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	<title>Daimler-Blog: Einblicke in einen Konzern &#187; Türk-Treff</title>
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		<title>INTERVIEW: Daimler T&#252;rk-Treff</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 08:09:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daimler-Blog/ Nejdet Niflioglu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Mitarbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[Türk-Treff]]></category>

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		<description><![CDATA[Nejdet Niflioglu ist Leiter des &#228;ltesten und gr&#246;&#223;ten Mitarbeiternetzwerks in Deutschland. Sein Netzwerk, der Daimler T&#252;rk-Treff umfasst mittlerweile mehr als 300 Mitglieder. Der Daimler T&#252;rk-Treff ist eine Kommunikationsplattform zum Abbau von Vorurteilen und versteht sich als Netzwerk f&#252;r erfolgreiche Integration ausl&#228;ndischer Mitarbeiter. Der Frauenanteil betr&#228;gt mehr als 25%. Das Netzwerk ist somit ein Vorbild f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nejdet Niflioglu ist Leiter des &#228;ltesten und gr&#246;&#223;ten Mitarbeiternetzwerks in Deutschland. Sein Netzwerk, der <a href="http://www.dtt-netzwerk.de/" target="_blank">Daimler T&#252;rk-Treff</a> umfasst mittlerweile mehr als 300 Mitglieder. Der Daimler T&#252;rk-Treff ist eine <a title="Esslinger Zeitung" href="http://www.ez-online.de/lokal/esslingen/esslingen/Artikel302236.cfm" target="_blank">Kommunikationsplattform zum Abbau von Vorurteilen</a> und versteht sich als Netzwerk f&#252;r erfolgreiche Integration ausl&#228;ndischer Mitarbeiter. Der Frauenanteil betr&#228;gt mehr als 25%. Das Netzwerk ist somit ein Vorbild f&#252;r die <a href="http://blog.daimler.de/2009/01/16/interview-diversity-was-ist-das/" target="_blank">Diversity-Aktivit&#228;ten des Daimler Konzerns</a>.</p>
<p><span id="more-714"></span></p>
<p><strong>Seit wann besteht dieses Mitarbeiternetzwerk?</strong></p>
<p><a title="Nedjet Niflioglu" href="http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/02/nejdetniflioglu.jpg" class="magnifier" onclick="return enlarge('http://blog.daimler.de/wp-content/plugins/zap_imgpop/','http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/02/nejdetniflioglu.jpg','Nedjet Niflioglu',event,100,75)"><img class="alignleft" src="http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/02/nejdetniflioglu.thumbnail.jpg" alt="Nedjet Niflioglu" width="256" height="182" /></a>Der Daimler T&#252;rk-Treff hat sich in den fr&#252;hen 90ern aus einer losen Zusammenkunft von sechs t&#252;rkischst&#228;mmigen Angestellten gebildet. Die Gr&#252;ndungsv&#228;ter sind heute noch aktive Netzwerker, obwohl manche von ihnen bereits im Ruhestand  sind. Zun&#228;chst haben wir versucht, t&#252;rkischst&#228;mmige Kollegen zu finden, die nicht dem typischen Bild des „T&#252;rken am Flie&#223;band“ entsprachen.</p>
<p>Deshalb haben wir bewusst nach t&#252;rkischst&#228;mmigen Kollegen mit akademischem Hintergrund gesucht.  Wir waren damals selbst &#252;berrascht, wie viele das waren.<br />
Die ersten Jahre haben wir dann gezielt dazu genutzt, die pers&#246;nlichen Netzwerke jedes einzelnen Mitglieds in die Strukturen unseres Mitarbeiternetzwerks  zu integrieren.</p>
<p><strong>Was meinen Sie damit?</strong></p>
<p>Wir haben sehr schnell festgestellt, dass unsere Mitglieder bereits tolle gesellschaftliche Engagements vorweisen k&#246;nnen: Gr&#252;nder und Vorsitzende von Studentenorganisationen, Vereinsvorsitzende und Menschen mit hoher sozialer Kompetenz. Diese einzelnen Beziehungsgeflechte wurden dann nun im T&#252;rk-Treff miteinander vernetzt.</p>
