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	<title>Daimler-Blog: Einblicke in einen Konzern &#187; Daimler-Blog/Ursula Schwarzenbart</title>
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		<title>INTERVIEW: Diversity &#8211; Was ist das?</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 08:19:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daimler-Blog/Ursula Schwarzenbart</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ursula Schwarzenbart, von der S&#252;ddeutschen Zeitung als M&#228;nner-Versteherin tituliert, leitet bei Daimler das Global Diversity Office. Sie tr&#228;gt den klangvollen Titel &#8220;Director Global Diversity Office&#8221;. Dahinter verbirgt sich ein zentrales Anliegen: die Unterschiedlichkeit und die Vielfalt der Besch&#228;ftigten aus &#252;ber 120 unterschiedlichen Nationen nicht als Barriere sondern als Entwicklungspotential zu begreifen.
Was ist Diversity &#252;berhaupt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ursula Schwarzenbart, von der S&#252;ddeutschen Zeitung als <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/924/312835/text/" target="_blank">M&#228;nner-Versteherin</a> tituliert, leitet bei Daimler das Global Diversity Office. Sie tr&#228;gt den klangvollen Titel &#8220;Director Global Diversity Office&#8221;. Dahinter verbirgt sich ein zentrales Anliegen: die Unterschiedlichkeit und die Vielfalt der Besch&#228;ftigten aus &#252;ber 120 unterschiedlichen Nationen nicht als Barriere sondern als Entwicklungspotential zu begreifen.</p>
<p><strong>Was ist Diversity &#252;berhaupt und was hat das mit einem Automobilhersteller wie Daimler zu tun?</strong></p>
<p><strong><span id="more-681"></span></strong></p>
<p><a title="Ursula Schwarzenbart" href="http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/01/fr-schwarzenbart.jpg" class="magnifier" onclick="return enlarge('http://blog.daimler.de/wp-content/plugins/zap_imgpop/','http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/01/fr-schwarzenbart.jpg','Ursula Schwarzenbart',event,100,75)"><img class="alignleft" src="http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/01/fr-schwarzenbart.thumbnail.jpg" alt="Ursula Schwarzenbart" /></a>Diversity bezeichnet menschliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede und steht f&#252;r das Gegenteil von Gleichf&#246;rmigkeit. Als global agierendes Unternehmen k&#246;nnen wir nicht die Augen vor der demografischen Entwicklung verschlie&#223;en, die die Themen Geschlecht, Alter und Internationalit&#228;t nicht nur in Deutschland zunehmend in den Fokus r&#252;ckt. Diese gesellschaftliche Zusammensetzung wollen wir im Unternehmen zunehmend mit einer vielf&#228;ltigen Belegschaft spiegeln. Der Tatsache, dass die M&#228;rkte der Zukunft ihre unterschiedlichen Kundenanforderungen an uns stellen werden, wollen wir vorbereitet und kompetent begegnen.</p>
<p>Zudem zeigen mittlerweile viele Studien, dass die Nutzung von Vielfalt entscheidend zum gesamt erzielten Unternehmenserfolg beitr&#228;gt. Diversity ist kein Selbstzweck, sondern bringt durch das Einbeziehen der Vielfalt unternehmerischen Mehrwert.</p>
<p><strong>Seit Mai 2005 wird Diversity bei Daimler gro&#223; geschrieben und durch ein Global Diversity Management gesteuert. Was hat sich seither im Unternehmen ver&#228;ndert?</strong></p>
<p>Eine ganze Menge! Seit es das Global Diversity Office gibt haben wir zuerst eine Diversity Organisation bei Daimler aufgebaut. Das hei&#223;t, dass f&#252;r jedes Gesch&#228;ftsfeld ein Mitglied der obersten F&#252;hrungsebene im Global Diversity Council vertreten ist, in dem  die strategische Ausrichtung von <a title="Wikipedia: Diversity Management" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diversity_Management" target="_blank">Diversity Management </a>diskutiert und beschlossen wird. Und jeder Gesch&#228;ftsbereich hat einen eigenen Beauftragten der gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe, den F&#252;hrungskr&#228;ften und den Personalern die Diversity Ma&#223;nahmen umsetzt. Gemeinsam