GASTBEITRAG: Zwei Super Leichte Tage…

Morgens um 4 Uhr in Bielefeld, einer Stadt die es eigentlich gar nicht gibt, klingeln an zwei unterschiedlichen Orten, unabhängig voneinander zwei iPhones. Autoblogger Jens „Rad-ab.com“ Stratmann und Jan „auto-geil.de“ Gleitsmann sind auf dem Schlag hellwach. Grund der Synchronität ist eine Einladung zum Fahrevent des neuen Mercedes-Benz SL in Andalusien. Voller Vorfreude geht es über die A2 zum Flughafen Hannover.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Schweiz geht es direkt weiter nach Malaga, Spanien. Herrlichstes Wetter und gut gelaunte Hostessen und Hosts empfangen uns am Flughafen und shuttelten uns im Mercedes-Benz Viano zum Automobil Museum nach Malaga, welches sich in einer ehemaligen Tabak-Fabrik befindet.

Schon bei der Durchfahrt durch das Tor zum schloss-ähnlichen Gelände stockt uns der Atem. Der Grund: Zahlreiche Mercedes-Benz SL Fahrzeuge in unterschiedlichen Farben stehen zur Probefahrt bereit. Vor dem Eingang empfängt uns bereits Mercedes-Benz SL Chef Ingenieur Jürgen Weissinger, den Jan bereits bei der Weltpremiere in Detroit kennenlernen durfte. Im Museum gibt es ein Wiedersehen mit Charlotte „Charly“ Siegel und Wolfgang Würth, die uns zu dem Event eingeladen hatten.

Nach einem kurzen Rundgang durch das Museum, in dem sich eine skurril-unterhaltsame Privatsammlung von Automobilen befindet, findet eine kurze Pressekonferenz, bei der uns auch die angereisten SL-Ingenieure vorgestellt werden, inkl. Mission-Briefing statt. Uns wird auch der vorgeplante Streckenverlauf vorgestellt, der im Navigationssystem ebenfalls als Route eingespeist wurde. Wir haben Mühe uns auf den Sitzen zu halten und den Rednern mit der angemessenen Konzentration zu folgen, denn draußen wartet ja nicht nur das gute Wetter.

Jetzt geht’s los

Nach einer kurzen Stärkung und der Wagenvergabe geht es dann auch endlich zum automobilen Objekt unserer Begierde. Wir bekommen einen Mercedes-Benz SL 500 Edition 1  in silber-matt, die Farbe, die sich Jan für seine Foto-Sessions gewünscht hatte, zugeteilt. Der Innen(T)raum zeigte sich in bengalrotem Leder und sieht sehr einladend aus. Verladen mussten wir allerdings zunächst unsere beiden Flugtrollys, nachdem wir die Heckklappe mit einem Kick mit dem Fuß geöffnet hatten. Eine tolle Funktion die man sich auch bei anderen Fahrzeugen wünschen würde. Unser Kamera und Go-Pro Video Equipment darf vorne im Fußraum bzw. an der Frontscheibe mitfahren, damit wir jederzeit einen Schnellzugriff darauf haben.

Gentlemen starts your Engine

Weil Jan auf dem Weg zum Flughafen fahren „durfte“, setzt sich Jens nun „dreisterweise“ direkt hinters Lenkrad, später wechseln wir aber immer wieder die Seiten. Nach einem Druck auf den Startknopf sorgt der Sound vom V8 für den ersten Kick. Der zweite folgt kurz darauf bei der offenen Fahrt durch die bunten Straßen Malagas. DJ Jan, testet direkt die Harman-Kardon Hifi-Anlage und koppelt sein iPhone schneller mit dem Command Online des SL als Jens sein iPhone zücken kann. Die Musikauswahl liegt nun also in der Hand des Co-Piloten. Mit Run-DMC und „Walk this Way“ überzeugt der neuartige Frontbass auch die Bewohner Malagas ;).

Auf den Autobahnen Spaniens gilt ein Tempolimit von 120 km/h. Beim Briefing wurde uns unmissverständlich mitgeteilt, dass die allgegenwärtigen Fotografen der spanischen Polizei ein überdurchschnittlich hohes Honorar verlangen. Aus diesem Grund cruisen wir mit Vmax/2-10 über das Land, genießen die Sonne, den Komfort, den Sound und das Leben.
Von den Beschleunigungswerten können wir uns des Öfteren Überzeugen und quittierten dieses jedes Mal mit einem sehr breitem Grinsen im Gesicht. Nach gefühlten 200 km (es waren nur 70) erreichen wir die Relaisstation. Dort steht eine weitere Überraschung für uns bereit. Neben Speis und Trank können wir den Mercedes-Benz 300 SL Black Torpedo bewundern.

Die Relaisstation

In der Relaisstation stehen uns zahlreiche Mercedes-Benz Ingenieure mit Rat und Tat zur Seite, erklären und zeigen uns Features wie z.B. dem Scheibenwischer mit 160 im Wischer sitzenden Düsen (Magic Vision Control) und das Bang & Olufsen Soundsystem.

Auf dem Weg von der Relaisstation zum Hotel erstreckt sich die Route durch das wunderschöne Andalusien. Nach einem kurzen Abstecher in die historische Altstadt von Ronda, in welcher der SL auch in den schmalen Gassen, dank seiner Abstandswarner, problemlos navigieren lässt, führt uns der weitere Streckenverlauf durch kurvige Bergstraßen. Wie im unten eingebundenen Video zu sehen, können wir nicht nur die Fahrt im SL, sondern auch den fantastischen Ausblick abseits der Strecke in vollen Zügen genießen.