<p><strong>Welche Vorteile sehen Sie darin f&#252;r ein Unternehmen wie Daimler?</strong></p>
<p>&#220;ber unsere Mitglieder haben wir st&#228;ndig einen direkten Zugang zu Studentenvereinigungen, zu Hochschulen und deren Professoren. Solche Verbindungen ben&#246;tigt ein Unternehmen gerade vor dem Hintergrund der Globalisierung ganz dringend. Beispielsweise f&#252;r die Anwerbung von gut ausgebildetem Nachwuchs.<br />
Dar&#252;ber hinaus pflegen wir sehr gute Kontakte zu Wohlt&#228;tigkeitsorganisationen, verschiedenen Vereinen und Verb&#228;nden, zu politischen Organisationen oder auch zu  diplomatischen Vertretungen. Solche Verbindungen erh&#246;hen die Akzeptanz in der &#214;ffentlichkeit.</p>
<p><strong>Wie wird der Daimler T&#252;rk-Treff in der &#214;ffentlichkeit wahrgenommen?</strong></p>
<p>Im Laufe der 16 Jahre, die unser Mitarbeiternetzwerk nun aktiv ist, hat es sich zu einem wichtigen und hierarchieunabh&#228;ngigen Ansprechpartner entwickelt.<br />
Der Daimler T&#252;rk-Treff dient als zentraler Anlaufpunkt f&#252;r alle Themen, die die t&#252;rkischst&#228;mmigen Mitarbeiter betreffen.<br />
Wir werden als Kommunikationsplattform wahrgenommen und tragen zum Abbau von Vorurteilen und zur erfolgreichen Integration ausl&#228;ndischer Mitarbeiter bei.<br />
<strong><br />
K&#246;nnen Sie uns einige Beispiele daf&#252;r nennen?</strong></p>
<p>Vor einigen Jahren hatte eine Fernsehproduktionsfirma angefragt, ob es in unserem Unternehmen eine t&#252;rkische Familie gibt, die bereits in der dritten Generation beim Daimler  arbeitet. Wunschgedanke f&#252;r die „Familienkarriere“ war:<br />
Der Gro&#223;vater sollte als Bauer aus Anatolien nach Deutschland eingewandert sein und als Hilfskraft bei Daimler angefangen haben. Sein Sohn sollte hier eine Berufsausbildung gemacht haben und als Facharbeiter angestellt sein. Am Ende sollte dann der Enkel, als studierter Ingenieur, ebenfalls bei Daimler arbeiten. Eine solche Wunschfamilie w&#252;rde dann in einer Fernsehproduktion unter dem Titel „Wie leben Ausl&#228;nder in Deutschland?“ portr&#228;tiert.</p>
<p><strong>Und, konnten Sie eine solche Familie im Unternehmen finden?</strong></p>
<p>Wir haben sogar mehrere solcher Familien benennen k&#246;nnen. Insgesamt schlugen wir drei oder vier Familien vor, die auch alle mit den Filmaufnahmen einverstanden waren. Eine dieser Familien wurde dann tats&#228;chlich f&#252;r die Fernsehdokumentation portr&#228;tiert.<br />
<strong><br />
Welchen positiven Aspekt hat das f&#252;r die Integration?</strong></p>
<p>Welches Unternehmen hat denn noch solche Mitarbeitergeschichten zu erz&#228;hlen? Die Besch&#228;ftigung in der dritten Generation beim selben Arbeitgeber ist eine tolle Erfolgsstory, auf die wir gemeinsam sehr stolz sein k&#246;nnen. Diese Familien f&#252;hlen sich in unserem Unternehmen wohl und sie f&#252;hlen sich dem Unternehmen verbunden. In einem Interview sagte einer unserer t&#252;rkischst&#228;mmigen Kollegen: „…die Integration innerhalb der Werksgrenzen ist besser gelungen, als au&#223;erhalb…“ Das deckt sich &#252;brigens mit der Schlagzeile der Esslinger Zeitung vom  29. August 2007 „Motorenwerk als Vorbild f&#252;r Integration“. Gemeint war damit das Powertrainwerk Untert&#252;rkheim.</p>
<p><strong>Sie kennen das genaue Datum der Schlagzeile?</strong></p>
