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	<title>Daimler-Blog: Einblicke in einen Konzern &#187; Oliver Thron</title>
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		<title>Arbeitskultur und Arbeitsweise in Japan (Teil 2)</title>
		<link>http://blog.daimler.de/2009/10/23/arbeitskultur-und-arbeitsweise-in-japan-teil-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 06:26:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Thron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einstieg & Karriere]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern habe ich ja bereits hier &#252;ber zwei wichtige Erfahrungen mit japanischen Kollegen w&#228;hrend meines 10w&#246;chigen Projekteinsatzes f&#252;r FUSO in Kawasaki gebloggt. Heute m&#246;chte ich das Bild noch mit zwei weiteren Erkenntnissen bereichern:
3. Emotionen m&#252;ssen erf&#252;hlt werden und werden nicht ge&#228;u&#223;ert!
Eines der wichtigsten und schwierigsten Themen bei einer erfolgreichen  Zusammenarbeit mit Japanern ist die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern habe ich ja bereits <a title="Arbeitskultur und Arbeitsweise in Japan (Teil 1)" href="http://blog.daimler.de/2009/10/22/arbeitskultur-und-arbeitsweise-in-japan/" target="_blank">hier &#252;ber zwei wichtige Erfahrungen mit japanischen Kollegen</a> w&#228;hrend meines 10w&#246;chigen Projekteinsatzes f&#252;r <a title="FUSO Home - engl" href="http://www.mitsubishi-fuso.com/en/" target="_blank">FUSO in Kawasaki </a>gebloggt. Heute m&#246;chte ich das Bild noch mit zwei weiteren Erkenntnissen bereichern:</p>
<p><strong>3. Emotionen m&#252;ssen erf&#252;hlt werden und werden nicht ge&#228;u&#223;ert!</strong></p>
<p>Eines der wichtigsten und schwierigsten Themen bei einer erfolgreichen  Zusammenarbeit mit Japanern ist die Art und Weise der Kommunikation. Wichtig hierbei ist, m&#246;glichst langsam und nicht zu laut zu sprechen. Lautes Sprechen wird als unh&#246;flich und aufbrausend empfunden. <span id="more-971"></span>Langsames sprechen ist erforderlich, weil viele Japaner nicht besonders gut in Englisch sind. Man muss Ihnen gen&#252;gend Zeit geben die englischen Worte in die japanische Denkweise zu &#252;bersetzten, um den Inhalt zu verstehen.Zeit und viel Geduld sind hier vor Allem ratsam, weil ich es nicht erlebt habe, dass ein Japaner nochmals nachfragt, wenn er etwas nicht verstanden hat. Weiterhin zeigen Japaner Ihre Emotionen nur sehr wenig und es ist oftmals schwer deren Meinung zu Themen zu erkennen.</p>
<p>Emotionen und Gef&#252;hle werden in Japan nur selten ge&#228;u&#223;ert. Sie m&#252;ssen vielmehr erf&#252;hlt werden. Das macht die Kommunikation unheimlich spannend aber auch nicht immer einfach. Besonders auff&#228;llig ist, dass es kein klares „Ja“ und „Nein“ gibt.</p>
<p>Man muss daher ein Gef&#252;hl entwickeln, wann der japanische Kollege den Sachverhalt verstanden hat, diesem zustimmt oder ihn ablehnt. Eine kleine &#220;bersetzungstabelle (ohne Gew&#228;hr,) kann vielleicht helfen oder einen Eindruck geben, dass ein „Ja“ nicht immer „Ja“ bedeutet und ein „Nein“ nicht immer „Nein“:</p>
<p>•	Kurz gesprochenes „yes“ -&gt; „habe dir zugeh&#246;rt und dich einigerma&#223;en verstanden“</p>
<p>•	Langgezogenes „yes“ mit leichtem „Summen in der Stimme“ -&gt; „habe das Problem verstanden und stimme mit dir &#252;berein.“</p>
<p>•	Mehrfaches „yes“ mit euphorischem Unterton in der Stimme -&gt; „Stimme mit dir &#252;berein und wir k&#246;nnen uns gemeinsam an die Arbeit machen.“ Das Nein wird im japanischen oftmals durch das englische „Maybe“ ersetzt…</p>
