GASTBEITRAG: 1. Mercedes-Benz Markenworkshop für Blogger (II)

[Hier geht’s zum 1. Teil] Im zweiten Vortrag von Alexander Mankowsky ging es dann um Nachhaltigkeit und Trends im Automobilbau. Die Erde schrumpft immer mehr. Sie schrumpft nicht wirklich, aber die Landfläche pro Kopf hat sich in den letzten Jahrzehnten von 8 Hektar auf 2 Hektar verkleinert.

Da bedarf es Planung auf allen Ebenen, dieser Entwicklung entgegen zu wirken, auch im Mobilitäts-Bereich. Individuellere Autos, neue Verkehrskonzepte und Arbeitsweisen, die Fahrten in die Firma auf ein Mindestmaß beschränken, darin liegt die Zukunft. Homework und mobiles Arbeiten sind neue Schlagworte. Mankowsky sprach in seinem Vortrag auch schon nicht mehr vom Auto sondern von einem Mobility Device, das auf die Individualität, Infrastruktur und Bedrürfnisse der Kunden zugeschnitten ist.

Was mich wirklich schwerstens beeindruckt hat, war die „Powerwall“ auf der ein 8 Megapixelbild auf die Leinwand gebeamt wurde. Das alleine ist noch nicht so besonders. Wie das ganze in Sindelfingen eingesetzt wird, schon. In Lebensgröße werden hier die Designs der Autos der nächsten Jahre an die Wand projiziert. Als photorealistisches 3D-Modell dreh- und zoombar und mit austauschbaren HDR-Hintergründen, so dass sich die Lichtverhältnisse der Umgebung im Lack des virtuellen Autos bemerkbar machen. Alle 2 Wochen werden hier dem Vorstand neueste Designs präsentiert. Das System basiert übrigens auf einem mehr oder weniger handelsüblichen Rechner mit 2 nvidia-Grafikkarten und Autodesk Showcase.

Während sich die anderen auf den Weg in den zweiten Stock, in die Interieur-Abteilung machten, war Zukunftsforscher Alexander Makowsky so nett, mir ein kurzes Interview zu seiner persönlichen Sicht auf die Zukunft des Autos zu geben:

Danach wurde die Modelle, Concept Cars und Präsentationswagen in der P1 enthüllt und ich habe die Möglichkeit natürlich nicht ausgelassen, mir beim Aussteigen aus einem 1:1 Modell des Mercedes SLS ordentlich den Kopf zu stossen. No pain, no gain.

Der Chef der Kommunikationsabteilung berichtete dann auch prompt vom Fahrerlebnis des Elektro-SLS mit rund 400kW. „Es macht vielleicht nicht unbedingt Sinn, einen Elektrosportwagen zu fahren, aber es macht eine Menge Spaß!“ Die Studien, die uns vorgeführt wurden haben uns eine Aussicht auf die Zukunft des Autos gegeben – ob nun der Blue Zero mit seinem organischen Design, das emmissionsfreie Auto oder der F800 dessen styleful sporty Elemente wohl noch dieses Jahr am neuen CLS bei seiner Vorstellung in Paris bewundert werden können.

Mit den Worten „Stay curious, stay creative“ – bleibt neugierig und kreativ entließ uns Steffen dann auch nach dem „durchdesignten“ Morgen zum Mittagessen auf dem Testgelände in Malmsheim. Endlich war Praxis angesagt: Probefahren!

Wie ich eingangs ja schon sagte, meine Mercedes-Erlebnisse beschränkten sich bisher auf A-Klasse, CLK, auf ein uraltes E-Klasse T-Modell und einige Taxen. Von daher hat es mit unglaublich viel Spaß gemacht einige Autos der Konzernmarken selbst zu fahren oder darin gefahren zu werden. Letzteres im Maybach natürlich. Dieses Auto erlebt man nur im zweisitzigen Fond. Entspannter und stilvoller kann man wohl kaum noch reisen.

Weniger entspannt aber dafür spektakulär war die Vorführung des automatischen Bremsassistenten in einer E-Klasse, die akustisch zunächst auf einen drohenden Auffahrunfall hinweist. Bei zu später Bremsung wird die Bremsleistung bis auf das Maximum erhöht. Und wenn jemand GAR nicht bremsen sollte, kann der Aufprall zwar nicht mehr gänzlich vermeiden werden, aber immerhin wird die Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h auf 20 km/h verringert. Was im Ernstfall lebensrettend sein kann.

