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	<title>Daimler-Blog: Einblicke in einen Konzern &#187; Axel Blumenstock</title>
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		<title>&#8220;Yes We Can&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 07:55:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Blumenstock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mercedes-Benz Cars]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie & Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Business Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[car2go]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Projekt Car2go und die Rezeption in der &#214;ffentlichkeit

Ein bisschen &#8220;&#246;ko&#8221; bin ich ja schon.  Einer, der zur Arbeit radelt und &#8212; wie rund f&#252;nf Prozent der Daimler-Mitarbeiter &#8212; auch privat ohne Auto auskommt.  Ob ich mich da nicht ein bisschen fremd f&#252;hle beim Daimler, werde ich von Bekannten mitunter gefragt.  N&#246;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Projekt <a title="Car2go-Website" href="http://www.car2go.com" target="_blank">Car2go</a> und die Rezeption in der &#214;ffentlichkeit<br />
</strong></p>
<p>Ein bisschen &#8220;&#246;ko&#8221; bin ich ja schon.  Einer, der zur Arbeit radelt und &#8212; wie rund f&#252;nf Prozent der Daimler-Mitarbeiter &#8212; auch privat ohne Auto auskommt.  Ob ich mich da nicht ein bisschen fremd f&#252;hle beim Daimler, werde ich von Bekannten mitunter gefragt.  N&#246;, sage ich dann, Daimler braucht kulturelle Vielfalt.  Gerade jetzt, wo die Zukunft der Mobilit&#228;t so diskutiert wird wie nie. Da trifft es sich doch super, dass ich an Car2Go mitwirken darf.  Aus meiner Sicht ein nicht nur technisch, sondern auch strategisch h&#246;chst spannendes Projekt.</p>
<p><span id="more-636"></span></p>
<p>Springt Daimler damit doch &#252;ber seinen Schatten und versucht einmal nicht, wie ein typischer Autohersteller m&#246;glichst viele und m&#246;glichst gute Autos zu verkaufen.  Sondern man macht sich Gedanken, welche Rolle der motorisierte Individualverkehr in den zunehmend verstopften St&#228;dten spielen kann.  Wir machen uns Gedanken, wie wir dem Wunsch von immer mehr Menschen nach einem &#8220;Lifestyle of Health and Sustainability&#8221; gerecht werden k&#246;nnen.</p>
<p>Tolle Sache, denke ich &#8212; bis mir mein Chef ein paar Leserbriefe aus der <a title="S&#252;dwest-Presse Online" href="http://www.swp.de/Neu/" target="_blank">&#8220;S&#252;dwest Presse&#8221;</a> zum k&#252;rzlich gestarteten Projekt auf den Tisch legt.  Da kommt Car2Go gar nicht gut weg.  Eine Bedrohung f&#252;r das Taxigewerbe sei das, unlauteres Preisdumping, ein &#8220;Schwachsinn&#8221;, weil man den Verkehrsinfarkt nicht mit noch mehr Autos bek&#228;mpfen k&#246;nne, ein klimapolitischer S&#252;ndenfall, es verdr&#228;nge das CarSharing, und &#252;berhaupt sei es technisch &#8220;nicht zu Ende gedacht&#8221;.  Ersch&#252;tternd.  Bin ich jetzt bei einem Projekt gelandet, das Arbeitspl&#228;tze vernichtet und volkswirtschaftlich wie &#246;kologisch kontraproduktiv ist?  Kann ich mich da morgens noch im Spiegel anschauen?</p>
<p>Doch je l&#228;nger ich &#252;ber die Vorw&#252;rfe der Leserbriefschreiber nachdenke, desto fragw&#252;rdiger erscheinen mir deren Argumente.  Wer kann schon mit Sicherheit voraussagen, wie die Welt in f&#252;nf, ja nur zwei Jahren aussieht?</p>
<p><strong>Vorwurf Taxibedrohung</strong>:</p>
<blockquote><p>Warum unterst&#252;tzt die Stadt Ulm diese Bedrohung f&#252;r Taxen?<br />
&#8230; Die Kehrseite der Medaille hat leider noch niemand betrachtet. Sinkende Fahrgastzahlen bei den Ulmer Taxen und den Bussen des Ulmer Nahverkehrs sowie mehr Verkehr auf den Ulmer Stra&#223;en werden die Folge sein.<br />
Bei diesen Dumpingpreisen werden auch viele Busfahrg&#228;ste auf die Smarts umsteigen. &#8230;</p></blockquote>
