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	<title>Daimler-Blog: Einblicke in einen Konzern &#187; Uwe Heintzer</title>
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		<title>Der Elektromotor &#8211; seit 1899 im Angebot</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 07:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uwe Heintzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie & Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition & Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Antrieb]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion &#252;ber alternative Antriebe sollte die Historie nicht au&#223;er Acht gelassen werden. Als Mitarbeiter von Mercedes-Benz Archive &#38; Sammlung m&#246;chte ich auf die technischen Innovationen im Bereich der Elektroantriebe aufmerksam machen, die bereits seit 1899 von der Daimler-Motoren-Gesellschaft angeboten wurden, jedoch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf Anordnung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion &#252;ber alternative Antriebe sollte die Historie nicht au&#223;er Acht gelassen werden. Als Mitarbeiter von Mercedes-Benz Archive &amp; Sammlung m&#246;chte ich auf die technischen Innovationen im Bereich der Elektroantriebe aufmerksam machen, die bereits seit 1899 von der Daimler-Motoren-Gesellschaft angeboten wurden, jedoch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf Anordnung der damaligen Regierung wieder aus dem Programm genommen wurden.</p>
<p><span id="more-605"></span></p>
<p>Elektrische Antriebsquellen f&#252;r Fahrzeuge wurden schon immer von vielen Automobilherstellern als Alternative zu Verbrennungsmotoren angesehen. Von 1895 an zeigte sich in Frankreich, England und den USA ein verst&#228;rkter Trend zum Elektrofahrzeug.</p>
<p>Die 1879 gegr&#252;ndete Firma Altmann, die 1898 in &#8220;Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin AG (MMB)&#8221; firmierte und 1902 von der Daimler-Motoren-Gesellschaft Zweigniederlassung Berlin-Marienfelde &#252;bernommen wurde, hatte 1897 neben den Lizenzen zum Bau von Daimler-Motorfahrzeugen auch Patente des amerikanischen Unternehmens Columbia Electric Co. zum Bau von Elektromotoren erworben. Bereits im Februar 1899 lief die Produktion von Elektromotoren in Berlin-Marienfelde an, die von MMB sowohl f&#252;r Personenwagen als auch f&#252;r Lastwagen und Omnibusse angeboten wurden.</p>
<p>Dabei handelte es sich um Elektro-Automobile, deren Elektromotoren &#252;ber Akkumulatoren-Batterien angetrieben wurden. Aufgrund der relativ geringen Reichweite von ca. 30 bis 40 km musste die Batterie w&#228;hrend der Standzeit an entsprechenden Ladestationen wieder aufgeladen werden.</p>
<p>Elektro-Lieferwagen und -Lastwagen erfreuten sich schnell gr&#246;&#223;erer Beliebtheit. Berliner Kaufh&#228;user, wie <strong>Her</strong>man <strong>Tie</strong>tz <strong>(Hertie)</strong>, oder Hotels nutzten die Elektro-Automobile f&#252;r ihre speziellen Zwecke. Doch bereits 1902 beschloss der Aufsichtsrat der Daimler-Motoren-Gesellschaft nach dem h&#228;ufigen Auftreten von M&#228;ngeln und Sch&#228;den bei Elektromotoren, den Produktionszweig Elektro-Fahrzeuge abzusto&#223;en und die Produktion einzustellen.</p>
<p>Das bedeutete jedoch noch nicht das Ende der Elektrofahrzeuge bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft, denn von April 1909 an &#252;bernahm die Zweigniederlassung Berlin-Marienfelde den alleinigen Vertrieb von Fahrzeugen des Systems &#8220;Mercédès-Electrique (Lohner-Porsche)&#8221; f&#252;r das Deutsche Reich.</p>
<p>Bei diesen Elektro-Fahrzeugen handelte es sich um Personenwagen, Droschken, Lieferwagen, Krankenwagen, Lastwagen, Kommunal- und Feuerwehrfahrzeuge, die &#252;ber an den Vorder- oder Hinterr&#228;dern eingebauten <a title="Wikipedia - Radnabenmotor" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Radnabenmotor" target="_blank">Radnabenmotoren </a>angetrieben wurden, wobei die Leistung pro Motor ca. 10 PS, die H&#246;chstgeschwindigkeit ca. 20 km/h und die Reichweite ca. 75 Kilometer betrugen.</p>
<p><strong>Patente von Ferdinand Porsche </strong></p>
<p>Zur Speisung der Motoren diente eine Akkumulatoren-Batterie. Zwischen Wagen und Motoren schaltete sich ein &#8220;Controller&#8221;, eine Schaltwalze, ein, durch welchen der Strom unter Verwendung biegsamer Kabel den Motoren zugef&#252;hrt wurde.</p>
<p>Dieses System ging auf Patente von Ferdinand Porsche zur&#252;ck, der f&#252;r die Firma Lohner in Wien den batterie- und sp&#228;ter auch benzin-elektrischen Antrieb mittels Radnabenmotoren entwickelt hatte. Im Jahr 1906 verkaufte die Firma Lohner ihre Patente an die &#214;sterreichische Daimler-Motoren-Gesellschaft in Wiener Neustadt, die kurze Zeit sp&#228;ter mit der Produktion und dem Vertrieb von Fahrzeugen des Systems &#8220;Mercédès-Electrique (Lohner-Porsche)&#8221; im Gebiet des damaligen &#214;sterreich-Ungarn begann.</p>
<p>Den Vertrieb f&#252;r das Deutsche Reich &#252;bernahm, wie bereits erw&#228;hnt, Berlin-Marienfelde. Dar&#252;ber hinaus bot die Daimler-Motoren-Gesellschaft ihren Kunden f&#252;r den Betrieb elektrischer &#8220;Oberleitungs-Automobil-Linien&#8221; Elektro-Omnibusse vom System &#8220;Mercédès-Electrique-Stoll&#8221; an. Diese Omnibusse besa&#223;en einen auf dem Dach montierten Stromabnehmer, &#252;ber die der Strom von einer Oberleitung zu den Radnabenmotoren geleitet wurde.</p>
<p>Bis Mitte August 1910 befanden sich 35 Elektro-Omnibusse System &#8220;Mercédès-Electrique-Stoll&#8221; auf zehn Linien mit einer Gesamtl&#228;nge von 37 Kilometern im Deutschen Reich und in &#214;sterreich-Ungarn im Einsatz. Gegen&#252;ber der Gesamtzahl an Omnibussen mit Verbrennungsmotoren nahm sich der Anteil an Elektro-Omnibussen sehr gering aus. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 stellten jedoch sowohl die &#214;sterreichische Daimler-Motoren-Gesellschaft in Wiener-Neustadt die Produktion als auch Berlin-Marienfelde den Vertrieb von Elektro-Fahrzeugen ein.</p>
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