ist es uns gelungen, ein abgestimmtes Diversity Programm aufzusetzen. Neben den zentralen Ma&#223;nahmen, wie z. B. verschiedenen Workshops zu Diversity und dem <a title="BMJ: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz kommt" href="http://www.bmj.bund.de/enid/18d515c78f6f579222a407c7310ead6c,e5ba72707265737365617274696b656c5f6964092d0932343937093a096d795f79656172092d0932303036093a096d795f6d6f6e7468092d093036093a095f7472636964092d09333630/Presse/Pressemitteilungen_58.html" target="_blank">Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)</a> &#8211; durch die mittlerweile knapp 3000 deutsche F&#252;hrungskr&#228;fte gegangen sind – gibt es zahlreiche Aktionen in den einzelnen Gesch&#228;ftsbereichen, wie zum Beispiel Mentoring f&#252;r Sachbearbeiterinnen. Nichts desto trotz, die Grundlagen f&#252;r das Verstehen und Akzeptieren von Diversity sind zwar gelegt, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. F&#252;r 2010 streben wir an, zu den angesehensten Automobilunternehmen f&#252;r Diversity Management zu geh&#246;ren und bis 2020 wollen wir 20% Frauen in leitenden F&#252;hrungspositionen haben. Immerhin ist es gelungen, mit Sari Baldauf zum ersten Mal eine Frau auf der Arbeitgeberseite in den Daimler Aufsichtsrat zu bringen.</p>
<p><strong>Ihr Leitspruch hei&#223;t „Diversity brings differences together“ – auf welche Unterschiede legen Sie bei Ihrer Arbeit den Schwerpunkt?</strong></p>
<p>Unser Fokus ist zun&#228;chst Gender Diversity, also Geschlechtervielfalt, weil in der Verteilung von leitenden F&#252;hrungspositionen auf Frauen und M&#228;nner die gr&#246;&#223;ten Unterschiede bestehen. Unter den leitenden F&#252;hrungskr&#228;ften bei Daimler finden sich bis heute nur knapp 8% Frauen und auch in den Vorst&#228;nden der 100 gr&#246;&#223;ten deutschen DAX-Unternehmen ist erst seit kurzem wieder eine Frau zu finden. Das bedeutet f&#252;r mich nichts anderes, als dass bislang nicht alle Positionen mit den Leistungsbesten besetzt sind. Gleichzeitig bin ich &#252;berzeugt, dass der Schritt zu mehr Vielfalt im Unternehmen zun&#228;chst &#252;ber Gender Diversity gehen muss.</p>
<p><strong>Haben Betroffene die M&#246;glichkeit direkt mit dem GDO Kontakt aufzunehmen?</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich, und zwar jederzeit herzlich gerne! Ich habe t&#228;glich Kontakt oder telefoniere mit Kolleginnen und Kollegen, die gerne mehr &#252;ber Diversity Management wissen m&#246;chten oder mit speziellen Fragestellungen zu mir kommen. Und auch mein Team steht jederzeit gerne f&#252;r Fragen zur Verf&#252;gung. Mir gef&#228;llt aber das Wort „Betroffene“ nicht. Ich m&#246;chte eher davon sprechen, dass Diversity jeden Einzelnen im Unternehmen, und &#252;brigens auch jeden unserer Kundinnen und Kunden oder auch unserer Lieferanten, in seiner Individualit&#228;t einbezieht. Und die Individualit&#228;t jedes einzelnen tr&#228;gt zur Vielfalt der gesamten Belegschaft/des Unternehmens bei. Das Management von Diversity ist zudem eine origin&#228;re F&#252;hrungsaufgabe, die jede F&#252;hrungskraft bei uns auffordert, sich f&#252;r mehr Vielfalt einzusetzen, um erfolgreich zu bleiben.</p>
<p><strong>Eine ihrer Thesen &#252;ber den Nutzen von Diversity Management ist: „Die Corporate Gover-nance ist st&#228;rker, wenn Frauen in Top-Positionen sind“. Inwiefern tr&#228;gt Gender Diversity konkret zum Unternehmenserfolg bei?</strong></p>
<p>Es gibt ja mittlerweile eine ganze Reihe von Untersuchungen zu diesem Thema. Ich m&#246;chte hier aber speziell auf eine <a title="TAZ: Studie von Catalyst und McKinsey" href="http://www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-frauen/artikel/1/chefinnen-sparen-schmiergeld/" target="_blank">aktuelle Studie der Forschungsorganisation Catalyst und McKinsey</a> eingehen, die &#252;ber einen Zeitraum von 10 Jahren genau zu dieser Fragestellung die „Fortune 500“ Unternehmen in den USA untersucht hat. Die Institute kommen zu dem Ergebnis, dass in 350 dieser Unternehmen, also bei rund 70%, nachgewiesen werden konnte, dass ein hoher Frauenanteil im Top-Management in direkter Verbindung zu einer um 35% h&#246;heren Kapitalrendite als bei denjenigen Unternehmen mit niedrigem bzw. keinem Frauenanteil im Top-Management stand.</p>
