100 Tage Daimler-Blog

Das Daimler-Blog ist jetzt seit mehr als 100 Tagen im Amt. Hier ein persönlicher Interpretationsversuch:

Die Anlaufkurve zum Start war sehr steil: Am zweiten Tag bereits 15.000 Seitenzugriffe (Google Analytics). Da war ich schon überrascht. Allerdings war das die „Anfangsneugier“, die sich erwartungsgemäß schnell wieder gelegt hat. Die Seitenzugriffe haben sich aktuell auf erfreuliche 30.000 pro Monat eingependelt. Das ist zwar nicht riesig im Vergleich zu anderen, schon lange am Markt befindlichen Blogs, zeigt jedoch, dass sich bereits nach kurzer Zeit eine konstante Leserschaft herauskristallisiert hat.

Eine vergleichweise hohe Verweildauer von zwischen 3 und 4 Minuten macht zudem deutlich, dass sich die Leser nicht nur durchklicken, sondern auch Inhalte mitnehmen.

In der Blogosphäre wurde ungläubig festgestellt, dass beim Daimler die Welt wohl noch in Ordnung sei. Es fehle an negativen Tönen im Daimler-Blog. An dieser Stelle mal ein Erklärungsversuch aus der Innensicht: Klassische Blogger wollen Reichweite. Dazu brauchen sie Leser, Kommentare und Verlinkungen. Das funktioniert wiederum am Besten, wenn man eine gegenteilige Meinung vertritt, polarisiert oder über negative Dinge oder Skandale schreibt.

Nein, die Daimler-Blogger sind nicht vergleichbar mit Basic, Don Alphonso, Knüwer oder Eck, um nur Einige zu nennen. Bis auf wenige Ausnahmen hatten unsere „Blogger“ bis zu ihrem ersten Post mit Blogs so wenig am Hut, wie das Nilpferd mit dem Bergsteigen. In erster Linie sind sie nämlich Mitarbeiter von Daimler und arbeiten alle freiwillig für das Unternehmen. Sie haben sich den „Daimler“ als Arbeitgeber selbst ausgesucht und arbeiten gerne dort. Welchen Grund sollten Sie also haben, über Ihren „Brötchengeber“ in der Öffentlichkeit negativ zu berichten und das mit Photo und Namen?

Zur fehlenden persönlichen Note: Zugegebenermaßen schwankt dieses Merkmal zwischen den einzelnen Beiträgen/Autoren stark, was aber grundsätzlich nichts über die Qualität des Inhalts aussagt. Wenn wir uns jedoch an die Schulzeit zurückerinnern, dann war es damals genau schon so: Es gab hervorragende Arbeiten und weniger gute Aufsätze, aber irgendwie haben am Ende alle bestanden ;-)

Noch mal zum Inhalt der Beiträge zurück: Hier kristallisiert sich zunehmend heraus, dass der Inhalt tatsächlich –wenn man die Statistik richtig deutet- hinter der Art, wie ein Beitrag geschrieben ist, zurücksteht. Beiträge mit „Herzblut“ werden deutlich öfter aufgerufen, als die rein deskriptiv geschriebenen.

Wenn wir schon bei der Statistik sind, noch ein paar Auffälligkeiten: Von den deutschen Daimler-Standorten greifen überdurchschnittlich viele Leser auf das Blog zu. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da sich auch Mitarbeiter und ihre Familien für einen Blick hinter die Kulissen ihres Unternehmens interessieren. Und wir haben eben im Verhältnis zur Gesamtleserschaft durch unsere Unternehmensgröße eine höheren Anteil an lesenden Mitarbeitern als vermutlich das Frosta-Blog oder das Payback-Blog.

Interessant ist ebenfalls, dass auch von Regionen oder Städten, wo Zulieferbetriebe angesiedelt sind, überdurchschnittlich hohe Zugriffszahlen auf unser Blog zu verzeichnen sind.

Abschließen möchte ich mit einer Erkenntnis, die für Kenner nicht besonders verwunderlich ist: Bereits nach wenigen Wochen kristallisierte sich heraus, dass vom Start weg „Beruf & Karriere“ die mit Abstand beliebteste Kategorie war und immer noch ist. Obwohl wir eine hervorragende Beruf & Karriere Website haben, sind wohl die persönlichen Sichtweisen eine ideale Ergänzung, um sich einen Eindruck von seinem zukünftigen Arbeitgeber machen zu können.
Ein transparenter Arbeitgeber dürfte wohl auch immer ein attraktiver Arbeitgeber sein.

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