten Pressekonferenz mit Mercedes-Benz in Detroit 2012 bin ich fasziniert, wie unterhaltsam die seriösen Protagonisten ihre Zahlen und Fakten vortragen. An ein oder zwei Stellen vermag man immer ein fast spitzbübisches Lächeln ausmachen.

“Hello, hello, hello, hello – You gon’ love me like you ain’t love nobody before” lautet der Refrain von Karmins “Hello”. Karmin ist ein erfrischendes Pop-Duo, was 2010 durch das Singen von Coversongs auf Youtube gross herausgekommen ist. “You gon’ love me like you ain’t love nobody before” – dazu rollt der Mercedes-Benz CLA auf die Bühne. Ich bin befangen, ich mag den CLA seit die Studie vorgestellt wurde. Das Lied passt!

Ausstieg Dr. Dieter Zetsche. Aus dem CLA. Wer auch sonst – hatte er doch bei der Vor-Premiere in Detroit den CLA liebevoll als “sein Baby” bezeichnet. Während der Vorstellung, meine Konzentration hat etwas nachgelassen, sieht man auf der Videowand zwei Ventilatoren. Vermutlich ein Einblick in den Windkanal, um den Weltrekord-CW-Wert des CLA zu unterstreichen. Da erwischt mich plötzlich ein deutlich spürbarer Luftzug. Was für ein grandioser Effekt! Ich frage mich immer noch, wo denn bitte diese Luft hergekommen ist.

Von den Zahlen und Fakten des CLA dann fliessend zum eigentlichen Star der Pressekonferenz – dem Mercedes-Benz A45 AMG. 2 Liter. 360 PS. 450 Nm. Damit wir nichts verpassen, werden alle relevanten Eckdaten auf der riesigen Videowand per Präsentation eingeblendet. Auch hier haben die Helfer im Hintergrund einen tollen Job gemacht, zu dem ich sie an dieser Stelle einmal stellvertretend für alle Präsentation die ich bislang gesehen habe, beglückwünschen möchte. Prägnant und edel. Oder wie der Claim neben der Videowand verkündet: “Le meilleur, sinon rien.” 4MATIC als Serienausstattung lese ich weiter, während ich Zetsches Worten lausche. Der nun darauf eingeht, dass es Personen gäbe, die einen von AMG gebauten Vierzylinder für Blasphemie halten. Ich nicke bedächtig. Ja, ein AMG ohne das V8-Blubbern? “All you have to do is listen to the incredible motor.” reisst mich Zetsche aus meinen Gedanken.

Und dann höre ich – alle anderen Teilnehmer auch – den Vierzylinder. Kurz ein, zwei Mal auf Gas getippt und dann hört man den A45 vom rechten Teil des Standes zum Linken beschleunigen. Hört! Nicht sieht! Chapeau! Man hat auf dem Stand ein zauberhaftes Surroundsound-System versteckt, dass mich für einen Augenblick tatsächlich hat glauben lassen, hinter den Kulissen würde ein A45 einen kleinen Sprint hinlegen. Und – der Motor klingt gut!

6.9 Liter/100 km Normverbrauch – man ist nicht nur Stolz auf die Leistung des kleinen AMG, sondern auch auf seine Effizienz, führt Zetsche weiter aus. 49.700 Euro Basispreis. Ohne Extras, dafür mit Steuer. So die letzte Information.

Zwei A45 AMG fahren zu den Klängen klassischer Musik und dem Tanz einer Männerbalett-Gruppe in AMG-Rennanzug-Kostümen auf die Bühne und drehen ein paar Runden. Ein silbernes Modell gefolgt von einer weißen “Edition 1″. Als sie anhalten, steigt der amerikanische R&B-Sänger und AMG-Freund Usher breit grinsend aus der silbernen A(MG)-Klasse. Passend zum A45-Innenraum trägt er knallrote Schuhe, die meine Videokamera zum Flimmern bringen. Usher singt nicht, erzählt aber kurz glaubhaft, dass er am Vortag viel Spass auf einem Testgelände mit dem A45 hatte. Seinen Plausch mit Zetsche beendet er mit einem “Enjoy!”. Dann bittet der Vorstandsvorsitzender die Zuschauer, sich den A45 genauer anzusehen. Die Zuschauer strömen auf die Bühne.

Mir wird es zu voll, ich ziehe weiter. Allen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, sowie den Protagonisten auf der Bühne danke ich im Stillen für eine unterhaltsame Pressekonferenz. Es bleibt im Übrigen die Einzige, die ich in Genf gesehen habe.

Mit mir waren auch noch die Kollegen Bjoern Habbeger, Jens Stratmann und Philip Deppe nach Genf eingeladen, hinter ihren Namen finden sich lesenswerte Artikel über die Sterne in Genf.

Über den Autor:
Jan Gleitsmann mag Autos, er schreibt und fotografiert gerne. In seinem Autoblog Auto..Geil berichtet er über seine ErFahrungen. Unter Sed-Cars bietet er ausgewählte Fotos als Bildschirmhintergrund an und mit seinem Kollegen Jens Stratmann veröffentlicht er unter Ausfahrt.tv Auto-Video-Beiträge.

Gastbeitrag: Pressekonferenzen meide ich - normalerweise, 4.5 out of 5 based on 18 ratings

    Dieser Artikel wurde von geschrieben. In diesem Blog schreiben Daimler-Mitarbeiter und einige wenige Gastautoren. Unsere Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Konzerns und schreiben über eigene Eindrücke, Geschichten und ihre persönliche Meinung und geben so Einblicke in den Konzern. Warum wir das machen, finden Sie auf unserer Seite über das Blog.
     

    Artikel bewerten

    VN:F [1.9.22_1171]
    Bewertung: 4.5/5 (18 Bewertungen)

    War das Thema für Sie interessant?
    Ihre Meinung zählt.

    Bookmarken und teilen

      Verwenden Sie zur Verschlagwortung z.B. die Begriffe , .

      -


      Was sagen Sie zu diesem Thema? Derzeit 2 Kommentare. Diskutieren Sie mit!

      1. 1. Robin

        Kommentar vom 12. März 2013 um 22:25

        Finde den A 45 AMG wirklich unglaublich gut, obwohl er so kompakt ist. Bisher ist er auch der Wagen mit der stärksten Literleistung, den ich überhaupt kenne.

        Antwort

      2. 2. Wie klingt der Mercedes-Benz CLA 45 AMG? Sound Mashup › "Auto .. geil"

        Pingback vom 19. März 2013 um 13:26

        [...] des Mercedes-Benz A45 AMG in Genf wurde im Rahmen der Pressekonferenz (ich habe darüber in meinem Gastbeitrag im Daimler-Blog berichtet) ein sehr ansprechender Soundclip vom Motorsound der AMG-A-Klasse gespielt. Diesen [...]

      Was ist Ihre Meinung?

      Wenn Sie die E-Mail-Adresse eingeben, die Sie bei Twitter oder bei Gravatar verwenden, erscheint Ihr Bild neben dem Kommentar.

      mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Sie erhalten zur Freischaltung ihres Kommentars eine E-Mail.


      Sidebar
      Footer
      Mehr zu Gastbeitrag, Mercedes-Benz Cars (95 von 292 Artikeln)


      Es gibt Menschen, denen der „cw-Wert“ eines Fahrzeugs komplett egal ist. Sie fahren eine G-Klasse. Da zählen andere Werte. Und das ...