<p><strong>In den letzten Jahren wurden einige Mentoring Programme ins Leben gerufen. Welche konkreten Ziele verfolgen Sie damit? K&#246;nnen neben den Mentees auch Mentoren von die-sem Programm profitieren?</strong></p>
<p>Das <a title="Daimler TANDEM" href="http://www.daimler.com/dccom/0-5-1096051-49-1098969-1-0-0-1096083-0-0-135-876574-0-0-0-0-0-0-0.html" target="_blank">TANDEM Mentoring Programm</a> f&#252;r Frauen ist eines unserer zentralen Instrumente zur F&#246;rderung von Frauen in F&#252;hrungspositionen. Um wirklich vorw&#228;rts zu kommen m&#252;ssen Frauen ihre Sichtbarkeit im Top-Management erh&#246;hen und sich besser vernetzen. Und das ist das Ziel von TANDEM: hier eine Plattform zu bieten und die Vernetzung anzukurbeln. Davon profitieren &#252;brigens auch die MentorInnen, denn sie bekommen hier gute Einblicke in die Erfahrungswelt unserer weiblichen F&#252;hrungskr&#228;fte und sind h&#228;ufig &#252;berrascht, wie viel sie selbst durch den Austausch dazu lernen.</p>
<p><strong>Das Thema „Menschen mit Migrationshintergrund“ ist  in den meisten Unternehmen un-umg&#228;nglich geworden. Wie stark beeinflussen ethnische und religi&#246;se Unterschiede Daim-ler und wie wird sich das in Zukunft weiterentwickeln?</strong></p>
<p>Wir sehen deutlich, dass der demographische Wandel nicht nur in Deutschland dazu f&#252;hrt, dass die Bev&#246;lkerung &#228;lter, weiblicher, internationaler wird und gleichzeitig schrumpft. Das bedeutet f&#252;r uns als Unternehmen, dass weniger junge Talente verf&#252;gbar sind, dass mehr &#228;ltere Menschen l&#228;nger arbeiten, mehr Frauen auf dem  Arbeitsmarkt als Arbeitskr&#228;fte zur Verf&#252;gung stehen und auch zunehmend besser ausgebildet sind. Au&#223;erdem haben mehr Menschen internationale Werdeg&#228;nge. Und wir erleben zunehmend, dass gerade diese Menschen interessiert: Bin ich in meiner Individualit&#228;t in diesem Unternehmen willkommen? Kann ich meine Vorstellungen und Werte bei Daimler leben und wieder finden? Und besonders wichtig: F&#252;hle ich mich zugeh&#246;rig in der Kultur des Unternehmens?</p>
<p><strong>Was kann hier das Unternehmen Daimler konkret zur Integration beitragen?</strong></p>
<p>Im Gro&#223;en und Ganzen kann man sagen, dass die Integration von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund bei Daimler gut voran geht. Hier z&#228;hlt nicht der Pass, sondern nur, was Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen k&#246;nnen und leisten. So hat sich z. B. be-reits vor 15 Jahren im Werk Untert&#252;rkheim der „T&#252;rktreff“ gegr&#252;ndet, der sich mittlerweile &#252;ber alle Daimler-Standorte in Deutschland erstreckt und vielen internationalen Kollegen die M&#246;glichkeit bietet, sich auszutauschen. &#196;hnlich sieht es mit dem Frauen-Netzwerk aus. Wir arbeiten als Unternehmen auch gerade daran, eine Richtlinie f&#252;r die Gr&#252;ndung und Gestaltung von Mitarbeiternetzwerken zu erstellen, um neue Netzwerke explizit willkommen zu hei&#223;en. Dar&#252;ber hinaus entwickeln, produzieren und vertreiben wir unsere Produkte ja mit Mitarbeitern aus der ganzen Welt. Man kann also sagen, dass in jedem Auto, in jedem Lkw ein St&#252;ck Diversity steckt.</p>
<p><strong>Woran wird in der n&#228;chsten Zeit mit Hochdruck gearbeitet?</strong></p>
<p>2008 hat Daimler eine Dimensionserweiterung im Diversity Management beschlossen. Wir werden uns ab 2009 verst&#228;rkt den Themen „Internationalit&#228;t“ und „Generationen“ widmen. Gleichzeitig werden wir selbstverst&#228;ndlich unsere bisherigen Gender Diversity Aktivit&#228;ten weiterf&#252;hren. Auch hier haben wir uns ein neues, anspruchsvolles Ziel gesetzt: Bis 2020 m&#246;chten wir bei Daimler einen Anteil von 20% Frauen in F&#252;hrungspositionen erreicht haben.</p>
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