<p>•	Kurzes „maybe“ –&gt; „Stimme deiner Aussage nicht so ganz zu“ oder „habe es nicht richtig verstanden.“</p>
<p>•	Langezogenes „maybe“ mit langem „hmmmm“ -&gt; „Ich wei&#223; die Antwort auf deine Frage im Moment nicht, werde aber versuchen dir sp&#228;ter eine Antwort zu geben“</p>
<p>Zusammenfassend l&#228;sst sich sagen, dass die Kommunikation nicht immer einfach ist mit den japanischen Kollegen. Wenn man jedoch geduldig und ruhig kommuniziert und ein Gef&#252;hl f&#252;r deren Emotionen bekommt ist es sehr spannend.</p>
<p><strong>4. Japaner sind verspielt und m&#246;gen es bunt!</strong></p>
<p>Insbesondere bei diversen Prozessworkshops machte ich die Erfahrung, dass Japaner Probleme gerne spielerisch darstellen und l&#246;sen. Man sollte sich daher nicht zu schade sein, Prozesse bspw. mit Legosteinen oder diversem Spielzeug zu erkl&#228;ren oder nachzuspielen. Diese Art mag zwar unorthodox sein aber die Kollegen waren sofort bei der Sache und fingen an &#252;ber das Thema zu diskutieren. Prozesse k&#246;nnen somit viel einfacher und effektiver verst&#228;ndlich gemacht werden, weil es f&#252;r alle Beteiligten der anschaulichste Weg ist und sprachliche Probleme vermindert werden k&#246;nnen.</p>
<p>Ziel muss es in solchen Workshops sein, die japanischen Kollegen zur Diskussion anzuregen. Gelingt einem dies, so wird relativ schnell ein Konsens in der Gruppe gefunden. Bei der Gestaltung von Powerpointfolien habe ich weiterhin die Erfahrung gemacht, dass es durchaus, entgegen der Norm, hilfreich sein kann, die Folien ein wenig farbenfroher und bildlicher darzustellen. Wer einmal in den diversen Vergn&#252;gungsvierteln und Spielhallen in Tokio unterwegs war, kann diese verspielte Art der Japaner und die Liebe zu farbenfrohen Dingen nachvollziehen.</p>
<p>Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Zusammenarbeit mit den japanischen Kollegen sehr viel Spa&#223; gemacht hat und sehr lehrreich f&#252;r mich war. Trotz der unterschiedlichen Arbeitsweise und Mentalit&#228;t sollte man immer bedenken, dass diese Art nicht schlechter ist, sondern lediglich anders. Auch bei FUSO werden schlie&#223;lich seit vielen Jahren sehr erfolgreich Trucks gebaut! Ungemein positiv fiel mir bei den Japanern der Zusammenhalt in der Gruppe auf. Wenn gemeinsame Entscheidungen getroffen werden, werden diese auch sehr verl&#228;sslich und konsequent umgesetzt.</p>
<p>Insbesondere wenn man die Regeln der H&#246;flichkeit, Zur&#252;ckhaltung und Respekt bewahrt und ein bisschen Geduld und Ruhe bei der Entscheidungsfindung mitbringt macht die Arbeit viel Freude und ist zielf&#252;hrend. Bei ausreichender H&#246;flichkeit verzeihen Japaner fast alles.</p>
<p><em>Ich w&#252;rde mich &#252;ber Feedback und weitere Diskussionen zum Thema „Arbeiten in Japan und mit Japanern“ freuen.</em></p>
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		<title>Arbeitskultur und Arbeitsweise in Japan &#8211; Teil I</title>
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		<comments>http://blog.daimler.de/2009/10/22/arbeitskultur-und-arbeitsweise-in-japan/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 05:14:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Thron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einstieg & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Tipps und Tricks zur erfolgreichen Projektarbeit, ein Erfahrungsbericht!
