Happy Birthday

Nils hat es vor gut zwei Wochen hier schon einmal angekündigt: Das Daimler-Blog feiert heute seinen ersten Geburtstag. Genau vor einem Jahr sind wir gestartet – ohne Pauken und Trompeten. Einfach mit einem Beitrag online gegangen. Kaum jemand hat die Schwangerschaft bemerkt. Lediglich ein oder zwei Anfragen wurden an die Mutter gerichtet. Virales auf Twitter gab Anlass zur Nachfrage. Auskunft war: Im Spätsommer wäre es soweit. Junge oder Mädchen war noch nicht klar. Am 16.Oktober 2007 erblickte ein „Das“ das Licht der Online-Welt.

Nun ist der Sonnenschein ein Jahr alt geworden. Ein Grund mal kurz zurück zu schauen:
Das Interesse war natürlich groß, wenn die große Mutter Daimler kommunikativen Zuwachs bekam. Alle schauten mal vorbei und überbrachten Glückwünsche und Blumensträuße.

Das war’s dann erst mal. Jetzt mal abwarten und schauen, wie sich das Kleine entwickelt.
Wann reagiert es, bewegt es sich, fängt es an zu krabbeln? Bei dem automobilen Namen muss es doch bereits laufen können, bevor es ein Jahr alt ist. Und Kinderkrankheiten? Welche bekommt es und welche nicht?

Nun zur Sache:
Es hat sich in den ersten Monaten überraschend normal entwickelt, ganz ohne Kinderkrankheiten. Brav eben, wie es sich Mutter „Daimler“ nicht anders wünschen könnte. Und noch wenig automobil, aber es wurde ja auch nicht Mercedes-Blog getauft ;-)
Dazu gab es Spielsachen wie beispielsweise Sevenload, YouTube, SlideShare, Twitter, FriendFeed und oder flickr. Vieles wurde mal ausprobiert. Die Lieblingsspielzeuge blieben.

Dann ging es auf den ersten Frühling zu. Was stand an? Krabbelgruppe. Mal schauen, was die anderen dort so können. Wir schickten das Blog ins Rennen um den PR-Report Award 2008. Die beworbene Kategorie war „Corporate Media online/offline“. Das Blog schaffte es auf die Shortlist, gewonnen hat dann aber doch ein Offline-Medium: das Kundenmagazin „seller“ von ebay. Nun ja, das war keine Schande, sondern ein erster Achtungserfolg.

So langsam stiegen dann auch die Zugriffszahlen. Wieder wie im richtigen Leben: Nach der Geburt zuerst mal schnell ein Antrittsbesuch im Krankenhaus um die Neugierde zu befriedigen und um die Glückwünsche zu überbringen. Danach ist erst mal Ruhe und wenn das Kleine dann schon ein wenig mehr kann – reagieren, lachen und krabbeln- dann mal wieder nach dem Rechten sehen. Ist ja dann auch interessanter.
Das Daimler-Blog traute sich inzwischen etwas mehr, entwickelte Persönlichkeit und zeigte Reaktionen. Es war witzig, ironisch, teilweise selbstkritisch, emotional oder sachlich, je nach Tagesform.
Das sprach sich herum und immer mehr Besuche wurden gezählt. An die 70.000 inzwischen jeden Monat.
Ok, „das Kleine kann was“ dachten wir uns und wagten mal wieder einen Vergleich mit den Besten seines Jahrgangs beim BCP-Award 2008. Das Kundenmagazin „seller“ von ebay räumte auch diesmal wieder ab. Jedoch in der Kategorie „Druckinnovationen“. In der Kategorie „Electronic Publishing“ ging der Preis jedoch mit uns mit nach Hause 

Dann ging es Schlag auf Schlag. Der Sommer war da und die ersten Schritte, deuteten darauf hin, dass es bald laufen kann. Plötzlich Spott und Häme in der Blogosphäre. Andere Blogs machten sich lustig über die Entstehung des Soundlogos von Mercedes-Benz. Es gab ein Video auf YouTube und überall unterhielt man sich über die Tatsache, dass jedermann mit Hilfe einer CD für $300, ein wenig Equipment und wenigen Mausklicks ein nahezu identisches Logo selbst kreieren könne.
Das Blog reagierte und brachte Transparenz in den Entstehungsprozess, wurde gelobt und niemand zeigte mehr mit dem Finger auf das Mercedes-Benz Soundlogo. Toll, das kleine war schon fast erwachsen geworden.
Ein paar Tage später gab es erneut einen Meilenstein in der Entwicklungsphase: Das Blog wurde im zarten Alter von zehn Monaten mit Henri Fayol in Verbindung gebracht. Was war geschehen? Mario Jung aus der Dauernachtschicht – bloggt kritisch über die gerade gestartete, interne Ideenplattform „Business Innovation Community“ und deren Sinn. Einen Tag später reagiert der Projektverantwortliche Michael Kuhn mit einem Folgebeitrag auf die Kritik. Und was hat dies mit Fayol zu tun? Nun, der hatte bereits 1929 festgestellt, dass Informationen auf dem langen Weg durch die Hierarchien verloren gehen. Ausweg: Mit einer Fayolschen Brücke werden -nicht direkt unterstellte Stellen- hierarchisch miteinander verbunden, indem Informationen seitlich unter Duldung der Vorgesetzten ausgetauscht werden können. Diese Brücke stellte das Daimler-Blog her.

Ein besonders großes Dankeschön gilt dabei natürlich all unseren Bloggern, die das Blog mit ihren ganz persönlichen Einblicken in einen Konzern zum ersten Geburtstag geführt haben sowie den Lesern die mit ihren Kommentaren und Diskussionsbeiträgen in der Blogosphäre einen dynamischen und spannenden Austausch erst ermöglicht haben. Wir freuen uns auf weitere spannende Zeit.

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