Erst nach der Hälfte der Strecke, entdeckten wir den ersten Makel des SL: Es fehlt eine Anzeige mit Neon-Leuchtschrift, welche auf die Massagefunktion der Sitze hinweist. Zugegeben, der Knopf zum Aktivieren ist nicht gerade versteckt. Nach unserer „neusten Entdeckung“ lassen wir uns für die restliche Fahrzeit verwöhnen. In den sportlichen Kurvendurchfahrten gefällt uns zudem die Fahrdynamikfunktion sehr. Die Zeit vergeht wie im Fluge und wir erreichen unser erstes Tagesziel: Das Marbella Club Hotel.

Wir hätten auch im Auto geschlafen, doch das Mercedes-Benz Team weist uns freundlich darauf hin, dass im Mercedes-Benz SL (noch) keine Dusche verbaut ist. Nach einem Blick in den klaren Abendhimmel Marbellas bleibt uns in der Sache auch die Unterstützung von Mutter Natur versagt. Gut, dass wir doch ausgestiegen sind, denn sonst hätten wir vermutlich auch das Abendessen verpasst. Dort finden interessante Gespräche mit den SL-Entwicklern statt, z.B. unterhalten wir uns lange mit Dr. Teddy Woll über die Wasserablaufkanäle von Dach und Außenspiegel und auch mit Jürgen Weissinger gibt es ein Wiedersehen inkl. technischer Erläuterungen. Hier sehen wir übrigens auch den großen Vorteil von solchen Fahr-Veranstaltungen, denn erstens kann man hier technische Fragen in detaillierter Tiefe klären und zweitens bekommt man einen Eindruck wie sehr die Entwickler die Arbeit und das Endprodukt leben und lieben. Der Abend klingt mit Gesprächen mit den anderen Teilnehmern aus, zusammen lassen wir den Tag Revue passieren. Anschließend gehen wir getrennte Wege, um aber schon bald wieder zu uns zu finden.

2. Tag:

Ein Déjà-vu? Um 4 Uhr klingelten die iPhones und um 5:30 Uhr sitzen wir bereits wieder nebeneinander in „unserem“ SL. Wir sind auf der Suche nach einer dem SL würdigen „Foto-Location“, um ihn im perfekten Licht des Morgengrauen fotografieren zu können. Dabei lernen wir die Altstadt, den Hafen sowie die Nightlife-Szene von Marbella ein wenig kennen.

Am Strand von Marbella fotografieren wir den SL und bekommen unerwarteten Besuch. Während Jan die Gunst des Lichtes ausnutzt, empfängt Jens einen Jogger der sich sichtlich für den neuen SL interessiert. Man kommt schnell ins Gespräch und es zeigt sich, dass der Schweizer Eidgenosse den R230 (Vorgänger SL) sein Eigen nennt und schon eine Einladung für die Händler-Premiere vom neuen SL bekommen hat. Wir zeigen ihm nicht nur das Fahrzeug und einige der Ausstattungs-Highlights, sondern lassen ihn auch Platz nehmen. Mit der aufsteigenden Morgensonne verlassen wir die Location und fahren zurück zum Hotel um uns für weiteren Tagesverlauf zu stärken.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, der frühe Jens das 300 SL Coupé. Im Rahmenprogramm gibt es die Möglichkeit diverse Klassiker der 60 jährigen SL Geschichte zu (er)fahren. Wie auf den Fotos zu sehen, stehen und zahlreiche Old- und Youngtimer zur freien Verfügung, allerdings nur einen einziger Gullwing. Kein Wunder, das Fahrzeug dürfte einen Wert von ca. 800.000 € haben. Jeder, der auch nur einen Hauch von Sympathie für Oldtimer hat, kann nachvollziehen was in uns vorgeht, als wir mit dem 300 SL Flügeltürer über die kurvige Bergstraße fahren.

Die Fahrt mit dem 300 SL aus dem Jahre 1956 ist das Sahnehäubchen auf der „Super Leichten“ Fahr-Veranstaltung, doch noch lange nicht das Ende. Da wir noch weiteres Video- und Fotomaterial vom neuen SL erstellen wollen, haben wir uns mit dem französischen Autoblogger Gonzague Dambricourt und Markus Jordan vom MB-Passion Blog verabredet und fahren mit drei unterschiedlich farbigen Mercedes-Benz SL 500 gemeinsam in Richtung Flughafen.

Am Flughafen empfängt uns ebenfalls eine Mercedes-Benz Ingenieurin, die für das Dach des SL mitverantwortlich ist. Dach? Was haben wir gelacht, denn das Panorama-Dach mit Magic SKY Control haben wir nur zu dokumentarischen Zwecken kurz geschlossen.

Ein paar Eindrücke haben wir versucht mit den Video-Kameras einzufangen – auch wenn wir ohne das Video ein breites Grinsen bekommen und an die 2 wunderschönen Tage zurückdenken. Abschließend wünschen wir euch nun viel Spaß mit dem Videoclip und wer mag ist herzlich eingeladen, sich unsere individuellen Beiträge durchzulesen.

Weitere Blog-Beiträge:

Jan:
Auto-Geil.de: Der neue Mercedes-Benz SL 500 BlueEFFICIENCY Edition 1 (R231)
Auto-Geil.de: Mercedes-Benz SL 300 Coupé Gullwing (W198)

Jens:
Rad-Ab.com: Mercedes 500 SL 2012
Rad-Ab.com: Mercedes 300 SL Flügeltürer

Markus:
Mercedes-Benz Passion: Ikone, Athlet, Ästhet: Der SL 500 “Edition 1″ in designo magno kristallsilber in Marbella
Mercedes-Benz Passion: Mercedes-Benz SL “Edition 1″ im Detail

Robert:
Robertbasic.de: Der Sieg der Unvernunft: Mercedes SL

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