Mercedes-Benz of Honolulu

Und dann war es plötzlich zu spät. Der Satz war gesagt und in den nächsten Jahren sollte ich noch oft darauf angesprochen werden: „Wenn ich fünfzig Jahre alt werde, will ich alle fünfzig Bundesstaaten der USA besucht haben und meinen 50. Geburtstag auf Hawaii feiern“.

Als großer Amerika-Fan und mit bereits einigen Reisen im Rucksack, hatte ich nun ein ganz neues Ziel vor Augen. Denn beim genaueren Hinsehen (Excel sei Dank), fehlten mir doch noch so einige Bundesstaaten. Aber wie das mit manchen Ideen so ist, ist der Anfang erst gemacht, kommt der Rest von ganz allein.

Von der Ost- zur Westküste

Na ja, nicht ganz, ein bisschen was muss man auch schon selbst tun. Und so habe ich zwei Reisen gemacht, die mir jede Menge Staaten beschert haben. Einmal im Zick Zack von New York City nach Seattle (5000 Meilen westwärts) und dann von der Brooklyn Bridge zur Golden Gate Bridge. Beide Male also von der Ostküste zur Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika.

Das waren klasse Road Trips, die ich ohne meine, zugegeben etwas verrückte Idee, wohl so nie gemacht hätte. Dann hatte ich achtundvierzig Staaten zusammen und es fehlten nur noch Alaska und Hawaii. Ja, und ich wurde mit jedem Jahr älter (komisch, wie schnell die Zeit doch vergeht).

Doch dann war es soweit: Nachdem ich auch Alaska besucht hatte, stand nur noch der große Trip nach Hawaii aus. Aber auch zu dieser, von Deutschland ziemlich weit entfernten Inselgruppe im Pazifik, fliegen Flugzeuge und eines Tages stand ich auf dem Flughafen von Honolulu. Jetzt musste ich nur noch auf meinen Geburtstag warten und mein großes Ziel wäre erreicht.

Der Surfer

Aber wie sollte ich die Tage bis dahin rumkriegen? Hawaii, Honolulu, ja da war doch was? Klar, hier sind fast alle Menschen mit Surfbrettern unterwegs. Entweder unter dem Arm, am Fahrrad hängend, oder im Auto. Hier ist Surf Zone! Also nichts wie zurück ins Hotel. Ich glaube, dort steht sogar ein Brett in meinem Kleiderschrank. Volltreffer! Hier sind die Hotelzimmer mit Surfbrettern ausgestattet.

Wenn das kein Service ist! Ich schleppe also mein Brett zum Wasser und gleite in die Fluten. Ich will es kurz machen. Kaum bin ich im Wasser und will in Richtung der großen Wellen kraulen, spüre ich einen heftigen Schmerz im längsten Finger meiner linken Hand: Ich habe mich an irgendwas unter Wasser geschnitten!

Wäre es nur der Schmerz gewesen, könnte ich ja noch damit leben. Aber nein, mein Körper beginnt plötzlich große Mengen dieser roten Haianlockflüssigkeit ins Meer zu pumpen. Beim Arzt bekomme ich für 200$ einen Verband und die Gewissheit, dass meine gerade erst so großartig begonnene Surfer-Karriere bereits wieder beendet ist. Aber egal, dann mache ich eben etwas anderes.

Ein anderes Hobby

Da ich vorübergehend nicht mehr ins Wasser darf, habe ich jetzt viel Zeit zum Spazierengehen und kann mein Hobby genießen: Autos fotografieren. Im Jachthafen steht auch gleich ein ganz besonderes Exemplar. Dem Nummernschild zufolge ist es ein Mercedes Ponton von 1956. Die Farbe ist wohl nicht ganz so original, aber der Wagen ist ein echter Hingucker. Auch wenn der Zahn der Zeit bereits deutlich dran genagt hat.

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Hier auf Honolulu scheint es eine Menge toller Autos zu geben, aber mein Favorit ist eindeutig die Marke Mercedes. Und was liegt da näher, als der Niederlassung von Mercedes-Benz of Honolulu einen kurzen Besuch abzustatten?

Nachdem ich einmal in New York die Niederlassung in Brooklyn besucht habe und dort einen wirklich klasse Sticker für meinen SLK bekommen habe, will ich auch hier auf Hawaii mein Glück versuchen.

Mercedes-Benz of Honolulu

Ich fahre zur Niederlassung und schaue mich im Verkaufsraum um. Es ist für mich ein tolles Gefühl, weit weg von Deutschland, unsere Autos hier zu sehen. Egal wo ich bin, dieses Feeling genieße ich jedes Mal.

Sofort kommt ein freundlicher Verkäufer auf mich zu und fragt, was er für mich tun kann? Ich gebe mich als deutscher Touri, entfernter Kollege und Mercedes-Fan zu erkennen.

Natürlich darf ich Bilder machen und mich umsehen, aber vorher muss ich noch ganz genau erklären aus welchem Werk ich komme und welche Modelle wir dort bauen. Mittlerweile ist das als Bremer ja gar nicht mehr so einfach, bei der Vielzahl unserer Autos.

Wir schnacken über Gott und Welt, aber hauptsächlich über unsere Marke mit dem Stern. Zum Abschied bekomme ich einen Nummernschildrahmen: „Mercedes-Benz of Honolulu“ und einen Schlüsselanhänger. Klasse!

50 Jahre und 50 Staaten

Dann ist es soweit, heute ist der Tag der Tage. Ich kann meinen 50. Geburtstag feiern und darf auch wieder ins Wasser. Da ich nicht mit Partygästen aus Deutschland rechne, fahre ich zur berühmten Hanauma Bay zum Schnorcheln. Mit einer Plastiktüte um meine verletzte Hand, schwimme ich durch das glasklare Wasser.

Während die warme Hawaii-Sonne meine kalkweiße Haut trocknet, denke ich an meinen Satz mit den fünfzig Staaten und meinem Geburtstag zurück. Ziel erreicht, würde ich sagen. Aber es ist doch viel mehr als das. Ich habe in den letzten Jahren so viel gesehen, bin tausende Meilen geflogen und gefahren und habe viele Menschen kennen gelernt.

Wenn ich mir zuhause meine Bilder und Nummernschildrahmen ansehe, fallen mir sofort die ganzen Geschichten wieder ein. Den Schlüsselanhänger von „Mercedes-Benz of Honolulu“ habe ich übrigens im Leihwagen vergessen. Aber wer weiß, auch wenn ich jetzt alle Staaten besucht habe, vielleicht komme ich ja noch mal zurück?

Aloha Hans-Dieter Wuttke (HDW)

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