Lebensrettend für mich war vor allen Dingen die offene Fahrt im SL500 Cabrio. Ich glaube, ich hatte selbst um 21Uhr nach meiner Landung in Münster immer noch ein Grinsen im Gesicht. Der Sound des 5.5l V8 im Ohr und die Frühlingsluft in der Nase waren das Highlight für den Probefahrer in mir ;) Auch, wenn die Brennstoffzellen B-Klasse mit 130kW Elektropower auch nicht zu verachten war und auch das SUV-Schiff GL450 ebenfalls mächtig Spaß gemacht hat.

Etwas beneidet habe ich die Leute, die eine Runde mit dem gepanzerten Sicherheitsfahrzeug drehen durften. Das hatte ich leider völlig verpasst und viel zu schnell war der „praktische Teil“ des Tages vorbei und wir saßen in den schwarzen Vianos (die mit ihrer Lederbestuhlung ein bißchen was vom A-Team Truck haben) und waren auf dem Rückweg zum Flughafen.

Das große Ziel des Workshops vermute ich vor allem darin, dass Mercedes-Benz sich gegenüber einigen „Social Webbern“ präsentieren wollte. Sicherlich auch in der Hoffnung, dass diese Web-Leute sich zu Hause an Ihre Blogs setzen und Ihren Lesern, Followern und den Suchmaschinen dieser Welt davon berichten, wie zukunftsorientiert selbst ein Welt-Konzern wie Daimler in Sachen Kommunikation sein kann.

Beim nächsten Mal wäre noch etwas mehr zielgerichteter Austausch schön, bei dem auch wir Gäste etwas beitragen und uns für die Einladung revanchieren können. Viele der Bloggerkollegen – so habe ich rausgehört – hätten gerne etwas von Ihrer Expertise geteilt. Mir ging es übrigens genauso. Mein Vorschlag für ein Brand-Workshop 2.0: Mindestens einen halben Tag Open Space mit einplanen.

Trotzdem: Ziel aus meiner Sicht VOLL erfüllt. Und ich denke Mercedes-Benz kann mit der Blog- und Twitter-Reichweite, die der Event erzeugt hat voll und ganz zufrieden sein.

Meine persönliche Erkenntnis der zwei Tage in Stuttgart ist: Ich habe erlebt und erFahren, dass ich als Autofan auch immer ein bisschen Mercedesfan sein muss. Und heraus bekommen, dass die GANZ große Revolution im Autobau, die dem Kunden ein neues Erlebnis des Autofahrens vermittelt, noch nicht verraten wird :)

Vielen Dank für die großartige Zeit und die tolle Organisation an das Daimler-Team Melanie, Kristina, Tanja, Tobi, Uwe, Thilo, Alexander, Steffen, Chris und alle, die ich nicht mit Namen kennen gelernt habe.

Ach und übrigens: Uwe Knaus vom Daimler-Blog hat mich gebeten, meine Eindrücke zum Markenworkshop hier als Gastautor beizusteuern und das war mir natürlich eine große Freude! Uwe und ich kennen uns schon eine ganze Weile virtuell – durch meinem früheren Job als Corporate Blogger bei der SYNAXON AG (Das Blog ist damals sogar einen Tag vor dem Daimler Blog gestartet ;)). Seit August 2009 arbeite ich als freier Strategieberater für Web-Kommunikation, blogge seit 2008 über Autos und alles, was mich sonst so interessiert unter dem Pseudonym Der-Probefahrer.de . Im Sommer dieses Jahres mache ich mich auf den Weg vom Fußgänger zur Pilotenlizenz und dokumentiere dieses Projekt auf der Seite Pedestrian2Pilot.net.

Das Daimler-Blog lese ich regelmäßig, weil ich hier einen schönen Einblick in die Seele eines Konzerns bekomme. Ohne Marketing-Blahblah und immer wieder mit kontroversen und aufschlussreichen Diskussionen. Ein echtes Vorbild für Firmen, die sich auf den Weg ins Social Web machen wollen. Da verwundert es auch nicht, dass Uwe Knaus mir via Twitter statt Telefon oder E-Mail das erste Mal von diesem Workshop erzählte ;)

Hier noch einmal all die anderen Blogger und ihre Beiträge, die ich bisher herausfinden konnte: NOTCOTAutodinoEMercedesbenzbettertastethansorryzweimalpl0gAmy&Pinktoday&tomorrow, styleranking, UARR, Fashionpuppe, studio5555, jakuub, Mercedes Benz Passion mit 2 PostingsWorldsbesteverlostateminordevicemagBenzInsider, mein kleiner Sammelbeitrag und die unvergessliche Maybachfahrt

Weitere Fotos der Teilnehmer sind in der Flickrgruppe zu finden.

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