<p><a title="Von links nach rechts: Hakan Sidal, Mitarbeiter Werk Untert&#252;rkheim, Ronald Pofalla, Generalsekret&#228;r der CDU, Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler, Nejdet Niflioglu, Leiter des Netzwerkes f&#252;r die t&#252;rkischst&#228;mmigen Mitarbeiter und Kemal Kabalakli, Mitarbeiter Werk Untert&#252;rkheim, 28.08.2007" href="http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/02/turk_treff.jpg" class="magnifier" onclick="return enlarge('http://blog.daimler.de/wp-content/plugins/zap_imgpop/','http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/02/turk_treff.jpg','Von links nach rechts: Hakan Sidal, Mitarbeiter Werk Untert&#252;rkheim, Ronald Pofalla, Generalsekret&#228;r der CDU, Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler, Nejdet Niflioglu, Leiter des Netzwerkes f&#252;r die t&#252;rkischst&#228;mmigen Mitarbeiter und Kemal Kabalakli, Mitarbeiter Werk Untert&#252;rkheim, 28.08.2007',event,100,75)"><img class="alignleft" src="http://blog.daimler.de/wp-content/uploads/2009/02/turk_treff.thumbnail.jpg" alt="Daimler T&#252;rk-Treff" width="256" height="189" /></a>Ja, denn am Tag zuvor hatten wir den Generalsekret&#228;r der CDU Ronald Pofalla zu Gast im Werk Untert&#252;rkheim. Wir wurden kurz zuvor von der Bundeszentrale der CDU angefragt, ob wir mit Herrn Pofalla das neue Grundsatzprogramm seiner Partei diskutieren w&#252;rden. Dieser Termin lag vor dem Termin des Bundesparteitages der CDU in Hannover.</p>
<p>Bildunterschrift: Hakan Sidal, Mitarbeiter Werk Untert&#252;rkheim, Ronald Pofalla, Generalsekret&#228;r der CDU, Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler, Nejdet Niflioglu, Leiter des Netzwerkes f&#252;r die t&#252;rkischst&#228;mmigen Mitarbeiter und Kemal Kabalakli, Mitarbeiter Werk Untert&#252;rkheim, 28.08.2007</p>
<p><strong>Was hat das f&#252;r ihr Netzwerk bedeutet?</strong></p>
<p>Dass hier ein historisches Ereignis stattfand. Zum ersten Mal wurde das Grundsatzprogramm einer deutschen Regierungspartei mit t&#252;rkischst&#228;mmigen Mitarbeitern eines Unternehmens diskutiert, bevor es der Parteibasis vorgestellt wurde. Das hat uns sehr stolz gemacht.<br />
<strong><br />
Wie ist die Akzeptanz im Unternehmen?</strong></p>
<p>Der T&#252;rk-Treff ist sowohl auf Mitarbeiterebene als auch im Top-Management des Daimler Konzerns vernetzt und wird von diesem gef&#246;rdert. Das Thema Corporate Social Responsibility hat in unserem Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert. Ohne die Unterst&#252;tzung unserer F&#252;hrungskr&#228;fte w&#228;re erfolgreiches Networking nicht m&#246;glich.</p>
<p><strong>Wie ist dieser Erfolg zu erkl&#228;ren?</strong></p>
<p>Wir stehen f&#252;r die gelungene Integration von t&#252;rkischst&#228;mmigen Menschen in unserem Unternehmen. Nicht nur dadurch, dass wir weit &#252;ber 300 Angestellte, Akademiker und F&#252;hrungskr&#228;fte als Mitglieder haben. Wir haben auch einen sehr hohen Frauenanteil in unserem Mitarbeiternetzwerk. Mit diesen Tatsachen wirken wir bestehenden Vorurteilen entgegen: Nicht jeder T&#252;rke arbeitet als ungelernte Hilfskraft und auf die Ausbildung der T&#246;chter wird auch in t&#252;rkischen Familien Wert gelegt. Bestehende Vorurteile lassen sich nicht in Podiumsdiskussionen abbauen. Lebende Beispiele sind besser als jedes Argument.<br />
Nebenbei bemerkt, ist der Daimler T&#252;rk-Treff auch die gr&#246;&#223;te private Initiativ- Organisation t&#252;rkischst&#228;mmiger Menschen in Deutschland.</p>
<p><strong>Gibt es auch Vorurteile von T&#252;rken gegen Deutsche?</strong></p>
