Sind Corporate Blogger von der Blogosphäre akzeptiert?

Zwei Punkte fallen beim Betrachten der Kommentare des Daimler-Blogs besonders auf:

  1. Die Kommentarhäufigkeit schwankt deutlich in Abhängigkeit von der Themenwahl und
  2. Kommentare kommen in der Regel von Besuchern, die nicht selbst bloggen.

Heißt das im Umkehrschluss, dass unsere Blogger von der Blogosphäre nicht akzeptiert werden?

Statistisch lässt sich sagen, dass von den 1214 Kommentaren seit Start des Daimler Blogs – 132 Trackbacks und 76 hausgemachte Kommentare abgezogen – 1006 Fremdmeinungen direkt auf dem Blog abgegeben wurden. Von diesen kamen 242 aus der Blogosphäre, d.h. es war ein Blog als zugehörige URL hinterlegt.

Im Umkehrschluss heißt das, drei Viertel aller Kommentare kommen von Nichtbloggern. Dies freut uns natürlich, mag es doch ein Zeichen dafür sein, dass wir neue Leser an das Thema Blog heranführen. Dennoch scheint diese Zahl recht hoch, auch wenn detaillierte Daten anderer Blogs als Maßstab fehlen. Daher muss die Frage gestattet sein:

Akzeptiert die Blogosphäre den Corporate Blogger?

Als Erklärungsansatz mag der Fakt dienen, dass das Daimler-Blog eine große interne Leserschaft hat, welche über das Mitarbeiterportal, die Firmenwebseite oder auch Mundpropaganda zum Daimler-Blog findet. Der Großteil der Belegschaft kam bisher nur sehr selten mit Social Media in Berührung. Umso schöner ist es, wenn sich diese dann online in Diskussionen engagieren.

Zudem ist die Blogosphäre keine homogene Masse. Sie unterteilt sich in thematische, kulturelle ja sogar demographische Gruppierungen. Das Daimler-Blog ist grundsätzlich auf die breite Masse ausgerichtet, zieht aber aus Erfahrung vor allem junge Leute auf Karrierethemen und Autointeressierte auf technischere bzw. prozess-orientierte Themen. Da erstere Gruppe in der Regel auf Informationssuche zu Ausbildung, Einstieg ins Unternehmen oder Ansprechpartnern ist, kommentiert sie wenig. Die Gruppe der Autoblogger indes ist recht übersichtlich, sodass wenig wenn auch zum Teil sehr intensiver „Buzz“ entsteht. Die großen und konversationsfreudigen Gruppen der Internet- und Gesellschaftsblogger bleiben jedoch, abgesehen von explizit Blog-bezogenen Themen, der Konversation fern.

Integration der A-Blogger durch Trackbacks

Der Mitarbeiter der sich auf dem Blog äußert hat in der Regel noch wenig Blogerfahrung; der Schreibstil ist anfangs noch förmlich und die eigene Erwartungshaltung an die Blogosphäre noch unsicher. Erfahrene Blogger erwarten allerdings Authentizität, Offenheit und Ehrlichkeit – eine Kultur, die der Neublogger erst im Laufe der Zeit versteht und aufsaugt. Zur Unterstützung bemühen wir uns, die Blogosphäre über Trackbacks und Pingpacks in die Diskussion zu integrieren. In der Regel äußern sich die so benachrichtigten Blogger dann oftmals in eigenen Beiträgen.

Fehlende Akzeptanz oder Feilen an der eigenen Online-Reputation?

Ist dies nun eine besondere Art der Wertschätzung, ein Zeichen für fehlende Akzeptanz oder lediglich das Feilen an der eigenen Online-Reputation? Wie kann der Einzelne Corporate Blogger auf dieses Phänomen reagieren?

Die Universität Amsterdam führt derzeit eine Befragung von Lesern des Daimler-Blogs durch. Über Ihre Teilnahme würde sich der durchführende Lehrstuhl sehr freuen: http://www2.fmg.uva.nl/comlab/surveys/Daimler_Blog.html

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