W&#228;hrend meines 10-w&#246;chigen Projekteinsatzes bei FUSO in Japan erlebte ich eine spannende Zeit und konnte viele Erfahrungen im Umgang und mit den japanischen Kollegen bei der Arbeit sammeln. Das Kennen und Respektieren von Arbeitsweise, Mentalit&#228;t und Kultur sind bei einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit japanischen Kollegen sehr wichtig und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tipps und Tricks zur erfolgreichen Projektarbeit, ein Erfahrungsbericht!</strong></p>
<p>W&#228;hrend meines 10-w&#246;chigen Projekteinsatzes bei <a title="FUSO Home - engl" href="http://www.mitsubishi-fuso.com/en/" target="_blank">FUSO</a> in Japan erlebte ich eine spannende Zeit und konnte viele Erfahrungen im Umgang und mit den japanischen Kollegen bei der Arbeit sammeln. Das Kennen und Respektieren von Arbeitsweise, Mentalit&#228;t und Kultur sind bei einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit japanischen Kollegen sehr wichtig und f&#252;r Mitteleurop&#228;er manchmal nicht einfach zu verstehen.</p>
<p><span id="more-970"></span>Der Artikel soll meine Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag mit den japanischen Kollegen n&#228;her bringen. Weiterhin werden ein paar, aus meiner Sicht, wichtige Punkte und Verhaltensregeln beschrieben, die es beim Umgang mit japanischen Kollegen zu beachten gilt. Wenn man diese Regeln beachtet und auch das Verhalten der japanischen Kollegen zu deuten wei&#223;, macht es die Arbeit ungemein einfacher und erfolgreicher. Ich w&#252;rde mich freuen, wenn andere Kollegen ihre Erfahrungen aus Japan in diesem Forum mitteilen und f&#252;r Diskussionen, Kommentare oder Erg&#228;nzungen bedanke ich mich im Vorfeld.</p>
<p>Seit April 2009 arbeite ich als <a title="Trainees bei Daimler" href="http://career.daimler.com/dhr/de/Berufserfahrene/CAReer-_-The-Talent-Program/Trainees-bei-Daimler.html?DAIMLERHR=0846fed7fac855954b1819779c7ddf44" target="_blank">Trainee bei Daimler</a>. Mein Zielbahnhof nach dem Trainee-Programm ist das OMCD (Operational Management Counsel Department). Das OMCD ist f&#252;r die nachhaltige Umsetzung von <a title="Wikipedia - Lean-Management" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lean-Management" target="_blank">Lean Management </a>und TOS (Truck Operating System) bei Daimler Trucks verantwortlich.</p>
<p>Ein Einsatz im Rahmen von CAReer f&#252;hrte mich zu einem 10-w&#246;chigen Projekteinsatz nach Japan, genauer gesagt zu FUSO Mitsubishi Truck and Bus Cooperation in Kawasaki. In Japan bestand meine Aufgabe in der Projektunterst&#252;tzung bei der Implementierung von Lieferantenmanagement- und Logistikprozessen im Rahmen des HDEP (<a title="Daimler Media Site - Heavy-Duty Engine Platform" href="http://media.daimler.com/dcmedia/0-921-614216-49-970868-1-0-0-0-0-1-11694-0-0-1-0-0-0-0-0.html">Heavy Duty Engine Platform</a>)-Anlaufs bei FUSO.</p>
<p>Im Detail bestanden meine Aufgaben darin als eine Art Informationsdrehscheibe und Ansprechpartner f&#252;r die deutschen Arbeitspaketleiter mit den japanischen Verantwortlichen zu fungieren und die japanische Seite bei der Projektarbeit sowie der w&#246;chentliche Pflege des TIP (Taktischen Implementierungsplan) zu unterst&#252;tzen.</p>
<p>Innerhalb dieser 10 Wochen arbeitete ich also intensiv mit den japanischen Kollegen zusammen. Mein Schreibtisch war im Logistics Office von FUSO untergebracht und ich sa&#223; in Mitten von ca. 40-50 japanischen Kollegen in einem Gro&#223;raumb&#252;ro. So viel also zu mir.</p>
<p>Im Folgenden nun 4 Punkte, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind und die ich gern in zwei Blogbeitr&#228;gen thematisieren m&#246;chte:</p>