<p>Es gibt ausl&#228;ndische Eltern, die Ihren Kindern nach dem Studium, oder der Berufsausbildung empfehlen, sich nicht bei Daimler zu bewerben. Sie glauben, dass Menschen mit Migrationshintergrund keine Aufstiegschancen in unserem Unternehmen h&#228;tten. Diesem Vorurteil k&#246;nnen wir durch unsere blo&#223;e Existenz entgegenwirken. Es gibt kein besseres Argument, als unsere Mitgliederliste. Wir leben gelungene Integration vor und beweisen, dass in diesem Unternehmen nicht die Herkunft der Mitarbeiter wichtig ist, sondern ihr K&#246;nnen und ihre Leistung die einzigen Ma&#223;st&#228;be f&#252;r Ein- und Aufstieg bilden. Das betone ich immer wieder.<br />
<strong><br />
Ist das ein politischer Appell?</strong></p>
<p>Nein. Eines unserer Erfolgsgeheimnisse ist, dass politische, religi&#246;se, ideologische und weltanschauliche Themen in unserer Netzwerkarbeit absolut tabu sind. Wir freuen uns wenn unsere Arbeit positive politische Entwicklungen f&#246;rdert, aber wir betreiben keine Politik innerhalb unseres Mitarbeiternetzwerks. Wir konzentrieren auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Wenn es Ihnen gelingt Geschlecht, Hautfarbe und sexuelle Neigung auszublenden, bleibt mehr Raum f&#252;r Gemeinsamkeiten.</p>
<p><strong>Das ist das Erfolgsgeheimnis?</strong></p>
<p>Das beste Wissen n&#252;tzt nichts, wenn man es nicht weitergibt. Deswegen haben wir uns selbst zum Best-Practice-Sharing verpflichtet. Wir m&#246;chten unser Wissen und unsere Erfahrung mit anderen Mitarbeiternetzwerken teilen, die Entstehung von weiteren Mitarbeiternetzwerken unterst&#252;tzen und beim Aufbau behilflich sein. Wir bekamen bereits Anfragen von VW, BOSCH und Thyssen-Krupp. Ein Erfahrungsaustausch kennt keine Barrieren. F&#252;r uns ist dies das beste Zeichen der Anerkennung und das motiviert uns f&#252;r die Zukunft.</p>
<p><strong>Wer berichtete zuerst &#252;ber ihre Aktivit&#228;ten. Die deutschen oder die t&#252;rkischen Medien?</strong></p>
<p>Als wir mit unserem Netzwerkarbeit starteten waren Vielfalt und Diversity noch nicht in aller Munde. Es fehlten deutschlandweit positive Beispiele f&#252;r gelungene Integration von t&#252;rkischst&#228;mmigen Menschen. Die t&#252;rkischen Medien und Diplomaten zeigten sich als erste sehr interessiert an unserer Gruppierung, selbst als sie noch sehr klein war. F&#252;r sie waren wir Vorbilder f&#252;r den gesellschaftlichen Aufstieg der eingewanderten T&#252;rken in Deutschland. Mit seiner Teilnahme an unseren Netzwerktreffen machte uns der t&#252;rkische Generalkonsul dann noch interessanter f&#252;r die t&#252;rkischen Medien.<br />
Highlight war eine Coverstory auf der t&#252;rkische Zeitschrift Sahane mit dem Titel „Der Stolz der T&#252;rkei in Deutschland“. Es war ein Bericht &#252;ber eines unserer j&#228;hrlichen Netzwerktreffen.<br />
<strong><br />
Welche Projekte haben Sie sich f&#252;r die Zukunft vorgenommen?</strong></p>
<p>Wir m&#246;chten verschiedene Arbeitsgruppen gr&#252;nden, die nicht mit bereits bestehenden Angeboten im Daimler Konzern konkurrieren. Theaterworkshops und Folkloreworkshops k&#246;nnten zu den ersten Arbeitsgruppen geh&#246;ren.<br />
Langfristig halten wir es zudem f&#252;r wichtig, an Bewerbermessen teilzunehmen und unsere Daimler Ausbildungszentren zu besuchen. Mit der Botschaft „Ausbildung lohnt sich; f&#252;r Euch und f&#252;r unser Unternehmen“.<br />
Wir wollen weiterhin die zentrale Anlaufstelle f&#252;r Fragen rund um das Thema Integration und Partizipation sein. Bisher gelang es uns Ma&#223;st&#228;be f&#252;r Diversity zu setzen. Dieser Tradition f&#252;hlen wir uns weiterhin verpflichtet. Immerhin arbeiten wir f&#252;r das Unternehmen, das die <a href="http://www.charta-der-vielfalt.de/" target="_blank">Charta der Vielfalt</a> als eines der Ersten unterzeichnet hat.</p>
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