Eine eingedeutschte „Rabenmutter“

Ich komme aus Frankreich und habe im Jahr 2000 bei Daimler im Werk Wörth als Ingenieurin angefangen.

Mein erster Kulturschock war einen Fleischkäse mit Cola um 9:00 morgens mit meinen Kollegen essen zu müssen / dürfen – schwere deutsche Sprache. :-) Es gibt viele amüsante Dinge, die man erzählen könnte und nicht nur über kulinarische Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland.

Ich beginne mal mit ein wenig Kultur. Meiner eigenen Kultur wurde ich erst so richtig bewusst, als ich ins Ausland ging. Viele Dinge habe ich inzwischen angenommen. So gut dass einige von meinen französischen Freunden mich jetzt manchmal fast zu „eingedeutscht“ finden.

Aber eine Sache habe ich gemacht wie viele Französinnen: acht Wochen nach der Geburt meines ersten Kindes habe ich wieder Vollzeit gearbeitet. Ich hätte nie gedacht, dass das, was für mich völlig normal war, bei meinen Kollegen so Diskussionsstoff bieten würde. Dann habe ich schnell in meinem Wörterbuch den Begriff „Rabenmutter“ gesucht. Um die unterschiedlichen Reaktionen besser zu verstehen zu können, habe ich über dieses Thema viel gelesen bzw. jede Menge Reportagen angeschaut.

In dem Buch von Cecile Margain „La femme au foyer est-elle l’avenir du féminisme?“ („Ist die Hausfrau die Zukunft des Feminismus?“) gibt es sogar zwei Seiten über die deutsche „Rabenmutter“. Die französische Autorin beschreibt mit viel Humor die kulturelle Lage in Deutschland, ohne es wirklich verstehen zu können.

Sie wundert sich z.B. über die Schule die nur vormittags statt findet (was machen die „Schlüsselkinder“ am Nachmittag?) und die schwere steuerliche Lage für junge Eltern die beide arbeiten. Ich bin trotzdem eine glückliche junge Mutter von zwei Kindern (5 und fast 2 Jahre alt) und arbeite immer sehr gerne, auch wenn es nicht jeden Tag einfach ist. Ich bin bei Daimler im Truck Bereich tätig und deswegen ist mein Sohn fest überzeugt davon, dass ich alle LKWs mit Stern selber gebaut habe (ist das nicht süß?).

Ich verstehe aber voll warum die deutschen Frauen immer weniger Kinder auf die Welt bringen. Warum wird es in Deutschland so schwer gemacht?

Die letzten 5 Kommentare

  1. Montana liegt im Nordschwarzwald

    Erdal Ak: Interessanter Einstieg Kollege Tohsche!

  2. Mein Weg zum Daimler Praktikum in Alabama

    Charlotte: Hey Dennis! Super Erfahrungsbericht, so etwas sieht man (leider) nicht so oft! ;)...

  3. Für DENZA in China

    Udo Gromotka: Hallo Matthias, hört sich nach gelungenem Einleben an! Freut mich! Ich kann Deine...

  4. STARTUP AUTOBAHN: Selection Day

    Stefan Wießmeyer: Liebe Kollegen, tolle Aktion – das hört sich nach einem...

  5. Der Alleskönner, das TecForum und ich

    Matze: Ein Schöner Erfahrungsbericht, hat mir gut gefallen.