<p><strong>1. Japaner sind sch&#252;chtern und zur&#252;ckhaltend aber unheimlich neugierig!</strong><br />
Besonders in den ersten 2-3 Wochen war mir aufgefallen, dass die japanischen Kollegen sehr zur&#252;ckhaltend mir gegen&#252;ber waren und Kontakt zu vermeiden versuchten. Ein Austausch fand anfangs lediglich mit meinem japanischen Betreuer statt. Dieser war jedoch sehr neugierig und wollte so ziemlich alles von einem wissen (Ausbildung, Arbeit, Wohnung in Japan, Hobbies, etc…). Aus H&#246;flichkeit habe ich auf seine Fragen geantwortet und ich denke es war recht hilfreich um das Eis ein wenig zu brechen.</p>
<p>Interessant an der Sache ist aber, dass nach ca. 3 Wochen auch die anderen Kollegen mich zu akzeptieren begannen und immer mehr auf mich zukamen. Sie sprachen mich lustigerweise auf Dinge an, die ich nur meinem Betreuer erz&#228;hlt hatte. Sie wussten also so Sachen in welchem Stadtteil ich in Tokio wohne und was man am Wochenende so gemacht hatte. Der Kommunikationsweg gestaltete sich derma&#223;en, dass mein Betreuer erstmal vorgeschickt wurde um den „Neuen“ ein wenig zu beobachten.</p>
<p>Selber habe ich diese Erfahrung am Ende meiner Zeit in Tokio gemacht, als das Vertrauen mit den japanischen Kollegen wesentlich besser war. Als ein weiterer deutscher Trainee in die Logistik Abteilung kam, waren sie auch zun&#228;chst v&#246;llig zur&#252;ckhaltend ihm gegen&#252;ber. Komischerweise fragten Sie mich dann letztendlich wer das so ist, was der so macht etc…</p>
<p>Zusammenfassend kann man also sagen, dass ein gewisses Ma&#223; an Offenheit sehr wichtig ist um Vertrauen zu schaffen. Des Weiteren sollte man sich nicht beunruhigen lassen, wenn einem am Anfang ein wenig Zur&#252;ckhaltung entgegengebracht wird. Dies ist keine Unh&#246;flichkeit seitens der japanischen Kollegen, sondern lediglich eine Art von Vorsichtsma&#223;nahme. Was sicherlich Abhilfe schafft, um das Eis fr&#252;her zu brechen sind kleine Willkommensgeschenke. Gummib&#228;rchen kommen super an!</p>
<p><strong>2. Erfolgreiche Zusammenarbeit erfordert Geduld und Gelassenheit!</strong><br />
W&#228;hrend meiner t&#228;glichen Projektarbeit machte ich die Erfahrung, dass Entscheidungsprozesse in Japan viel langsamer anlaufen als in Deutschland. Entscheidungen und Konsens werden meist zun&#228;chst in „internen“ Meetings getroffen. Hierbei sind die japanischen Kollegen unter sich. Dies soll sicherstellen, dass die Akzeptanz der Entscheidungen bei allen Beteiligten gegeben ist und niemand „sein Gesicht“ verliert. Die Harmonie innerhalb der Gruppe soll also bestehen bleiben.</p>
<p>Als Au&#223;enstehender, der auf Feedback und Entscheidungen wartet, um mit seiner Arbeit fortzufahren, ist dies eine regelrechte Geduldsprobe. Mir kam oftmals der Gedanke, dass man mich vergessen hat. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass dies in den seltensten F&#228;llen so war. Vielmehr fanden im Hintergrund Besprechungen und Konsensfindung statt. Als Au&#223;enstehender hei&#223;t es da schlicht weg Geduld zu bewahren und darauf vertrauen, dass Entscheidungen getroffen werden. Es macht da wenig Sinn unn&#246;tigen Druck auszu&#252;ben.</p>
<p>Der Vorteil an diesem Prozess der Entscheidungsfindung ist jedoch, dass wenn Entscheidungen getroffen sind, alle dahinter stehen und diese bedingungslos unterst&#252;tzten.</p>
<p><em>Soviel zu meinen ersten zwei Erkenntnissen. Weitere zwei Erkenntnisse werden <a title="Daimler-Blog - Arbeitskultur und Arbeitsweise in Japan (Teil 2)" href="http://blog.daimler.de/2009/10/23/arbeitskultur-und-arbeitsweise-in-japan-teil-2/" target="_blank">in diesem Bericht fortgesetzt</a>.<br />
</em></p>
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