<p>Werden Taxis und Car2Go &#252;berhaupt nennenswert konkurrieren?  Sind Taxis nicht f&#252;r ganz andere Zielgruppen interessant?  Gesch&#228;ftsleute beispielsweise, die nur gelegentlich nach Ulm kommen, f&#252;r die Geld nicht die Rolle spielt und die typischerweise kein Car2Go-Siegel haben werden.  Oder Leute, die zu &#214;PNV-freien Zeiten aus den Randgebieten zum Bahnhof m&#252;ssen und sich nicht darauf verlassen wollen, dass dann ein Car2Go-smart vor ihrer T&#252;r steht.  Oder Nachtschw&#228;rmer, die nach ihrer Kneipentour ohnehin nicht mehr selbst fahren k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Vorwurf Preisdumping: </strong></p>
<blockquote><p>&#8230;Preisbeispiel: Fahrtdauer Hauptbahnhof Ulm-Eselsberg (zw&#246;lf Minuten) mit dem Smart 2,28 Euro, mit dem Bus f&#252;r zwei Personen 3,60 Euro. Kann dieser Preis wirklich auf Dauer kostendeckend sein?</p></blockquote>
<p>Auch das geht an der Sache vorbei, denn es handelt sich um einen Prototyp.  Schon deshalb, weil aktuell niemand verl&#228;sslich sagen kann, wie solch ein System von der Bev&#246;lkerung angenommen wird und welche Kosten andererseits entstehen.  Solch ein frei flie&#223;endes System mit all seinen logistischen Herausforderungen gab es bislang mit Autos einfach noch nie.  Ein marktgerechter Preis muss erst gefunden werden.</p>
<p><strong>Vorwurf Umweltbelastung</strong>:</p>
<blockquote><p>&#8230; Schon seit geraumer Zeit unterst&#252;tzt der Ulmer Bund (Bund f&#252;r Umwelt und Naturschutz) gemeinsam mit der Lokalen Agenda das hiesige professionelle Carsharing-Angebot &#8220;Confishare&#8221;. Allerdings halten wir die geplante Bereitstellung von 200 Fahrzeugen zur Kurzzeitmiete durch Daimler f&#252;r problematisch. Wer in der Ulmer Innenstadt an jeder Ecke ein Auto zum Niedrigpreis zur Verf&#252;gung stellt, das ausschlie&#223;lich im Stadtbereich genutzt werden darf und nach Zeit statt nach Strecke abgerechnet wird, f&#246;rdert die Autonutzung und verst&#228;rkt damit den Individualverkehr auf Kurzstrecken. Das Angebot verlockt gerade dazu, sich &#8220;im Vorbeigehen&#8221; einen Smart zu nehmen, wo man bisher zu Fu&#223; gegangen oder mit Bus oder Stra&#223;enbahn &#8211; also dem &#214;PNV &#8211; gefahren ist. Dies widerspricht allen lokalpolitischen Bekenntnissen zum Klimaschutz. &#8230;</p></blockquote>
<p>CarSharing ist akzeptierterma&#223;en sowohl &#246;kologisch als auch verkehrspolitisch vorteilhaft.  Es sichert hohe Mobilit&#228;t, selbst wenn man das eigene Auto abschafft.  Und wer nicht ein ohnehin eigenes Auto vor der T&#252;r stehen hat, entscheidet sich jedes Mal f&#252;r das jeweils beste Verkehrsmittel, f&#228;hrt also &#246;fter auch mal mit &#214;PNV oder Fahrrad.  Okay, wenn Car-Sharing gut ist, ist dann Car2Go nicht noch viel besser?  CarSharing hat mit Vereinsmitgliedschaft, Grundgeb&#252;hr, notwendiger Vorausbuchung sowie zeit- und ortsgebundener R&#252;ckgabe m&#246;glicherweise viele abgeschreckt.  So einfach und niedrigschwellig wie Car2Go war CarSharing nie.  Und alles, was mit CarSharing geht (zum Beispiel: &#252;berall hinfahren), geht auch mit Car2Go.</p>
<p>So k&#246;nnte ich weitermachen.  Ich frage mich, woher kommt diese Anti-Haltung in der &#214;ffentlichkeit?  Warum gerade in der &#8220;Innovationsregion Ulm&#8221;?  Wer &#246;kologische Mobilit&#228;t will, muss in den K&#246;pfen etwas &#228;ndern.  Dazu braucht es auch neue Ideen.  Car2Go ist eine.  Und Forschung bedeutet: Wenn man es noch nicht wei&#223;, muss man es eben ausprobieren.  Ist es nicht kurios, dass man ein &#8220;Just do it&#8221; oder neuerdings <a title="Yes We can-Slogan" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yes_We_Can" target="_blank">&#8220;Yes we can&#8221;</a> nur mit Bedeutungsverlust ins Deutsche &#252;bersetzen kann?</p>
<p>Axel Blumenstock, Mitarbeiter aus dem Forschungsbereich im Car2go-Projekt</p>
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